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التَّحْذِيرُ مِنَ البِدَعِ

 

 

 

Warnung vor religiösen Neuerungen (Bidʿah)

 

 

 

 

لِسَمَاحَةِ الشَّيْخِ العَلَّامَةِ

عَبْدِ العَزِيزِ بْنِ عَبْدِ اللهِ بْنِ بَازٍ

رَحِمَهُ اللهُ

 

Verfasst vom geehrten Schaykh

'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz

 


بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ

Die fünfte Niederschrift:

Das Urteil in Bezug auf das Feiern des Geburtstags („Mawlid“) des Propheten und anderer Geburtstage

Alles Lob gebührt Allah, und der Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf all jenen, die seiner Rechtleitung folgen.

Um fortzufahren: Die Frage nach dem Urteil über das Feiern des Geburtstags des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wiederholt sich, ebenso über das Aufstehen währenddessen, das Sprechen des Friedensgrußes über ihn und anderes, was bei den Mawlid-Feiern getan wird.

Die Antwort darauf lautet: Es ist nicht erlaubt, den Geburtstag des Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu feiern, noch den irgendeines anderen, denn dies gehört zu den neu eingeführten Neuerungen in der Religion. Denn der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat dies nicht getan, ebenso wenig seine rechtgeleiteten Nachfolger („Khulafa“), noch andere von den Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein -, noch die ihnen in guter Weise gefolgt sind in den vorzüglichen Jahrhunderten. Sie waren die wissendsten Menschen hinsichtlich der Sunnah, die vollkommensten in ihrer Liebe zum Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und in der Befolgung seiner Gesetzgebung im Vergleich zu denen nach ihnen. Und Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte bereits in Seinem deutlichen Buch:

﴿...وَمَآ ءَاتَىٰكُمُ ٱلرَّسُولُ فَخُذُوهُ وَمَا نَهَىٰكُمۡ عَنۡهُ فَٱنتَهُواْ...﴾

„[...]. Und was nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. [...].“

[Al-Haschr:7] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:

﴿...فَلۡيَحۡذَرِ ٱلَّذِينَ يُخَالِفُونَ عَنۡ أَمۡرِهِۦٓ أَن تُصِيبَهُمۡ فِتۡنَةٌ أَوۡ يُصِيبَهُمۡ عَذَابٌ أَلِيمٌ﴾

„[...]. So sollen diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, sich vorsehen, dass nicht eine Versuchung sie trifft oder schmerzhafte Strafe sie trifft.“ [An-Nur:63] Und der Gepriesene sagte:

﴿لَّقَدۡ كَانَ لَكُمۡ فِي رَسُولِ ٱللَّهِ أُسۡوَةٌ حَسَنَةٞ لِّمَن كَانَ يَرۡجُواْ ٱللَّهَ وَٱلۡيَوۡمَ ٱلۡأٓخِرَ وَذَكَرَ ٱللَّهَ كَثِيرٗا21﴾

„Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.“ [Al-Ahzab:21] Und der Erhabene sagte:

﴿وَٱلسَّٰبِقُونَ ٱلۡأَوَّلُونَ مِنَ ٱلۡمُهَٰجِرِينَ وَٱلۡأَنصَارِ وَٱلَّذِينَ ٱتَّبَعُوهُم بِإِحۡسَٰنٖ رَّضِيَ ٱللَّهُ عَنۡهُمۡ وَرَضُواْ عَنۡهُ وَأَعَدَّ لَهُمۡ جَنَّٰتٖ تَجۡرِي تَحۡتَهَا ٱلۡأَنۡهَٰرُ خَٰلِدِينَ فِيهَآ أَبَدٗاۚ ذَٰلِكَ ٱلۡفَوۡزُ ٱلۡعَظِيمُ100﴾

„Und die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern („Muhajirun“) und den Helfern („Ansar“) und diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind - Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer verweilen sie darin. Dies ist der gewaltigste Erfolg.“ [At-Taubah:100] Und der Erhabene sagte:

﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾

„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3] Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich. Und es wurde authentisch über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bestätigt, dass er sagte:

«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنهُ فَهُوَ رَدٌّ».

„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Das bedeutet: Es wird von ihm zurückgewiesen. Und in einem anderen Hadith sagte er:

«عَلَيكُم بِسُنَّتِي وَسُنَّةِ الخُلَفَاءِ الرَّاشِدِينَ المَهْدِيَّينَ مِنْ بَعدِي، تَمَسَّكُوا بِهَا، وَعَضُّوا عَلَيهَا بِالنَّوَاجِذِ، وَإِيَّاكُمْ وَمُحْدَثَاتِ الأُمُورِ، فَإِنَّ كُلَّ مُحْدَثَةٍ بِدْعَةٌ وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالةٌ».

„Befolgt meine Sunnah und die Sunnah der rechtgeleiteten und rechtgeführten Kalifen! Beißt euch mit euren Backenzähnen daran fest! Und hütet euch vor den Neuerungen, denn wahrlich, jede Neuerung (in der Religion) ist Irreleitung!“ In diesen beiden Hadithen liegt eine eindringliche Warnung vor dem Einführen von Neuerungen und dem Handeln nach ihnen.

Das Einführen solcher Mawlid-Feiern lässt verstehen, dass Allah - gepriesen sei Er - die Religion für diese Gemeinschaft nicht vervollkommnet habe und dass der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nicht übermittelt habe, was die Gemeinschaft zu tun habe, bis dann diese Späteren kamen und in die Gesetzgebung Allahs etwas einführten, wozu Er keine Erlaubnis gegeben hat, wobei sie behaupten, dass sie sich dadurch Allah annähern. Und dies birgt ohne Zweifel eine große Gefahr und ist ein Widerspruch gegen Allah - gepriesen sei Er - und gegen Seinen Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Allah - gepriesen sei Er - hat die Religion für Seine Diener vollendet und ihnen die Gunstgabe vollkommen gemacht. Der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat die klare Botschaft übermittelt und keinen Weg, der zum Paradiesgarten führt oder vom Höllenfeuer fernhält, offen gelassen, ohne dass er ihn der Gemeinschaft verdeutlicht hätte, wie es im authentischen Hadith von 'Abdullah Ibn 'Amr - möge Allah mit ihm zufrieden sein - belegt ist, der sagte: „Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«مَا بَعَثَ اللهُ مِن نَبِيٍ إِلَّا كَانَ حَقًّا عَلَيهِ أَن يَدُلَّ أُمَّتَهُ عَلَى خَيرِ مَا يَعْلَمُهُ لَهُم، وَيُنْذِرَهُمْ شَرَّ مَا يَعْلَمُهُ لَهُمْ».

‚Kein Prophet wurde von Allah gesandt, ohne dass es für ihn verpflichtend war, seine Gemeinschaft auf das Gute hinzuweisen, das er für sie kennt, und sie vor dem Übel zu warnen, das er für sie kennt.‘“ Überliefert von Muslim in seinem „Sahih-Werk“.

Es ist bekannt, dass unser Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - der beste der Propheten und ihr Siegel ist, und dass er in der Übermittlung und im Erteilen von Ratschlägen am vollkommensten war. Wenn nun das Feiern der Mawlid-Feiern ein Teil der Religion wäre, mit dem Allah - gepriesen sei Er - zufrieden wäre, hätte der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - es der Gemeinschaft erklärt, es selbst in seinem Leben getan oder seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - hätten es praktiziert. Da jedoch nichts von alledem geschah, ist klar, dass es nichts mit dem Islam zu tun hat, sondern zu den Neuerungen gehört, vor denen der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - seine Gemeinschaft gewarnt hat, wie zuvor in den Hadithen erwähnt wurde. Die Verse und Hadithe zu diesem Themenbereich sind zahlreich.

Und eine Gruppe unter den Gelehrten hat klar diese Mawlid-Feiern deutlich missbilligt und vor ihnen gewarnt, basierend auf den genannten und weiteren Beweisen. Einige spätere Gelehrte haben aber hierbei widersprochen und so erlaubten sie dies, solange sie nichts Verwerfliches enthalten, wie z. B. Übertreibungen im Lob des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, Geschlechtermischung von Männern und Frauen, Verwendung von Musikinstrumenten oder andere Dinge, die nach der reinen islamischen Gesetzgebung missbilligt werden. Sie (also diese Gelehrten) dachten, solche Feiern gehören zu den „guten Neuerungen“.

Die grundlegende Regel der islamischen Gesetzgebung besagt: Bei allen Streitfragen unter den Menschen ist auf das Buch Allahs und die Sunnah Seines Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zurückzugreifen, wie Allah - erhaben ist Seine Majestät - sagte:

﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ أَطِيعُواْ ٱللَّهَ وَأَطِيعُواْ ٱلرَّسُولَ وَأُوْلِي ٱلۡأَمۡرِ مِنكُمۡۖ فَإِن تَنَٰزَعۡتُمۡ فِي شَيۡءٖ فَرُدُّوهُ إِلَى ٱللَّهِ وَٱلرَّسُولِ إِن كُنتُمۡ تُؤۡمِنُونَ بِٱللَّهِ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِۚ ذَٰلِكَ خَيۡرٞ وَأَحۡسَنُ تَأۡوِيلًا59﴾

„O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Befehlshabern unter euch! Wenn ihr nun miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Dies ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ [An-Nisa:59] Und der Erhabene sagte:

﴿وَمَا ٱخۡتَلَفۡتُمۡ فِيهِ مِن شَيۡءٖ فَحُكۡمُهُۥٓ إِلَى ٱللَّهِ ...﴾

„Und worüber ihr auch immer uneinig seid, so steht das Urteil darüber Allah (allein) zu. [...].“ [Asch-Schura:10]

Wir haben bereits diese Angelegenheit - also das Feiern der Mawlid-Feste - zum Buch Allahs - gepriesen sei Er - zurückgeführt. Dabei stellten wir fest, dass Er uns anordnet, dem Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in dem zu folgen, was er gebracht hat, uns vor dem warnt, was er verboten hat, und uns berichtet, dass Allah - gepriesen sei Er - für diese Gemeinschaft ihre Religion ja vervollkommnet hat. Dieses Feiern gehört jedoch nicht zu dem, was der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gebracht hat; folglich gehört es nicht zu der Religion, die Allah für uns vervollkommnet hat und in der Er uns anordnete, dem Gesandten dabei zu folgen.

Und wir haben dies ebenfalls zur Sunnah des Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zurückgeführt. Darin fanden wir nicht vor, dass er dies getan hat, noch dass er es angeordnet hat, noch dass es seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - getan hätten. Demnach wissen wir, dass es nicht zur Religion gehört, sondern vielmehr zu den neu eingeführten Neuerungen zählt und zur Nachahmung der Leute der Schrift, nämlich der Juden und Christen, in ihren Festen gehört.

Dadurch wird für jeden deutlich, der auch nur die geringste Einsicht besitzt, ein Verlangen nach der Wahrheit hat und gerecht in ihrem Streben ist, dass das Feiern der Mawlid-Feste nicht zur Religion des Islams gehört, sondern vielmehr zu den neu eingeführten Neuerungen zählt, bei denen Allah - gepriesen sei Er - und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - befohlen haben, sie zu unterlassen und sich vor ihnen zu hüten. Und es gehört sich für den Vernünftigen nicht, sich von der großen Zahl der Menschen täuschen zu lassen, die es in den meisten Ländern praktizieren; denn die Wahrheit wird nicht an der Vielzahl der Handelnden erkannt, sondern an den Beweisen der islamischen Gesetzgebung, so wie der Erhabene über die Juden und die Christen sagte:

﴿وَقَالُواْ لَن يَدۡخُلَ ٱلۡجَنَّةَ إِلَّا مَن كَانَ هُودًا أَوۡ نَصَٰرَىٰۗ تِلۡكَ أَمَانِيُّهُمۡۗ قُلۡ هَاتُواْ بُرۡهَٰنَكُمۡ إِن كُنتُمۡ صَٰدِقِينَ111﴾

„Und sie sagen: ‚Niemand wird in den (Paradies)garten eingehen außer, wer Jude(n) oder Christen sind.‘ Dies sind ihre Wünsche. Sag: ‚Bringt euren Beweis vor, wenn ihr wahrheitssprechend seid!‘“ [Al-Baqarah:111] Und der Erhabene sagte:

﴿وَإِنْ تُطِعْ أَكْثَرَ مَنْ فِي الْأَرْضِ يُضِلُّوكَ عَنْ سَبِيلِ اللَّهِ...﴾

„Und wenn du den meisten von denen, die auf der Erde sind, gehorchst, werden sie dich von dem Weg Allahs irreführen. [...].“ [Al-An'am:116]

Darüber hinaus sind die meisten dieser Mawlid-Feiern - abgesehen davon, dass sie eine Neuerung darstellen - nicht frei von weiteren verwerflichen Dingen, wie der Geschlechtermischung von Frauen und Männern, der Verwendung von Gesängen und Musikinstrumenten, dem Konsum von berauschenden Getränken und Drogen sowie anderen Übeln. Und es kann darin etwas vorkommen, das noch schwerwiegender ist als dies, nämlich der große Schirk, und zwar durch Übertreibung in Bezug auf den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - oder andere der sogenannten Gefolgsleute („Awliya“), indem man sie anruft, sie während einer Notlage (in Form von „Istighathah“) um Hilfe bittet, von ihnen Unterstützung erfleht oder glaubt, dass sie das Verborgene kennen, und andere derartige Angelegenheiten, die Unglaube („Kufr“) sind und die viele Menschen praktizieren, wenn sie den Geburtstag des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - oder anderer, die sie als Auliya bezeichnen, feiern. Und es ist authentisch vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:

«إِيَّاكُم وَالغُلُوُّ فِي الدِّينِ، فَإِنَّمَا أَهْلَكَ مَن كَانَ قَبْلَكُم الغُلُوَّ فِي الدِّينِ».

„Wehe euch und der Übertreibung in der Religion, denn die Übertreibung in der Religion hat ja diejenigen vor euch zugrunde gerichtet.“ Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«لَا تُطْرُونِي كَمَا أَطْرَتِ النَّصَارَى ابْنَ مَرْيَمَ، إِنَّمَا أَنَا عَبدٌ، فَقُولُوا: عَبدُ اللهِ وَرَسُولُه».

„Übertreibt nicht in meinem Lob, wie die Christen im Lob vom Sohne Maryams übertrieben. Denn fürwahr, ich bin Sein Diener; deshalb sagt: ‚Der Diener Allahs und Sein Gesandter.‘“ Herausgebracht von Al-Bukhari in seinem „Sahih-Werk“ im Hadith von 'Umar - möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Zu den erstaunlichen und befremdlichen Dingen gehört, dass viele Menschen eifrig und bemüht sind, diese neu eingeführten Feiern zu besuchen und sie zu verteidigen, während sie dem fernbleiben, was Allah ihnen an der Teilnahme an Freitagsgebeten und Gemeinschaftsgebeten auferlegt hat, ohne dem Bedeutung beizumessen und ohne zu erkennen, dass sie damit ein schwerwiegendes verwerfliches Handeln begangen haben. Und es besteht kein Zweifel daran, dass dies auf die Schwäche des Glaubens („Iman“), die geringe Einsicht und die Vielzahl dessen zurückzuführen ist, was sich in Form verschiedenartiger Sünden und Vergehen auf die Herzen gelegt hat. Wir bitten Allah um Unversehrtheit für uns und für alle Muslime.

Und dazu gehört, dass manche von ihnen glauben, der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wäre beim Mawlid anwesend. Aus diesem Grund erheben sie sich zu seiner Begrüßung und heißen ihn willkommen. Dies gehört zu den gewaltigsten Falschheiten und zur hässlichsten Unwissenheit. Denn der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wird sein Grab nicht vor dem Tag der Auferstehung verlassen, noch steht er mit irgendeinem der Menschen in Verbindung, noch nimmt er an ihren Versammlungen teil. Vielmehr verweilt er in seinem Grab bis zum Tag der Auferstehung, während seine Seele sich bei seinem Herrn im höchsten 'Illiyyin, in der Wohnstätte der Ehre, befindet, wie Allah - erhaben ist Er - sagte:

﴿ثُمَّ إِنَّكُمْ بَعْدَ ذَلِكَ لَمَيِّتُونَ15 ثُمَّ إِنَّكُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ تُبْعَثُونَ16﴾

„Hierauf werdet ihr fürwahr nach (all) diesem sterben.

Hierauf werdet ihr fürwahr am Tag der Auferstehung auferweckt werden.“

[Al-Muminun:15-16]

Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«أَنَا أَوَّلُ مَنْ يَنْشَقُّ عَنْهُ القَبْرُ يَومَ القِيَامَةِ، وَأَنَا أَوَّلُ شَافِعٍ، وَأَوَّلُ مُشَفَّعٍ».

„Ich bin der Erste, über dem sich am Tag der Auferstehung das Grab öffnen wird, und ich bin der Erste, der Fürsprache einlegt, und der Erste, dessen Fürsprache gewährt wird.“ Die besten Segens- und Friedenswünsche seines Herrn seien auf ihm.

Diese beiden edlen Verse sowie der ehrwürdige Hadith und das, was in ihrem Sinn aus weiteren Versen und Hadithen überliefert ist - all dies weist darauf hin, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und andere Verstorbene ihre Gräber ausschließlich am Tag der Auferstehung verlassen. Dies ist eine Angelegenheit, über die unter den Gelehrten der Muslime Konsens besteht und über die es keine Unstimmigkeit unter ihnen gibt. So sollte jeder Muslim auf diese Angelegenheiten aufmerksam werden und sich vor dem hüten, was die Unwissenden und ihresgleichen an Neuerungen und Aberglauben eingeführt haben, für die Allah keinerlei Beweis herabgesandt hat. Allah ist Derjenige, Dessen Hilfe erbeten und auf Den vertraut wird, und es gibt weder Macht noch Kraft außer durch Ihn.

Was jedoch den Segens- und Friedensgruß auf den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - betrifft, so gehören sie zu den besten Annäherungen (an Allah) und zu den rechtschaffenen Taten, wie Allah - erhaben ist Er - sagte:

﴿إِنَّ ٱللَّهَ وَمَلَٰٓئِكَتَهُۥ يُصَلُّونَ عَلَى ٱلنَّبِيِّۚ يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ صَلُّواْ عَلَيۡهِ وَسَلِّمُواْ تَسۡلِيمًا56﴾

„Wahrlich, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.“ [Al-Ahzab:56] Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«مَنْ صَلَّى عَلَيَّ وَاحِدَةً؛ صَلَّى اللهُ عَلَيهِ بِهَا عَشْرًا».

„Wer einen Segensgruß über mich spricht, dem wird Allah dafür zehnfache Segnungen gewähren.“ Und dies ist zu allen Zeiten zulässig, und am meisten empfohlen nach der Beendigung des Gebets. Vielmehr ist es sogar laut einer Gruppe unter den Leuten des Wissens im letzten Taschahhud jedes Gebets verpflichtend. Dass es eine Sunnah ist, wird an vielen Stellen besonders bekräftigt, dazu gehört (unter anderem) nach dem Gebetsruf, bei seiner - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Erwähnung sowie am Freitag und in dessen Nacht, wie viele Hadithe darauf hingewiesen haben.

Und Allah ist Derjenige, Der darum gebeten wird, uns und allen Muslimen den Erfolg zum Verständnis Seiner Religion und Standhaftigkeit darin zu gewähren, und dass Er allen die Gunst erweist, an der Sunnah festzuhalten und sich vor der Neuerung zu hüten. Wahrlich, Er ist freigebig, edelmütig.

Und Segen und Frieden seien auf unseren Propheten Muhammad, auf seiner Familie und all seinen Gefährten.

 

***

 


بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ

Die sechste Niederschrift:

Das Urteil in Bezug auf das Feiern der Nacht der Nachtreise („Al-Isra“) und der Himmelfahrt („Al-Mi'raj“)

Alles Lob gebührt Allah, und Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs sowie auf seiner Familie und seinen Gefährten.

Um fortzufahren: So besteht kein Zweifel daran, dass die Nachtreise („Al-Isra“) und die Himmelfahrt („Al-Mi'raj“) zu den gewaltigen Zeichen Allahs gehören, die auf die Wahrhaftigkeit Seines Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und auf seinen hohen Stellenwert bei Allah - erhaben ist Seine Majestät - hinweisen. Ebenso gehören sie zu den Beweisen für Allahs überwältigende Macht und für Seine Höhe - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - über (und oberhalb) Seiner Geschöpfe. Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿سُبۡحَٰنَ ٱلَّذِيٓ أَسۡرَىٰ بِعَبۡدِهِۦ لَيۡلٗا مِّنَ ٱلۡمَسۡجِدِ ٱلۡحَرَامِ إِلَى ٱلۡمَسۡجِدِ ٱلۡأَقۡصَا ٱلَّذِي بَٰرَكۡنَا حَوۡلَهُۥ لِنُرِيَهُۥ مِنۡ ءَايَٰتِنَآۚ إِنَّهُۥ هُوَ ٱلسَّمِيعُ ٱلۡبَصِيرُ1﴾

„Gepriesen sei Der, Der Seinen Diener bei Nacht von der geschützten (Haram-)Gebetsstätte zur fernsten (Aqsa-)Gebetsstätte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, reisen ließ, damit Wir ihm (etwas) von Unseren Zeichen zeigen. Wahrlich, Er ist ja der Allhörende, der Allsehende.“ [Al-Isra:1]

Es ist vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - mehrfach („mutawatir“) berichtet worden, dass er zu den Himmeln emporgeführt wurde und dass ihre Tore für ihn geöffnet wurden, bis er den siebten Himmel überschritt. Da sprach sein Herr - gepriesen sei Er - mit ihm, mit dem, was Er wollte, und Er machte ihm die fünf Gebete verpflichtend. Allah - gepriesen sei Er - hatte sie zunächst als fünfzig Gebete vorgeschrieben. Unser Prophet Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hörte nicht auf, zu Ihm zurückzukehren und Ihn um Erleichterung zu bitten, bis Er sie schließlich zu fünf (Gebeten) machte. So sind es fünf hinsichtlich der Verpflichtung und fünfzig hinsichtlich des Lohns, denn eine gute Tat wird mit dem Zehnfachen vergolten. So gebührt Allah Lob und Dank für all Seine Gnaden.

Und diese Nacht, in der die Nachtreise und die Himmelfahrt stattfanden, ist in den authentischen Hadithen weder im Monat Rajab noch zu einem anderen Zeitpunkt festgelegt worden. Alles, was über ihre Festlegung überliefert ist, ist nach den Hadith-Gelehrten nicht zuverlässig vom Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Allahs vollkommene Weisheit liegt darin, dass Er die Menschen sie vergessen ließ, und selbst wenn ihre Festlegung bestätigt wäre, wäre es den Muslimen nicht erlaubt, sie mit irgendeiner Form von Handlungen der Anbetung besonders hervorzuheben, und es wäre ihnen nicht erlaubt, sie zu feiern, denn der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - haben sie nicht gefeiert und sie nicht in irgendeiner Weise besonders ausgezeichnet. Wenn das Feiern dieser Nacht eine legitime Angelegenheit wäre, hätte der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - es der (islamischen) Gemeinschaft erläutert, entweder durch Worte oder durch Taten. Und wenn sich davon etwas ereignet hätte, wäre es bekannt und verbreitet worden und die Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - hätten es uns überliefert. Denn sie haben von ihrem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - alles überliefert, was die Gemeinschaft benötigt, und sie handelten in keiner Angelegenheiten der Religion nachlässig. Vielmehr waren sie stets die Ersten in allem Guten. Wenn also das Feiern dieser Nacht legitim gewesen wäre, wären sie die Menschen gewesen, die dem am ehesten zuvorgekommen wären. Und der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - war der aufrichtigste Ratgeber für die Menschen. Er hat die Botschaft in vollkommenem Maße übermittelt und das anvertraute Gut erfüllt. Wenn also die Hervorhebung dieser Nacht und sie zu feiern Teil der Religion Allahs gewesen wäre, hätte der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - dies weder vernachlässigt noch verschwiegen. Da jedoch nichts dergleichen geschehen ist, wurde deutlich, dass das Feiern dieser Nacht und ihre Hervorhebung in keiner Weise zum Islam gehören. Allah hat dieser Gemeinschaft ihre Religion vervollkommnet und ihr die Gnade vollständig erwiesen, und Er hat denjenigen getadelt, der in der Religion etwas festlegt, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat. So sprach Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - in Seinem deutlichen Buch:

﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾

„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:

﴿أَمۡ لَهُمۡ شُرَكَٰٓؤُاْ شَرَعُواْ لَهُم مِّنَ ٱلدِّينِ مَا لَمۡ يَأۡذَنۢ بِهِ ٱللَّهُۚ وَلَوۡلَا كَلِمَةُ ٱلۡفَصۡلِ لَقُضِيَ بَيۡنَهُمۡۗ وَإِنَّ ٱلظَّٰلِمِينَ لَهُمۡ عَذَابٌ أَلِيمٞ21﴾

„Oder haben sie (etwa) Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt haben, was Allah nicht erlaubt hat? Und wenn es nicht das (bereits ergangene) Wort der Entscheidung gäbe, wäre zwischen ihnen fürwahr (jetzt schon) entschieden worden. Und wahrlich, für die Ungerechten wird es schmerzhafte Strafe geben.“ [Asch-Schura:21]

Vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ist in den authentischen Hadithen überliefert, dass er vor Neuerungen warnte und ausdrücklich klarstellte, dass sie eine Irreleitung sind, um die Gemeinschaft auf die Größe ihrer Gefahr aufmerksam zu machen und sie davon abzuhalten, sie zu begehen. Dazu gehört das, was in den beiden Sahih-Werken überliefert wurde von 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, dass er sagte:

«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ؛ فَهُوَ رَدٌّ».

„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Und in einer Überlieferung bei Muslim (heißt es):

«مَنْ عَمِلَ عَمَلًا لَيْسَ عَلَيهِ أَمْرَنَا؛ فَهُوَ رَدٌّ».

„Wer eine Tat ausführt, die nicht von dieser unserer Angelegenheit (der Religion) ist, so wird diese abgelehnt.“ Und in „Sahih Muslim“ wird über Jabir - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in seiner Freitagspredigt zu sagen pflegte:

«أَمَا بَعْدَ، فَإِنَّ خَيرَ الحَدِيثِ كِتَابُ اللهِ، وَخَيرَ الهَدْيِ هَدْيُ مُحَمَّدٍ ﷺ، وَشَرَّ الأُمُورِ مُحْدَثَاتُهَا، وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالَةٌ».

„Um fortzufahren: Gewiss, die beste Rede ist das Buch Allahs, und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm -; und die schlimmsten Angelegenheiten sind die neu eingeführten, und jede Neuerung ist eine Irreleitung.“ An-Nasai fügte mit einer guten Überlieferungskette hinzu:

«وَكُلَّ ضَلَالَةٍ فِي النَّارِ».

„Und jede Irreleitung ist (und endet) im Höllenfeuer.“ Und in den „Sunan-Werken“ wird über Al-'Irbad Ibn Sariyah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass er sagte: „Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hielt uns eine eindringliche Ermahnung, bei der die Herzen erzitterten und die Augen Tränen vergossen. Da sagten wir: ‚O Gesandter Allahs! Es ist, als sei es die Ermahnung eines Abschiednehmenden, so ermahne uns.‘ Da sagte er:

«أُوصِيكُم بِتَقْوَى اللهِ وَالسَّمعِ وَالطَّاعَةِ وَإِنْ تَأَمَّرَ عَلَيكُم عَبدٌ، فَإِنَّهُ مَنْ يَعِشْ مِنْكُم فَسَيَرَى اخْتِلَافًا كَثِيرًا، فَعَلَيكُم بِسُنَّتِي وَسُنَّةِ الخلُفَاءِ الرَّاشِدِينَ المَهْدِيِّينَ مِنْ بَعْدِي، تَمَسَّكُوا بِهَا وَعَضُّوا عَلَيْهَا بِالنَّوَاجِذِ، وَإِيَّاكُم وَمُحْدَثَاتِ الأُمُورِ، فَإِنَّ كُلَّ مُحْدَثَةٍ بِدْعَةٍ وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالَةٌ».

‚Ich rate euch zur Furcht gegenüber Allah und zum Gehorsam und zur Folgsamkeit, selbst wenn ein Sklave als Befehlshaber über euch bestimmt wird. Denn wahrlich, wer von euch (lange) leben wird, der wird viel Uneinigkeit sehen. So befolgt meine Sunnah und die Sunnah der rechtgeleiteten Kalifen! Beißt euch mit euren Backenzähnen daran fest! Und hütet euch vor den Neuerungen in der Religion; denn wahrlich, jede Neuerung in der Religion ist Irreleitung!‘“ Und die Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.

Und es ist authentisch von den Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und von den rechtschaffenen Vorfahren nach ihnen bestätigt, dass sie vor Neuerungen warnten und davor abschreckten. Dies nur aus dem Grund, dass sie eine Hinzufügung zur Religion darstellen, eine Gesetzgebung, zu der Allah keine Erlaubnis gegeben hat, und eine Nachahmung der Feinde Allahs unter den Juden und Christen in ihrer Hinzufügung zu ihrer Religion und in ihrem Erfinden darin von etwas, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat. Zudem ist sie eine Art Herabsetzung der islamischen Religion und ein Vorwurf, sie sei nicht vollkommen. Es ist ja bekannt, was darin an großem Verderben, abscheulichem Verwerflichen und an einem offenen Widerspruch zu der Aussage Allahs - erhaben ist Seine Majestät - liegt:

﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ...﴾

„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet [...].“ [Al-Maidah:3] Darin ist auch ein eindeutiger Widerspruch zu den Hadithen des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die vor Neuerungen warnen und vor ihnen abschrecken.

Dies soweit; und ich hoffe, dass die von uns angeführten Beweise ausreichend und überzeugend sind für den Wahrheitssuchenden, um diese Neuerung zurückzuweisen - ich meine die Neuerung des Feierns der Nacht von Al-Isra und Al-Mi'raj -, vor ihr zu warnen und klarzustellen, dass sie in keiner Weise zur Religion des Islams gehört.

Und aufgrund dessen, was Allah an Pflicht zur aufrichtigen Beratschlagung der Muslime auferlegt hat, an der Darlegung dessen, was Allah ihnen an Religion anordnete, und am Verbot, Wissen zu verschweigen, hielt ich es für notwendig, meine muslimischen Brüder auf diese Neuerung hinzuweisen, die sich in vielen Regionen verbreitet hat, sodass manche Menschen sie sogar für einen Teil der Religion halten.

Allah ist Derjenige, von Dem erbeten wird, die Angelegenheiten aller Muslime zu bessern, ihnen Verständnis für die Religion zu gewähren und uns und ihnen den Erfolg zu schenken, an der Wahrheit festzuhalten und standhaft dabei zu bleiben sowie das zu unterlassen, was ihr widerspricht. Wahrlich, Er ist der Schutzherr dessen und dazu allmächtig.

Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.

 

 

***

 


بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ

Die siebte Niederschrift:

Das Urteil in Bezug auf das Feiern der 15. Nacht des Monats Scha'ban

Alles Lob gebührt Allah, Der uns die Religion vervollkommnet und uns die Gnade vollendet hat. Und Allahs Segen und Frieden seien auf Seinem Propheten und Gesandten Muhammad, dem Propheten der Reue und der Barmherzigkeit.

Um fortzufahren: So sagte Allah - erhaben ist Er -:

﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾

„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3] Und der Erhabene sagte:

﴿أَمۡ لَهُمۡ شُرَكَٰٓؤُاْ شَرَعُواْ لَهُم مِّنَ ٱلدِّينِ مَا لَمۡ يَأۡذَنۢ بِهِ ٱللَّهُ...﴾

„Oder haben sie (etwa) Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt haben, was Allah nicht erlaubt hat?“ [Asch-Schura:21] In den beiden „Sahih-Werken“ wird von 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:

«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ؛ فَهُوَ رَدٌّ».

„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Und in „Sahih Muslim“ wird von Jabir - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in der Freitagspredigt zu sagen pflegte:

«أَمَّا بَعْدُ: فَإِنَّ خَيرَ الحَدِيثِ كِتَابُ اللهِ، وَخَيرَ الهَدْيِ هَدْيُ مُحَمَّدٍ صَلَّى اللهُ عَلَيهِ وَسَلَّمَ، وَشَرَّ الأُمُورِ مُحْدَثَاتُهَا، وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالَةٌ».

„Um fortzufahren: Wahrlich, die beste Rede ist das Buch Allahs, und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm -; und die schlimmsten Angelegenheiten sind die neu eingeführten, und jede Neuerung ist eine Irreleitung.“ Die Verse und Hadithe zu diesem Themenbereich sind zahlreich. Sie weisen eindeutig darauf hin, dass Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - für diese Gemeinschaft ihre Religion vervollkommnet und Seine Gunst an ihr vollendet hat. Er nahm Seinen Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - erst zu sich, nachdem dieser die klare Botschaft vollständig übermittelt und der (islamischen) Gemeinschaft alles dargelegt hatte, was Allah ihr an Worten und Taten vorgeschrieben hat. Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - machte deutlich, dass alles, was die Menschen nach ihm neu einführen und der Religion des Islams zuschreiben - seien es Aussagen oder Handlungen -, insgesamt eine Neuerung ist, die demjenigen zurückgewiesen wird, der sie eingeführt hat, selbst wenn seine Absicht gut war. Diese Angelegenheit erkannten bereits die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Ebenso verhielt es sich mit den Gelehrten des Islams nach ihnen: Sie missbilligten die Neuerungen und warnten vor ihnen, wie dies all jene erwähnt haben, die über die Ehrung der Sunnah und die Verwerfung der Neuerung geschrieben haben, wie z. B. Ibn Waddah, At-Tartuschi, Abu Schamah und andere.

Und zu den Neuerungen, die einige Menschen eingeführt haben, gehört die Neuerung, die 15. Nacht des Monats Scha'ban zu feiern und ihren Tag eigens dem Fasten zu widmen. Dafür gibt es jedoch keinen (authentischen) Beleg, auf den man sich stützen könnte. Zwar sind über ihre Vorzüglichkeit Hadithe überliefert, doch sind sie schwach und dürfen nicht als Beweis angeführt werden.

Was jedoch über die Vorzüglichkeit des Gebets in dieser Nacht überliefert ist, so ist all das erfunden, wie viele Leute des Wissens darauf hingewiesen haben. Einige ihrer Aussagen werden, so Allah will, noch angeführt werden.

Über sie (also diese Nacht) sind aber einige Überlieferungen von manchen der Altvorderen unter den Leuten aus der Levante („Asch-Scham“) und anderen überliefert worden.

Worauf sich die Mehrheit der Gelehrten geeinigt hat, ist, dass das Feiern dieser Nacht eine Neuerung ist und dass die über ihre Vorzüglichkeit überlieferten Hadithe allesamt schwach sind, von denen einige sogar erfunden sind. Zu denjenigen, die darauf hingewiesen haben, gehört Al-Hafiz Ibn Rajab in seinem Buch „Lataif Al-Ma'arif“ sowie andere. Es ist zudem bekannt, dass mit schwachen Hadithen nur in solchen Handlungen der Anbetungen gehandelt wird, deren Grundlage bereits durch authentische Belege feststeht. Was das Feiern der 15. Nacht des Monats Scha'ban betrifft, so besitzt es keinerlei authentische Grundlage, sodass man sich dafür nicht einmal hilfsweise auf schwache Hadithe stützen könnte. Auf diese bedeutende Grundregel hat Imam Abul-'Abbas Schaykh Al-Islam Ibn Taymiyyah - möge Allah ihm barmherzig sein - hingewiesen.

Und ich übermittle dir - o Leser -, was einige Leute des Wissens zu dieser Thematik gesagt haben, damit du darüber im Klaren bist.

Die Gelehrten - möge Allah ihnen barmherzig sein - sind sich einig darüber, dass es verpflichtend ist, das, worüber die Menschen in Fragen uneinig sind, zum Buch Allahs - erhaben ist Seine Majestät - und zur Sunnah des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zurückzuführen. Was immer eines von beiden oder beide urteilen, das ist das Gesetz, dem zu folgen ist. Was ihnen widerspricht, muss verworfen werden. Und was in beiden in Bezug auf Handlungen der Anbetungen nicht überliefert ist, ist eine Neuerung, deren Ausübung nicht erlaubt ist - geschweige denn, dazu aufzurufen oder sie gutzuheißen. Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ أَطِيعُواْ ٱللَّهَ وَأَطِيعُواْ ٱلرَّسُولَ وَأُوْلِي ٱلۡأَمۡرِ مِنكُمۡۖ فَإِن تَنَٰزَعۡتُمۡ فِي شَيۡءٖ فَرُدُّوهُ إِلَى ٱللَّهِ وَٱلرَّسُولِ إِن كُنتُمۡ تُؤۡمِنُونَ بِٱللَّهِ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِۚ ذَٰلِكَ خَيۡرٞ وَأَحۡسَنُ تَأۡوِيلًا59﴾

„O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Befehlshabern unter euch! Wenn ihr nun miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Dies ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ [An-Nisa:59] Und der Erhabene sagte:

﴿وَمَا ٱخۡتَلَفۡتُمۡ فِيهِ مِن شَيۡءٖ فَحُكۡمُهُۥٓ إِلَى ٱللَّهِ...﴾

„Und worüber ihr auch immer uneinig seid, so steht das Urteil darüber Allah (allein) zu. [...].“ [Asch-Schura:10] Und der Erhabene sagte:

﴿قُلۡ إِن كُنتُمۡ تُحِبُّونَ ٱللَّهَ فَٱتَّبِعُونِي يُحۡبِبۡكُمُ ٱللَّهُ وَيَغۡفِرۡ لَكُمۡ ذُنُوبَكُمۡ...﴾

„Sag: ‚Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, so wird euch Allah lieben und euch eure Sünden vergeben.‘“ [Al 'Imran:31] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:

﴿فَلَا وَرَبِّكَ لَا يُؤۡمِنُونَ حَتَّىٰ يُحَكِّمُوكَ فِيمَا شَجَرَ بَيۡنَهُمۡ ثُمَّ لَا يَجِدُواْ فِيٓ أَنفُسِهِمۡ حَرَجٗا مِّمَّا قَضَيۡتَ وَيُسَلِّمُواْ تَسۡلِيمٗا65﴾

„Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, worüber sie streiten, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis (vor)finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen.“ [An-Nisa:65] Die Verse diesbezüglich sind zahlreich. Sie sind ein eindeutiger Beleg für die Verpflichtung, Streitfragen auf das Buch und die Sunnah zurückzuführen, sowie für die Pflicht, mit ihrem Urteil zufrieden zu sein, und dass dies erforderlich für den Glauben („Iman“) ist und für die Diener Gutes bringt - im Diesseits und im Jenseits -; und „ein guter Ausgang“ bedeutet: die beste Folge bzw. der beste Ausgang.

Al-Hafiz Ibn Rajab - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte in seinem Buch „Lataif Al-Ma'arif“ zu dieser Frage - nach vorangegangenen Ausführungen - folgendes:

„Die 15. Nacht von Scha'ban wurde von den Tabi'un unter den Leuten aus der Levante - wie Khalid Ibn Ma'dan, Makhul, Luqman Ibn 'Amir und anderen - geehrt, und sie bemühten sich in ihr intensiv um Handlungen der Anbetung. Von ihnen übernahmen danach die Menschen ihre Vorzüglichkeit und ihre Ehrung. Und es wurde gesagt, dass sie diesbezüglich Überlieferungen aus den israelitischen Berichten („Israiliyyat“) erreichten. Als dies dann über sie bekannt wurde in den (anderen) Orten, wurden die Menschen diesbezüglich unstimmig: Einige von ihnen nahmen es von ihnen an und stimmten ihnen in der Ehrung dieser Nacht zu, darunter eine Gruppe von Anbetenden („'Ubbad“) aus den Leuten von Al-Basrah und anderen. Aber die meisten Gelehrten aus Al-Hijaz missbilligten dies, darunter: 'Ata und Ibn Abi Mulaykah. 'Abdur-Rahman Ibn Zayd Ibn Aslam überlieferte dies von den Fiqh-Gelehrten der Leute von Al-Madinah. Dies ist auch die Ansicht der Gefährten von Malik und anderer. Und sie sagten: ‚All dies ist eine Neuerung.‘

Und die Gelehrten der Leute aus der Levante waren sich über die Art und Weise ihrer Belebung uneinig und vertraten dabei zwei Ansichten:

Die eine Ansicht: Es ist empfohlen, sie gemeinschaftlich in den Moscheen zu beleben. Khalid Ibn Ma'dan, Luqman Ibn 'Amir und andere pflegten in ihr ihre besten Gewänder zu tragen, sich zu parfümieren und Kuhl aufzutragen und diese Nacht in der Moschee im Gebet zu verbringen. Ishaq Ibn Rahuyah stimmte ihnen in diesem Punkt zu. Und er (also Ishaq) sagte über das freiwillige Gebet nachts in den Moscheen in Gemeinschaft in dieser Nacht: ‚Das ist keine Neuerung.‘ Dies überlieferte Harb Al-Kirmani in seinem „Masail-Werk“.

Die zweite Ansicht: Es ist verpönt („makruh“), sich (in ihr) in den Moscheen zu versammeln, um das Gebet zu verrichten, Geschichten zu erzählen und Bittgebete zu sprechen. Es ist jedoch nicht verpönt, dass ein Mann in ihr für sich allein betet. Dies ist die Ansicht von Al-Awza'i, dem Imam der Leute aus der Levante, ihrem Fiqh-Gelehrten und ihrem Groß-Gelehrten. Und dies ist - so Allah der Erhabene will - die näherliegende Ansicht.“ Bis er dann sagte: „Es ist von Imam Ahmad keine Aussage zur 15. Nacht von Scha'ban bekannt. Es können jedoch zwei Überlieferungen über ihre Belebung abgeleitet werden, die aus den beiden Überlieferungen der beiden 'Id-Nächte hinsichtlich der Erwünschtheit ihrer Belebung entnommen werden können. Denn er hielt es - gemäß einer Überlieferung - nicht für erwünscht, sie gemeinschaftlich zu beleben, da dies nicht über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seine Gefährten überliefert wurde. Und er sah es - laut einer anderen Überlieferung - für erwünscht, aufgrund der Handlung von 'Abdur-Rahman Ibn Yazid Ibn Al-Aswad, der zu den Tabi'un gehörte. Ebenso verhält es sich mit dem Beleben der 15. Nacht von Scha'ban: Darüber ist nichts über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und auch nichts über seinen Gefährten überliefert worden. Überliefert ist dies jedoch über eine Gruppe unter den Tabi'un, unter den bekannten Fiqh-Gelehrten der Leute aus der Levante.“

Damit enden die zitierten Worte von Al-Hafiz Ibn Rajab - möge Allah ihm barmherzig sein. Darin spricht er ausdrücklich aus, dass weder über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - noch über seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - irgendetwas zur 15. Nacht von Scha'ban authentisch überliefert ist.

Was das betrifft, was Al-Awza'i - möge Allah ihm barmherzig sein - ausgewählt hat, nämlich die Erwünschtheit ihres Gebets für Einzelpersonen, und was dann auch Al-Hafiz Ibn Rajab als Meinung bevorzugte, so ist dies seltsam und schwach. Denn alles, dessen Gesetzmäßigkeit nicht durch Beweise aus der islamischen Gesetzgebung bestätigt ist, darf der Muslim nicht neu in die Religion Allahs einführen - gleichgültig, ob er es allein oder in Gemeinschaft tut und ob er es verborgen oder offen ausführt. Dies aufgrund der Allgemeingültigkeit der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:

«مَنْ عَمِلَ عَمَلًا لَيْسَ عَلَيهِ أَمْرُنَا؛ فَهُوَ رَدٌّ».

„Wer eine Tat ausführt, die nicht von dieser unserer Angelegenheit (der Religion) ist, so wird diese abgelehnt.“ Und es gibt noch weitere Belege, die auf die Missbilligung von Neuerungen und die Warnung vor ihnen hinweisen.

Imam Abu Bakr At-Tartuschi - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte in seinem Buch „Al-Hawadith wal-Bida'“ wörtlich:

„Ibn Waddah überlieferte über Zayd Ibn Aslam, der sagte: ‚Wir haben keinen unter unseren Lehrern noch unseren Fiqh-Gelehrten angetroffen, der der 15. (Nacht) von Scha'ban besondere Beachtung schenkte. Sie schenkten auch der Überlieferung von Makhul keine Beachtung und sahen für sie keinen Vorzug gegenüber den übrigen (Nächten).‘

Und es wurde zu Ibn Abi Mulayka gesagt: ‚Ziyad An-Numayri sagt ja: „Der Lohn der 15. Nacht von Scha'ban ist wie der Lohn der Nacht der Bestimmung.“‘ Da erwiderte er: ‚Wenn ich das von ihm gehört hätte, während ich einen Stock in meiner Hand habe, hätte ich ihn geschlagen.‘ Und Ziyad war ein Geschichtenerzähler.“ Ende der zitierten Worte.

Und der Gelehrte Asch-Schaukani - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte in seinem Buch „Al-Fawaid Al-Majmu'ah“ wörtlich:

„Der Hadith: ‚O 'Ali, wer in der 15. Nacht von Scha'ban 100 Gebetseinheiten verrichtet und in jeder Gebetseinheit die Eröffnende des Buches (also Surah Al-Fatihah) sowie „Sag: „Er ist Allah, ein Einer, (Qul Huwa Allahu Ahad)“ zehnmal rezitiert, dem erfüllt Allah jedes Anliegen.‘ usw. Er (also dieser Hadith) ist erfunden, und in seinen Formulierungen, die ausdrücklich darlegen, welchen Lohn derjenige erlangt, der ihn ausführt, befindet sich etwas, an dessen Erfindung kein Mensch mit Urteilsvermögen zweifelt. Außerdem sind seine Überlieferer unbekannt und er wurde über einen zweiten und einen dritten Überlieferungsweg überliefert - alle sind erfunden, und ihre Überlieferer sind unbekannt.“ Und er sagte in „Al-Mukhtasar“: „Der Hadith über das Gebet in der 15. Nacht von Scha'ban ist nichtig. Und bei Ibn Hibban gibt es über 'Ali den Hadith: ‚Wenn die 15. Nacht von Scha'ban eintritt, so verrichtet in ihr (freiwillige) Nachtgebete und fastet ihren Tag‘, er ist aber schwach.“ Und er sagte in „Al-Lalai“: „(Der Hadith) ‚100 Gebetseinheiten in der 15. Nacht von Scha'ban mit zehnmal (Surah) Al-Ikhlas.‘ Trotz der ausführlichen Darstellung seines Vorzugs - ist er bei Ad-Daylami und anderen erfunden, und die Mehrheit seiner Überlieferer in den drei Überlieferungswegen sind unbekannt und schwach.“ Er sagte: „(Der Hadith) ‚Und zwölf Gebetseinheiten mit 30-mal (Surah) Al-Ikhlas‘ ist erfunden; ‚und 14 Gebetseinheiten‘ ist auch erfunden.

Und durch diesen Hadith wurde bereits eine Gruppe von Fiqh-Gelehrten getäuscht, wie der Verfasser von ‚Al-Ihya' (also Abu Hamid Al-Ghazali) und andere. Ebenso auch einige der Tafsir-Gelehrten. Das Gebet dieser Nacht - ich meine: die 15. Nacht von Scha'ban - wurde in verschiedenen Formen überliefert, die allesamt nichtig und erfunden sind. Dies widerspricht jedoch nicht der Überlieferung bei At-Tirmidhi über 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - über das Hinausgehen des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zum (Friedhof) Al-Baqi' und das Hinabsteigen des Herrn in der 15. Nacht von Scha'ban zum untersten Himmel, und dass Er mehr vergibt als die Anzahl der Haare der Schafe von Kalb. Denn die Rede bezieht sich ausschließlich auf dieses in dieser Nacht erfundene Gebet. Zudem weist der Hadith von 'Aischah eine Schwäche und eine Unterbrechung (in der Kette) auf, ebenso wie der zuvor erwähnte Hadith von 'Ali über das Verrichten freiwilliger Nachtgebete in ihr. Dies steht jedoch nicht im Widerspruch dazu, dass dieses Gebet erfunden ist, angesichts der darin enthaltenen Schwäche, wie wir es dargelegt haben.“ Ende der zitierten Worte.

Al-Hafiz Al-'Iraqi sagte: „Der Hadith über das Gebet in der 15. Nacht von Scha'ban ist erfunden über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und eine Lüge über ihn.“ Imam An-Nawawi sagte in seinem Buch „Al-Majmu'“: „Das Gebet, das als Salat Ar-Ragha'ib bekannt ist - es sind zwölf Gebetseinheiten zwischen dem Maghrib- und dem ʿIscha'-Gebet (Abend- und Nachtgebet) in der Nacht zum ersten Freitag des (Monats) Rajabs - sowie das Gebet der Nacht zur Mitte des Scha'bans mit hundert Gebetseinheiten: Diese beiden Gebete sind verwerfliche Neuerungen. Man soll sich nicht dadurch täuschen lassen, dass sie in den Büchern ‚Qut Al-Qulub‘ und ‚Ihya' ʿUlum Ad-Din‘ erwähnt werden, noch durch den darin angeführten Hadith, denn all dies ist nichtig. Ebenso soll man sich nicht durch manche der Imame täuschen lassen, denen ihr Urteil darüber unklar war und die einige Seiten über ihre Empfehlung verfasst haben, denn sie haben sich darin geirrt.“

Und der Schaykh und Imam Abu Muhammad 'Abdur-Rahman Ibn Isma'il Al-Maqdisi verfasste ein wertvolles Buch über ihre Widerlegung; darin hat er es sehr gut und treffend ausgeführt. Die Aussagen der (Leute des Wissens) zu dieser Angelegenheit sind sehr zahlreich. Würden wir alles anführen, was wir an Aussagen zu dieser Frage kennen, würde dies zu lang werden. Vielleicht reicht das, was wir erwähnt haben, als Genüge und Überzeugung für den Sucher der Wahrheit aus.

Und aus dem Vorangegangenen an Versen, Hadithen und den Aussagen der Leute des Wissens wird dem Wahrheitssuchenden deutlich, dass das Feiern der 15. Nacht vom Scha'ban durch Gebete oder anderes sowie die besondere Hervorhebung ihres Tages durch Fasten nach der Ansicht der meisten Leute des Wissens eine verwerfliche Neuerung ist. Dafür gibt es keinerlei Grundlage in der reinen islamischen Gesetzgebung, vielmehr gehört dies zu dem, was im Islam erst nach der Zeit der Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - eingeführt wurde. Und ausreichend für den Wahrheitssuchenden in diesem Thema und in anderen ist die Aussage Allahs - erhaben ist Seine Majestät -:

﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ...﴾

„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet, [...].“ [Al-Maidah:3] Und ebenso die Verse, die sinngemäß darauf hinweisen, sowie die Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:

«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ فَهُوَ رَدٌّ».

„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Und ebenso die Hadithe, die diesbezüglich überliefert wurden.

Und in „Sahih Muslim“ wird über Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«لَا تَخُصُّوا لَيْلَةَ الْجُمُعَةِ بِقِيَامٍ مِنْ بَيْنِ اللَّيَالِي، وَلَا تَخُصُّوا يَوْمَهَا بِالصِّيَامِ مِنْ بَيْنِ الْأَيَّامِ، إِلَّا أَنْ يَكُونَ فِي صَوْمٍ يَصُومُهُ أَحَدُكُمْ».

„Sucht die Nacht zum Freitag nicht durch (freiwillige) Nachtgebete unter den übrigen Nächten aus, und sucht ihren Tag nicht durch (freiwilliges) Fasten unter den übrigen Tagen aus, außer wenn es sich um ein Fasten handelt, das einer von euch ohnehin zu fasten pflegt.“ Wenn es also zulässig wäre, eine bestimmte Nacht mit einer bestimmten Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, dann wäre die Nacht zum Freitag eher als andere dafür geeignet, denn ihr Tag ist der beste Tag, über dem die Sonne aufgegangen ist, wie es in den authentischen Hadithen vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtet wurde. Da aber der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - davor gewarnt hat, sie unter den Nächten durch das Nachtgebet besonders hervorzuheben, weist dies darauf hin, dass andere Nächte erst recht darunter fallen und dass es nicht erlaubt ist, irgendeine von ihnen mit einer bestimmten Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, außer mit einem authentischen Beweis, der diese Besonderheit belegt.

Und da in der Nacht der Bestimmung („Laylat Al-Qadr“) sowie den Nächten des Monats Ramadan vorgeschrieben ist, das Nachtgebet zu verrichten und sich dabei zu bemühen, hat der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - auch darauf hingewiesen, die Gemeinschaft dazu angehalten und es selbst praktiziert, wie es in den beiden „Sahih-Werken“ über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert wurde, dass er sagte:

«مَنْ قَامَ رَمَضَانَ إِيمَانًا وَاحْتِسَابًا، غُفِرَ لَهُ مَا تَقَدَّمَ مِنْ ذَنْبِهِ، وَمَنْ قَامَ لَيْلَةَ الْقَدْرِ إِيمَانًا وَاحْتِسَابًا، غُفِرَ لَهُ مَا تَقَدَّمَ مِنْ ذَنْبِهِ».

„Wer den Ramadan im Gebet verbringt aus Glauben und in der Hoffnung auf Lohn, dem werden seine früheren Sünden vergeben. Und wer die Nacht der Bestimmung im Gebet verbringt aus Glauben und in der Hoffnung auf Lohn, dem werden seine früheren Sünden vergeben.“ Wenn es also zulässig wäre, die 15. Nacht von Scha'ban, oder die Nacht des ersten Freitags im Monat Rajab, oder die Nacht von Al-Isra und Al-Mi'raj durch ein Feiern oder eine bestimmte Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, hätte der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - die Gemeinschaft dazu angeleitet oder es selbst praktiziert. Und wenn sich davon etwas ereignet hätte, hätten die Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - es der Gemeinschaft berichtet und es nicht vor ihr verborgen, denn sie sind die besten Menschen und die aufrichtigsten Ratgeber nach den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihnen. Möge Allah mit den Gefährten des Gesandten Allahs zufrieden sein und sie zufriedenstellen.

Und du hast zuvor aus den Aussagen der Leute des Wissens erfahren, dass vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ebenso wenig wie von seinen Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - irgendetwas über die Vorzüglichkeit der Nacht des ersten Freitags im Monat Rajab oder der 15. Nacht von Scha'ban authentisch überliefert ist. Somit wurde klar, dass das Feiern dieser beiden Nächte eine neu eingeführte Neuerung im Islam ist. Ebenso ist ihre besondere Hervorhebung durch irgendeine Handlung der Anbetung eine verwerfliche Neuerung. Gleiches gilt für die Nacht des 27. des Monats Rajab, von der manche Menschen glauben, sie sei die Nacht von Al-Isra und Al-Mi'raj. Es ist nicht erlaubt, sie mit irgendeiner Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, ebenso wenig ist es erlaubt, sie zu feiern, aufgrund der zuvor genannten Beweise - selbst wenn sie bekannt wäre. Wie verhält es sich dann erst, wenn nach der richtigen Ansicht der Leute des Wissens ihr Zeitpunkt gar nicht bekannt ist? Und die Aussage derjenigen, die sagen, es sei die Nacht des 27. des Monats Rajab, ist eine falsche Aussage, für die es in den authentischen Hadithen keinerlei Grundlage gibt. Treffend hat daher derjenige gesprochen, der sagte:

„Und die besten Angelegenheiten sind die vergangenen, die auf Rechtleitung beruhen … und die schlimmsten Angelegenheiten sind die neu eingeführten Neuerungen.“

Und Allah ist Derjenige, von Dem erbeten wird, uns und allen Muslimen den Erfolg zu gewähren, an der Sunnah festzuhalten und standhaft darauf zu bleiben sowie vor dem zu warnen, was ihr widerspricht. Wahrlich, Er ist freigebig und edel.

Und Frieden und Segen seien auf unseren Propheten Muhammad, auf seiner Familie und all seinen Gefährten.

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بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ

Die achte Niederschrift:

Ein wichtiger Hinweis zur Falschheit des Vermächtnisses, welches

Schaykh Ahmad, dem Verwalter der edlen Prophetenmoschee, zugeschrieben wird

Von 'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz an alle Muslime, die davon Kenntnis nehmen. Möge Allah sie durch den Islam bewahren und uns und sie vor dem Übel der Erfindungen der unwissenden Masse schützen. Amin.

Salamun 'Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh.

Um fortzufahren: Ich habe Kenntnis genommen von einer Schrift, die Schaykh Ahmad, dem Verwalter der edlen Prophetenmoschee, zugeschrieben wird, mit dem Titel: „Dies ist ein Vermächtnis aus Al-Madinah Al-Munawwarah von Schaykh Ahmad, dem Verwalter der edlen Prophetenmoschee“, in der er sagte:

„Ich war in der Nacht zum Freitag wach und rezitierte den edlen Quran. Nach dem Rezitieren der schönen Namen Allahs bereitete ich mich zum Schlafen vor. Da sah ich den Besitzer von strahlender Erscheinung, den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, der mit den Versen des Qurans und den edlen Vorschriften gekommen ist, als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner; unseren Führer Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Da sagte er: ‚O Schaykh Ahmad.‘ Ich sagte: ‚Zu deinen Diensten, o Gesandter Allahs, o Edelster der Schöpfung Allahs.‘ Da sagte er zu mir: ‚Ich schäme mich wegen der abscheulichen Handlungen der Menschen und konnte meinem Herrn und den Engeln nicht begegnen, denn von Freitag zu Freitag sind 160.000 Menschen gestorben, ohne der Religion des Islams anzugehören.‘ Dann erwähnte er einiges von dem, worin die Menschen an Sünden verfallen sind. Dann sagte er: ‚Dies ist nun das Vermächtnis als Barmherzigkeit für sie von dem Allmächtigen, dem Allgewaltigen.‘ Hierauf erwähnte er einige der Zeichen der Stunde, bis er sagte: ‚So teile ihnen, o Schaykh Ahmad, dieses Vermächtnis mit, denn es ist mit dem Stift der Vorherbestimmung aus der wohlverwahrten Tafel überliefert. Und wer es niederschreibt und von Land zu Land und von Ort zu Ort weiterleitet, dem wird ein Palast im Paradiesgarten errichtet. Und wer es nicht niederschreibt und nicht weiterleitet, dem wird meine Fürsprache am Tage der Auferstehung verwehrt. Und wer sie niederschreibt und arm ist, den macht Allah reich, oder wenn er verschuldet ist, begleicht Allah seine Schuld, oder wenn er eine Sünde auf sich hat, vergibt Allah sie ihm und seinen Eltern durch den Segen dieses Vermächtnisses. Und wer sie nicht niederschreibt von den Dienern Allahs, dessen Gesicht wird im Dies- und Jenseits schwarz werden.‘ Und er sagte: ‚Bei Allah, dem Allerhöchsten - dreimal -, dies ist die Wahrheit. Und wenn ich lüge, so trete ich aus dieser Welt aus ohne mich auf dem Islam zu befinden. Und wer daran glaubt, wird vor der Strafe des Feuers gerettet, und wer es für Lüge erklärt, begeht Unglauben.‘“

Dies ist eine Zusammenfassung dessen, was in diesem dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - angedichteten falschen Vermächtnis enthalten ist. Wir haben dieses erfundene Vermächtnis seit vielen Jahren wiederholt gehört. Es wird von Zeit zu Zeit unter den Menschen verbreitet und unter vielen aus der Allgemeinheit in Umlauf gebracht, wobei seine Wortlaute voneinander abweichen. Und ihr Erfinder behauptet, er habe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Traum gesehen, der ihm dieses Vermächtnis überbracht habe. In dieser letzten Schrift, die wir dir erwähnt haben, o Leser, behauptet der Verleumder jedoch, er habe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gesehen, als er sich zum Schlafen bereitmachte. Das bedeutet sinngemäß: Er will ihn im Wachzustand gesehen haben!

Dieser Verleumder hat in diesem Vermächtnis viele Dinge behauptet, die zu den offensichtlichsten Lügen und zur klarsten Falschheit gehören. Ich werde dich darauf bald in diesem Schreiben aufmerksam machen, so Allah will. Bereits in den vergangenen Jahren habe ich darauf hingewiesen und den Menschen dargelegt, dass es zu den offensichtlichsten Lügen und zur klarsten Falschheit gehört. Als ich jedoch diese letzte Schrift zur Kenntnis nahm, zögerte ich, darüber zu schreiben, wegen der offenkundigen Nichtigkeit ihres Inhalts und der ungeheuren Dreistigkeit ihres Erfinders beim Lügen. Ich hätte nicht gedacht, dass ihre Falschheit bei jemandem Anklang findet, der auch nur die geringste Einsicht oder eine gesunde natürliche Veranlagung besitzt. Doch viele der Brüder berichteten mir, dass sie bei vielen Menschen Verbreitung gefunden hat, sie untereinander weitergegeben wurde und manche von ihnen ihr Glauben schenkten. Aus diesem Grund hielt ich es für notwendig, dass Personen wie ich darüber schreiben, um ihre Falschheit darzulegen und klarzustellen, dass sie dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - angedichtet ist, damit sich niemand von ihr täuschen lässt. Und wer sie betrachtet, sei es aus den Reihen der Menschen des Wissens und des Glaubens oder derjenigen mit gesunder natürlicher Veranlagung und klarem Verstand, erkennt aus vielen Aspekten, dass sie Lüge und Erfindung ist.

Ich habe einige Verwandte von Schaykh Ahmad, dem diese Verleumdung zugeschrieben wird, nach diesem Vermächtnis gefragt. Er antwortete mir, dass es dem Schaykh Ahmad fälschlich zugeschrieben ist und dass er es überhaupt nicht gesagt hat. Und der erwähnte Schaykh Ahmad ist bereits vor einiger Zeit verstorben. Selbst wenn wir annehmen würden, dass der erwähnte Schaykh Ahmad oder jemand Größeres als er behauptet hätte, er habe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Traum oder im Wachzustand gesehen und dieser habe ihm dieses Vermächtnis aufgetragen, wüssten wir mit Gewissheit, dass er lügt oder dass derjenige, der zu ihm gesprochen hat, ein Satan war und nicht der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Und dies aus vielen Gründen, unter anderem:

Erstens: Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wird nach seinem Tod nicht im Wachzustand gesehen. Und wer von den unwissenden Sufis behauptet, er sehe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Wachzustand, oder er sei beim Mawlid anwesend oder Ähnliches, der hat sich in schlimmster Weise geirrt, ist einer äußerst starken Täuschung erlegen, ist in einen gewaltigen Fehler gefallen und hat dem Quran, der Sunnah und dem Konsens der Leute des Wissens widersprochen, denn die Toten kommen erst am Tage der Auferstehung aus ihren Gräbern hervor und nicht im Diesseits. Und wer das Gegenteil davon behauptet, der ist entweder ein offenkundiger Lügner oder jemand, der sich irrt und getäuscht wurde, weil er die Wahrheit nicht erkannt hat, die die rechtschaffenen Vorfahren erkannt haben und auf der die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sowie ihre rechtschaffenen Nachfolger voranschritten. Allah - erhaben ist Er - sagte:

﴿ثُمَّ إِنَّكُم بَعۡدَ ذَٰلِكَ لَمَيِّتُونَ15 ثُمَّ إِنَّكُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ تُبْعَثُونَ16﴾

„Hierauf werdet ihr fürwahr nach (all) diesem sterben.

Hierauf werdet ihr fürwahr am Tag der Auferstehung auferweckt werden.“ [Al-Muminun:15-16] Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«أَنَا أَوَّلُ مَنْ تَنْشَقُّ عَنْهُ الْأَرْضُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ، وَأَنَا أَوَّلُ شَافِعٍ وَأَوَّلُ مُشَفَّعٍ».

„Ich bin der Erste, über dem sich am Tag der Auferstehung das Grab öffnen wird, und ich bin der Erste, der Fürsprache einlegt, und der Erste, dessen Fürsprache gewährt wird.“ Die Verse und Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.

Zweitens: Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagt niemals etwas, das der Wahrheit widerspricht, weder zu seinen Lebzeiten noch nach seinem Tod. Dieses angebliche Vermächtnis jedoch widerspricht seiner Gesetzgebung in offenkundiger Weise, und zwar aus vielen Gründen - wie noch folgen wird. Zwar kann er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Traum gesehen werden, und wer ihn im Traum in seiner edlen Gestalt gesehen hat, der hat ihn tatsächlich gesehen, denn der Satan kann nicht in seiner Gestalt erscheinen, wie dies im authentischen edlen Hadith überliefert wurde. Doch die ganze Angelegenheit hängt vom Glauben des Sehenden, seiner Wahrhaftigkeit, seiner Rechtschaffenheit, seiner Genauigkeit, seiner Religiosität und seiner Vertrauenswürdigkeit ab sowie davon, ob er den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in seiner Gestalt oder in einer anderen gesehen hat.

Und wenn über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ein Hadith überliefert würde, den er zu seinen Lebzeiten gesagt hat, jedoch nicht über den Weg der vertrauenswürdigen, rechtschaffenen und zuverlässigen Überlieferer, so würde er nicht angenommen und nicht als Beweis herangezogen. Und selbst wenn er über den Weg der zuverlässigen Überlieferer berichtet worden wäre, ihm jedoch die Überlieferung von jemandem widerspräche, der noch bewahrender und vertrauenswürdiger ist, und dies in einer Weise, dass zwischen beiden Überlieferungen kein Ausgleich möglich ist, dann wird eine der beiden als aufgehoben angesehen und nicht angewendet, und die zweite wird als aufhebend angesehen und angewendet - solange die Bedingungen dafür dies ermöglichen.

Wenn weder ein Ausgleich noch eine Aufhebung möglich ist, dann muss die Überlieferung dessen verworfen werden, der geringere Bewahrung und niedrigere Rechtschaffenheit besitzt, und es ist zu urteilen, dass sie abweichend ist und nicht angewendet wird.

Wie steht es dann erst um ein Vermächtnis, dessen Überlieferer unbekannt ist, der es dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zugeschrieben hat, dessen Rechtschaffenheit und Vertrauenswürdigkeit nicht bekannt sind? Ein solches Vermächtnis ist unter diesen Umständen eindeutig zurückzuweisen und verdient keinerlei Beachtung, selbst wenn es nichts enthielte, was der islamischen Gesetzgebung widerspricht. Wie erst dann, wenn dieses Vermächtnis zahlreiche Dinge umfasst, die auf seine Nichtigkeit hinweisen, dass es dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - angedichtet ist und zudem eine Religion vorschreibt, zu der Allah keine Erlaubnis gegeben hat?!

Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte bereits:

«مَنْ قَالَ عَلَيَّ مَا لَمْ أَقُلْ؛ فَلْيَتَـبَوَّأْ مَقْعَدَهُ مِنَ النَّارِ».

„Wer mir etwas zuschreibt, was ich nicht gesagt habe, der soll seinen Platz im Höllenfeuer einnehmen.“ Und der Erfinder dieses dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zugeschriebenen Vermächtnisses hat ihm ja etwas zugeschrieben, was er nicht gesagt hat, und hat ihn mit einer eindeutigen, schwerwiegenden Lüge belogen. Wie sehr verdient er daher diese gewaltige Androhung und wie sehr steht sie ihm zu, wenn er nicht unverzüglich zur Reue eilt und den Menschen die Lüge dieses dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zugeschriebenen Vermächtnisses offenlegt. Wer Falsches unter den Menschen verbreitet und es der Religion zuschreibt, dessen Reue ist nur dann gültig, wenn er sie öffentlich verdeutlicht und offenlegt, damit die Menschen wissen, dass er von seiner Lüge zurückgetreten ist und sich selbst als Lügner klarstellt - gemäß der Aussage Allahs - erhaben ist Seine Majestät -:

﴿إِنَّ ٱلَّذِينَ يَكۡتُمُونَ مَآ أَنزَلۡنَا مِنَ ٱلۡبَيِّنَٰتِ وَٱلۡهُدَىٰ مِنۢ بَعۡدِ مَا بَيَّنَّٰهُ لِلنَّاسِ فِي ٱلۡكِتَٰبِ أُوْلَٰٓئِكَ يَلۡعَنُهُمُ ٱللَّهُ وَيَلۡعَنُهُمُ ٱللَّٰعِنُونَ159 إِلَّا ٱلَّذِينَ تَابُواْ وَأَصۡلَحُواْ وَبَيَّنُواْ فَأُوْلَٰٓئِكَ أَتُوبُ عَلَيۡهِمۡ وَأَنَا ٱلتَّوَّابُ ٱلرَّحِيمُ160﴾

„Wahrlich, diejenigen, die verheimlichen, was Wir an klaren Beweisen und Rechtleitung hinabgesandt haben, nachdem Wir es den Menschen in der Schrift verdeutlicht haben, jene werden von Allah verflucht und auch von den Fluchenden.

Ausgenommen sind diejenigen, die bereuen und (ihre Taten) verbessern und klar machen. Jene, so nehme Ich ihre Reue an, und Ich bin ja der Reue-Annehmende und der Barmherzige.“ [Al-Baqarah:159-160] So hat Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - in diesem edlen Vers klargestellt, dass die Reue dessen, der etwas von der Wahrheit verbirgt, erst dann gültig ist, wenn er berichtigt und klarstellt. Und Allah - gepriesen sei Er - hat Seinen Dienern die Religion vervollkommnet und ihnen die Gnade vollendet durch die Entsendung Seines Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und durch das, was Er ihm an vollkommener Gesetzgebung offenbart hat. Und Er hat ihn erst dann zu Sich genommen, nachdem die Vervollkommnung und die Klarstellung erfolgt waren, wie Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:

 

﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾

„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3]

Der Erfinder dieses Vermächtnisses trat im 14. Jahrhundert auf und wollte den Menschen eine neue Religion unterschieben, nach der der Eintritt in den Paradiesgarten demjenigen zusteht, der seine Gesetzgebung annimmt, und der Entzug des Paradiesgartens sowie der Eintritt ins Höllenfeuer demjenigen, der seine Gesetzgebung nicht annimmt. Und er will dieses von ihm erfundene Vermächtnis größer und vorzüglicher machen als den Quran, indem er darin erlogen hat, dass demjenigen, der es niederschreibt und von Land zu Land oder von Ort zu Ort weiterleitet, ein Palast im Paradiesgarten errichtet wird, und dass demjenigen, der es nicht niederschreibt und nicht weiterleitet, die Fürsprache des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - am Tage der Auferstehung verwehrt wird. Dies gehört zu den abscheulichsten Lügen und ist eines der deutlichsten Anzeichen für die Falschheit dieses angeblichen Vermächtnisses, für die Schamlosigkeit ihres Erfinders und für die ungeheure Dreistigkeit seiner Lüge. Denn selbst derjenige, der den edlen Quran niederschreibt und ihn von Land zu Land oder von Ort zu Ort weiterleitet, erlangt diesen Vorzug nicht, wenn er nicht nach dem Quran handelt. Wie sollte dann ein solcher Vorzug demjenigen zuteilwerden, der diese Erfindung niederschreibt und sie von Land zu Land weiterträgt? Und wer den Quran nicht niederschreibt und ihn nicht von Land zu Land weiterleitet, dem wird die Fürsprache des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nicht verwehrt, sofern er an ihn glaubt und seiner Gesetzgebung folgt. Und schon diese eine Verleumdung in diesem angeblichen Vermächtnis genügt für sich allein, um auf ihre Nichtigkeit, die Lüge ihres Verbreiters, seine Unverschämtheit, seine Dummheit und seine große Entfernung von der Kenntnis dessen hinzuweisen, was der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - an Rechtleitung gebracht hat.

In diesem angeblichen Vermächtnis gibt es - abgesehen von dem, was erwähnt wurde - weitere Angelegenheiten, die allesamt auf ihre Nichtigkeit und Falschheit hinweisen. Und selbst wenn ihr Erfinder tausend Eide oder mehr auf ihre Echtheit schwören würde, und selbst wenn er über sich selbst die größte Strafe und die härteste Züchtigung herabrufen würde, um zu bekräftigen, dass er wahrhaftig sei - so wäre er dennoch nicht wahrhaftig, und sie wäre nicht richtig. Vielmehr ist sie - bei Allah, ja bei Allah - von der größten und abscheulichsten Falschheit. Und wir nehmen Allah - gepriesen sei Er - sowie diejenigen von den Engeln, die bei uns anwesend sind, zu Zeugen. Und wer von den Muslimen sich diese Schrift anschaut - ein Zeugnis, mit dem wir unserem Herrn - erhaben ist Seine Majestät - begegnen: (der wisse,) dass dieses angebliche Vermächtnis eine Lüge und eine Verleumdung gegen den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ist. Möge Allah denjenigen erniedrigen, der sie erdacht hat, und ihn so behandeln, wie er es verdient.

Auf die Lüge und Nichtigkeit dieses angeblichen Vermächtnisses deuten - abgesehen von dem bereits Vorausgegangenen - viele Dinge aus ihrem erwähnten Wortlaut hin; dazu gehören:

Der erste Punkt: Seine Aussage darin: „Denn von einem Freitag bis zum nächsten sterben 160.000 Menschen außerhalb der Religion des Islams“, denn dies gehört zum Wissen des Verborgenen. Und die Offenbarung ist nach dem Tod des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - abgebrochen, und schon zu seinen Lebzeiten wusste er das Verborgene nicht. Wie sollte er es dann nach seinem Tod wissen? Dies gemäß der Aussage Allahs - gepriesen sei Er -:

﴿قُل لَّآ أَقُولُ لَكُمۡ عِندِي خَزَآئِنُ ٱللَّهِ وَلَآ أَعۡلَمُ ٱلۡغَيۡبَ...﴾

„Sag: ‚Ich sage nicht zu euch, ich besäße die Schatzkammern Allahs; und ich kenne auch nicht das Verborgene.‘“ [Al-An'am:50] Und die Aussage des Erhabenen:

﴿قُل لَّا يَعۡلَمُ مَن فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضِ ٱلۡغَيۡبَ إِلَّا ٱللَّهُ...﴾

„Sag: ‚Über das Verborgene weiß nicht Bescheid wer in den Himmeln und auf der Erde ist, außer Allah.‘“ [An-Naml:65] Und in einem authentischen Hadith wird über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:

«يُذَادُ رِجَالٌ عَنْ حَوْضِي يَوْمَ القِيَامَةِ، فَأَقُولُ: يَا رَبِّ! أَصْحَابِي أَصْحَابِي، فَيُقَالُ لِي: إِنَّكَ لَا تَدْرِي مَا أَحْدَثُوا بَعْدَكَ، فَأَقُولُ كَمَا قَالَ العَبْدُ الصَّالِحُ: ﴿وَكُنتُ عَلَيۡهِمۡ شَهِيدٗا مَّا دُمۡتُ فِيهِمۡۖ فَلَمَّا تَوَفَّيۡتَنِي كُنتَ أَنتَ ٱلرَّقِيبَ عَلَيۡهِمۡۚ وَأَنتَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ شَهِيدٌ [المائدة: 117]».

„Am Tage der Auferstehung werden Männer von meinem Becken ferngehalten. Da werde ich sagen: ‚O mein Herr, meine Gefährten, meine Gefährten!‘ Dann wird zu mir gesagt: ‚Du weißt ja nicht, was sie nach dir neu eingeführt haben.‘ Da werde ich sagen, wie der rechtschaffene Diener sagte: ‚Und ich war über sie Zeuge, solange ich unter ihnen weilte. Nachdem Du mich abberufen hast, bist Du der Wächter über sie. Und Du bist über alles Zeuge.‘ [Al-Maidah:117]“

Der zweite Punkt - zu den Dingen, die auf die Nichtigkeit dieses Vermächtnisses hinweisen und darauf, dass es eine Lüge ist -: Seine Aussage darin: „Wer es niederschreibt und arm ist, den macht Allah reich; oder wer verschuldet ist, dem begleicht Allah seine Schuld; oder wer eine Sünde auf sich hat, dem vergibt Allah seine Sünde sowie die seiner Eltern durch den Segen dieses Vermächtnisses“, und so weiter bis zum Ende. Dies gehört zu den gewaltigsten Lügen und zu den deutlichsten Beweisen für die Lüge dessen, der es erdichtet hat, und für seine geringe Scham vor Allah und vor Seinen Dienern, denn diese drei Dinge treten nicht allein durch das bloße Niederschreiben des edlen Qurans ein, wie sollten sie dann für denjenigen eintreten, der dieses nichtige Vermächtnis niederschreibt?! Vielmehr beabsichtigt dieser Üble (bezogen auf den Lügner), die Menschen zu täuschen und sie an dieses Vermächtnis zu binden, damit sie es niederschreiben und sich an diesen angeblichen Vorzug klammern und die Mittel aufgeben, die Allah Seinen Dienern vorgeschrieben hat und die zum Reichtum, zur Begleichung der Schulden und zur Vergebung der Sünden führen. So suchen wir Zuflucht bei Allah vor den Ursachen des Versagens sowie vor dem Gehorsam gegenüber den Neigungen und dem Satan.

Der dritte Punkt - zu den Dingen, die auf die Nichtigkeit dieses Vermächtnisses hinweisen -: Seine Aussage darin: „Und wer es von den Dienern Allahs nicht niederschreibt, dessen Gesicht wird im Diesseits und im Jenseits schwarz.“ Das gehört ebenfalls zu den abscheulichsten Lügen und zu den klarsten Beweisen für die Nichtigkeit dieses Vermächtnisses und für die Lüge dessen, der es erdichtet hat. Wie kann es im Verstand eines vernünftigen Menschen zulässig sein, dieses Vermächtnis niederzuschreiben, das ein unbekannter Mann im 14. Jahrhundert verfasst hat, es dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - andichtet und behauptet, dass derjenige, der es nicht niederschreibt, dessen Gesicht im Diesseits und im Jenseits schwarz wird, und dass derjenige, der es niederschreibt, nach der Armut reich wird, von der Verschuldung frei wird, nachdem sie sich bei ihm angehäuft hat, und ihm vergeben wird, was er an Sünden begangen hat?!

Gepriesen seist Du (o Allah)! Dies ist eine gewaltige Verleumdung! Und sowohl die Beweise als auch die Wirklichkeit bezeugen die Lüge dieses Erfinders, seine große Dreistigkeit gegenüber Allah und seine geringe Scham vor Allah und vor den Menschen. Denn es gibt zahlreiche Gemeinschaften, die es nicht niedergeschrieben haben, und ihre Gesichter sind nicht schwarz geworden. Und hier gibt es eine große Menge, die niemand außer Allah aufzählen kann, die es viele Male niedergeschrieben haben, deren Schulden jedoch nicht beglichen wurden und deren Armut nicht verschwunden ist. So suchen wir Zuflucht bei Allah vor der Abweichung der Herzen und vor der Festsetzung der Sünden. Dies sind Eigenschaften und Belohnungen, die die edle islamische Gesetzgebung nicht einmal für denjenigen festgelegt hat, der das beste und gewaltigste Buch niederschreibt - nämlich den edlen Quran. Wie sollten sie dann für denjenigen eintreten, der ein erlogenes Vermächtnis niederschreibt, das verschiedene Arten von Falschheit und viele Aussagen unterschiedlicher Arten von Unglauben in sich enthält? Gepriesen sei Allah! Wie nachsichtig Er doch ist gegenüber demjenigen, der sich erdreistet, Ihn anzulügen.

Der vierte Punkt - zu den Dingen, die darauf hinweisen, dass dieses Vermächtnis zu den nichtigsten Nichtigkeiten gehört und die deutlichste Lüge ist -: Seine Aussage darin: „Und wer daran glaubt, entkommt der Strafe des Höllenfeuers, und wer es für Lüge erklärt, begeht Unglauben.“ Und dies gehört ebenfalls zu den größten Dreistigkeiten im Lügen und zu der abscheulichsten Falschheit. Dieser Erfinder ruft alle Menschen dazu auf, an seine Erfindung zu glauben, und behauptet, dass sie dadurch der Strafe des Höllenfeuers entkommen und dass derjenige, der sie für Lüge erklärt, ungläubig wird. Wahrlich - bei Allah - hat dieser Lügner Allah gegenüber eine gewaltige Verleumdung begangen und - bei Allah - die Unwahrheit gesprochen. Wer ihm glaubt, der ist es, der es verdient, ungläubig zu sein, und nicht derjenige, der ihn der Lüge bezichtigt, denn es ist eine Verleumdung, Falschheit und Lüge ohne jede Grundlage der Wahrheit. Und wir nehmen Allah zum Zeugen, dass es eine Lüge ist und dass ihr Erfinder ein Lügner ist, der beabsichtigt, den Menschen etwas als Gesetz vorzuschreiben, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat, und in ihre Religion etwas einzuführen, das nicht zu ihr gehört. Allah hat ja die Religion für diese Gemeinschaft bereits vervollkommnet und vollendet, vierzehn Jahrhunderte vor dieser Verleumdung. So seid wachsam, o ihr Leser und Brüder, und hütet euch davor, an solche Verleumdungen zu glauben oder ihnen unter euch Verbreitung zu verschaffen. Denn die Wahrheit besitzt ein Licht, das demjenigen, der sie sucht, nicht verborgen bleibt. So sucht die Wahrheit mit ihrem Beweis und fragt die Leute des Wissens nach dem, was euch unklar ist, und lasst euch nicht von den Eiden der Lügner täuschen. So schwor ja der verfluchte Iblis euren Eltern Adam und Hawa, dass er ihnen wahrlich zu den Aufrichtigen (Ratgebern) gehöre, während er der größte der Verräter und der lügenhafteste der Lügner ist, wie Allah dies von ihm berichtet hat, indem Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿وَقَاسَمَهُمَآ إِنِّي لَكُمَا لَمِنَ ٱلنَّٰصِحِينَ21﴾

„Und er schwor beiden: ‚Ich gehöre fürwahr zu denjenigen, die euch guten Rat geben.‘“

[Al-A'raf:21]

So hütet euch vor ihm und hütet euch vor seinen Anhängern unter den Verleumdern. Wie viele falsche Eide gibt es von ihm und von ihnen, wie viele verräterische Bündnisse und wie viele ausgeschmückte Worte zur Verführung und Irreführung! Und was das betrifft, was dieser Verleumder über das Auftreten der Verwerflichkeiten erwähnt hat, so ist dies eine vorhandene Tatsache. Der edle Quran sowie die reine Sunnah haben eindringlich davor gewarnt, und in ihnen liegt die Rechtleitung und Genüge.

Was das betrifft, was über die Zeichen der Stunde erwähnt wurde, so haben die prophetischen Hadithe deutlich dargelegt, was an Zeichen der Stunde eintreten wird, und der edle Quran hat auch auf einiges davon hingewiesen. Wer dies wissen möchte, findet es an seinem Platz, nämlich in den Büchern der Sunnah sowie in den Schriften der Leute des Wissens und des Glaubens. Die Menschen haben keine Notwendigkeit für die Darlegung eines solchen Verleumders, für seine Täuschung und für sein Vermengen der Wahrheit mit der Falschheit. Möge Allah mich, euch und alle übrigen Muslime vor dem Übel der Satane bewahren, vor den Versuchungen der Irreführer, vor der Abweichung der Abweichenden und vor der Täuschung der nichtigen Feinde Allahs, die beabsichtigen, das Licht Allahs mit ihren Mündern auszulöschen und den Menschen ihre Religion zu verfälschen.

Doch Allah wird Sein Licht vollenden und Seiner Religion zum Sieg verhelfen, auch wenn dies den Feinden Allahs unter den Satanen und ihren Anhängern von den Ungläubigen und Atheisten zuwider ist. Wir bitten Allah, die Zustände der Muslime zu bessern, ihnen die Gunst zu erweisen, der Wahrheit zu folgen, auf ihr standhaft zu bleiben und zu Allah - gepriesen sei Er - von allen Sünden zurückzukehren. Wahrlich, Er ist der Reue-Annehmende, der Barmherzige, der zu allem fähig ist. Allah ist unser Genüge, und Er ist der beste Sachwalter. Und es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allah, dem Hohen, dem Allmächtigen.

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Weltenbewohner, und Allahs Segen und Frieden seien auf Seinem Diener und Gesandten, dem Wahrhaftigen und Vertrauenswürdigen, sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf all jenen, die ihnen in Güte folgen bis zum Tag der Religion.

 

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de397v4.0 - 17/08/2026