حِرَاسَةُ التَّوحِيدِ
Der Schutz des Tauhīd
لِسَمَاحَةِ الشَّيْخِ العَلَّامَةِ
عَبْدِ العَزِيزِ بْنِ عَبْدِ اللهِ بْنِ بَازٍ
رَحِمَهُ اللهُ
Verfasst vom geehrten Schaykh
'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz
بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Der Schutz des Tauhīd
Die erste Niederschrift:
Die richtige Glaubenslehre und was ihr widerspricht
Alles Lob gebührt Allah allein, und Segen und Frieden seien auf den, nach dem es keinen Propheten mehr gibt, und auf seine Angehörigen und Gefährten.
Um fortzufahren: Da die richtige Glaubenslehre („'Aqidah“) die Grundlage der Religion des Islams und das Fundament der Glaubensgemeinschaft („Millah“) ist, habe ich es als wichtig erachtet, über dieses Thema zu sprechen und darüber zu schreiben und zu verfassen, um es zu erklären und zu verdeutlichen.
Es ist durch die islamisch-gesetzlichen (und aus der Schari'ah entnommenen) Beweise aus dem Buch und der Sunnah bekannt, dass Taten und Worte nur dann gültig sind und angenommen werden, wenn sie aus einer richtigen Glaubenslehre hervorgehen. Wenn jedoch die Glaubenslehre nicht richtig ist, so wird das, was sich aus ihr an Handlungen und Worten ergibt, ungültig (und nichtig), so wie der Erhabene sagte:
﴿...وَمَن يَكۡفُرۡ بِٱلۡإِيمَٰنِ فَقَدۡ حَبِطَ عَمَلُهُۥ وَهُوَ فِي ٱلۡأٓخِرَةِ مِنَ ٱلۡخَٰسِرِينَ﴾
„Wer nun den Glauben verleugnet, so wird sein Werk hinfällig, und er gehört im Jenseits zu den Verlierern.“ [Al-Maidah:5]
Und der Erhabene sagte:
﴿وَلَقَدۡ أُوحِيَ إِلَيۡكَ وَإِلَى ٱلَّذِينَ مِن قَبۡلِكَ لَئِنۡ أَشۡرَكۡتَ لَيَحۡبَطَنَّ عَمَلُكَ وَلَتَكُونَنَّ مِنَ ٱلۡخَٰسِرِينَ 65﴾
„Und bereits dir und (auch) denjenigen, die vor dir waren, ist ja (als Offenbarung) eingegeben worden: ‚Wenn du (Allah andere) beigesellst, wird dein Werk ganz gewiss hinfällig, und du gehörst ganz gewiss zu den Verlierern.‘“ [Az-Zumar:65]
Die Verse zu dieser Thematik sind zahlreich. Das eindeutige Buch Allahs und die Sunnah Seines vertrauenswürdigen Gesandten - Allahs vollkommenster Segen und Frieden seien auf ihm - machen deutlich, dass die richtige Glaubenslehre aus sechs Grundsätzen besteht: dem Glauben („Iman“) an Allah, an Seine Engel, an Seine Schriften, an Seine Gesandten, an den Jüngsten Tag und an die Vorherbestimmung („Qadar“), sowohl in ihrem Guten als auch in ihrem Schlechten. Demnach bilden diese sechs Punkte die Grundpfeiler der korrekten Glaubenslehre, mit denen das edle Buch Allahs hinabgesandt wurde und womit Allah Seinen Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gesandt hat.
Und zahlreiche Beweise für diese sechs Grundpfeiler wurden im Buch und in der authentischen Sunnah erwähnt. Und dazu zählen zum Beispiel folgende (Beiweise):
Erstens: Beweise aus dem Buch: Dazu gehört die Aussage Allahs - mächtig und majestätisch ist Er -:
﴿لَّيۡسَ ٱلۡبِرَّ أَن تُوَلُّواْ وُجُوهَكُمۡ قِبَلَ ٱلۡمَشۡرِقِ وَٱلۡمَغۡرِبِ وَلَٰكِنَّ ٱلۡبِرَّ مَنۡ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِ وَٱلۡمَلَٰٓئِكَةِ وَٱلۡكِتَٰبِ وَٱلنَّبِيِّـۧنَ...﴾
„Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt (...).“ [Al-Baqarah:177]
Und Seine Aussage - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:
﴿ءَامَنَ ٱلرَّسُولُ بِمَآ أُنزِلَ إِلَيۡهِ مِن رَّبِّهِۦ وَٱلۡمُؤۡمِنُونَۚ كُلٌّ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَمَلَٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ لَا نُفَرِّقُ بَيۡنَ أَحَدٖ مِّن رُّسُلِهِ...﴾
„Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn hinabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah und an Seine Engel und an Seine Bücher und an Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten.“ [Al-Baqarah:285]
Und Seine Aussage - gepriesen sei Er -:
﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ ءَامِنُواْ بِٱللَّهِ وَرَسُولِهِۦ وَٱلۡكِتَٰبِ ٱلَّذِي نَزَّلَ عَلَىٰ رَسُولِهِۦ وَٱلۡكِتَٰبِ ٱلَّذِيٓ أَنزَلَ مِن قَبۡلُۚ وَمَن يَكۡفُرۡ بِٱللَّهِ وَمَلَٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِ فَقَدۡ ضَلَّ ضَلَٰلَۢا بَعِيدًا 136﴾
„O die ihr glaubt, glaubt an Allah und an Seinen Gesandten und an das Buch, das Er Seinem Gesandten offenbart und die Schrift, die Er zuvor hinabgesandt hat. Und wer Allah, Seine Engel, Seine Schriften, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag verleugnet, der ist gewiss weit abgeirrt.“ [An-Nisa:136]
Und Seine Aussage - gepriesen sei Er -:
﴿أَلَمۡ تَعۡلَمۡ أَنَّ ٱللَّهَ يَعۡلَمُ مَا فِي ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِۚ إِنَّ ذَٰلِكَ فِي كِتَٰبٍۚ إِنَّ ذَٰلِكَ عَلَى ٱللَّهِ يَسِيرٞ 70﴾
„Weißt du denn nicht, dass Allah weiß, was im Himmel und auf der Erde ist? Wahrlich, das steht in einem Buch; (und) dies ist wahrlich Allah ein Leichtes.“ [Al-Hajj:70]
Zweitens: Beweise aus der Sunnah
Dazu zählt der authentische und bekannte Hadith, den Muslim in seinem „Sahih-Werk“ über 'Umar Ibn Al-Khattab - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überlieferte, dass Jibril - Frieden sei auf ihm - den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - über den Iman befragte. Da sagte er zu ihm:
«الإِيمَانُ أَنْ تُؤْمِنَ بِاللَّهِ، وَمَلَائِكَتِهِ، وَكُتُبِهِ، وَرُسُلِهِ، وَاليَوْمِ الآخِرِ، وَتُؤْمِنَ بِالقَدَرِ خَيْرِهِ وَشَرِّهِ».
„Der Iman ist: dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten, an den Jüngsten Tag und dass du an die Vorherbestimmung glaubst - sei sie gut oder schlecht.“1 Bis zum Ende des Hadithes. Überliefert von den
beiden Schaykhs (Al-Bukhari und Muslim) - mit geringfügigen Abweichungen (im Wortlaut) - im Hadith von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein.
Aus diesen sechs Grundpfeilern leitet sich alles ab, woran ein Muslim glauben muss: in Bezug auf den Iman an Allah - mächtig und majestätisch ist Er - und in Bezug auf die Angelegenheit der Auferstehung sowie hinsichtlich anderer Angelegenheiten des Verborgenen, über die Allah - mächtig und majestätisch ist Er - und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtet haben.
Und die Darlegung dieser sechs Grundpfeiler ist wie folgt:
Der erste Grundpfeiler: Der Iman an Allah - erhaben ist Er
Und dies beinhaltet mehrere Aspekte, darunter: Der Iman, dass Allah der einzig wahre Anbetungswürdige ist, Dem die Anbetung zusteht, ohne jeglichen anderen neben Ihm. Dies beruht darauf, dass Er der Schöpfer aller Geschöpfe ist, ihnen Gutes erweist, für ihren Lebensunterhalt sorgt, ihr Innerstes und Äußeres kennt und imstande ist, die Gehorsamen zu belohnen und die Ungehorsamen zu bestrafen.
Und Allah hat die zwei Schwerlastenden (also die Jinn und die Menschen) für diese Anbetung erschaffen und ihnen diese angeordnet, so wie der Erhabene sagte:
﴿وَمَا خَلَقۡتُ ٱلۡجِنَّ وَٱلۡإِنسَ إِلَّا لِيَعۡبُدُونِ 56 مَآ أُرِيدُ مِنۡهُم مِّن رِّزۡقٖ وَمَآ أُرِيدُ أَن يُطۡعِمُونِ 57 إِنَّ ٱللَّهَ هُوَ ٱلرَّزَّاقُ ذُو ٱلۡقُوَّةِ ٱلۡمَتِينُ 58﴾
„Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.
Weder will Ich von ihnen irgendeine Versorgung noch will Ich, dass sie Mir zu essen geben.
Wahrlich, Allah ist der Versorger, der Besitzer von Kraft und der Feste.“ [Adh-Dhariyat:56-58]
Und der Erhabene sagte:
﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلنَّاسُ ٱعۡبُدُواْ رَبَّكُمُ ٱلَّذِي خَلَقَكُمۡ وَٱلَّذِينَ مِن قَبۡلِكُمۡ لَعَلَّكُمۡ تَتَّقُونَ21 ٱلَّذِي جَعَلَ لَكُمُ ٱلۡأَرۡضَ فِرَٰشٗا وَٱلسَّمَآءَ بِنَآءٗ وَأَنزَلَ مِنَ ٱلسَّمَآءِ مَآءٗ فَأَخۡرَجَ بِهِۦ مِنَ ٱلثَّمَرَٰتِ رِزۡقٗا لَّكُمۡۖ فَلَا تَجۡعَلُواْ لِلَّهِ أَندَادٗا وَأَنتُمۡ تَعۡلَمُونَ 22﴾
„O ihr Menschen, dient eurem Herrn, Der euch und diejenigen vor euch erschaffen hat, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!
Der euch die Erde zu einem Ruhebett und den Himmel zu einem Bau gemacht hat und vom Himmel Wasser herabkommen lässt, durch das Er dann für euch Früchte als Versorgung hervorbringt. So stellt Allah nicht andere als Seinesgleichen zur Seite, wo ihr (es) doch wisst.“ [Al-Baqarah:21-22]
Und Allah hat die Gesandten entsandt und die Bücher hinabgesandt, um diese Wahrheit und den Aufruf zu ihr zu verdeutlichen und um vor dem zu warnen, was ihr widerspricht, wie Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿وَلَقَدۡ بَعَثۡنَا فِي كُلِّ أُمَّةٖ رَّسُولًا أَنِ ٱعۡبُدُواْ ٱللَّهَ وَٱجۡتَنِبُواْ ٱلطَّٰغُوتَ...﴾
„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt (, der sagte): ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter (arab. „Taghut“).‘“ [An-Nahl:36]
Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَآ أَرۡسَلۡنَا مِن قَبۡلِكَ مِن رَّسُولٍ إِلَّا نُوحِيٓ إِلَيۡهِ أَنَّهُۥ لَآ إِلَٰهَ إِلَّآ أَنَا۠ فَٱعۡبُدُونِ25﴾
„Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, außer dass Wir ihm eingaben: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Mir, so dient Mir!‘“ [Al-Anbiya:25]
Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿الر كِتَابٌ أُحْكِمَتْ آيَاتُهُ ثُمَّ فُصِّلَتْ مِنْ لَدُنْ حَكِيمٍ خَبِيرٍ1 أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا اللَّهَ إِنَّنِي لَكُمْ مِنْهُ نَذِيرٌ وَبَشِيرٌ2﴾
„Alif-Lam-Ra. (Dies ist) ein Buch, dessen Verse eindeutig (und exakt) festgefügt und hierauf ausführlich dargelegt sind von Seiten eines Allweisen und Allkundigen:
Ihr sollt keinem dienen, außer Allah! Wahrlich, ich bin euch von Ihm (aus) ein Warner und Frohbote.“ [Hud:1-2]
Und die Wirklichkeit dieser Anbetung besteht darin, Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - allein zu dienen mit all dem, womit Er die Diener zur Anbetung gerufen hat, wie z. B.: das Bittgebet, die Furcht (vor Allah), die Hoffnung (in Allah), das Gebet, das Fasten, das Schlachten (für Allah), das Gelübde und andere Arten der Anbetung, und dies auf eine Weise der Demut Ihm gegenüber und mit dem Trachten nach Seiner Belohnung und der Furcht vor Seiner Strafe, und all dies mit vollkommener Liebe zu Ihm und Unterwürfigkeit vor Seiner Erhabenheit.
Wer den edlen Quran betrachtet, erkennt, dass ein großer Teil seiner Offenbarung auf dieses gewaltige Grundprinzip (also den Tauhid) ausgerichtet ist, so wie Seine Aussage - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:
﴿إِنَّآ أَنزَلۡنَآ إِلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ فَاعْبُدِ اللَّهَ مُخْلِصًا لَهُ الدِّينَ 2 أَلَا لِلَّهِ الدِّينُ الْخَالِصُ وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ3﴾
„Wir haben ja das Buch mit der Wahrheit zu dir hinabgesandt. So diene Allah und sei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion.
„Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion. Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen‘ -, wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:2-3]
Und Seine Aussage - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:
﴿وَقَضَىٰ رَبُّكَ أَلَّا تَعۡبُدُوٓاْ إِلَّآ إِيَّاهُ...﴾
„Und dein Herr hat angeordnet, dass ihr nur Ihm dienen sollt [...].“ [Al-Isra:23]
Und Seine Aussage - mächtig und majestätisch ist Er -:
﴿فَٱدۡعُواْ ٱللَّهَ مُخۡلِصِينَ لَهُ ٱلدِّينَ وَلَوۡ كَرِهَ ٱلۡكَٰفِرُونَ14﴾
„So ruft Allah an, (und seid) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.“ [Ghafir:14]
Ebenso zeigt auch die Betrachtung der prophetischen Sunnah, dass diesem gewaltigen Fundament große Bedeutung beigemessen wird. Dazu gehört unter anderem, was in den beiden „Sahih-Werken“ über Mu'adh - möge Allah mit ihm zufrieden sein - berichtet wurde, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«حَقُّ اللهِ عَلَى العِبَادِ أَن يَعْبُدُوهُ وَلَا يُشْرِكُوا بِهِ شَيْئًا».
„Das Recht Allahs gegenüber den Dienern ist, dass sie Ihm dienen und Ihm nichts beigesellen.“2
Zum Iman an Allah gehört auch, an alles zu glauben, was Er Seinen Dienern angeordnet hat, insbesondere die fünf äußeren Säulen des Islams.
Sie sind folgende: (1.) das Bekenntnis, dass es keine Gottheit gibt, die zu Recht angebetet wird, außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, (2.) die Verrichtung des Gebets, (3.) die Entrichtung der Pflichtabgabe, (4.) das Fasten im (Monat) Ramadan und (5.) die Pilgerfahrt zum ehrwürdigen Haus Allahs für denjenigen, der dazu die Möglichkeit hat - sowie alle weiteren Pflichten, die die reine islamische Gesetzgebung vorgeschrieben hat.
Die bedeutendste und gewaltigste dieser Säulen ist das Glaubensbekenntnis, dass es nämlich keine Gottheit gibt, die zu Recht angebetet wird, außer Allah und dass Muhammad Sein Gesandter ist. Dieses Bekenntnis verlangt, dass die Anbetung aufrichtig und ausschließlich Allah gewidmet wird und allen anderen abgesprochen wird. Das ist die Bedeutung (und Definition) von „La ilaha illa Allah“, so wie es die Gelehrten erklärten: „Es gibt keinen, der zu Recht angebetet wird, außer Allah.“ Daher ist alles, was außer Allah angebetet wird - sei es ein Mensch, Engel, Jinn oder sonst etwas etwas anderes - eine falsch angebetete Sache. Einzig Allah allein ist der wahrhaft Anbetungswürdige, Der keinen Teilhaber hat, so wie Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿ذَٰلِكَ بِأَنَّ ٱللَّهَ هُوَ ٱلۡحَقُّ وَأَنَّ مَا يَدۡعُونَ مِن دُونِهِۦ هُوَ ٱلۡبَٰطِلُ...﴾
„Dies (ist so), weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen, die Falschheit ist, (...).“ [Al-Hajj:62]
Es wurde bereits verdeutlicht, dass Allah - gepriesen sei Er - die zwei Schwerlastenden für diesen ursprünglichen Grundsatz erschuf und ihnen diesen anbefahl. Damit hat Er Seine Gesandten entsandt und Seine Bücher hinabgesandt. Der Diener sollte gut darüber nachdenken, damit ihm klar wird, in welch gewaltige Unwissenheit über diesen ursprünglichen Grundsatz die meisten Muslime gefallen sind, bis sie sogar anderen neben Allah dienten und Sein alleiniges Anrecht auf jemanden außer Ihm anwendeten. So ist bei Allah Hilfe zu ersuchen.
Und zum Iman an Allah - gepriesen sei Er - gehört der Glaube, dass Er der Schöpfer der Welt ist, ihre Angelegenheiten regelt und mit Seinem Wissen und Seiner Macht über sie verfügt, wie Er - gepriesen sei Er - es möchte. Und (zum Glauben an Ihn gehört,) dass Er der König des Diesseits und Jenseits ist, und der Herr aller Weltenbewohner. Es gibt keinen Schöpfer außer Ihm und keinen Herrn außer Ihm. Er hat die Gesandten entsandt und die Bücher hinabgesandt, zur Besserung der Diener und um sie zu dem aufzurufen, worin sich ihre Rettung und ihr Wohl befindet, sowohl im sofortigen (Diesseits) als auch im späteren (Jenseits). Und (der Glaube daran,) dass Er - gepriesen sei Er - keinen Teilhaber in all dem hat. Der Erhabene sagte:
﴿ٱللَّهُ خَٰلِقُ كُلِّ شَيۡءٖۖ وَهُوَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ وَكِيلٞ 62﴾
„Allah ist der Schöpfer von allem, und Er ist Sachwalter über alles.“ [Az-Zumar:62]
Und der Erhabene sagte:
﴿إِنَّ رَبَّكُمُ ٱللَّهُ ٱلَّذِي خَلَقَ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضَ فِي سِتَّةِ أَيَّامٖ ثُمَّ ٱسۡتَوَىٰ عَلَى ٱلۡعَرۡشِۖ يُغۡشِي ٱلَّيۡلَ ٱلنَّهَارَ يَطۡلُبُهُۥ حَثِيثٗا وَٱلشَّمۡسَ وَٱلۡقَمَرَ وَٱلنُّجُومَ مُسَخَّرَٰتِۭ بِأَمۡرِهِۦٓۗ أَلَا لَهُ ٱلۡخَلۡقُ وَٱلۡأَمۡرُۗ تَبَارَكَ ٱللَّهُ رَبُّ ٱلۡعَٰلَمِينَ54﴾
„Wahrlich, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob. Er lässt die Nacht den Tag überdecken, wobei sie ihn eilig einzuholen sucht. Und (Er schuf auch) die Sonne, den Mond und die Sterne, durch Seinen Befehl dienstbar gemacht. Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. Segensreich ist Allah, der Herr der Weltenbewohner.“ [Al-A'raf:54]
Zum Iman an Allah - erhaben ist Er - gehört ebenfalls: der Glaube an Seine schönsten Namen und Seine erhabensten Eigenschaften/Attribute, wie sie in Seinem edlen Buch und authentisch vom vertrauenswürdigen Gesandten überliefert wurden, und dies ohne Verfälschung („Tahrif“), ohne Stilllegung („Ta'til“), ohne das „Wie“ zu erfragen („Takyif“) und ohne Vergleich (mit den Eigenschaften der Geschöpfe, „Tamthil“).
﴿...لَيۡسَ كَمِثۡلِهِۦ شَيۡءٞۖ وَهُوَ ٱلسَّمِيعُ ٱلۡبَصِيرُ﴾
„(...)Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und der Allsehende.“ [Asch-Schura:11]
Demnach müssen sie (also die Eigenschaften/Attribute Allahs) so genommen (und bestätigt) werden, wie sie gekommen (und berichtet worden) sind, ohne ein „Wie“ (also ohne nach der Art und Weise des Attributs und wie es genau ist zu fragen), jedoch mit dem Glauben an die gewaltigen Bedeutungen, die sie enthalten, welche die Beschreibung Allahs - mächtig und majestätisch ist Er - darstellen, und mit der Verpflichtung, Ihn - erhaben ist Er - damit auf die Ihm angemessene Weise zu beschreiben, ohne dass Er in irgendeiner Seiner Eigenschaften Seinen Geschöpfen ähnelt, so wie der Erhabene sagte. Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿فَلَا تَضۡرِبُواْ لِلَّهِ ٱلۡأَمۡثَالَۚ إِنَّ ٱللَّهَ يَعۡلَمُ وَأَنتُمۡ لَا تَعۡلَمُونَ74﴾
„So führt für Allah keine Gleichnisse an! Wahrlich, Allah weiß, ihr aber wisst nicht.“ [An-Nahl:74]
Dies ist die Glaubensgrundlage der Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah von den Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und von denen, die ihnen auf beste Art gefolgt sind, in Bezug auf die Namen und Attribute Allahs. Diese (Glaubensgrundlage) ist auch jene,] die (selbst) Abul-Hasan Al-Asch'ari im Buch „Die Aussagen“ („Al-Maqalat“) über die Leute des Hadithes und der Ahlus-Sunnah erwähnte, und dies haben auch andere Leute des Wissens und des Glaubens (in ihren Werken) erwähnt.
Al-Auza'i - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Az-Zuhri und Makhul wurden über die Verse der Attribute (Allahs) befragt, da sagten sie: ‚Bestätigt sie so, wie sie gekommen sind (und berichtet wurden).‘“3
Und Al-Auza'i - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte ebenfalls: „Wir pflegten - und die Tabi'un waren (noch) zahlreich vorhanden - zu sagen, dass Allah - gepriesen sei Er - über Seinem Thron ist, und wir glauben an die Attribute (Allahs), die in der Sunnah überliefert wurden.“4
Und Al-Walid Ibn Muslim - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Malik, Al-Auza'i, Al-Layth Ibn Sa'd und Sufyan Ath-Thauri - möge Allah mit ihnen barmherzig sein - wurden über diese Überlieferungen in Bezug auf die Attribute (Allahs) befragt. Da sagten sie alle: ‚Bestätigt sie so, wie sie gekommen sind (und berichtet wurden), ohne (das) ‚Wie‘ (zu hinterfragen).‘“5
Und als Rabi'ah Ibn 'Abdir-Rahman, der Lehrer von Malik - möge Allah mit ihnen barmherzig sein -, über den Istiwa befragt wurde, sagte er: „Der Istiwa ist nicht unbekannt, und das ‚Wie?‘ kann nicht mit dem Verstand begriffen werden. Von Allah kommt die Botschaft und dem Propheten obliegt die deutliche Überbringung und uns obliegt die Bestätigung dessen.“6 Und als Imam Malik - möge Allah ihm barmherzig sein - darüber befragt wurde, sagte er: „Der Istiwa ist bekannt, die Art und Weise ist jedoch nicht klar, und der Iman daran ist verpflichtend, und die Frage darüber ist eine Neuerung.“ Hierauf sagte er zum Fragesteller: „Ich halte dich für einen schlechten Mann (also einen Neuerungsträger).“ Er ordnete dann an, dass er (also dieser Mann) rausgeworfen wird.7 Und diese Bedeutung wurde auch über die Mutter der Gläubigen Umm Salamah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - überliefert.8
Imam Abu 'Abdir-Rahman 'Abdullah Ibn Al-Mubarak - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Wir erkennen unseren Herrn - gepriesen sei Er - daran, dass Er über den Himmeln, über Seinem Thron ist, getrennt von Seiner Schöpfung.“9
Die Gelehrten haben sehr oft über dieses Thema gesprochen; es ist nicht möglich, dies in dieser Sitzung (vollständig) zu übermitteln. Wer sich hiermit weiter beschäftigen möchte, soll zu dem zurückgehen, was die Gelehrten der Sunnah über dieses Thema verfasst haben - wie z. B. „Kitab As-Sunnah“ von 'Abdullah Ibn Al-Imam Ahmad und „Kitab At-Tauhid“ vom edlen Imam Muhammad Ibn Khuzaymah und „Kitab As-Sunnah“ von Abul-Qasim Al-Lalakai At-Tabari und „Kitab As-Sunnah“ von Abu Bakr Ibn Abi 'Asim und ebenso die Antwort (und Niederschrift) von Schaykh Al-Islam Ibn Taymiyyah an die Bewohner von Hamah - und diese Antwort ist gewaltig und hat zahlreiche Nutzen. Er - möge Allah mit ihm barmherzig sein - hat hierin die Glaubensgrundlage („'Aqidah“) der Ahlus-Sunnah verdeutlicht und hat zahlreiche ihrer Aussagen überliefert sowie islamische Beweise und logische Belege für die Richtigkeit dessen, was die Ahlus-Sunnah sagten, und die Falschheit dessen, was ihre Gegner behaupteten.
Und in seiner Abhandlung namens „At-Tadmuriyyah“ hat er (also Ibn Taymiyyah) den Sachverhalt umfassend erklärt und die Glaubenslehre der Ahlus-Sunnah mit ihren überlieferten und ebenso logischen Belegen verdeutlicht. Zugleich widerlegte er die Widersacher auf eine Weise, die die Wahrheit deutlich macht und die Falschheit klar zurückweist, und dies für jeden unter den Leuten des Wissens, der dies(es Werk) mit aufrichtiger Absicht und dem Wunsch nach Erkenntnis der Wahrheit studiert. Die Zusammenfassung lautet demnach: Die Glaubenslehre der Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah im Bereich rund um die Namen und Eigenschaften/Attribute (Allahs) besteht darin, dass sie für Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - all das bestätigen, was Er in Seinem Buch für Sich selbst bestätigt hat oder was Sein Gesandter Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in seiner Sunnah für Ihn bestätigt hat: eine Bestätigung ohne Vergleich (mit den Eigenschaften der Geschöpfe, „Tamthil“). Und sie erklären Ihn - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - frei von jeder Ähnlichkeit mit Seiner Schöpfung: eine Freisprechung, die frei von Stilllegung („Ta'til“ der Eigenschaften/Attribute Allahs) ist. Somit erlangen sie den Erfolg, indem sie frei vom Widerspruch bleiben. Sie folgen all den Belegen, und dies durch die Erfolgsschenkung Allahs. Denn es gehört zur Gesetzmäßigkeit Allahs - gepriesen sei Er -, dass jemand, der sich an die Wahrheit hält, mit der Er Seine Gesandten gesandt hat, sich ernsthaft darum bemüht und dabei Allah gegenüber aufrichtig war in seinem Streben, (dieser) zur Wahrheit geleitet wird und seine Argumente werden dann klar sein. Der Erhabene sagte:
﴿بَلۡ نَقۡذِفُ بِٱلۡحَقِّ عَلَى ٱلۡبَٰطِلِ فَيَدۡمَغُهُۥ فَإِذَا هُوَ زَاهِقٞ...﴾
„Vielmehr schleudern Wir die Wahrheit gegen die Falschheit, und da zerschmettert sie ihm das Haupt, und sogleich schwindet es dahin [...].“
[Al-Anbiya:18]
Und der Erhabene sagte:
﴿وَلَا يَأۡتُونَكَ بِمَثَلٍ إِلَّا جِئۡنَٰكَ بِٱلۡحَقِّ وَأَحۡسَنَ تَفۡسِيرًا33﴾
„Und sie bringen dir kein Beispiel, außer dass Wir dir die Wahrheit und eine bessere Erklärung brächten.“ [Al-Furqan:33]
Was aber denjenigen betrifft, der den Leuten der Sunnah in dem widerspricht, was sie im Bereich der Namen und Eigenschaften/Attribute (Allahs) glauben, so gerät er unweigerlich in Widerspruch zu den überlieferten und logischen Beweisen und in einen offensichtlichen Widerspruch in allem, was er bestätigt und was er verneint. Und Al-Hafiz Ibn Kathir - möge Allah ihm barmherzig sein - hat in seinem bekannten Tafsir-Werk schöne Worte zu diesem Thema erwähnt, und zwar bei seiner Erläuterung zu der Aussage Allahs - mächtig und majestätisch ist Er -:
﴿إِنَّ رَبَّكُمُ ٱللَّهُ ٱلَّذِي خَلَقَ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضَ فِي سِتَّةِ أَيَّامٖ ثُمَّ ٱسۡتَوَىٰ عَلَى ٱلۡعَرۡشِ...﴾
„Wahrlich, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob [...].“ [Al-A'raf:54]
Und es ist angemessen, diese (Worte Ibn Kathirs) hier wiederzugeben, aufgrund des großen Nutzens. So sagte er - möge Allah ihm barmherzig sein -:
„Die Menschen haben zu dieser Thematik unzählige Ansichten geäußert; dies ist allerdings nicht der Ort, sie ausführlich darzulegen. Wir folgen hier vielmehr dem Weg der frommen Altvorderen („Salaf“): Malik, Al-Auza'i, Ath-Thauri, Al-Layth Ibn Sa'd, Asch-Schafi'i, Ahmad Ibn Hanbal, Ishaq Ibn Rahuyah und vielen weiteren großen Imamen der Muslime unter den Früheren und Späteren. Ihr Weg ist es, die Texte (über die Eigenschaften/Attribute Allahs) so zu belassen, wie sie gekommen sind (und berichtet wurden), ohne das „Wie“ zu erfragen („Takyif“) und ohne einen Vergleich (mit den Eigenschaften der Geschöpfe, „Taschbih“) und ohne eine Stilllegung („Ta'til“). Und der offensichtliche Sinn, der den Vorstellungen der Vergleichenden (die Allah mit den Geschöpfen vergleichen) vorschwebt, ist von Allah abzuweisen, denn nichts von Seiner Schöpfung gleicht Allah:
﴿...لَيۡسَ كَمِثۡلِهِۦ شَيۡءٞۖ وَهُوَ ٱلسَّمِيعُ ٱلۡبَصِيرُ﴾
‚Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und der Allsehende.‘ [Asch-Schura:11] Vielmehr ist die Angelegenheit so, wie die Imame sagten - darunter Nu'aym Ibn Hammad Al-Khuza'i, der Lehrer von Al-Bukhari, der sagte: ‚Wer Allah mit Seiner Schöpfung vergleicht, ist in den Unglauben gefallen; und wer das leugnet, womit Allah Sich selbst beschrieben hat, der ist ebenfalls ist in den Unglauben gefallen.‘10 Und in dem, womit Allah Sich selbst oder Sein Gesandter Ihn beschrieben hat, liegt kein Vergleich. Wer also für Allah - erhaben ist Er - das bestätigt, was in den klaren Versen und den authentischen Überlieferungen berichtet ist, auf eine Weise, die der Erhabenheit Allahs entspricht, und von Allah alle Mängel abweist, der hat ja den Weg der Rechtleitung eingeschlagen.“11 Ende der Worte von Ibn Kathir - möge Allah ihm barmherzig sein.
Zum Glauben an Allah gehört auch die Überzeugung, dass der Glaube („Iman“) aus Aussage und Tat besteht, welcher durch den Gehorsam (gegenüber Allah) steigt und durch die Sünden sinkt. Jedoch ist es verboten, einen Muslim wegen einer Sünde, die kein Schirk und kein Kufr ist, zum Ungläubigen zu erklären. Darunter fällt beispielsweise die Unzucht, der Diebstahl, das Verzehren von Zinsen, das Trinken von Berauschendem, der Ungehorsam zu den Eltern und weitere große Sünden, die dies (also den Takfir) nicht gestatten, sofern er diese (Sünden) nicht als erlaubt erklärt. Dies aufgrund der Aussage Allahs - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:
﴿إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَغۡفِرُ أَن يُشۡرَكَ بِهِۦ وَيَغۡفِرُ مَا دُونَ ذَٰلِكَ لِمَن يَشَآءُ...﴾
„Wahrlich, Allah vergibt nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will [...].“ [An-Nisa:48] Und durch das, was in den mehrfach überlieferten (mutawatir) Hadithen über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - belegt ist, unter anderem seine Aussage:
«إِنَّ اللهَ يُخْرِجُ مِنَ النَّارِ مَنْ كَانَ فِي قَلْبِهِ مِثْقَالُ حَبَّةٍ مِنْ خَرْدَلٍ مِنْ إِيْمَانٍ».
„Allah wird jeden aus dem Feuer herausbringen, der im Herzen auch nur das Gewicht eines Senfkorns an Glauben („Iman“) hat.“12
Der zweite Grundpfeiler: Der Iman an die Engel
Dieser beinhaltet zwei Aspekte: Erstens: Der Iman an die Engel im Allgemeinen; und dies erfolgt, indem man daran glaubt, dass Allah Engel hat, die Er für Seine Anbetung erschaffen hat, und Er beschrieb sie wie folgt:
﴿وَقَالُواْ ٱتَّخَذَ ٱلرَّحۡمَٰنُ وَلَدٗاۗ سُبۡحَٰنَهُۥۚ بَلۡ عِبَادٞ مُّكۡرَمُونَ 26 لَا يَسۡبِقُونَهُۥ بِٱلۡقَوۡلِ وَهُم بِأَمۡرِهِۦ يَعۡمَلُونَ27 يَعۡلَمُ مَا بَيۡنَ أَيۡدِيهِمۡ وَمَا خَلۡفَهُمۡ وَلَا يَشۡفَعُونَ إِلَّا لِمَنِ ٱرۡتَضَىٰ وَهُم مِّنۡ خَشۡيَتِهِۦ مُشۡفِقُونَ28﴾
„Und sie sagen: ‚Der Allerbarmer hat Sich ein Kind genommen.‘ Gepriesen sei Er! Nein! Vielmehr sind es geehrte Diener.
Sie kommen Ihm im Reden nicht zuvor, und (nur) nach Seinem Befehl handeln sie.
Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt, und sie legen Fürsprache nur für denjenigen ein, dem Er zustimmt (und billigt). Und sie sind aus Furcht vor Ihm besorgt.“ [Al-Anbiya:26-27]
Und sie (also die Engel) sind in viele Arten unterteilt. Unter ihnen gibt es diejenigen, die mit dem Tragen des Thrones beauftragt sind, unter ihnen gibt es die Hüter des Paradiesgartens und des (Höllen)feuers, und unter ihnen gibt es die, die mit der Bewahrung der Taten der Diener (also Menschen) betraut sind. Zweitens: Der Iman an die Engel im Detail besteht darin, dass wir an diejenigen glauben, die Allah und Sein Gesandter namentlich erwähnt haben: wie z. B. Jibril, der mit der Offenbarung betraut ist; Mikail, der mit dem Regen betraut ist; Malik, der Hüter des (Höllen)feuers; und Israfil, der mit dem Blasen in das Horn beauftragt ist. So wurden sie in authentischen Hadithen erwähnt, darunter das, was im „Sahih-Werk“ über 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - überliefert ist, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«خُلِقَتِ الـمَلَائِكَةُ مِن نُورٍ، وَخُلِقَ الجَانُّ مِنْ مَارِجٍ مِنْ نَارٍ، وَخُلِقَ آدَمُ مِمَّا وُصِفَ لَكُم».
„Die Engel wurden aus Licht erschaffen und die Jinn wurden aus einer unruhigen Feuerflamme erschaffen und Adam wurde aus dem erschaffen, was euch zugeschrieben wird.“13 Berichtet von Muslim in seinem „Sahih-Werk“.
Der dritte Grundpfeiler: Der Iman an die Schriften. Dieser beinhaltet ebenfalls zwei Aspekte:
Erstens: Der Iman an die Schriften im Allgemeinen. Dieser erfolgt durch den Glauben, dass Allah Schriften auf Seine Propheten und Gesandten hinabgesandt hat, um Sein Recht (und Seine Anbetung) zu verdeutlichen und dazu aufzurufen. So sagte der Erhabene:
﴿لَقَدۡ أَرۡسَلۡنَا رُسُلَنَا بِٱلۡبَيِّنَٰتِ وَأَنزَلۡنَا مَعَهُمُ ٱلۡكِتَٰبَ وَٱلۡمِيزَانَ لِيَقُومَ ٱلنَّاسُ بِٱلۡقِسۡطِ...﴾
„Wir haben ja bereits Unsere Gesandten mit den klaren Beweisen gesandt und mit ihnen die Schrift und die Waage herabgesandt, damit die Menschen Gerechtigkeit üben sollen [...].“ [Al-Hadid:25] Und der Erhabene sagte:
﴿كَانَ ٱلنَّاسُ أُمَّةٗ وَٰحِدَةٗ فَبَعَثَ ٱللَّهُ ٱلنَّبِيِّـۧنَ مُبَشِّرِينَ وَمُنذِرِينَ وَأَنزَلَ مَعَهُمُ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ لِيَحۡكُمَ بَيۡنَ ٱلنَّاسِ فِيمَا ٱخۡتَلَفُواْ فِيهِ...﴾
„Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Hierauf schickte Allah die Propheten als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen. Und Er sandte mit ihnen die Bücher mit der Wahrheit hinab, um zwischen den Menschen über das zu richten, worüber sie uneinig waren [...].“ [Al-Baqarah:213]
Zweitens: Der Iman an die Schriften im Detail. Dieser erfolgt dadurch, dass wir an das glauben, was Allah von ihnen namentlich erwähnt hat: wie z. B. die Thora, das Evangelium, die Zabur (Psalmen) und den Quran. Und wir glauben (in fester Überzeugung), dass der Quran die beste (Schrift) von ihnen, ihr Abschluss, die überwachende über ihnen und die bestätigende für sie ist, und dass er es ist, dem die gesamte Gemeinschaft (und Menschheit) folgen und nach dem sie urteilen muss, zusammen mit dem, was durch die authentische Sunnah vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert ist. Denn Allah - gepriesen sei Er - entsandte Seinen Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - als Gesandten für die beiden Schwerlastenden (also für die Menschen und die Jinn) und sandte auf ihn diesen Quran hinab, damit er mit ihm zwischen ihnen richte. Und Er machte ihn zu einer Heilung für das, was in den Herzen ist, zu einer Klarlegung aller Dinge und zu einer Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen, wie Er - erhaben ist Er - sagte:
﴿وَهَٰذَا كِتَٰبٌ أَنزَلۡنَٰهُ مُبَارَكٞ فَٱتَّبِعُوهُ وَٱتَّقُواْ لَعَلَّكُمۡ تُرۡحَمُونَ155﴾
„Und das ist ein Buch, das Wir (als Offenbarung) hinabgesandt haben, ein gesegnetes (Buch). So folgt ihm und fürchtet (Allah), auf dass ihr Barmherzigkeit finden möget!“ [Al-An'am:155] Und der Gepriesene sagte:
﴿...وَنَزَّلۡنَا عَلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ تِبۡيَٰنٗا لِّكُلِّ شَيۡءٖ وَهُدٗى وَرَحۡمَةٗ وَبُشۡرَىٰ لِلۡمُسۡلِمِينَ﴾
„[...] Und Wir haben das Buch auf dich hinabgesandt (und offenbart) als klare Darlegung von allem und als Rechtleitung, Barmherzigkeit und frohe Botschaft für die (Allah ergebenen) Muslime.“ [An-Nahl:89] Und der Erhabene sagte:
﴿قُلۡ يَٰٓأَيُّهَا ٱلنَّاسُ إِنِّي رَسُولُ ٱللَّهِ إِلَيۡكُمۡ جَمِيعًا ٱلَّذِي لَهُۥ مُلۡكُ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضِۖ لَآ إِلَٰهَ إِلَّا هُوَ يُحۡيِۦ وَيُمِيتُۖ فَـَٔامِنُواْ بِٱللَّهِ وَرَسُولِهِ ٱلنَّبِيِّ ٱلۡأُمِّيِّ ٱلَّذِي يُؤۡمِنُ بِٱللَّهِ وَكَلِمَٰتِهِۦ وَٱتَّبِعُوهُ لَعَلَّكُمۡ تَهۡتَدُونَ158﴾
„Sag: ‚O ihr Menschen, ich bin gewiss der Gesandte Allahs an euch alle, Dem die Herrschaft der Himmel und der Erde gehört. Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Ihm. Er macht lebendig und lässt sterben. So glaubt an Allah und Seinen Gesandten, den schriftunkundigen Propheten, der an Allah und Seine Worte glaubt, und folgt ihm, auf dass ihr rechtgeleitet sein möget!‘“ [Al-A'raf:158] Und die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich.
Der vierte Grundpfeiler: Der Iman an die Gesandten
Dieser beinhaltet ebenfalls zwei Aspekte: Erstens: Der Iman an die Gesandten im Allgemeinen; und zwar dadurch, dass wir daran glauben, dass Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - zu Seinen Dienern Gesandte entsandt hat. Unter ihnen sind jene, die frohe Botschaft verkünden, und jene, die warnen, und jene, die zur Wahrheit leiten. Wer ihnen nun Folge leistet, erlangt Glückseligkeit, und wer ihnen zuwiderhandelt, kehrt enttäuscht und reuevoll zurück. Ihr Siegel (also der Letzte) und der Beste ist unser Prophet Muhammad Ibn 'Abdillah - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, so wie Allah - gepriesen sei Er - sagte:
﴿وَلَقَدۡ بَعَثۡنَا فِي كُلِّ أُمَّةٖ رَّسُولًا أَنِ ٱعۡبُدُواْ ٱللَّهَ وَٱجۡتَنِبُواْ ٱلطَّٰغُوتَ...﴾
„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt (, der sagte): ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter (arab. „Taghut“).‘“ [An-Nahl:36] Und der Erhabene sagte:
﴿رُّسُلٗا مُّبَشِّرِينَ وَمُنذِرِينَ لِئَلَّا يَكُونَ لِلنَّاسِ عَلَى ٱللَّهِ حُجَّةُۢ بَعۡدَ ٱلرُّسُلِ...﴾
„(Wir schickten) Gesandte als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen, damit die Menschen nach den Gesandten kein Argument gegen Allah haben [...].“ [An-Nisa:165] Und der Erhabene sagte:
﴿مَّا كَانَ مُحَمَّدٌ أَبَآ أَحَدٖ مِّن رِّجَالِكُمۡ وَلَٰكِن رَّسُولَ ٱللَّهِ وَخَاتَمَ ٱلنَّبِيِّـۧنَ...﴾
„Muhammad ist nicht der Vater irgend jemandes von euren Männern, sondern der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten. Und Allah ist über alles wissend.“ [Al-Ahzab:40]
Zweitens: Der Iman an die Gesandten im Detail; nämlich dass wir im Detail und spezifisch an diejenigen glauben, die Allah beim Namen genannt hat oder deren Namensnennung vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bestätigt wurde, wie z. B. Nuh, Hud, Salih, Ibrahim und andere - Allahs Segen und Frieden auf ihnen, ihren Familien und ihren Anhängern.
Der fünfte Grundpfeiler: Der Iman an den Jüngsten Tag
Dieser beinhaltet folgende Aspekte:
Der Iman an alles, was Allah und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - darüber berichtet haben, was nach dem Tod sein wird - wie die Prüfung (und Versuchung) im Grab, die Peinigung und die Wonne darin - und (der Iman) an das, was am Tag der Auferstehung sein wird - wie das Entsetzen, die Schwierigkeiten, die Brücke, die Waage, die Abrechnung, die Vergeltung und das Verteilen der Schriften unter den Menschen. So wird es denjenigen geben, der sein Buch mit seiner rechten (Hand) nehmen wird, und den, der sein Buch mit seiner linken (Hand) oder hinter seinem Rücken (entgegen)nehmen wird.
Und dazu gehört ebenfalls: der Iman an das Becken („Haudh“), zu dem unser Prophet Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - kommen wird; der Iman an den Paradiesgarten und das Höllenfeuer; sowie der Iman daran, dass die Gläubigen ihren Herrn - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sehen werden und dass Er zu ihnen sprechen wird und weiteres, was im edlen Quran und in der authentischen Sunnah über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtet wurde. Demnach ist es für den Diener verpflichtend, an all dies zu glauben und es so für wahr zu erklären, wie Allah und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - es dargelegt haben.
Der sechste Grundpfeiler: Der Iman an die Vorherbestimmung („Qadar“)
Dieser beinhaltet vier Aspekte:
Erstens: Der Iman daran, dass Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - bereits wusste, was war und was sein wird, und dass Er die Zustände Seiner Diener (kennt und) kannte, sowie ihre Versorgung, ihre Lebensfristen, ihre Handlungen und all ihre Angelegenheiten. Nichts davon bleibt Ihm - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - verborgen, wie Er - gepriesen sei Er - sagte:
﴿...وَٱعۡلَمُوٓاْ أَنَّ ٱللَّهَ بِكُلِّ شَيۡءٍ عَلِيمٞ﴾
„[...] und wisst, dass Allah über alles Bescheid weiß.“ [Al-Baqarah:231] Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿...لِتَعۡلَمُوٓاْ أَنَّ ٱللَّهَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ قَدِيرٞ وَأَنَّ ٱللَّهَ قَدۡ أَحَاطَ بِكُلِّ شَيۡءٍ عِلۡمَۢا﴾
„[...], damit ihr wisst, dass Allah zu allem die Macht hat und dass Allah ja alles mit Seinem Wissen umfasst.“ [At-Talaq:12]
Zweitens: Der Iman daran, dass Allah alles niedergeschrieben hat, was Er vorherbestimmt und entschieden hat, so wie Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿قَدۡ عَلِمۡنَا مَا تَنقُصُ ٱلۡأَرۡضُ مِنۡهُمۡۖ وَعِندَنَا كِتَٰبٌ حَفِيظُۢ 4﴾
„Wir wissen ja bereits, was die Erde von ihnen verringert. Und bei Uns ist ein (auf)bewahrendes Buch.“ [Qaf:4] Und der Erhabene sagte:
﴿...وَكُلَّ شَيۡءٍ أَحۡصَيۡنَٰهُ فِيٓ إِمَامٖ مُّبِينٖ﴾
„[...]. Und alles haben Wir in einem deutlichen Verzeichnis erfasst.“ [Yasin:12] Und der Erhabene sagte:
﴿أَلَمۡ تَعۡلَمۡ أَنَّ ٱللَّهَ يَعۡلَمُ مَا فِي ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِۚ إِنَّ ذَٰلِكَ فِي كِتَٰبٍۚ إِنَّ ذَٰلِكَ عَلَى ٱللَّهِ يَسِيرٞ70﴾
„Weißt du denn nicht, dass Allah weiß, was im Himmel und auf der Erde ist? Wahrlich, das steht in einem Buch; (und) das ist wahrlich Allah ein Leichtes.“ [Al-Hajj:70]
3. Der Iman an Allahs - erhaben ist Er - in Kraft tretenden Willen. Was Er also möchte, wird sein, und was Er nicht möchte, wird nicht sein. Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿...إِنَّ ٱللَّهَ يَفۡعَلُ مَا يَشَآءُ﴾
„[...]. Wahrlich, Allah tut, was Er will.“ [Al-Hajj:18] Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿إِنَّمَآ أَمۡرُهُۥٓ إِذَآ أَرَادَ شَيۡـًٔا أَن يَقُولَ لَهُۥ كُن فَيَكُونُ82﴾
„Sein Befehl, wenn Er etwas will, ist, dazu nur zu sagen: ‚Sei!‘, und so ist es.“ [Yasin:82] Und der Gepriesene sagte:
﴿وَمَا تَشَآءُونَ إِلَّآ أَن يَشَآءَ ٱللَّهُ رَبُّ ٱلۡعَٰلَمِينَ29﴾
„Und ihr könnt nicht wollen, außer dass Allah will, (Er), der Herr der Weltenbewohner.“
[At-Takwir:29]
Viertens: Der Iman daran, dass Allah - erhaben ist Er - alle existierenden Dinge erschaffen hat, denn es gibt keinen Schöpfer außer Ihm und keinen Herrn außer Ihm, wie Er - gepriesen sei Er - sagte:
﴿ٱللَّهُ خَٰلِقُ كُلِّ شَيۡءٖۖ وَهُوَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ وَكِيلٞ62﴾
„Allah ist der Schöpfer von allem, und Er ist Sachwalter über alles.“ [Az-Zumar:62] Und der Erhabene sagte:
﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلنَّاسُ ٱذۡكُرُواْ نِعۡمَتَ ٱللَّهِ عَلَيۡكُمۡۚ هَلۡ مِنۡ خَٰلِقٍ غَيۡرُ ٱللَّهِ يَرۡزُقُكُم مِّنَ ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِۚ لَآ إِلَٰهَ إِلَّا هُوَۖ فَأَنَّىٰ تُؤۡفَكُونَ3﴾
„O ihr Menschen, gedenkt der Gunstgabe Allahs euch gegenüber. Gibt es einen anderen Schöpfer als Allah, Der euch vom Himmel und von der Erde versorgt? Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Ihm. Wie lasst ihr euch also abwendig machen?“ [Fatir:3]
Demnach umfasst der Iman an die Vorherbestimmung („Qadar“) all diese vier Dinge, so wie es die Glaubenslehre von Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah besagt, im Gegensatz zu jenen unter den Neuerungsträgern, die einen Teil davon leugnen.
Und zu den wichtigen Angelegenheiten der richtigen Glaubenslehre, an die die Leute der Sunnah glauben, gehören: die Liebe um Allahs willen und der Hass um Allahs willen, die Verbundenheit/Unterstützung („Muwalat“) um Allahs willen und die Lossagung/Anfeindung („Mu'adat“) um Allahs willen. Dies ist die Glaubenslehre von der „Loyalität und Lossagung“ („Al-Wala wal-Bara“), und dies gehört zum Iman an Allah - erhaben ist Er.
Der Gläubige liebt demnach die Gläubigen und nimmt sie zu Schutzherren (und unterstützt sie), und er verabscheut (insbesondere) die (feindseligen) Ungläubigen und tritt ihnen entgegen. Und an der Spitze der Gläubigen dieser Gemeinschaft stehen die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, wie es bei Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah feststeht. Sie lieben sie, nehmen sie zu Schutzherren und sind fest davon überzeugt, dass sie die besten Menschen nach den Propheten sind, gemäß der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«خَيْرُ القُرُونِ قَرْنِي ثُمَّ الَّذِينَ يَلُونَهُمْ ثُمَّ الَّذِينَ يَلُونَهُم».
„Die beste Generation ist meine (Generation), dann diejenigen, die ihnen folgen, dann diejenigen, die ihnen folgen.“14 Übereinstimmend als authentisch eingestuft.
Sie (also Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah) sind fest davon überzeugt, dass der Beste von ihnen Abu Bakr As-Siddiq ist, dann 'Umar Al-Faruq, dann 'Uthman Dhun-Nurayn (der Besitzer der zwei Lichter) und dann 'Ali Al-Murtada - möge Allah mit ihnen allesamt zufrieden sein. Nach ihnen folgen die restlichen unter den zehn (Prophetengefährten), dann die restlichen Gefährten - möge Allah mit ihnen allesamt zufrieden sein. Sie halten sich von dem fern, was unter den Prophetengefährten (an Konflikten) vorgefallen ist, und sie glauben, dass sie allesamt um die Urteilsfindung bemüht waren. Wer darin richtig lag, dem stehen zwei Belohnungen zu, und wer falsch lag, dem steht eine Belohnung zu.
Sie lieben die Angehörigen des Hauses („Ahlul-Bayt“) des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die an ihn glauben, und nehmen sie zu Schutzherren. Und sie nehmen die Ehefrauen des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die Mütter der Gläubigen, zu Schutzherren, und sie bitten für sie alle um (Allahs) Zufriedenheit. Außerdem sagen sie sich los von der Methodik der Rawafid (eine extrem irregeleitete Gruppe innerhalb der Sekte der Schi'ah), die die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - verabscheuen und sie beschimpfen, und die in Bezug auf die Ahlul-Bayt übertreiben und sie über den Rang erheben, den Allah - mächtig und majestätisch ist Er - ihnen verliehen hat. Und sie (also Ahlus-Sunnah) sagen sich ebenso los von der Methode der Nawasib(-Sekte), die die Ahlul-Bayt durch Wort oder Tat verunglimpfen.
So gehört all das, was wir erwähnt haben, zur richtigen Glaubenslehre, mit der Allah Seinen Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gesandt hat. Es ist die Glaubenslehre, von der man fest überzeugt sein muss, an der man festhält, auf deren Grundlage man standhaft bleiben muss und das meidet, was ihr widerspricht.
Es ist die Glaubenslehre der erretteten Gruppe („Al-Firqah An-Najiyyah“) - der Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah -, über die der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لَا تَـزَالُ طَائِفَةٌ مِنْ أُمَّتِي ظَاهِرِينَ عَلَى الحَقِّ، لَا يَضُرُّهُمْ مَنْ خَذَلَهُمْ، حَتَّى يَأْتِيَ أَمْرُ اللهِ وَهُمْ كَذَلِكَ».
„Es wird immer eine Gruppe/Leute unter meiner Gemeinschaft geben, die sichtbar/überlegen auf der Wahrheit sind. Es schadet ihnen nicht, wer sie im Stich lässt/verrät, bis der Befehl Allahs kommt, während sie sich (weiterhin) darauf befinden.“15 Und in einer anderen Überlieferung heißt es:
«لَا تَزَالُ طَائِفَةٌ مِنْ أُمَّتِي عَلَى الحَقِّ مَنْصُورَةٌ».
„Es wird immer eine Gruppe unter meiner Gemeinschaft geben, die siegreich sein wird.“16 Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«افْتَرَقَتِ اليَهُودُ عَلَى إِحْدَى وَسَبْعِينَ فِرْقَةً، وَافْتَرَقَتِ النَّصَارَى عَلَى اثْنَتَيْنِ وَسَبْعِينَ فِرْقَةً، وَسَتَفْتَرِقُ هَذِهِ الأُمَّةُ عَلَى ثَلَاثِ وَسَبْعِينَ فِرْقَةً كُلُّهَا فِي النَّارِ إِلَّا وَاحِدَةً فَقَالَ الصَّحَابَةُ: مَنْ هِيَ يَا رَسُولَ اللهِ؟ قَالَ: مَنْ كَانَ عَلَى مِثْلِ مَا أَنَا عَلَيْهِ وَأَصْحَابِي».
„Die Juden spalteten sich in 71 Gruppen und die Christen spalteten sich in 72 Gruppen. Und diese Gemeinschaft wird sich in 73 Gruppen spalten. Sie sind alle im Höllenfeuer, bis auf eine.“ Da sagten die Gefährten: „Welche ist es, o Gesandter Allahs?“ Er antwortete: „Wer sich auf dem befindet, worauf ich und meine Gefährten sich befinden.“17
Die Glaubenslehren, die der richtigen Glaubenslehre widersprechen
Diejenigen, die von dieser Glaubenslehre abgewichen sind und im Gegensatz dazu verfahren, sind vielerlei. Dazu zählen die Anbeter von Götzen und Statuen, (die Anbeter von) Engeln, frommen Gefolgsleuten („Awliya“) und den Jinn sowie den Bäumen und Steinen und anderen. Diese folgten somit nicht dem Ruf der Gesandten, sondern widersetzten sich ihnen und verhielten sich trotzig - so wie die Quraysch und die verschiedenen Stämme der Araber gegenüber unserem Propheten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - handelten. Sie pflegten ihre angebeteten Wesen um Erfüllung von Bedürfnissen zu bitten, um Heilung der Kranken, um Sieg über die Feinde; und sie schlachteten für sie und brachten ihnen Opfer dar. Als dann der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - dies bei ihnen missbilligte und ihnen anordnete, die Anbetung einzig und allein Allah zu widmen, hielten sie dies für befremdlich, lehnten es ab und sagten:
﴿أَجَعَلَ ٱلۡأٓلِهَةَ إِلَٰهٗا وَٰحِدًاۖ إِنَّ هَٰذَا لَشَيۡءٌ عُجَابٞ5﴾
„Macht er denn die Gottheiten zu einem einzigen Anbetungswürdigen? Wahrlich, das ist ja etwas sehr Verwunderliches.“ [Sad:5]
Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - rief sie jedoch weiterhin unermüdlich zu Allah auf, warnte sie vor dem Schirk und verdeutlichte ihnen die Wahrheit dessen, wozu sie gerufen wurden, bis Allah diejenigen von ihnen rechtleitete, die Er rechtleiten wollte. Hierauf traten sie in Scharen in die Religion Allahs ein. So erschien (und siegte) die Religion Allahs über alle anderen Religionen - nach einem ununterbrochenen Ruf (zur Wahrheit) und einer langen Abmühung des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, seiner Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - und derjenigen, die ihnen in bester Weise folgten. Hierauf veränderten sich die Zustände und die Unwissenheit breitete sich unter den meisten Menschen aus. So kehrten die meisten zu den (falschen) Lehren der vorislamischen Zeit („Jahiliyyah“) zurück, indem sie den Propheten und die Gefolgsleute („Awliya“) übermäßig verehrten, sie anriefen und bei ihnen Hilfe in Notlagen ersuchten sowie andere Arten von Schirk begingen. Sie kannten die Bedeutung von La ilaha illa Allah nicht - nicht einmal so, wie die arabischen Ungläubigen (immerhin) ihre Bedeutung kannten. Und bei Allah ist Hilfe zu ersuchen.
Dieser Götzendienst fuhr fort, sich unter den Menschen zu verbreiten bis zu unserem Zeitalter; dies aufgrund der Dominanz der Unwissenheit nach der Epoche der Zeit des Prophetentums.
Das Scheinargument dieser Späteren ist dasselbe Scheinargument der Früheren, nämlich ihre Aussage:
﴿...هَٰٓؤُلَآءِ شُفَعَٰٓؤُنَا عِندَ ٱللَّهِ...﴾
„[...] Das sind unsere Fürsprecher bei Allah [...]“ [Yunus:18] Und ebenso ihre Aussage:
﴿...مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ...﴾
„[...] Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen [...]“ [Az-Zumar:3] Allah hat aber bereits dieses Scheinargument zunichte gemacht (und widerlegt) und verdeutlicht, dass jeder, der etwas anderes außer Ihm anbetet - was auch immer es sein mag -, so hat dieser Schirk gegenüber Ihm begangen und ist in den Unglauben gefallen, so wie der Erhabene sagte:
﴿وَيَعۡبُدُونَ مِن دُونِ ٱللَّهِ مَا لَا يَضُرُّهُمۡ وَلَا يَنفَعُهُمۡ وَيَقُولُونَ هَٰٓؤُلَآءِ شُفَعَٰٓؤُنَا عِندَ ٱللَّهِ...﴾
„Und sie dienen anstatt Allahs, was ihnen weder schadet noch nützt und sagen: ‚Das sind unsere Fürsprecher bei Allah.‘“ [Yunus:18] Allah - gepriesen sei Er - antwortete ihnen jedoch durch Seine Aussage:
﴿قُلۡ أَتُنَبِّـُٔونَ ٱللَّهَ بِمَا لَا يَعۡلَمُ فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَلَا فِي ٱلۡأَرۡضِۚ سُبۡحَٰنَهُۥ وَتَعَٰلَىٰ عَمَّا يُشۡرِكُونَ18﴾
„Sag: ‚Wollt ihr denn Allah kundtun, was Er nicht kennt, weder in den Himmeln noch auf der Erde?‘ Gepriesen sei Er und erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen.“ [Yunus:18]
Der Erhabene verdeutlichte in diesem Vers, dass die Anbetung anderer außer Ihm, wie der Propheten, der Gefolgsleute oder anderen, großer Schirk ist, selbst wenn derjenige, der es begeht, es anders bezeichnet. Der Erhabene sagte:
﴿...وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ...﴾
„Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen.‘“ [Az-Zumar:3] Hierauf antwortete Allah - erhaben ist Er - ihnen mit Seiner Aussage:
﴿...إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ﴾
„[...] Wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:3]
Damit verdeutlichte Er - gepriesen sei Er -, dass ihre Anbetung von jemand anderem als Ihm, (sei es) durch das Bittgebet, die Angst, die Hoffnung und dergleichen, Unglauben an Ihn - gepriesen sei Er - darstellt. Und Er hat ihre Aussage, dass ihre Götter ihnen helfen, sich Ihm zu nähern, als Lüge erklärt.
Zu den Glaubenslehren, die Unglaube sind, zählen jene, die der korrekten Glaubenslehre entgegengesetzt sind und dem widersprechen, womit der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - kam. Dazu zählt der Atheismus dieser Zeit, der von den Nachfolgern von Marx, Lenin und anderen Aufrufern zum Atheismus und des Unglaubens stammt. Selbst wenn sie dies mit Sozialismus, Kommunismus, Baathismus oder einem anderen Namen bezeichnen, so ist die Grundlage (all) dessen der Atheismus - dass es keinen Schöpfer gibt und dass das Leben eine Materie sei.
Zu ihren Grundlagen gehört das Verleugnen der Wiederauferstehung, das Verleugnen des Paradiesgartens und des Höllenfeuers sowie der Unglaube gegenüber allen Religionen. Wer in ihre Bücher schaut und das studiert, worauf sie sich befinden, wird dies gewiss erkennen. Und es gibt keinen Zweifel daran, dass diese Glaubenslehre allen himmlischen Religionen widerspricht und ihre Anhänger zu den schlimmsten Ausgängen im Diesseits und Jenseits führt.
Zu diesen Glaubenslehren, die der Wahrheit widersprechen, gehört auch das, was manche Sufis glauben: dass nämlich einige derjenigen, die sie „Awliya“ nennen, mit Allah an der Lenkung (der Angelegenheiten) teilhaben und über die Angelegenheiten der Welt verfügen. Sie bezeichnen sie als „Pole“, „Pfeiler“, „Helfer“ und andere von ihnen erfundene Namen für ihre vermeintlichen Gottheiten. Dies stellt eine Form des Schirks in der Herrschaft Allahs („Rububiyyah“) dar und gehört zu den verwerflichsten Arten des Schirks gegenüber Allah - erhaben ist Er.
Und wer über den Schirk der Früheren aus der Zeit der Unwissenheit nachdenkt und ihn mit dem, was unter den Späteren verbreitetet ist, vergleicht, stellt fest, dass der Schirk der Späteren noch gewaltiger und schlimmer ist. Und die Erklärung dessen ist wie folgt: Die Ungläubigen der Araber aus der Zeit der Unwissenheit unterscheiden sich in zwei Sachen: Die erste Sache: Sie stellten (Allah) in der Herrschaft keine Teilhaber zur Seite. Vielmehr bestand ihr Schirk in der Anbetung, denn sie waren einzig und allein davon überzeugt, dass die Herrschaft („Rububiyyah“) allein Allah - mächtig und majestätisch ist Er - gehört. Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿وَلَئِن سَأَلۡتَهُم مَّنۡ خَلَقَهُمۡ لَيَقُولُنَّ ٱللَّهُ...﴾
„Wenn du sie nun fragst, wer sie erschaffen hat, sagen sie ganz gewiss: ‚Allah.‘ Wie lassen sie sich doch (vom Glauben) abwenden?“ [Az-Zukhruf:87] Und Allah - erhaben ist Er - sagte:
﴿قُلۡ مَن يَرۡزُقُكُم مِّنَ ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِ أَمَّن يَمۡلِكُ ٱلسَّمۡعَ وَٱلۡأَبۡصَٰرَ وَمَن يُخۡرِجُ ٱلۡحَيَّ مِنَ ٱلۡمَيِّتِ وَيُخۡرِجُ ٱلۡمَيِّتَ مِنَ ٱلۡحَيِّ وَمَن يُدَبِّرُ ٱلۡأَمۡرَۚ فَسَيَقُولُونَ ٱللَّهُۚ فَقُلۡ أَفَلَا تَتَّقُونَ31﴾
„Sag: ‚Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde, oder wer verfügt über Gehör und Augenlicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten und bringt das Tote aus dem Lebendigen hervor? Und wer regelt die Angelegenheit?‘ So werden sie sagen: ‚Allah.‘ So sag: ‚Wollt ihr denn nicht (Allah) fürchten?‘“ [Yunus:31] Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich.
Die zweite Sache: Ihr Schirk in der Anbetung war nicht dauerhaft (vorhanden), sondern trat nur in (Zeiten der) Erleichterung auf. In Zeiten der Bedrängnis jedoch pflegten sie die Anbetung aufrichtig nur Allah zu widmen, so wie Allah - erhaben ist Er - sagte:
﴿فَإِذَا رَكِبُواْ فِي ٱلۡفُلۡكِ دَعَوُاْ ٱللَّهَ مُخۡلِصِينَ لَهُ ٱلدِّينَ فَلَمَّا نَجَّىٰهُمۡ إِلَى ٱلۡبَرِّ إِذَا هُمۡ يُشۡرِكُونَ65﴾
„Wenn sie dann ein Schiff besteigen, rufen sie Allah an, (wobei sie hierbei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (sind). Wenn Er sie dann ans Land errettet, gesellen sie sogleich (Ihm wieder andere) bei.“ [Al-'Ankabut:65]
Was jedoch die späteren Götzenanbeter („Muschrikun“) betrifft, so haben sie die Früheren in zwei Hinsichten sogar übertroffen: 1. Der Schirk mancher von ihnen ist selbst in der Herrschaft (Allahs, also in der „Rububiyyah“) vorhanden. 2. Ihr Schirk ist in (Zeiten der) Erleichterung und in (Zeiten der) Erschwernis. Derjenige, der mit ihnen verkehrt und ihre Zustände untersucht, weiß und sieht, was sie z. B. am Grab von Al-Husayn, von Al-Badawi und anderen in Ägypten tun, und ebenso am Grab von Al-'Aydarus in 'Adan, Al-Hadi im Yemen, Ibn 'Arabi in der Levante, Schaykh 'Abdul-Qadir Al-Jilani im Irak und an weiteren bekannten Gräbern. An dienen haben die meisten übertrieben und ihnen vieles vom (alleinigen) Anrecht Allahs gewidmet. Und nur wenige Leute missbilligen dies und verdeutlichen ihnen die Wirklichkeit des Tauhids, mit dem Allah Seinen Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sandte, sowie die Gesandten - Frieden und Segen auf ihnen - vor ihm. So gehören wir fürwahr Allah und zu Ihm werden wir zurückkehren.
Zu den Glaubenslehren, die der korrekten Glaubenslehre in Bezug auf die Namen und Attribute (Allahs) widersprechen, gehören die Glaubenslehren der Leute der Neuerungen. Zu diesen zählen die Jahmiyyah und die Mu'tazilah und jene, die ihren Weg eingeschlagen haben in der Negierung der Attribute Allahs - mächtig und majestätisch ist Er -, in der Abschreibung („Ta'til“) Seiner (Attribute der) Vollkommenheit sowie in Seiner Beschreibung - mächtig und majestätisch ist Er - mit mangelhaften, materiellen und unmöglichen Eigenschaften. Hoch erhaben ist Allah über ihre Worte.
Hierunter fallen auch diejenigen, die einige Attribute negieren und einige bestätigen, wie die Ascha'irah, da die Attribute, die sie bestätigt haben, dasselbe von ihnen erfordert, wovor sie in den Attributen, die sie negiert und ihre Beweise uminterpretiert haben, geflohen sind. Somit haben sie den hörbaren und logischen Beweisen widersprochen und sind hierin einen deutlichen Widerspruch eingegangen.
Was jedoch die Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah angeht, so haben sie für Allah - gepriesen sei Er - das bestätigt, was Er für Sich selbst bestätigt hat oder was Sein Gesandter Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - für Ihn an Namen und Attributen auf vollkommenste Art und Weise bestätigt hat. Sie halten Ihn für erhaben darüber, Seiner Schöpfung zu ähneln - eine Erhabenheit, die frei vom Makel der Entstellung ist. Somit haben sie gemäß allen Beweisen gehandelt und weder entstellt noch stillgelegt. Sie sind frei vom Widerspruch, in den alle außer sie gefallen sind - so wie es bereits dargelegt wurde.
Dies ist der Weg des Erfolgs und der Glückseligkeit im Diesseits und im Jenseits, und das ist der gerade Weg, den die Altvorderen („Salaf“) dieser Gemeinschaft sowie ihre Gelehrten eingeschlagen haben. Die Späteren (dieser Gemeinschaft) werden nicht rechtschaffen sein außer durch das, wodurch ihre Früheren rechtschaffen wurden - und das ist die Befolgung des Buches und der Sunnah sowie die Unterlassung von dem, was diesen widerspricht. Wir bitten Allah - gepriesen und erhaben ist Er -, dass Er die Gemeinschaft zu ihrer Vernunft zurückführt, die Zahl der Rufer zur Rechtleitung in ihr vermehrt und dass Er ihren Führern und Gelehrten den Erfolg verleiht, den Schirk zu bekämpfen, ihn zu beseitigen und vor seinen Mitteln zu warnen. Wahrlich, Er ist der Hörende, der Nahe. Und Allah ist Derjenige, Der zum Erfolg verhilft; Er genügt uns und ist der beste Sachverwalter unserer Angelegenheiten. Und es gibt keine Macht und keine Stärke außer durch Ihn. Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.
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بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die zweite Niederschrift:
Das Urteil in Bezug auf den Anruf/die Hilfesuche (in Form von „Istighathah“) beim Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bei einer Not/Krise
Alles Lob gebührt Allah, und der Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf all jenen, die seiner Rechtleitung folgen.
Um fortzufahren: Die kuwaitische Zeitung „Al-Mujtama'“ veröffentlichte in ihrer Ausgabe Nr. 15 vom 19.04.1390 nach der Hijrah einige Gedichtverse unter dem Titel: „Zum Gedenken an die edle Geburt („Mawlid“) des Propheten“. Diese Verse enthielten die „Istighathah“ (also Anruf und Hilfesuche) beim Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und das Erbitten seines Beistands, damit er der (islamischen) Gemeinschaft helfe, sie unterstütze und sie aus dem befreie, worin sie an Spaltung und Uneinigkeit geraten ist. Unterzeichnet war sie von einer (weiblichen) Person, die sich „Aminah“ nannte. Und hier ist ein Auszug aus den erwähnten Gedichtversen:
„O Gesandter Allahs, rette eine Welt… die in Krieg entfacht ist und von dessen Glut verbrannt wird.
O Gesandter Allahs, rette eine Gemeinschaft... deren Dunkelheit des Zweifels sich weit ausgedehnt hat.
O Gesandter Allahs, rette eine Gemeinschaft... deren Sicht in den Labyrinthen des Kummers verloren gegangen ist.“
Bis sie (also die Autorin) dann sagte:
„Eile den Sieg herbei, so wie Du ihn hast herbeieilen lassen… am Tag von Badr, als du den Angebeteten angerufen hast.
Da verwandelte sich Erniedrigung in einen glorreichen Sieg… denn Allah hat ja Heerscharen, die man nicht sieht.“
So hat diese Autorin ihren Aufruf und ihre Istighathah an den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gerichtet, bittend, dass er die Gemeinschaft durch das Herbeiführen des Sieges rette, dabei vergessend - oder unwissend -, dass der Sieg allein in der Hand Allahs liegt und nicht in der Hand des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - oder irgendeines anderen Geschöpfs, wie Allah - gepriesen sei Er - in Seinem deutlichen Buch gesagt hat:
﴿...وَمَا النَّصْرُ إِلَّا مِنْ عِنْدِ اللَّهِ الْعَزِيزِ الْحَكِيمِ﴾
„[...] denn der Sieg kommt gewiss nur von Allah, dem Allmächtigen, dem Allweisen.“ [Al 'Imran:126] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿إِنْ يَنْصُرْكُمُ اللَّهُ فَلَا غَالِبَ لَكُمْ وَإِنْ يَخْذُلْكُمْ فَمَنْ ذَا الَّذِي يَنْصُرُكُمْ مِنْ بَعْدِهِ...﴾
„Wenn euch Allah unterstützt, dann kann euch keiner besiegen. Doch wenn Er euch im Stich lässt, wer ist es denn, der euch dann, nach Ihm, noch unterstützen könnte?“ [Al 'Imran:160]
Diese Handlung des Anrufs und der Istighathah ist eine Zuweisung einer Form der Anbetung an andere als Allah - erhaben ist Er. Und es ist durch Quelltexte und den Konsens bereits bekannt, dass dies nicht erlaubt ist, und dass Allah - gepriesen sei Er - die Geschöpfe erschuf, damit sie Ihn (alleine) anbeten, und Er sandte die Gesandten und offenbarte die Bücher, um diese Anbetung und den Aufruf dazu klar darzulegen, wie Er - gepriesen sei Er - sagte:
﴿وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَالْإِنْسَ إِلَّا لِيَعْبُدُونِ56﴾
„Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ [Adh-Dhariyat:56] Und der Erhabene sagte:
﴿وَلَقَدْ بَعَثْنَا فِي كُلِّ أُمَّةٍ رَسُولًا أَنِ اعْبُدُوا اللَّهَ وَاجْتَنِبُوا الطَّاغُوتَ...﴾
„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt (der sagte): ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter („Taghut“).‘“ [An-Nahl:36] Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَا أَرْسَلْنَا مِنْ قَبْلِكَ مِنْ رَسُولٍ إِلَّا نُوحِي إِلَيْهِ أَنَّهُ لَا إِلَهَ إِلَّا أَنَا فَاعْبُدُونِ 25﴾
„Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, außer dass Wir ihm eingaben: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Mir, so dient Mir!‘“ [Al-Anbiya:25] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿الر كِتَابٌ أُحْكِمَتْ آيَاتُهُ ثُمَّ فُصِّلَتْ مِنْ لَدُنْ حَكِيمٍ خَبِيرٍ1 أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا اللَّهَ إِنَّنِي لَكُمْ مِنْهُ نَذِيرٌ وَبَشِيرٌ2﴾
„Alif-Lam-Ra. (Dies ist) ein Buch, dessen Verse eindeutig (und exakt) festgefügt und hierauf ausführlich dargelegt sind von Seiten eines Allweisen und Allkundigen:
Ihr sollt keinem dienen, außer Allah! Wahrlich, ich bin euch von Ihm (aus) ein Warner und Frohbote.“ [Hud:1-2]
So hat der Erhabene in diesen eindeutigen Versen klar gemacht, dass Er die beiden Schwerlastenden (die Menschen und die Jinn) nur darum erschaffen hat, damit sie Ihm alleine dienen, Der keinen Teilhaber hat. Und Er hat verdeutlicht, dass Er die Gesandten - Segen und Frieden seien auf ihnen - gesandt hat, um zu dieser Anbetung aufzurufen und vom Gegenteil abzuhalten. Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - hat verkündet, dass Er die Verse Seines Buches präzise und ausführlich gemacht hat, sodass niemand außer Ihm - gepriesen sei Er - angebetet wird.
Und es ist bekannt, dass Anbetung („'Ibadah“) bedeutet: Der Tauhid Allahs (also Seine Einzigkeit) und der Gehorsam Ihm gegenüber, indem man Seine Anordnungen befolgt und Seine Untersagungen meidet. Und Allah hat dazu in vielen Versen angewiesen und davon berichtet, unter anderem in Seiner Aussage - gepriesen sei Er -:
﴿وَمَا أُمِرُوا إِلَّا لِيَعْبُدُوا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ حُنَفَاءَ...﴾
„Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und (dabei) Ihm gegenüber, als Anhänger des rechten Glaubens, aufrichtig in der Religion (zu sein) [...].“ [Al-Bayyinah:5] Und Seine Aussage - mächtig und majestätisch ist Er -:
﴿وَقَضَى رَبُّكَ أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا إِيَّاهُ...﴾
„Und dein Herr hat angeordnet, dass ihr nur Ihm dienen sollt [...].“ [Al-Isra:23] Und in Seiner Aussage - gepriesen sei Er -:
﴿إِنَّآ أَنزَلۡنَآ إِلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ فَٱعۡبُدِ ٱللَّهَ مُخۡلِصٗا لَّهُ ٱلدِّينَ2 أَلَا لِلَّهِ ٱلدِّينُ ٱلۡخَالِصُۚ وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ3﴾
„Wir haben ja das Buch mit der Wahrheit zu dir hinabgesandt. So diene Allah und sei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion.
Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion. Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen‘ -, wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:2-3]
Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich; sie alle weisen darauf hin, dass die Anbetung einzig Allah in Aufrichtigkeit vorbehalten ist, und die Anbetung anderer - ob Propheten oder andere - zu unterlassen ist.
Es besteht kein Zweifel, dass der Anruf (und das Bittgebet) zu den wichtigsten und umfassendsten Arten der Anbetung gehört, daher muss es allein an Allah gerichtet sein. Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿فَادْعُوا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ وَلَوْ كَرِهَ الْكَافِرُونَ14﴾
„So ruft Allah an, (und seid) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.“ [Ghafir:14] Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿وَأَنَّ الْمَسَاجِدَ لِلَّهِ فَلَا تَدْعُوا مَعَ اللَّهِ أَحَدًا18﴾
„Und die Gebetsstätten gehören ja Allah; so ruft neben Allah niemanden an.“ [Al-Jinn:18] Diese Anweisung, bei der Anbetung Allah alleine anzurufen (und zu bitten), gilt für alle Geschöpfe, einschließlich der Propheten und anderer. Und Seine Aussage:
﴿وَلَا تَدْعُ مِنْ دُونِ اللَّهِ مَا لَا يَنْفَعُكَ وَلَا يَضُرُّكَ فَإِن فَعَلۡتَ فَإِنَّكَ إِذٗا مِّنَ ٱلظَّٰلِمِينَ106﴾
„Und rufe nicht außer Allah an, was dir weder nützt noch schadet! Wenn du es aber tust, dann gehörst du fürwahr zu den Ungerechten.“ [Yunus:106] ist an den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gerichtet, und es ist bekannt, dass Allah - gepriesen sei Er - ihn vor dem Schirk bewahrt hat. Damit sollen jedoch andere gewarnt werden. Hierauf sagte Er - erhaben ist Seine Majestät -:
﴿وَلَا تَدۡعُ مِن دُونِ ٱللَّهِ مَا لَا يَنفَعُكَ وَلَا يَضُرُّكَ فَإِنْ فَعَلْتَ فَإِنَّكَ إِذًا مِنَ الظَّالِمِينَ106﴾
„Und rufe nicht außer Allah an, was dir weder nützt noch schadet! Wenn du es aber tust, dann gehörst du fürwahr zu den Ungerechten.“ [Yunus:106] Dies ist an den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gerichtet. Gemeint ist, dass andere davor gewarnt werden, denn es ist bekannt, dass Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - Seinen Gesandten vor dem Schirk bewahrt hat. Dann verschärfte Allah - erhaben ist Er - die Untersagung und die Warnung; und so sagte Er:
﴿...فَإِنْ فَعَلْتَ فَإِنَّكَ إِذًا مِنَ الظَّالِمِينَ﴾
„[...]. Wenn du es aber tust, dann gehörst du fürwahr zu den Ungerechten.“ Wenn (der Begriff) „Unrecht“ („Thulm“) allgemein (und ohne Einschränkung) erwähnt wird, dann ist damit der große Schirk gemeint, wie der Erhabene sagte:
﴿...وَالْكَافِرُونَ هُمُ الظَّالِمُونَ﴾
„[...]. Und die Ungläubigen sind die Ungerechten.“ [Al-Baqarah:254] Und der Erhabene sagte:
﴿...إِنَّ الشِّرْكَ لَظُلْمٌ عَظِيمٌ﴾
„[...] Wahrlich, Götzendienst („Schirk“) ist ja ein gewaltiges Unrecht.“ [Luqman:13] Wenn also der Beste aller Nachkommen Adams (damit ist der Prophet Muhammad gemeint) - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Falle, dass er jemanden außer Allah anrufen sollte, zu den Ungerechten gehören würde, wie wird es dann erst bei allen anderen sein?!
Aus diesen und vielen anderen (Quran-)Versen wird somit klar ersichtlich, dass das Anrufen anderer außer Allah - seien es Verstorbene, Bäume, Götzen oder Ähnliches - eine Form des Schirks gegenüber Allah - mächtig und majestätisch ist Er - darstellt. Dies widerspricht dem Tauhid Allahs bei der Anbetung (also die Einzigkeit Allahs in der Anbetung), welcher der eigentliche Zweck der Erschaffung der beiden Schwerlastenden (der Menschen und der Jinn), der Sendung der Gesandten und der Offenbarung der Schriften ist. Ebenso widerspricht es der Bedeutung von „La ilaha illa Allah“, die jede Form von Anbetung gegenüber anderen als Allah negiert und die Anbetung ausschließlich Allah allein zuschreibt, wie Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿ذَٰلِكَ بِأَنَّ ٱللَّهَ هُوَ ٱلۡحَقُّ وَأَنَّ مَا يَدۡعُونَ مِن دُونِهِۦ هُوَ ٱلۡبَٰطِلُ وَأَنَّ ٱللَّهَ هُوَ ٱلۡعَلِيُّ ٱلۡكَبِيرُ62﴾
„Dies (ist so), weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen, die Falschheit ist, und weil Allah der Hohe (und) der Große ist.“ [Al-Hajj:62]
Dies(er Tauhid) ist das Fundament der gesamten Religion und der Kern der (islamischen) Gemeinschaft. Und keine Form der Anbetung wird angenommen, bis dieses Fundament richtig verwirklicht wurde. Der Erhabene sagte:
﴿وَلَقَدْ أُوحِيَ إِلَيْكَ وَإِلَى الَّذِينَ مِنْ قَبْلِكَ لَئِنْ أَشْرَكْتَ لَيَحْبَطَنَّ عَمَلُكَ وَلَتَكُونَنَّ مِنَ الْخَاسِرِينَ65﴾
„Und bereits dir und (auch) denjenigen, die vor dir waren, ist ja (als Offenbarung) eingegeben worden: ‚Wenn du (Allah andere) beigesellst, wird dein Werk ganz gewiss hinfällig, und du gehörst ganz gewiss zu den Verlierern.‘“ [Az-Zumar:65] Und Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿...وَلَوْ أَشْرَكُوا لَحَبِطَ عَنْهُمْ مَا كَانُوا يَعْمَلُونَ﴾
„[...]. Wenn sie (Ihm) aber (andere Gottheiten) beigesellt hätten, wäre für sie gewiss hinfällig geworden, was sie zu tun pflegten.“ [Al-An'am:88]
Aus dem Vorausgegangenen wird ersichtlich, dass die Religion des Islams und das Glaubensbekenntnis von „La ilaha illa Allah“ (dass es keinen Anbetungswürdigen gibt, außer Allah) auf zwei gewaltigen Fundamenten beruhen:
Erstens: Dass niemand außer Allah allein angebetet wird, Der keinen Teilhaber hat. Wer also die Toten - ob Propheten oder andere - anruft, oder Götzen, Bäume, Steine oder andere Geschöpfe anruft, oder während einer Not bei ihnen Hilfe ersucht, oder sich ihnen durch Opfer und Gelübde nähert, oder für sie betet oder sich vor ihnen niederwirft, der hat sie zu (angebeteten) Herren neben Allah genommen, sie Ihm - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - gleichgestellt und damit der Bedeutung von „La ilaha illa Allah“ widersprochen und dies zurückgewiesen.
Zweitens: Dass Allah - erhaben ist Er - nur entsprechend der Gesetzgebung Seines Propheten und Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - angebetet wird. Wer nun in der Religion etwas neu einführt, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat, der hat die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses „Muhammad Rasul Allah“ (Muhammad ist der Gesandte Allahs) nicht verwirklicht; seine Tat nützt ihm nichts und wird nicht von ihm angenommen. Allah - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿وَقَدِمْنَا إِلَى مَا عَمِلُوا مِنْ عَمَلٍ فَجَعَلْنَاهُ هَبَاءً مَنْثُورًا23﴾
„Und Wir werden Uns dem zuwenden, was sie an Taten verrichtet haben, und sie zu verwehtem Staub machen.“ [Al-Furqan:23] Und mit den in dem Vers erwähnten Taten sind die Handlungen derjenigen gemeint, die im Zustand des Schirks gegenüber Allah - mächtig und majestätisch ist Er - gestorben sind.
Und dazu gehören auch die erfundenen Handlungen, für die Allah keine Erlaubnis gegeben hat, denn sie werden am Tag der Auferstehung zu verstreutem Staub, weil sie Seinem gereinigten Gesetz nicht entsprachen, wie der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ فَهُوَ رَدٌّ».
„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Übereinstimmend als authentisch eingestuft.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Verfasserin ihre Istighathah (also Bitte um Hilfe während einer Notsituation) und ihr Bittgebet an den Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gerichtet hat und sich vom Herrn der Weltenbewohner abgewandt hat; (von) Dem, in Dessen Hand Sieg, Schaden sowie Nutzen liegen und in Dessen Hand allein all dies ist - niemand außer Ihm besitzt etwas davon.
Und es besteht kein Zweifel, dass dies ein gewaltiges und verhängnisvolles Unrecht ist. Allah - mächtig und majestätisch ist Er - ordnete an, dass man Ihn allein anruft, und Er hat demjenigen, der Ihn anruft, Erhörung (der Bittgebete) versprochen. Und Er hat demjenigen angedroht, der sich hochmütig davon abwendet, dass er in die Hölle eintreten wird. Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿وَقَالَ رَبُّكُمُ ادْعُونِي أَسْتَجِبْ لَكُمْ إِنَّ الَّذِينَ يَسْتَكْبِرُونَ عَنْ عِبَادَتِي سَيَدْخُلُونَ جَهَنَّمَ دَاخِرِينَ 60﴾
„Und euer Herr sagt: ‚Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Wahrlich, diejenigen, die sich aus Hochmut weigern, Mir zu dienen, werden in die Hölle gedemütigt eingehen.‘“ [Ghafir:60] Das heißt: erniedrigt und herabgesetzt. Dieser edle (Quran-)Vers belegt, dass das Bittgebet eine Form der Anbetung ist und und dass die Heimatstätte desjenigen, der sich hochmütig verhält, die Hölle sein wird. Wenn dies nun der Zustand dessen ist, der sich in Bezug auf den Anruf Allahs zu hochmütig zeigt, wie verhält es sich dann erst mit demjenigen, der jemand anderen anruft und sich von Allah abwendet, obwohl Er - gepriesen sei Er - der Nahe ist, der Besitzer jeder Sache und der zu allem fähig ist? Er - gepriesen sei Er - sagte:
﴿وَإِذَا سَأَلَكَ عِبَادِي عَنِّي فَإِنِّي قَرِيبٌ أُجِيبُ دَعْوَةَ الدَّاعِ إِذَا دَعَانِ فَلْيَسْتَجِيبُوا لِي وَلْيُؤْمِنُوا بِي لَعَلَّهُمْ يَرْشُدُونَ 186﴾
„Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich fürwahr nahe; Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft. So sollen sie nun auf Mich hören und (sie sollen) an Mich glauben, auf dass sie (auf den) recht(en Weg) geführt werden.“ [Al-Baqarah:186] Der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat in einem authentischen Hadith berichtet, dass das Bittgebet die (eigentliche) Anbetung ist. Und er sagte zu dem Sohn seines Onkels 'Abdullah Ibn 'Abbas - möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein -:
«احْفَظِ اللهَ يَحْفَظْكَ، احْفَظِ اللهَ تَجِدْهُ تُجَاهَكَ، إِذَا سَأَلْتَ فَاسْأَلِ اللهَ، وَإِذَا اسْتَعْنَتَ فَاسْتَعِنْ بِاللهِ».
„Bewahre Allah, dann wird Er dich bewahren! Bewahre Allah, dann wirst du Ihn bei dir finden! Wenn du um etwas bittest, dann bitte Allah und wenn du Hilfe suchst, dann suche sie bei Allah.“ Überliefert von At-Tirmidhi und anderen.
Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«مَنْ مَاتَ وَهُوَ يَدْعُو لِلَّهِ نِدًّا؛ دَخَلَ النَّارَ».
„Wer stirbt und neben Allah jemand anderen anruft, der wird das Höllenfeuer betreten.“ Überliefert von Al-Bukhari. Und in den beiden „Sahih-Werken“ heißt es, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - befragt wurde: „Welche Sünde ist am Gewaltigsten?“ Er antwortete:
«أَنْ تَجْعَلَ لِلَّهِ نِدًّا وَهُوَ خَلَقَكَ».
„Dass du Allah einen Ebenbürtigen zur Seite stellst (oder einen Teilhaber beigesellst), obwohl Er allein dich erschaffen hat.“ Und „An-Nidd“ (der Ebenbürtige bzw. Beigesellte) ist der Gegenüberstehende, der Gleichartige. So hat jeder, der jemanden außer Allah anruft, bei ihm Hilfe (in Form von „Istighathah“) ersucht, ein Gelübde bei ihm ablegt, für ihn schlachtet, oder ihm irgendeine Art von Anbetung widmet - abseits dem bereits Erwähnten -, diesen zu einem „Nidd“ gemacht. Gleichgültig, ob es sich dabei um einen Propheten, einen der Gefolgsleute („Wali“), einen Engel, einen Jinn, eine Götze oder irgendein anderes Geschöpf handelt.
An dieser Stelle könnte jemand sagen: Wie lautet das Urteil über das Bitten eines lebenden und anwesenden Menschen um etwas, was er tun könnte, und die Istighathah bei ihm in (sinnlich-)wahrnehmbaren Angelegenheiten, zu deren Ausführung er fähig wäre/ist? Die Antwort lautet: Dies gehört nicht zu jenem Bereich des Schirks, sondern ist eine gewöhnliche, erlaubte Angelegenheit unter den Muslimen, wie Allah - erhaben ist Er - im Zusammenhang mit der Geschichte von Musa sagte:
﴿...فَاسْتَغَاثَهُ الَّذِي مِنْ شِيعَتِهِ عَلَى الَّذِي مِنْ عَدُوِّهِ...﴾
„[...] Da rief ihn derjenige, der von seiner Gruppierung war, zu Hilfe gegen denjenigen, der von seinen Feinden war. [...].“ [Al-Qasas:15] Und der Erhabene sagte in Bezug auf die Geschichte Musas auch:
﴿فَخَرَجَ مِنْهَا خَائِفًا يَتَرَقَّبُ...﴾
„Da ging er furchtsam aus ihr fort und hielt (immer wieder) Ausschau. [...].“ [Al-Qasas:21] So ersucht der Mensch in Kriegszeiten Hilfe bei seinen Gefährten, ebenso in anderen Angelegenheiten, die den Menschen begegnen und bei denen sie aufeinander angewiesen sind.
Allah ordnete Seinem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - an, seiner Gemeinschaft mitzuteilen, dass er für niemanden über Nutzen oder Schaden verfügen kann. So sagte Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:
﴿قُلْ إِنَّمَا أَدْعُو رَبِّي وَلَا أُشْرِكُ بِهِ أَحَدًا21 قُلْ إِنِّي لَا أَمْلِكُ لَكُمْ ضَرًّا وَلَا رَشَدًا22﴾
„Sag: ‚Ich rufe ja nur meinen Herrn an, und ich geselle Ihm niemanden bei.‘
Sag: ‚Ich vermag euch weder Schaden noch Besonnenheit (zu bringen).‘“ [Al-Jinn:21-22] Und der Erhabene sagte:
﴿قُلْ لَا أَمْلِكُ لِنَفْسِي نَفْعًا وَلَا ضَرًّا إِلَّا مَا شَاءَ اللَّهُ وَلَوْ كُنْتُ أَعْلَمُ الْغَيْبَ لَاسْتَكْثَرْتُ مِنَ الْخَيْرِ وَمَا مَسَّنِيَ السُّوءُ إِنْ أَنَا إِلَّا نَذِيرٌ وَبَشِيرٌ لِقَوْمٍ يُؤْمِنُونَ188﴾
„Sag: ‚Ich verfüge für mich selbst weder Nutzen noch Schaden, außer was Allah will. Und wenn ich das Verborgene wüsste, würde ich mir fürwahr viel Gutes verschaffen, und Schlechtes würde mich nicht treffen. Ich bin ja nur ein Warner und ein Frohbote für Leute, die glauben.‘“ [Al-A'raf:188]
Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich.
Es ist wohl bekannt, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nur seinen Herrn anruft. So wurde nämlich überliefert, dass er am Tag von Badr Allah (in Form von „Istighathah“) um Hilfe rief, um Unterstützung gegen seine Feinde bat, dabei beharrlich war und sagte: „O Herr, erfülle mir, was Du mir versprochen hast.“ Er tat das so lange, bis Abu Bakr As-Siddiq - möge Allah mit ihm zufrieden sein - sagte: „Es genügt dir, o Gesandter Allahs, denn Allah wird dir gewiss erfüllen, was Er Dir versprochen hat.“ Allah - gepriesen sei Er - offenbarte in diesem Zusammenhang Seine - erhaben ist Er - Aussage:
﴿إِذۡ تَسۡتَغِيثُونَ رَبَّكُمۡ فَٱسۡتَجَابَ لَكُمۡ أَنِّي مُمِدُّكُم بِأَلۡفٖ مِّنَ ٱلۡمَلَٰٓئِكَةِ مُرۡدِفِينَ9﴾
„(Gedenke,) als ihr euren Herrn um Hilfe anrieft und Er euch erhörte (und sagte): ‚Ich werde euch gewiss mit tausend von den Engeln unterstützen, hintereinander folgend.‘“ [Al-Anfal:9] So erwähnte sie Allah - gepriesen sei Er - in diesen Versen mit ihrer Istighathah (also dem Bitten um Hilfe) und Er berichtete, dass Er ihnen geantwortet und die Engel zu ihrer Unterstützung gesandt hat - als Frohbotschaft des Sieges und zur Beruhigung. Und Er machte deutlich, dass der Sieg nicht von den Engeln stammt, sondern dass der Sieg nur von Ihm kommt. So sagte Er - erhaben ist Er -:
﴿وَمَا النَّصْرُ إِلَّا مِنْ عِنْدِ اللَّهِ...﴾
„[...], denn der Sieg kommt gewiss nur von Allah, [...].“ [Al 'Imran:126] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿وَلَقَدْ نَصَرَكُمُ اللَّهُ بِبَدْرٍ وَأَنْتُمْ أَذِلَّةٌ فَاتَّقُوا اللَّهَ لَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ123﴾
„Und Allah hat euch doch schon in Badr unterstützt, als ihr verächtlich erschient. So fürchtet Allah, auf dass ihr dankbar sein möget!“ [Al 'Imran:123] Allah - erhaben ist Er - machte in diesem Vers deutlich, dass Er - gepriesen sei Er - ihr Unterstützer am Tag von Badr war. Dadurch wird klar, dass alles, was Er ihnen an Waffen und Kraft gab und womit Er sie durch die Engel unterstützte, lediglich Mittel für den Sieg, zur Frohbotschaft und zur Beruhigung waren. Der Sieg selbst stammt nicht aus diesen Mitteln, sondern allein von Allah. Wie kann es nun diese Autorin oder sonst jemand wagen, ihre Hilferufe (in Form von „Istighathah“) und ihr Flehen um Beistand an den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu richten, statt sich an Allah - den Herrn der Weltenbewohner, den Allmächtigen, Der zu allem fähig ist - zu wenden?!
Ohne Zweifel ist dies eine der abscheulichsten Formen von Unwissenheit, vielmehr sogar einer der gewaltigsten Formen des Schirks. Deshalb ist es für diese Autorin verpflichtend, sich Allah - gepriesen sei Er - in aufrichtiger Reue zuzuwenden. Eine wahrhaft aufrichtige Reue besteht aus mehreren grundlegenden Punkten, nämlich: Erstens: Eine aufrichtige Reue über das begangene Fehlverhalten. Zweitens: Das Unterlassen dessen, was von ihr ausgegangen ist. Drittens: Der feste Entschluss, nicht zu ihr zurückzukehren - aus Ehrfurcht vor Allah und in aufrichtiger Hingabe an Ihn, aus Gehorsam gegenüber Seinem Befehl und aus Vorsicht vor dem, wovor Er gewarnt hat. Dies ist die aufrichtige Reue. Es gibt noch einen vierten Punkt, der speziell dann gilt, wenn das begangene Unrecht die Rechte anderer Menschen betrifft, nämlich: Viertens: Das Recht seinem Berechtigten zurückzugeben oder sich von ihm davon freisprechen zu lassen (und seine Verzeihung zu erbitten).
Und Allah hat Seine Diener zur Reue aufgefordert und ihnen die Annahme dieser Reue versprochen, so wie Er - erhaben ist Er - sagte:
﴿...وَتُوبُوا إِلَى اللَّهِ جَمِيعًا أَيُّهَ الْمُؤْمِنُونَ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ﴾
„Und wendet euch alle reumütig Allah zu, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehen möge!“ [An-Nur:31] Und Er sagte in Bezug auf die Christen:
﴿أَفَلَا يَتُوبُونَ إِلَى اللَّهِ وَيَسْتَغْفِرُونَهُ وَاللَّهُ غَفُورٌ رَحِيمٌ74﴾
„Wollen sie sich denn nicht in Reue Allah zuwenden und Ihn um Vergebung bitten? Und Allah ist allvergebend und barmherzig.“ [Al-Maidah:74] Und der Erhabene sagte:
﴿وَالَّذِينَ لَا يَدْعُونَ مَعَ اللَّهِ إِلَهًا آخَرَ وَلَا يَقْتُلُونَ النَّفْسَ الَّتِي حَرَّمَ اللَّهُ إِلَّا بِالْحَقِّ وَلَا يَزْنُونَ وَمَنْ يَفْعَلْ ذَلِكَ يَلْقَ أَثَامًا68 يُضَاعَفْ لَهُ الْعَذَابُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ وَيَخْلُدْ فِيهِ مُهَانًا69 إِلَّا مَنْ تَابَ وَآمَنَ وَعَمِلَ عَمَلًا صَالِحًا فَأُولَئِكَ يُبَدِّلُ اللَّهُ سَيِّئَاتِهِمْ حَسَنَاتٍ وَكَانَ اللَّهُ غَفُورًا رَحِيمًا70﴾
„Und (sie sind) diejenigen, die neben Allah keine anderen Gottheiten anrufen und nicht die Seele töten, die Allah (zu töten) verboten hat, außer aus einem rechtmäßigen Grund, und (sie sind) die keine Unzucht begehen. - Wer dies(e Taten) tut, wird die Folge der Sünde erleiden;
die Strafe wird ihm am Tag der Auferstehung vervielfacht, und ewig wird er darin in Schmach verweilen.
Ausgenommen ist derjenige, der bereut, glaubt und rechtschaffene Werke tut; jenen wird Allah ihre schlechten Taten gegen gute eintauschen; und Allah ist stets allvergebend und barmherzig.“ [Al-Furqan:68-70] Und der Erhabene sagte:
﴿وَهُوَ الَّذِي يَقْبَلُ التَّوْبَةَ عَنْ عِبَادِهِ وَيَعْفُو عَنِ السَّيِّئَاتِ وَيَعْلَمُ مَا تَفْعَلُونَ25﴾
„Und Er ist es, Der die Reue von Seinen Dienern annimmt und die schlechten Taten verzeiht. Und Er weiß, was ihr tut.“ [Asch-Schura:25]
Und es wurde authentisch über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtet, dass er sagte:
«الإِسْلَامُ يَهْدِمُ مَا كَانَ قَبْلَهُ، وَالتَّوْبَةُ تَجُبُّ مَا كَانَ قَبْلَهَا».
„Der Islam hebt (und tilgt) alles was (an Sünden) davor war, und die aufrichtige Reue löscht alles aus, was davor begangen wurde.“
Diese kurzen Worte habe ich verfasst, da der Schirk eine große Gefahr darstellt und die gewaltigste aller Sünden ist, aus Sorge, dass man durch die Aussagen dieser Autorin in die Irre geführt werden könnte, und weil es eine Pflicht ist, aufrichtig um Allahs willen und zum Wohl Seiner Diener einen guten Ratschlag zu erteilen. Ich bitte Allah - erhaben ist Seine Majestät -, dass Er diese Worte nützlich macht, unsere Lage und die Lage aller Muslime verbessert, uns allen ein tiefes Verständnis der Religion und Standhaftigkeit in ihr verleiht und uns sowie alle Muslime vor den Übeln unserer eigenen Seelen und vor unseren schlechten Taten bewahrt. Wahrlich, Er ist Derjenige, Der dies übernimmt, und Er hat die Macht dazu.
Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.
بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die dritte Niederschrift:
Das Urteil in Bezug auf den Anruf/die Hilfesuche (in Form von „Istighathah“) bei den Jinn und Satanen und das Erfüllen eines Gelübdes für sie
Von 'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz an diejenigen unter den Muslimen, die dies(e Zeilen) sehen: Möge Allah mir und euch den Erfolg verleihen, an Seiner Religion festzuhalten und darauf standhaft zu sein. Amin.
As-Salamu 'Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh.
Um fortzufahren: Einige Brüder fragten mich nach dem Verhalten mancher Unwissender, die sich im Bittgebet an andere als Allah - gepriesen sei Er - wenden und bei schweren Angelegenheiten Hilfe bei ihnen suchen, wie z. B. der Anruf der Jinn, sie (in Form von „Istighathah“) um Hilfe bitten, ihnen Gelübde widmen oder ihnen Opfer darbringen. Dazu gehört ebenfalls die Aussage mancher von ihnen: „O Sieben“ - das heißt: sieben von den Anführern der Jinn - nehmt ihn, brecht seine Knochen, trinkt sein Blut, verstümmelt ihn; o Sieben, tut ihm dies oder jenes an.“ Oder die Aussage mancher von ihnen: „Nehmt ihn, o Jinn des Mittags, o Jinn des Nachmittags.“ Dies kommt in einigen südlichen Gegenden häufig vor. Zu diesem Bereich gehört ebenfalls: das Anrufen der Toten - seien es Propheten, Rechtschaffene oder andere -, ebenso das Anrufen der Engel und das Erbitten von Hilfe bei ihnen während einer Not. All dies und Ähnliches wird von vielen, die sich dem Islam zuschreiben, praktiziert - aus Unwissenheit und Nachahmung derer, die ihnen vorausgingen. Und manche von ihnen haben es sich vielleicht leicht gemacht und es mit der Aussage gerechtfertigt: „Das ist nur ein Spruch, wir meinen es nicht und glauben nicht daran.“
Und man fragte mich auch über das Urteil bezüglich der Eheschließung mit jemandem, der für solche Praktiken bekannt ist, über ihre Opfergaben, das Totengebet für sie sowie (das Gebet) hinter ihnen; und auch über das Glauben an die (Handlungen der) Zauberer und Wahrsager, wie etwa jene, die behaupten, die Krankheit und ihre Ursachen zu kennen, allein dadurch, dass sie etwas berührt haben, das den Körper des Kranken berührt hat - wie der Turban, die Hose, der Schleier oder Ähnliches.
Die Antwort: Alles Lob gebührt Allah allein, und Allahs Segen und Frieden seien auf dem, nach dem kein Prophet mehr kommt, sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und diejenigen, die durch sie bis zum Tag des Gerichts rechtgeleitet wurden.
Um fortzufahren: Wahrlich, Allah - gepriesen und erhaben ist Er - hat die beiden Schwerlastenden (also die Menschen und Jinn) erschaffen, damit sie Ihn anbeten, und sonst keinen außer Ihm, sodass sie Ihm den Anruf (und das Bittgebet), das Ersuchen um Hilfe während einer Not, das Schlachten, das Gelübde und alle anderen Formen der Anbetung widmen. Er sandte die Gesandten mit dieser Aufgabe, ordnete ihnen dies an und offenbarte die himmlischen Schriften, von denen die gewaltigste (Schrift) der edle Quran ist, um dies zu erläutern, dazu einzuladen und die Menschen vor dem Schirk an Allah und der Anbetung anderer zu warnen. Dies ist die Grundlage aller Grundlagen und das Fundament der (islamischen) Gemeinschaft und der Religion. Es ist die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses „La ilaha illah Allah“ (Es gibt keine Gottheit, die zu Recht angebetet wird, außer Allah) und die Wahrheit, dass niemand mit Recht angebetet wird, außer Allah. Dies verneint die Anbetung anderer als Allah und bekräftigt, dass die Anbetung allein Ihm gehört, ohne dass irgendeines der übrigen Geschöpfe Anteil daran hat. Die Beweise dafür aus dem Buch Allahs und der Sunnah Seines Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sind sehr zahlreich, darunter Seine - erhaben ist Seine Majestät - Worte:
﴿وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَالْإِنْسَ إِلَّا لِيَعْبُدُونِ56﴾
„Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ [Adh-Dhariyat:56] Und Seine - gepriesen sei Er - Aussage:
﴿وَقَضَى رَبُّكَ أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا إِيَّاهُ...﴾
„Und dein Herr hat angeordnet, dass ihr nur Ihm dienen sollt [...].“ [Al-Isra:23] Und die Aussage des Erhabenen:
﴿وَمَا أُمِرُوا إِلَّا لِيَعْبُدُوا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ حُنَفَاءَ...﴾
„Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und (dabei) Ihm gegenüber, als Anhänger des rechten Glaubens, aufrichtig in der Religion (zu sein) [...].“ [Al-Bayyinah:5] Und die Aussage des Erhabenen:
﴿وَقَالَ رَبُّكُمُ ادْعُونِي أَسْتَجِبْ لَكُمْ إِنَّ الَّذِينَ يَسْتَكْبِرُونَ عَنْ عِبَادَتِي سَيَدْخُلُونَ جَهَنَّمَ دَاخِرِينَ60﴾
„Und euer Herr sagt: ‚Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Wahrlich, diejenigen, die sich aus Hochmut weigern, Mir zu dienen, werden in die Hölle gedemütigt eingehen.‘“ [Ghafir:60] Und der Erhabene sagte:
﴿وَإِذَا سَأَلَكَ عِبَادِي عَنِّي فَإِنِّي قَرِيبٌ أُجِيبُ دَعْوَةَ الدَّاعِ إِذَا دَعَانِ...﴾
„Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich fürwahr nahe; Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft. [...].“
[Al-Baqarah:186]
So hat Er - gepriesen sei Er - in diesen Versen klargestellt, dass Er die beiden Schwerlastenden für Seine Anbetung erschaffen hat, und dass Er Seinen Dienern im eindeutigen Quran und durch die Worte des Gesandten - Segen und Frieden sei auf ihm - geboten, d. h. befohlen und empfohlen, hat, niemanden außer ihrem Herrn anzubeten.
Und Er - majestätisch und erhaben ist Er - hat klargestellt, dass das Bittgebet eine gewaltige Form der Anbetung ist. Wer sich ihm hochmütig verschließt, wird in das (Höllen)feuer eintreten. Er ordnete Seinen Dienern an, Ihn allein anzurufen, und berichtete, dass Er nahe ist und ihre Bittgebete erhört. Daher ist es für alle Diener verpflichtend, mit dem Bittgebet allein ihren Herrn anzurufen, denn es ist eine Art der Anbetung, für die sie erschaffen wurden und die ihnen angewiesen wurde. Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿قُلْ إِنَّ صَلَاتِي وَنُسُكِي وَمَحْيَايَ وَمَمَاتِي لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ162 لَا شَرِيكَ لَهُ وَبِذَلِكَ أُمِرْتُ وَأَنَا أَوَّلُ الْمُسْلِمِينَ163﴾
„Sag: ‚Wahrlich, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer, mein Leben und mein Sterben gehören Allah, dem Herrn der Weltenbewohner.
Er hat keinen Teilhaber. Und dies ist mir befohlen worden, und ich bin der erste der (Ihm ergebenen) Muslime.‘“ [Al-An'am:162-163]
So ordnete Allah Seinem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - an, den Menschen mitzuteilen, dass sein Gebet und seine Opfergabe - und zwar das Schlachten - sowie sein Leben und sein Tod ausschließlich für Allah, den Herrn der Weltenbewohner, sind, Der keinen Teilhaber hat. Daraus folgt: Wer für jemand anderen als Allah opfert, hat Ihm gegenüber Schirk begangen, genauso wie wenn jemand für einen anderen als Allah betet, denn Allah - gepriesen sei Er - hat das Gebet und das Opfern miteinander verbunden und erklärt, dass beide allein für Ihn, Der keinen Teilhaber hat, bestimmt sind. Wer nun für jemand anderen als Allah opfert - sei es für Jinn, Engel, Verstorbene oder andere, um sich ihnen damit anzunähern -, ist wie jemand, der für jemand anderen als Allah betet. Und in einem authentischen Hadith sagte der Prophet - Segen und Frieden seien auf ihm -:
«لَعَنَ اللهُ مَنْ ذَبَحَ لِغَيْرِ اللهِ».
„Allah verflucht denjenigen, der für jemand anderen als Allah opfert.“ Und Imam Ahmad berichtete mit einer guten (hasan) Überlieferungskette über Tariq Ibn Schihab - möge Allah mit ihm zufrieden sein - über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, dass er sagte:
«مرَّ رَجُلَانِ عَلَى قَومٍ لَهُم صَنَمٌ لَا يَجُوزُهُ أَحَدٌ حَتَّى يُقرِّبَ لَهُ شَيئًا، فَقَالُوا لِأَحَدِهِمَا: قَرِّبْ. قَالَ: لَيسَ عِندِي شَيءٌ أَقَرِّبُهُ، قَالُوا: قَرِّبْ وَلَوْ ذَبَابًا، فَقَرَّبَ ذُبَابًا، فَخَلُّوا سَبِيلَهُ، فَدَخَلَ النَّارَ، وَقَالُوا لِلآخَرِ: قَرِّبْ. قَالَ: مَا كُنْتُ لِأُقَرِّبَ لِأَحَدٍ شَيْئًا دُونَ اللهِ جَلَّ جَلَالُهُ، فَضَرَبُوا عُنُقَه، فَدَخَلَ الجَنَّةَ».
„Zwei Männer gingen an Leuten vorbei, die eine Götze hatten. Keiner konnte sie passieren, bis er ein Opfer für sie darbrachte. Da sagten sie zu dem einen von ihnen: ‚Bring ein Opfer dar!‘ Er sagte: ‚Ich habe nichts, um es zu opfern.‘ Sie sagten zu ihm: ‚Bring ein Opfer dar, selbst wenn es nur eine Mücke ist.‘ Da opferte er eine Mücke und sie ließen ihn dann ziehen und er trat dann in das (Höllen)feuer ein. Und sie sagten zum anderen: ‚Bring ein Opfer dar!‘ Da sagte er: ‚Niemals würde ich für jemand anderen außer Allah - erhaben ist Seine Majestät - etwas opfern.‘ Hierauf schlugen sie auf seinen Nacken (und töteten ihn) und er trat dann in den (Paradies)garten ein.“
Wenn also jemand sich einem Götzen oder Ähnlichem durch das Opfern von einer Fliege oder Ähnlichem nähert und dadurch zum Muschrik wird und es verdient, das Höllenfeuer zu betreten, wie verhält es sich dann erst mit jemandem, der die Jinn, Engel oder Gefolgsleute („Awliya“) anruft, sie in einer Notlage um Hilfe bittet, für sie Gelübde ablegt oder sich ihnen durch Opfergaben nähert, in der Hoffnung, dass sie sein Eigentum bewahren, einen Kranken heilen oder seine Tiere und Felder schützen? Und wie sieht es erst aus mit dem, der dies aus Furcht vor dem Übel der Jinn oder Ähnlichem tut?! Es besteht kein Zweifel, dass jemand, der solche oder ähnliche Handlungen begeht, eher als Muschrik gilt und das Höllenfeuer verdient als jener Mann, der eine Fliege als Opfergabe für die Götzen darbrachte.
Und was diesbezüglich ebenfalls überliefert wurde, ist Seine - erhaben ist Seine Majestät - Aussage:
﴿إِنَّآ أَنزَلۡنَآ إِلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ فَٱعۡبُدِ ٱللَّهَ مُخۡلِصٗا لَّهُ ٱلدِّينَ2 أَلَا لِلَّهِ ٱلدِّينُ ٱلۡخَالِصُۚ وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ3﴾
„Wir haben ja das Buch mit der Wahrheit zu dir hinabgesandt. So diene Allah und sei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion.
Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion. Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen‘ -, wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:2-3] Und der Erhabene sagte:
﴿وَيَعْبُدُونَ مِنْ دُونِ اللَّهِ مَا لَا يَضُرُّهُمْ وَلَا يَنْفَعُهُمْ وَيَقُولُونَ هَؤُلَاءِ شُفَعَاؤُنَا عِنْدَ اللَّهِ قُلْ أَتُنَبِّئُونَ اللَّهَ بِمَا لَا يَعْلَمُ فِي السَّمَاوَاتِ وَلَا فِي الْأَرْضِ سُبْحَانَهُ وَتَعَالَى عَمَّا يُشْرِكُونَ18﴾
„Und sie dienen anstatt Allahs, was ihnen weder schadet noch nützt und sagen: ‚Das sind unsere Fürsprecher bei Allah.‘ Sag: ‚Wollt ihr denn Allah kundtun, was Er nicht kennt, weder in den Himmeln noch auf der Erde?‘ Gepriesen sei Er und erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen.“ [Yunus:18]
So hat Allah - gepriesen sei Er - in diesen beiden Versen klargestellt, dass die Muschrikun neben Ihm Gefolgsleute („Awliya“) unter den Geschöpfen angenommen haben, die sie mit Ihm zusammen anbeten - durch Furcht, Hoffnung, Opfer, Gelübde, Bittgebete und Ähnliches -, mit der Behauptung, dass diese Gefolgsleute denjenigen, der sie anruft, Allah näherbringen und Fürsprache bei Ihm einlegen. Hierauf widerlegte Allah - gepriesen sei Er - sie und machte ihre Unwahrheit deutlich, nannte sie Lügner, Ungläubige und Muschrikun und sprach Sich selbst von ihrem Schirk los. So sagte Er - majestätisch und erhaben ist Er -:
﴿...سُبْحَانَهُ وَتَعَالَى عَمَّا يُشْرِكُونَ﴾
„[...]. Gepriesen und erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen.“ [An-Nahl:1] Daraus wird erkenntlich, dass derjenige, der einen Engel, Propheten, Jinn, Baum oder Stein nimmt und diesen neben Allah anruft (und bittet), von ihm Hilfe in einer Notlage ersucht und sich ihm durch Gelübde oder Opferhandlungen annähert, in der Hoffnung, dass er bei Allah Fürsprache einlegen könnte und dies Ihn näherbringt, oder mit der Hoffnung auf die Heilung eines Kranken, oder dass dies Schutz herbeibringt, oder einen Abwesenden bewahrt usw., so hat man dadurch gewaltigen Schirk begangen und einen verderblichen Irrweg eingeschlagen, über den Allah sagte:
﴿إِنَّ اللَّهَ لَا يَغْفِرُ أَنْ يُشْرَكَ بِهِ وَيَغْفِرُ مَا دُونَ ذَلِكَ لِمَنْ يَشَاءُ وَمَنْ يُشْرِكْ بِاللَّهِ فَقَدِ افْتَرَى إِثْمًا عَظِيمًا48﴾
„Wahrlich, Allah vergibt nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. Und wer Allah (etwas) beigesellt, der hat gewiss eine gewaltige Sünde ersonnen.“ [An-Nisa:48] Und der Erhabene sagte:
﴿...إِنَّهُ مَنْ يُشْرِكْ بِاللَّهِ فَقَدْ حَرَّمَ اللَّهُ عَلَيْهِ الْجَنَّةَ وَمَأْوَاهُ النَّارُ وَمَا لِلظَّالِمِينَ مِنْ أَنْصَارٍ﴾
„Wahrlich, wer Allah (etwas) beigesellt, dem verbietet Allah fürwahr den Paradiesgarten, und dessen Zufluchtsort wird das (Höllen)feuer sein. Und die Ungerechten werden keine Helfer haben.“ [Al-Maidah:72]
Und die Fürsprache wird am Tage der Auferstehung nur den Leuten des Tauhids und der Aufrichtigkeit zuteil, nicht den Leuten des Schirks, so wie der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte, als er gefragt wurde: „O Gesandter Allahs, wer sind die glücklichsten Menschen in Bezug auf deine Fürsprache?“ Er sagte:
«مَنْ قَالَ: لَا إِلَهَ إِلَّا اللهُ خَالِصًا مِنْ قَلْبِهِ».
„Derjenige, der aufrichtig vom Herzen ‚La ilaha illa Allah‘ (Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Allah) sagt.“ Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لِكُلِّ نَبِيٍّ دَعْوَةٌ مُسْتَجَابَةٌ، فَتَعَجَّلَ كُلُّ نَبِيٍ دَعْوَتَهُ، وَإِنِّي اخْتَـبَأْتُ دَعْوَتِي شَفَاعَةً لِأُمَّتِي يَومَ القِيَامَةِ، فَهِيَ نَائِلَةٌ إِنْ شَاءَ اللهِ مَن مَاتَ مِنْ أُمَّتِي لَا يُشْرِكُ بِاللهِ شَيْئًا».
„Jeder Prophet hat ein (sicher) erhörtes Bittgebet. So hat jeder Prophet sein Bittgebet bereits genutzt/vorgezogen, ich dagegen habe mein Bittgebet als Fürsprache für meine Gemeinschaft für den Tag der Auferstehung aufbewahrt/zurückgehalten. Es wird - so Allah will - denjenigen aus meiner Gemeinschaft zuteil, die sterben, ohne Allah irgendetwas beigesellt zu haben.“
Und die früheren Götzendiener glaubten daran, dass Allah ihr Herr, ihr Schöpfer und ihr Versorger ist. Doch sie hängten sich an die Propheten, die Gefolgsleute, die Engel, die Bäume, die Steine und dergleichen, in der Hoffnung auf ihre Fürsprache bei Allah und darauf, dass sie sie Ihm näherbringen - so wie es bereits in den Versen zuvor erwähnt wurde. So entschuldigte Allah sie dafür nicht. Vielmehr tadelte Allah sie in Seinem gewaltigen Buch, nannte sie Ungläubige („Kuffar“) und Götzendiener („Muschrikun“) und widerlegte ihre Behauptung, dass diese Angebeteten für sie Fürsprache einlegen und sie Allah näherbringen würden. Auch der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - entschuldigte sie nicht, sondern bekämpfte sie vielmehr wegen dieses Schirks, bis sie die Anbetung ausschließlich Allah allein widmeten - handelnd nach der Aussage des Gepriesenen:
﴿وَقَاتِلُوهُمْ حَتَّى لَا تَكُونَ فِتْنَةٌ وَيَكُونَ الدِّينُ لِلَّهِ...﴾
„Und kämpft gegen sie, bis es keine Heimsuchung („Fitnah“) mehr gibt und die Religion (allein) Allahs ist. [...].“ [Al-Baqarah:193] Und der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«أُمِرْتُ أَنْ أُقَاتِلَ النَّاسَ حَتَّى يَشْهَدُوا أَنْ لَا إِلهَ إِلَّا اللهُ وَأَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللهِ، وَيُقِيمُوا الصَّلَاةَ، وَيُؤتُوا الزَّكَاةَ، فَإِذَا فَعَلُوا ذَلِكَ عَصَمُوا مِنِّي دِمَاءَهُم وَأَمْوَالَهُمْ إِلَّا بِحَقِّ الإِسْلَامِ، وَحِسَابُهُم عَلَى اللهِ».
„Mir wurde befohlen, die Menschen (so lange) zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt, außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, sie das Gebet verrichten und die Pflichtabgabe („Zakah“) entrichten. Wenn sie dies tun, so haben sie ihr Blut und ihren Besitz vor mir geschützt - außer (ihr Blut wird vergossen oder ihr Besitz genommen) mit dem Recht des Islams (durch islamische Rechtsprechung) - und ihre Abrechnung liegt bei Allah.“ Und die Bedeutung seiner - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage:
«حَتَّى يَشْهَدُوا أَن لَا إِلهَ إِلَّا اللهُ».
„bis sie bezeugen, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt, außer Allah“, also bis sie die Anbetung aufrichtig Allah widmen, und sonst keinem anderen außer Ihm.
Die Muschrikun hatten Angst vor den Jinn und baten sie um Schutz. Als Antwort darauf offenbarte Allah - erhaben ist Er - Seine Aussage:
﴿وَأَنَّهُ كَانَ رِجَالٌ مِنَ الْإِنْسِ يَعُوذُونَ بِرِجَالٍ مِنَ الْجِنِّ فَزَادُوهُمْ رَهَقًا6﴾
„Und (manche) Männer unter den Menschen pflegten Zuflucht zu nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei) ihnen Elend.“ [Al-Jinn:6] Die Leute (und Gelehrten) des Tafsirs sagten über diesen edlen Vers: „Die Bedeutung Seiner Aussage:
﴿...فَزَادُوهُمْ رَهَقًا﴾
‚[...], doch mehrten sie so (bei) ihnen Elend‘, bedeutet: Aus Schrecken und Furcht, denn die Jinn sind von Natur aus hochmütig und arrogant in ihrem Wesen, wenn sie sehen, dass die Menschen Zuflucht bei ihnen suchen. Dann verbreiten sie noch mehr Angst und Schrecken, damit diese sie noch mehr anbeten und Zuflucht bei ihnen suchen.“
Allah hat den Muslimen jedoch einen Ersatz dafür zukommen lassen, nämlich die Zufluchtsuche („Isti'adhah“) bei Ihm - gepriesen sei Er - und durch Seine vollkommenen Worte. Diesbezüglich hat Er Seine - erhaben ist Seine Majestät - Aussage hinabgesandt:
﴿وَإِمَّا يَنْزَغَنَّكَ مِنَ الشَّيْطَانِ نَزْغٌ فَاسْتَعِذْ بِاللَّهِ إِنَّهُ سَمِيعٌ عَلِيمٌ200﴾
„Und wenn dich vom Satan (auch nur) eine (leichte) Einflüsterung (und Abhaltung vom Guten) aufstacheln sollte, dann suche Zuflucht bei Allah. Wahrlich, Er ist allhörend und allwissend.“ [Al-A'raf:200] Und Seine - erhaben ist Seine Majestät - Aussage:
﴿قُلْ أَعُوذُ بِرَبِّ الْفَلَقِ1﴾
„Sag: ‚Ich nehme Zuflucht beim Herrn des Tagesanbruchs.‘“ Und es wurde authentisch über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:
«مَنْ نَزَلَ مَنْزِلًا فَقَالَ: (أَعُوذُ بِكَلِمَاتِ اللهِ التَّامَّاتِ مِنْ شَرِّ مَا خَلَقَ)؛ لَم يَضُرَّهُ شَيءٌ حَتَّى يَرْتَحِلَ مِنْ مَنْزِلِهِ ذَلِكَ».
„Wer sich an einem Ort niederlässt und daraufhin sagt: ‚Ich nehme Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allahs vor dem Übel, das Er erschaffen hat‘ („A'udhu bi-Kalimatillahi At-Tammati min Scharri ma Khalaq“), so wird ihm kein Schaden zugefügt werden, bis er jenen seinen Ort (wieder) verlässt.“
Aus den zuvor genannten Versen und Hadithen wird der Suchende nach Rettung und derjenige, der sein religiöses Leben bewahren und sich vor Schirk - sowohl in seiner feinen als auch in seiner deutlichen Form - schützen möchte, erkennen, dass die Bindung an Verstorbene, Engel, Jinn und andere Geschöpfe, ihr Anrufen, das Suchen von Zuflucht bei ihnen und Ähnliches zu den Taten der Muschrikun der vorislamischen Zeit gehört und zu den abscheulichsten Formen des Schirks an Allah - gepriesen sei Er - zählt. Es ist daher verpflichtend, dies zu unterlassen, sich davor zu hüten, andere zur Vermeidung anzuhalten und diejenigen zu tadeln, die es tun.
Und was diejenigen unter den Menschen betrifft, die für solche Schirk-Handlungen bekannt sind: So ist es nicht erlaubt, sie zu heiraten, von ihrem geschlachteten (Tier) zu essen, für sie das Totengebet zu verrichten oder hinter ihnen zu beten, bis sie ihre Reue gegenüber Allah - erhaben ist Er - öffentlich erklären und ihre Bittgebete und Anbetung ausschließlich Allah widmen. Denn das Bittgebet selbst ist die (eigentliche) Anbetung, ja sogar ihr Kern, wie der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«الدُّعَاءُ هُوَ العِبَادَةُ».
„Das Bittgebet ist die (eigentliche) Anbetung.“ Und es wurde über ihn - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in einem anderen Wortlaut berichtet, dass er sagte:
«الدُّعَاءُ مُخُّ العِبَادَةِ».
„Das Bittgebet ist das Gehirn/der Kern der Anbetung.“ Was das Heiraten mit den Muschrikun betrifft, so sagte Allah - erhaben ist Er - bereits:
﴿وَلَا تَنْكِحُوا الْمُشْرِكَاتِ حَتَّى يُؤْمِنَّ وَلَأَمَةٌ مُؤْمِنَةٌ خَيْرٌ مِنْ مُشْرِكَةٍ وَلَوْ أَعْجَبَتْكُمْ وَلَا تُنْكِحُوا الْمُشْرِكِينَ حَتَّى يُؤْمِنُوا وَلَعَبْدٌ مُؤْمِنٌ خَيْرٌ مِنْ مُشْرِكٍ وَلَوْ أَعْجَبَكُمْ أُولَئِكَ يَدْعُونَ إِلَى النَّارِ وَاللَّهُ يَدْعُو إِلَى الْجَنَّةِ وَالْمَغْفِرَةِ بِإِذْنِهِ وَيُبَيِّنُ آيَاتِهِ لِلنَّاسِ لَعَلَّهُمْ يَتَذَكَّرُونَ221﴾
„Und heiratet nicht Götzendienerinnen, bis sie glauben. Und eine gläubige Sklavin ist gewiss besser als eine Götzendienerin, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzendienern, bis sie glauben. Und ein gläubiger Sklave ist gewiss besser als ein Götzendiener, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene laden zum (Höllen)feuer ein, aber Allah lädt zum (Paradies)garten und zur Vergebung ein, mit Seiner Erlaubnis. Und Er macht den Menschen Seine Zeichen klar, auf dass sie bedenken mögen.“ [Al-Baqarah:221] Allah - gepriesen sei Er - untersagte den Muslimen, Frauen der Muschrikun zu heiraten - seien es Anbeter von Götzen, Jinn, Engeln oder Ähnlichem -, bis sie daran glauben, die Anbetung aufrichtig und allein für Allah zu verrichten, den Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bei dem, womit er gekommen ist, bestätigen (und daran glauben) und seinem Weg folgen. Ebenso verbot Er, dass muslimische Frauen mit Muschrikun verheiratet werden, bis sie daran glauben, die Anbetung aufrichtig und allein für Allah zu verrichten, den Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bestätigen (und an ihn glauben) und ihm Folge leisten.
Er - gepriesen sei Er - berichtete, dass die gläubige Sklavin besser ist als die freie Götzendienerin, selbst wenn derjenige, der sie betrachtet, von ihrer Schönheit und ihrer guten Ausdruckweise beeindruckt ist. Ebenso ist der gläubige Diener besser als der freie Götzendiener, auch wenn derjenige, der ihn hört oder ansieht, von seiner Schönheit, Redegewandtheit, Tapferkeit und Ähnlichem beeindruckt ist. Dann erläuterte Er die Gründe für diese Bevorzugung mit Seinen - gepriesen sei Er - Worten:
﴿...أُولَئِكَ يَدْعُونَ إِلَى النَّارِ...﴾
„[...]. Jene laden zum (Höllen)feuer ein, [...].“ [Al-Baqarah:221] Gemeint sind damit die Muschrikun - Männer wie Frauen -, denn sie sind Rufer zum Höllenfeuer durch ihre Aussagen, ihre Handlungen, ihren Lebenswandel und ihren Charakter. Die gläubigen Männer und Frauen hingegen laden durch ihren Charakter, ihre Taten und ihren Lebenswandel zum Paradiesgarten ein. Wie könnten diese beiden Gruppen einander gleich sein!
Was das Verrichten des Totengebets für die Muschrikun angeht, so hat Er - majestätisch und erhaben ist Er - in Bezug auf die Heuchler gesagt:
﴿وَلَا تُصَلِّ عَلَى أَحَدٍ مِنْهُمْ مَاتَ أَبَدًا وَلَا تَقُمْ عَلَى قَبْرِهِ إِنَّهُمْ كَفَرُوا بِاللَّهِ وَرَسُولِهِ وَمَاتُوا وَهُمْ فَاسِقُونَ84﴾
„Und bete niemals über jemandem von ihnen, der gestorben ist, und stehe nicht an seinem Grab! Sie verleugneten ja Allah und Seinen Gesandten, und sie starben als Frevler.“ [At-Taubah:84] Somit hat Er - majestätisch und erhaben ist Er - in diesem edlen Vers klargestellt, dass für den Heuchler und den Ungläubigen (das Totengebet) nicht verrichtet wird, aufgrund ihres Unglaubens gegenüber Allah und Seinen Gesandten. Ebenso wird nicht hinter ihnen gebetet, und sie werden nicht zu Vorbetern für die Muslime gemacht, wegen ihres Unglaubens und ihrer fehlenden Vertrauenswürdigkeit, wegen der großen Feindschaft zwischen ihnen und den Muslimen, und weil sie nicht zu den Leuten des Gebets und der Anbetung gehören, denn mit Unglauben und Götzendienst bleibt keine Tat bestehen. Wir bitten Allah um Bewahrung davor. Und was den Verzehr des Geschlachteten der Muschrikun betrifft, so sagte Er - erhaben ist Seine Majestät - zur Darlegung des Verbots von Verendeten und der Schlachtungen der Muschrikun:
﴿وَلَا تَأْكُلُوا مِمَّا لَمْ يُذْكَرِ اسْمُ اللَّهِ عَلَيْهِ وَإِنَّهُ لَفِسْقٌ وَإِنَّ الشَّيَاطِينَ لَيُوحُونَ إِلَى أَوْلِيَائِهِمْ لِيُجَادِلُوكُمْ وَإِنْ أَطَعْتُمُوهُمْ إِنَّكُمْ لَمُشْرِكُونَ121﴾
„Und esst nicht von dem, worüber der Name Allahs nicht ausgesprochen worden ist. Das ist gewiss Frevel. Und wahrlich, die Satane geben ihren Schützlingen ein, damit sie mit euch streiten. Und wenn ihr ihnen gehorcht, seid ihr fürwahr Götzendiener.“ [Al-An'am:121] So hat Er - erhaben ist Seine Majestät - den Muslimen untersagt, Verendetes und das Geschlachtete eines Muschriks zu essen, da er unrein ist. Daher entspricht sein Geschlachtetes im Urteil dem Verendeten, selbst wenn er dabei den Namen Allahs erwähnt, denn seine Nennung ist ungültig und ohne Wirkung, da sie eine Anbetung ist, und der Schirk macht die Anbetung zunichte und macht sie ungültig, bis der Muschrik reumütig zu Allah - gepriesen sei Er - zurückkehrt. Und Er - erhaben ist Seine Majestät - hat lediglich die Speise der Leute der Schrift erlaubt, und dies durch Seine - gepriesen sei Er - Aussage:
﴿...وَطَعَامُ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ حِلٌّ لَكُمْ وَطَعَامُكُمْ حِلٌّ لَهُمْ...﴾
„[...]. Und die Speise derjenigen, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, [...].“ [Al-Maidah:5] Dies, da sie sich einer himmlischen Religion zuschreiben und behaupten, zu den Anhängern Musas und 'Isas zu gehören, auch wenn sie darin lügen. Und Allah hat bereits ihre Religion aufgehoben und für ungültig erklärt durch die Entsendung Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - an die gesamte Menschheit. Doch Allah - hoch und erhaben ist Er - hat uns die Speise der Leute der Schrift und ihre Frauen erlaubt, aus einer durchdringenden Weisheit und vorhandenen Geheimnissen, die die Gelehrten verdeutlicht haben. All dies im Gegensatz zu den Muschrikun unter den Anbetern der Götzen und der Toten - seien es Propheten, Gefolgsleute („Awliya“) oder andere -, denn ihre Religion hat keinen Ursprung und keine Scheinargumente, denn sie ist von Grund auf falsch. Daher ist das Geschlachtete ihrer Anhänger etwas Verendetes und ihr Verzehr ist nicht erlaubt.
Was jedoch die Aussage einer Person zu demjenigen betrifft, den sie anspricht: „Ein Jinn hat dich getroffen“, „Ein Jinn hat dich gepackt“, „Ein Satan ist mit dir davongeflogen“ und Ähnliches, so gehört dies zum Bereich der Beschimpfung und Beleidigung. Dies ist unter Muslimen nicht erlaubt, ebenso wie alle Arten von Beschimpfung und Beleidigung. Das gehört aber nicht zum Bereich des Schirks, außer wenn derjenige, der dies sagt, glaubt, dass die Jinn eigenständig über die Menschen ohne die Erlaubnis und den Willen Allahs verfügen. Wer nun dies in Bezug auf die Jinn oder andere Geschöpfe glaubt, der ist aufgrund dieser Glaubenslehre zum Ungläubigen („Kafir“) geworden; denn Allah - gepriesen sei Er - ist der Besitzer aller Dinge und zu allem fähig. Und Er ist Derjenige, Der Nutzen und Schaden herbeibringt, und es gibt nichts, außer mit Seiner Erlaubnis, Seinem Willen und Seiner vorherbestimmten Bestimmung, wie Er - erhaben ist Seine Majestät - Seinem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - anordnete, die Menschen über dieses gewaltige Grundprinzip zu informieren:
﴿قُلْ لَا أَمْلِكُ لِنَفْسِي نَفْعًا وَلَا ضَرًّا إِلَّا مَا شَاءَ اللَّهُ وَلَوْ كُنْتُ أَعْلَمُ الْغَيْبَ لَاسْتَكْثَرْتُ مِنَ الْخَيْرِ وَمَا مَسَّنِيَ السُّوءُ إِنْ أَنَا إِلَّا نَذِيرٌ وَبَشِيرٌ لِقَوْمٍ يُؤْمِنُونَ188﴾
„Sag: ‚Ich verfüge für mich selbst weder Nutzen noch Schaden, außer was Allah will. Und wenn ich das Verborgene wüsste, würde ich mir fürwahr viel Gutes verschaffen, und Schlechtes würde mich nicht treffen. Ich bin ja nur ein Warner und ein Frohbote für Leute, die glauben.‘“ [Al-A'raf:188] Wenn also der Führer unter den Geschöpfen und der Vorzüglichste unter ihnen - Segen und Frieden auf ihm - nicht einmal für sich selbst Nutzen noch Schaden zu verfügen vermag, außer was Allah will, wie steht es dann erst mit anderen Geschöpfen?! Und die Verse mit dieser Bedeutung sind zahlreich.
Was das Befragen von Wahrsagern, Scharlatanen, Astrologen und ihresgleichen betrifft - von jenen, die sich mit Nachrichten über das Verborgene befassen -, so ist dies verwerflich und nicht erlaubt. Ihnen Glauben zu schenken ist noch schwerwiegender und verwerflicher, ja es gehört zu den Bereichen des Unglaubens, aufgrund der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«مَنْ أَتَى عَرَّافًا فَسَأَلَهُ عَنْ شَيءٍ؛ لَمْ تُقْبَلْ لَهُ صَلَاةٌ أَرْبَعِينَ يَومًا».
„Wer einen Wahrsager aufsucht und ihn nach etwas fragt, dessen Gebet wird vierzig Nächte lang nicht angenommen.“ Überliefert von Muslim in seinem „Sahih-Werk“. Und ebenso in seinem „Sahih-Werk“ wird über Mu'awiyah Ibn Al-Hakam As-Sulami - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert,
«أَنَّ النَّبيَّ ﷺ نَهَى عَنْ إِتْيَانِ الكُهَّانِ وَسُؤَالِهِم».
dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - es untersagte, Wahrsager aufzusuchen und sie zu befragen.
Und die Verfasser der „Sunan-Werke“ überlieferten über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, dass er sagte:
«مَنْ أَتَى كَاهِنًا، فَصَدَّقَهُ بِمَا يَقُولُ؛ فَقَدْ كَفَرَ بِمَا أُنْزِلَ عَلَى مُحَمَّدٍ ﷺ».
„Wer zu einem Wahrsager geht und ihm bei dem, was er sagt, Glauben schenkt, so hat dieser Unglaube an dem begangen, was Muhammad offenbart wurde.“ Und die Hadithe diesbezüglich sind zahlreich. Es ist daher für die Muslime verpflichtend, sich davor zu hüten, Wahrsager, Scharlatane und alle anderen, die sich mit Nachrichten über das Verborgene beschäftigen und die Muslime täuschen, zu befragen - sei es unter dem Vorwand der Medizin oder aus einem sonstigen Grund - aufgrund des vorhergehenden Verbots des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seiner Warnung davor. Dazu zählt auch, was manche Personen unter dem Vorwand der Medizin über verborgene Dinge behaupten. Wenn sie zum Beispiel am Turban eines kranken Mannes oder am Kopftuch einer kranken Frau oder Ähnliches riechen, sagen sie: „Dieser Patient oder diese Patientin hat dies oder das getan“, in Bezug auf Dinge des Verborgenen, auf die weder der Turban des Kranken noch Ähnliches irgendeinen Hinweis gibt. Der Zweck davon ist lediglich, die Allgemeinheit zu täuschen, damit diese sagen: „Er kennt sich in der Medizin aus, kennt die Arten von Krankheiten und deren Ursachen.“ Vielleicht geben sie ihnen auch einige Medikamente, und vielleicht geschieht die Heilung durch Allahs Vorherbestimmung, sodass sie glauben, dass sie durch seine Medikamente verursacht wurde. Und vielleicht ist die Krankheit auf die Einwirkungen einiger Jinn und Satane zurückzuführen, die diesem angeblichen Mediziner dienen und ihm über manche verborgenen Dinge berichten, die sie kennen. Er verlässt sich dann darauf und stellt die Jinn und Satane durch die für sie angemessene Form der Anbetung zufrieden, woraufhin sie sich von diesem Kranken zurückziehen und den Schaden, den sie ihm zugefügt hatten, entfernen. Dies ist eine bekannte Tatsache über Jinn und Satane und diejenigen, die sie benutzen.
Es ist ebenfalls verpflichtend für die Muslime, sich davor in Acht zu nehmen, sich zu raten, dies zu unterlassen und ihr Vertrauen auf Allah - gepriesen sei Er - zu setzen und sich in allen Angelegenheiten auf Ihn zu verlassen. Es ist unbedenklich, (islamisch) vorgeschriebene Ruqyah und erlaubte Arzneien zu benutzen sowie sich bei Ärzten behandeln zu lassen, die den Patienten untersuchen und seine Krankheit durch sinnlich erfassbare und vernünftige Ursachen feststellen. Es wurde authentisch über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:
«مَا أَنْزَلَ اللهُ دَاءً إِلَّا أَنْزَلَ لَهُ شِفَاءً، عَلِمَهُ مَنْ علِمه، وَجَهِلَهُ مَنْ جَهِلَهُ».
„Allah sandte keine Krankheit herab, außer dass Er hierfür eine Heilung herabsandte. Es kennt sie, wer sie kennt, und es ist unwissend darüber, wer unwissend darüber ist.“ Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لِكُلِّ دَاءٍ دَوَاءٌ، فإِذَا أُصِيبَ دَوَاءٌ الدَّاءَ بََرَأَ بِإِذْنِ اللهِ».
„Für jede Krankheit gibt es ein Heilmittel. Wenn das Heilmittel die Krankheit trifft, heilt sie (auch) mit der Erlaubnis Allahs.“ Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«عِبَادَ اللهِ، تَدَاوَوا وَلَا تَدَاوَوا بِحَرَامٍ».
„(O) Diener Allahs, behandelt euch selbst (mit erlaubten Heilmitteln), aber behandelt euch nicht mit etwas Verbotenem.“ Und die Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.
Wir bitten Allah - erhaben ist Seine Majestät - die Lage aller Muslime zu verbessern, ihre Herzen und Körper von jedem Übel zu heilen, sie auf der Rechtleitung zu vereinen und uns sowie sie vor den Irrwegen der Versuchungen und vor dem Gehorsam gegenüber Satan und seinen Gefolgsleuten zu bewahren. Wahrlich, Er ist zu allem mächtig. Und es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allah, dem Hohem, dem Allmächtigen.
Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.
***
بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die vierte Niederschrift:
Das Urteil in Bezug auf die Anbetung (Allahs) durch Bittformeln („Aurad“), die Neuerungen und Schirk beinhalten
Von 'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz an den geehrten Bruder (…), möge Allah ihm zu allem Guten Erfolg verleihen, Amin.
Salamun 'Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh.
Um fortzufahren: Euer ehrenwertes Schreiben ist bei mir eingetroffen - möge Allah euch durch Seine Rechtleitung erreichen lassen - und was er an Information enthielt, nämlich dass es in eurem Land Menschen gibt, die an bestimmten Bittformeln („Aurad“) festhalten, für die Allah keinerlei Beweis herabgesandt hat. Darunter sind solche, die Neuerungen darstellen, und darunter sind solche, die Schirk beinhalten. Dies schreiben sie dem Führer der Gläubigen, 'Ali Ibn Abi Talib - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, und anderen zu. Und sie lesen diese Aurad in Sitzungen des Gedenkens oder in den Moscheen nach dem Abendgebet (Maghrib) wobei sie behaupten, dass dies eine Annäherung an Allah sei, wie etwa ihre Worte: „Beim Recht Allahs, o Männer Allahs, helft uns mit der Hilfe Allahs, und seid unsere Hilfe durch Allah.“ Und wie ihre Worte: „O (geistliche) Pole, o Führer, antwortet, o ihr Besitzer der Hilfen unter uns, und leistet Fürsprache bei Allah. Dieser euer Diener steht hier und verharrt an eurer Tür, und fürchtet sich vor seinem Mangel. Hilf uns in der Notlage, o Gesandter Allahs! Ich habe keinen außer euch, zu dem ich gehe, und von euch wird das Anliegen erfüllt. Ihr seid die nahestehenden Leute Allahs. Bei Hamzah, dem Führer der Märtyrer, und bei wem von euch auch immer es für uns Unterstützung gibt: Hilf uns in der Notlage, o Gesandter Allahs!“ Und wie ihre Worte: „O Allah, segne denjenigen, den Du zum Anlass für das Aufbrechen Deiner allmächtigen Geheimnisse und zum Hervortreten Deiner barmherzigen Lichter gemacht hast, sodass er zu einem Stellvertreter der Anwesenheit des Herrn und zu einem Nachfolger Deiner wesentlichen Geheimnisse wurde.“
Ferner habt ihr um eine Klarstellung gebeten, was davon als Neuerung („Bid'ah“) und was als Schirk einzustufen ist, sowie um die Frage, ob das Gebet hinter einem Vorbeter („Imam“) gültig ist, der solche Bittgebete spricht. All das war (euch) bekannt?
Die Antwort: Alles Lob gebührt Allah allein, und Segen und Frieden seien auf dem, nach dem kein Prophet mehr kommt, sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und diejenigen, die durch sie bis zum Tag des Gerichts rechtgeleitet wurden.
Um fortzufahren: Wisse - möge Allah dir Erfolg verleihen -, dass Allah - gepriesen sei Er - die Schöpfung nur deshalb erschaffen und die Gesandten - Segen und Frieden sei auf ihnen - nur deshalb entsandt hat, damit Er allein angebetet wird, Der keinen Teilhaber hat, und sonst keiner außer Ihm, so wie der Erhabene sagte:
﴿وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَالْإِنْسَ إِلَّا لِيَعْبُدُونِ56﴾
„Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“
[Adh-Dhariyat:56]
Und die Anbetung („'Ibadah“) - wie bereits dargelegt - ist: Der Gehorsam gegenüber Ihm - gepriesen sei Er - und Gehorsam gegenüber Seinem Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm -; durch die Handlung dessen, was Allah und Sein Gesandter angeordnet haben, und das Unterlassen dessen, was Allah und Sein Gesandter untersagt haben, aus Glauben („Iman“) an Allah und Seinen Gesandten, und mit Aufrichtigkeit gegenüber Allah in den Taten, mit der äußersten Liebe zu Allah und vollständiger Demut Ihm allein - erhaben ist Er - gegenüber, ohne irgendjemanden sonst, so wie der Erhabene sagte:
﴿وَقَضَى رَبُّكَ أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا إِيَّاهُ...﴾
„Und dein Herr hat angeordnet, dass ihr nur Ihm dienen sollt, [...].“ [Al-Isra:23] Das heißt: Er hat geboten und angeordnet, dass Er allein angebetet wird. Und der Erhabene sagte:
﴿الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ2 الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ3 مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ4 إِيَّاكَ نَعْبُدُ وَإِيَّاكَ نَسْتَعِينُ5﴾
„Das Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten(bewohner),
dem Allerbarmer, dem Barmherzigen,
dem Herrscher am Tag des Gerichts.
Dir (allein) dienen wir, und zu Dir (allein) flehen wir um Hilfe.“ [Al-Fatihah:2-5] Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - hat durch diese Verse verdeutlicht, dass es Ihm alleine zusteht, angebetet zu werden, und dass allein bei Ihm Hilfe zu erbitten ist. Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿إِنَّآ أَنزَلۡنَآ إِلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ فَٱعۡبُدِ ٱللَّهَ مُخۡلِصٗا لَّهُ ٱلدِّينَ2 أَلَا لِلَّهِ ٱلدِّينُ ٱلۡخَالِصُ...﴾
„Wir haben ja das Buch mit der Wahrheit zu dir hinabgesandt. So diene Allah und sei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion.
Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion. [...].“ [Az-Zumar:2-3] Und der Erhabene sagte:
﴿فَادْعُوا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ وَلَوْ كَرِهَ الْكَافِرُونَ14﴾
„So ruft Allah an, (und seid) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.“ [Ghafir:14] Und der Erhabene sagte:
﴿وَأَنَّ الْمَسَاجِدَ لِلَّهِ فَلَا تَدْعُوا مَعَ اللَّهِ أَحَدًا18﴾
„Und die Gebetsstätten gehören ja Allah; so ruft neben Allah niemanden an.“ [Al-Jinn:18] Und die Verse, die diese Bedeutung haben, sind zahlreich; sie alle weisen auf die Pflicht hin, Allah allein anzubeten.
Es ist wohl bekannt, dass das Bittgebet in all seinen Formen eine Anbetung darstellt. Daher ist es niemandem erlaubt, jemand anderen anzurufen, außer seinen Herrn, noch um Hilfe oder Beistand während einer Notlage von jemand anderem als Ihm zu bitten, gemäß diesen edlen Versen und dem, was ihrem Sinn entspricht. Und dies gilt unabhängig von den gewöhnlichen, sinnlich erfassbaren Angelegenheiten, die von einem lebenden, gegenwärtigen Geschöpf bewältigt werden können. Denn dies gehört nicht zur Anbetung. Vielmehr ist es laut Quelltexten und Konsens erlaubt, dass ein Mensch bei einem lebenden und fähigen Menschen bei einer Sache um Hilfe bittet, in gewöhnlichen Angelegenheiten, die dieser bewältigen kann; zum Beispiel, Hilfe oder Beistand zu erbitten, um das Übel seines Kindes, seines Dieners, seines Hundes oder Ähnlichem abzuwehren. So kann z. B. ein Mensch bei einem lebenden Menschen um Hilfe bitten, sei er anwesend oder abwesend, durch sinnlich wahrnehmbare Mittel, wie durch schriftliche Mitteilungen oder Ähnliches, beim Bau seines Hauses, bei der Reparatur seines Autos etc. Dazu gehört auch, dass ein Mensch seine Gefährten beim Sich-Abmühen („Jihad“) oder Krieg während einer Notlage um Beistand bittet usw. Zu diesem Themenbereich zählt z. B. die Aussage Allahs - erhaben ist Er - in der Erzählung von Musa - Frieden und Segen sei auf ihm -:
﴿...فَاسْتَغَاثَهُ الَّذِي مِنْ شِيعَتِهِ عَلَى الَّذِي مِنْ عَدُوِّهِ...﴾
„[...] Da rief ihn derjenige, der von seiner Gruppierung war, zu Hilfe gegen denjenigen, der von seinen Feinden war. [...]“ [Al-Qasas:15]
Was jedoch das Bitten um Hilfe während einer Notlage (in Form von „Istighathah“) bei den Toten, den Jinn und den Engeln sowie bei Bäumen und Steinen betrifft, so gehört dies zum großen Schirk und ist von derselben Art wie die Taten der früheren Muschrikun gegenüber ihren Gottheiten, wie Al-'Uzza, Al-Lat und andere. Ebenso gilt dies für das Bitten um Hilfe während einer Notlage oder das Bitten um Unterstützung von jemandem unter den Lebenden, bei man annimmt, dass er eine besondere Nähe (zu Allah) hat, und dies bei Dingen, zu denen nur Allah imstande ist, wie die Heilung von Kranken, die Rechtleitung der Herzen, das Betreten des Paradiesgartens, das Erretten vor dem Feuer und Ähnliches.
Die zuvor erwähnten Verse und das, was inhaltlich durch andere Verse und Hadithe berichtet wurde: Alles weist darauf hin, dass die Herzen in allen Angelegenheiten auf Allah gerichtet werden müssen und dass die Anbetung allein Allah gegenüber aufrichtig sein muss, denn die Diener wurden zu diesem Zweck erschaffen und dies wurde ihnen angeordnet - wie bereits in den Versen erwähnt - und wie in der Aussage des Gepriesenen:
﴿وَاعْبُدُوا اللَّهَ وَلَا تُشْرِكُوا بِهِ شَيْئًا...﴾
„Und dient Allah und gesellt Ihm nichts bei. [...].“ [An-Nisa:36] Und dazu Seine Aussage - gepriesen ist Er -:
﴿وَمَا أُمِرُوا إِلَّا لِيَعْبُدُوا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ...﴾
„Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und (dabei) Ihm gegenüber, als Anhänger des rechten Glaubens, aufrichtig in der Religion (zu sein) [...].“ [Al-Bayyinah:5] Und die Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - beim Hadith von Mu'adh - möge Allah mit ihm zufrieden sein -:
«حَقُّ اللهِ عَلَى العِبَادِ أَنْ يَعْبُدُوهُ وَلَا يُشْرِكُوا بِهِ شَيْئًا».
„Das Recht Allahs gegenüber den Dienern ist, dass sie Ihm dienen und Ihm nichts beigesellen.“ Übereinstimmend als authentisch eingestuft. Und seine - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage beim Hadith von Ibn Mas'ud - möge Allah mit ihm zufrieden sein -:
«مَنْ مَاتَ وَهُوَ يَدْعُو لِلَّهِ نِدًّا؛ دَخَلَ النَّارَ».
„Wer stirbt und neben Allah jemand anderen anruft, der wird das Höllenfeuer betreten.“ Überliefert von Al-Bukhari. Und in den beiden „Sahih-Werken“ wird beim Hadith von Ibn 'Abbas - möge Allah mit beiden zufrieden sein - berichtet, dass als der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Mu'adh in den Jemen schickte, er zu ihm sagte:
«إِنَّكَ تَأْتِي قَومًا أَهْلَ كِتَابٍ، فَلْيَكُنْ أَوَّلَ مَا تَدْعُوهُم إِلَيهِ شَهَادَةِ أَنْ لَا إِلهَ إِلَّا اللهُ».
„Du wirst zu einem Volk der (offenbarten) Schriften (d. h. Juden oder Christen) kommen, daher soll das Erste, wozu du sie aufrufst, das Glaubensbekenntnis sein, dass es keine Gottheit gibt, die zu Recht angebetet wird, außer Allah.“ Und in einem (anderen) Wortlaut (heißt es):
«اُدْعُهُمْ إِلَى شَهَادَةِ أَنْ لَا إِلهَ إِلَّا اللهُ وَأَنِّي رَسُولُ اللهِ».
„Rufe sie zum Glaubensbekenntnis, dass es keine Gottheit gibt, die zu Recht angebetet wird, außer Allah, und dass ich der Gesandte Allahs bin.“ Und in einer Überlieferung bei Al-Bukhari heißt es:
«فَلْيَكُنْ أَوَّلَ مَا تَدْعُوهُم إِلَى أَنْ يُوَحِّدُوا اللهَ».
„So soll das Erste, wozu du sie aufrufst, sein, dass sie Allah zum alleinigen Angebeteten machen.“ In „Sahih Muslim“ wird über Tariq Ibn Aschyam Al-Aschja'i - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«مَنْ قَالَ: لَا إِلهَ إِلَّا اللهُ، وَكَفَرَ بِمَا يُعْبَدُ مِن دُونِ اللهِ؛ حَرُمَ مَالُهُ وَدَمُهُ، وَحِسَابُهُ عَلَى اللهِ جَلَّ جَلَالُهُ».
„Wer ‚La ilaha illa Allah‘ (Es gibt keine Gottheit, die zu Recht angebetet wird, außer Allah) sagt und dem gegenüber ungläubig ist/verleugnet („kafara“), was außer Allah angebetet wird, so ist sein Blut und sein Besitz verboten/unantastbar und seine Abrechnung liegt bei Allah - erhaben ist Seine Majestät.“ Und die Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.
Dieser Tauhid ist das Fundament der Religion des Islams; er ist die Grundlage der Glaubensgemeinschaft, der Kern der Angelegenheit und die wichtigste der Pflichten. Er ist die Weisheit hinter der Erschaffung der beiden Schwerlastenden (die Menschen und die Jinn) und die Weisheit hinter der Entsendung aller Gesandten - Segen und Frieden sei auf ihnen -, wie die zuvor angeführten Verse darauf hingewiesen haben.
Dazu gehört auch die Aussage des Gepriesenen:
﴿وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَالْإِنْسَ إِلَّا لِيَعْبُدُونِ56﴾
„Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ [Adh-Dhariyat:56] Zu den weiteren Beweisen hierfür zählt auch Seine - erhaben ist Seine Majestät - Aussage:
﴿وَلَقَدْ بَعَثْنَا فِي كُلِّ أُمَّةٍ رَسُولًا أَنِ اعْبُدُوا اللَّهَ وَاجْتَنِبُوا الطَّاغُوتَ...﴾
„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt (der sagte): ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter („Taghut“).‘“ [An-Nahl:36] Und Seine Aussage - gepriesen und erhaben ist Er -:
﴿وَمَا أَرْسَلْنَا مِنْ قَبْلِكَ مِنْ رَسُولٍ إِلَّا نُوحِي إِلَيْهِ أَنَّهُ لَا إِلَهَ إِلَّا أَنَا فَاعْبُدُونِ25﴾
„Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, außer dass Wir ihm eingaben: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Mir, so dient Mir!‘“ [Al-Anbiya:25] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - berichtete über Nuh, Hud, Salih und Schu'ayb - Frieden sei auf ihnen -, dass sie zu ihren Völkern sagten:
﴿...اعْبُدُوا اللَّهَ مَا لَكُمْ مِنْ إِلَهٍ غَيْرُهُ...﴾
„[...], dient Allah! Keinen Anbetungswürdigen habt ihr außer Ihm. [...].“ [Al-A'raf:59] Das ist der Aufruf aller Gesandten, wie dies die beiden vorhergehenden Verse gezeigt haben. Und selbst die Feinde der Gesandten haben eingestanden, dass die Gesandten ihnen angeordnet haben, Allah alleine anzubeten und die außer Ihm angebeteten Gottheiten abzulegen, so wie Er - erhaben ist Seine Majestät - in der Geschichte (des Volkes) 'Ads berichtete, dass sie zu Hud - Segen und Frieden sei auf ihm - sagten:
﴿...أَجِئْتَنَا لِنَعْبُدَ اللَّهَ وَحْدَهُ وَنَذَرَ مَا كَانَ يَعْبُدُ آبَاؤُنَا...﴾
„[...]‚Bist du zu uns gekommen, damit wir Allah allein dienen und das verlassen, dem unsere Väter zu dienen pflegten?‘ [...]!“ [Al-A'raf:70] Und Er - gepriesen und erhaben ist Er - sagte über Quraysch, als unser Prophet Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sie dazu aufrief, Allah in der Anbetung allein zu dienen und das aufzugeben, dem sie außer Ihm dienten - an Engeln, Gefolgsleuten („Awliya“), Götzen und Bäumen usw.:
﴿أَجَعَلَ الْآلِهَةَ إِلَهًا وَاحِدًا إِنَّ هَذَا لَشَيْءٌ عُجَابٌ5﴾
„Macht er denn die Gottheiten zu einem einzigen Gott? Wahrlich, das ist ja etwas sehr Verwunderliches.“ [Sad:5] Und Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte über sie:
﴿إِنَّهُمْ كَانُوا إِذَا قِيلَ لَهُمْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ يَسْتَكْبِرُونَ35 وَيَقُولُونَ أَئِنَّا لَتَارِكُوٓاْ ءَالِهَتِنَا لِشَاعِرٖ مَّجۡنُونِۭ36﴾
„Denn sie pflegten, wenn zu ihnen gesagt wurde: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Allah‘, sich hochmütig zu verhalten,
und sagten: ‚Sollen wir denn wirklich unsere Gottheiten verlassen wegen eines besessenen Dichters?‘“ [As-Saffat:35-36] Die Verse, die auf diese Bedeutung hinweisen, sind zahlreich.
Aus dem, was wir an Versen und Hadithen erwähnt haben, wird dir deutlich - möge Allah mir und dir das Verständnis der Religion und die Einsicht in das Recht des Herrn der Welten gewähren -, dass diese Bittgebete und Arten der Bitten um Hilfe während einer Notlage („Istighathah“), die du in deiner Frage erwähnt hast, allesamt zu den Arten des großen Schirks gehören, denn sie sind eine Anbetung anderer als Allah und ein Bitten um Dinge, zu denen außer Ihm niemand unter den Verstorbenen und Abwesenden fähig ist. Und dies ist noch verwerflicher als der Schirk der Früheren, denn die Früheren pflegten nur im Zustand der Erleichterung (und des Wohlstands) Schirk zu begehen. Doch in Zeiten der Not richten sie die Anbetung ausschließlich an Allah, weil sie wissen, dass Er - gepriesen sei Er - der Einzige ist, Der sie aus der Not retten kann, ohne einen anderen (Teilhaber neben Ihm). So sagte der Erhabene in Seinem klaren Buch über jene Muschrikun:
﴿فَإِذَا رَكِبُواْ فِي ٱلۡفُلۡكِ دَعَوُاْ ٱللَّهَ مُخۡلِصِينَ لَهُ ٱلدِّينَ فَلَمَّا نَجَّىٰهُمۡ إِلَى ٱلۡبَرِّ إِذَا هُمۡ يُشۡرِكُونَ65﴾
„Wenn sie dann ein Schiff besteigen, rufen sie Allah an, (wobei sie hierbei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (sind). Wenn Er sie dann ans Land errettet, gesellen sie sogleich (Ihm wieder andere) bei.“ [Al-'Ankabut:65] Und Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sprach sie in einem anderen Vers an:
﴿وَإِذَا مَسَّكُمُ ٱلضُّرُّ فِي ٱلۡبَحۡرِ ضَلَّ مَن تَدۡعُونَ إِلَّآ إِيَّاهُۖ فَلَمَّا نَجَّىٰكُمۡ إِلَى ٱلۡبَرِّ أَعۡرَضۡتُمۡۚ وَكَانَ ٱلۡإِنسَٰنُ كَفُورًا67﴾
„Und wenn euch auf dem Meer ein Schaden trifft, entschwinden (euch) diejenigen, die ihr außer Ihm anruft. Aber nachdem Er euch ans Festland errettet hat, wendet ihr euch (von Ihm) ab. Und der Mensch ist eben sehr undankbar.“
[Al-Isra:67]
Was wäre, wenn nun jemand von diesen späteren Muschrikun sagen würde: „Wir meinen nicht, dass jene ihnen selbst nützen oder unsere Kranken selbst heilen oder uns selbst nützen oder schaden, sondern wir beabsichtigen ihre Fürsprache bei Allah dafür.“?
Die Antwort lautet, dass zu ihm gesagt wird: Dies war das Ziel und die Absicht der früheren Ungläubigen, (und ihr Ziel und ihre Absicht war) nicht dass ihre Götter selbst erschaffen, versorgen, nützen oder schaden könnten, denn dies wird durch das, was Allah über sie im Quran erwähnt hat, zurückgewiesen. Vielmehr wollten sie ihre Fürsprache und ihren Einfluss sowie ihre Nähe zu Allah erlangen, so wie Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿وَيَعۡبُدُونَ مِن دُونِ ٱللَّهِ مَا لَا يَضُرُّهُمۡ وَلَا يَنفَعُهُمۡ وَيَقُولُونَ هَٰٓؤُلَآءِ شُفَعَٰٓؤُنَا عِندَ ٱللَّهِ...﴾
„Und sie dienen anstatt Allahs, was ihnen weder schadet noch nützt und sagen: ‚Das sind unsere Fürsprecher bei Allah.‘“ [Yunus:18] Da antwortete ihnen Allah mit Seiner Aussage:
﴿...قُلۡ أَتُنَبِّـُٔونَ ٱللَّهَ بِمَا لَا يَعۡلَمُ فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَلَا فِي ٱلۡأَرۡضِۚ سُبۡحَٰنَهُۥ وَتَعَٰلَىٰ عَمَّا يُشۡرِكُونَ﴾
„Sag: ‚Wollt ihr denn Allah kundtun, was Er nicht kennt, weder in den Himmeln noch auf der Erde?‘ Gepriesen sei Er und erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen.“ [Yunus:18] So machte Er - gepriesen sei Er - deutlich, dass es weder in den Himmeln noch auf der Erde einen Fürsprecher bei Ihm gibt, in der Weise, wie die Muschrikun es beabsichtigen. Und was gemäß Allahs Wissen nicht existiert, das existiert nicht, denn Ihm bleibt nichts verborgen. Und der Erhabene sagte:
﴿تَنزِيلُ ٱلۡكِتَٰبِ مِنَ ٱللَّهِ ٱلۡعَزِيزِ ٱلۡحَكِيمِ 1 إِنَّآ أَنزَلۡنَآ إِلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ فَٱعۡبُدِ ٱللَّهَ مُخۡلِصٗا لَّهُ ٱلدِّينَ2 أَلَا لِلَّهِ ٱلدِّينُ ٱلۡخَالِصُۚ وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ3﴾
„(Dies ist) die Hinabsendung des Buches von Allah, dem Allmächtigen und dem Allweisen.
Wir haben ja das Buch mit der Wahrheit zu dir hinabgesandt. So diene Allah und sei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion.
Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion. Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen‘ -, wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:1-3]
Und die Bedeutung von „Ad-Din“ („Religion“) ist hier: Die „Anbetung“ („'Ibadah“), und dies ist der Gehorsam gegenüber Allah und der Gehorsam gegenüber Seinem Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, wie bereits erwähnt, und darunter fallen: das Bittgebet und das Bitten um Hilfe während einer Notlage (in Form von „Istighathah“), die Furcht und Hoffnung, das Schlachten und das Gelübde. Ebenso gehören dazu: das Gebet, das Fasten und weitere Sachen, die Allah und Sein Gesandter angeordnet haben. So hat Er - gepriesen sei Er - klargestellt, dass die Anbetung ausschließlich Ihm zusteht und dass es für die Diener verpflichtend ist, sie Ihm allein aufrichtig darzubringen - erhaben ist Seine Majestät -, denn Sein Befehl an den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die Anbetung Ihm allein aufrichtig zu widmen, ist ein Befehl an alle Angehörigen dieser Gemeinschaft.
Hierauf machte Er - mächtig und erhaben ist Er - die Angelegenheit der Ungläubigen deutlich, so sagte Er:
﴿...وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ...﴾
„Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen.‘“ [Az-Zumar:3] Da antwortete ihnen Allah mit Seiner - gepriesen sei Er - Aussage:
﴿...إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ﴾
„[...], wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:3] So berichtete Allah - gepriesen sei Er - in diesem edlen Vers, dass die Ungläubigen die Gefolgsleute („Awliya“) nicht anstelle von Ihm angebetet haben, außer damit diese sie Allah näherbringen. Und dies ist genau das Ziel der Ungläubigen - früher wie heute. Und Allah hat dies durch Seine - erhaben ist Er - Aussage für nichtig erklärt:
﴿...إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ﴾
„[...], wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:3] So hat Allah - gepriesen sei Er - ihre Lüge in ihrer Behauptung erkenntlich gemacht, dass ihre Götter sie zu Allah näherbringen würden, und (Er hat) ihren Unglauben dadurch (offengelegt), dass sie ihnen Formen der Anbetung darbrachten. Dadurch erkennt jeder, der auch nur ein geringes Unterscheidungsvermögen besitzt, dass der Unglaube der früheren Ungläubigen einzig darin bestand, dass sie Propheten und Gefolgsleute, Bäume und Steine sowie andere Geschöpfe zu Fürsprechern zwischen sich und Allah nahmen. Und (ebenso verdeutlichte Er) ihre Glaubenslehre, dass sie ihre Bedürfnisse ohne Seine Erlaubnis und ohne Sein Wohlgefallen - gepriesen und erhaben ist Er - erfüllen würden, so wie z. B. Minister bei Königen Fürsprache einlegen. So verglichen sie Ihn - erhaben ist Seine Majestät - mit Königen und Anführern. Und sie sagten: „So wie jemand, der ein Anliegen bei einem König oder Anführer hat, sich durch dessen Vertraute und Minister an ihn wendet, so nähern auch wir uns Allah durch die Anbetung Seiner Propheten und Seiner Gefolgsleute.“ Dies jedoch gehört zu den nichtigsten Unwahrheiten, denn Er - gepriesen sei Er - hat keinen Ebenbürtigen, und Er wird nicht mit Seinen Geschöpfen verglichen. Und niemand leistet bei Ihm Fürsprache außer mit Seiner Erlaubnis zur Fürsprache, und Er erlaubt sie nur den Leuten des Tauhids. Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - ist zu allem mächtig und weiß über alles Bescheid, und Er ist der Barmherzigste der Barmherzigen. Er fürchtet niemanden und hat vor niemandem Angst, denn Er - gepriesen sei Er - ist der Allbezwinger über Seine Diener und verfügt über sie, wie Er will. Im Gegensatz zu Königen und Anführern: Sie sind nicht zu allem fähig. Deshalb brauchen sie jemanden, der ihnen bei dem hilft, wozu sie möglicherweise nicht fähig sind - nämlich ihre Minister, ihre Vertrauten und ihre Soldaten. Ebenso sind sie darauf angewiesen, dass man ihnen die Anliegen derjenigen übermittelt, deren Bedürfnisse sie nicht kennen. Daher benötigen sie Personen aus dem Kreis ihrer Minister und Vertrauten, die sie für diese Menschen wohlwollend beeinflussen und besänftigen. Aber der Herr - mächtig und majestätisch ist Er - ist unabhängig von all Seinen Geschöpfen. Er ist barmherziger zu ihnen als ihre Mütter, und Er ist der gerechte Herrscher, Der alles an seinen Platz setzt gemäß Seiner Weisheit, Seinem Wirken und Seiner Macht. Daher darf Er in keiner Hinsicht mit Seinen Geschöpfen verglichen werden. Und deshalb hat Er - gepriesen sei Er - in Seinem Buch dargelegt, dass die Muschrikun eingestanden haben, dass Er der Schöpfer, der Versorger und der Verwalter ist, und dass Er es ist, Der den Bedrängten in einer Notlage erhört, das Übel beseitigt und lebendig macht und sterben lässt, sowie andere Seiner - gepriesen sei Er - Handlungen. Und der Streit zwischen den Muschrikun und den Gesandten bestand ja darin, die Anbetung ausschließlich Allah allein zu widmen, wie Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿وَلَئِن سَأَلۡتَهُم مَّنۡ خَلَقَهُمۡ لَيَقُولُنَّ ٱللَّهُ...﴾
„Wenn du sie nun fragst, wer sie erschaffen hat, sagen sie ganz gewiss: ‚Allah.‘“ [Az-Zukhruf:87] Und der Erhabene sagte:
﴿قُلۡ مَن يَرۡزُقُكُم مِّنَ ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِ أَمَّن يَمۡلِكُ ٱلسَّمۡعَ وَٱلۡأَبۡصَٰرَ وَمَن يُخۡرِجُ ٱلۡحَيَّ مِنَ ٱلۡمَيِّتِ وَيُخۡرِجُ ٱلۡمَيِّتَ مِنَ ٱلۡحَيِّ وَمَن يُدَبِّرُ ٱلۡأَمۡرَۚ فَسَيَقُولُونَ ٱللَّهُۚ فَقُلۡ أَفَلَا تَتَّقُونَ31﴾
„Sag: ‚Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde, oder wer verfügt über Gehör und Augenlicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten und bringt das Tote aus dem Lebendigen hervor? Und wer regelt die Angelegenheit?‘ So werden sie sagen: ‚Allah.‘ So sag: ‚Wollt ihr denn nicht (Allah) fürchten?‘“ [Yunus:31] Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich.
Bereits zuvor wurden die (Quran-)Verse angeführt, die belegen, dass der Streit zwischen den Gesandten und den Gemeinschaften einzig darin bestand, die Anbetung Allah allein aufrichtig zu widmen, wie Seine - gepriesen sei Er - Aussage:
﴿وَلَقَدۡ بَعَثۡنَا فِي كُلِّ أُمَّةٖ رَّسُولًا أَنِ ٱعۡبُدُواْ ٱللَّهَ وَٱجۡتَنِبُواْ ٱلطَّٰغُوتَ...﴾
„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt (der sagte): ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter (arab. „Taghut“).‘“ [An-Nahl:36] Sowie die weiteren Verse, die dieselbe Bedeutung enthalten. Und Er - gepriesen sei Er - hat an vielen Stellen Seines edlen Buches die Angelegenheit der Fürsprache dargelegt, so sagte der Erhabene:
﴿...مَن ذَا ٱلَّذِي يَشۡفَعُ عِندَهُۥٓ إِلَّا بِإِذۡنِهِ...﴾
„[...] Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer - mit Seiner Erlaubnis? [...].“ [Al-Baqarah:255] Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:
﴿وَكَم مِّن مَّلَكٖ فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ لَا تُغۡنِي شَفَٰعَتُهُمۡ شَيۡـًٔا إِلَّا مِنۢ بَعۡدِ أَن يَأۡذَنَ ٱللَّهُ لِمَن يَشَآءُ وَيَرۡضَىٰٓ26﴾
„Und wie viele Engel gibt es in den Himmeln, deren Fürsprache nichts nützt, außer nachdem Allah es erlaubt hat, wem Er will und wer Sein Wohlgefallen findet.“ [An-Najm:26]
Und Er sagte in Bezug auf die Beschreibung der Engel:
﴿...وَلَا يَشۡفَعُونَ إِلَّا لِمَنِ ٱرۡتَضَىٰ وَهُم مِّنۡ خَشۡيَتِهِۦ مُشۡفِقُونَ﴾
„[...], und sie legen Fürsprache nur für denjenigen ein, dem Er zustimmt (und billigt). Und sie sind aus Furcht vor Ihm besorgt.“ [Al-Anbiya:28]
Und Er - erhaben ist Seine Majestät - berichtete, dass Er mit dem Unglauben für Seine Diener nicht zufrieden ist. Vielmehr ist Er mit der Dankbarkeit für sie zufrieden, und die Dankbarkeit ist Seinen Tauhid zu bezeugen und nach Seinem Gehorsam zu handeln. So sagte der Erhabene:
﴿إِن تَكۡفُرُواْ فَإِنَّ ٱللَّهَ غَنِيٌّ عَنكُمۡۖ وَلَا يَرۡضَىٰ لِعِبَادِهِ ٱلۡكُفۡرَۖ وَإِن تَشۡكُرُواْ يَرۡضَهُ لَكُمۡ...﴾
„Wenn ihr ungläubig seid, so ist Allah euch gegenüber unbedürftig, obgleich Er mit dem Unglauben für Seine Diener nicht zufrieden ist. Wenn ihr aber dankbar seid, ist Er damit zufrieden für euch. [...].“ [Az-Zumar:7]
Und Al-Bukhari überlieferte in seinem „Sahih-Werk“ über Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dass er sagte: „O Gesandter Allahs, wer sind die glücklichsten Menschen in Bezug auf deine Fürsprache?“ Er antwortete:
«مَنْ قَالَ: لَا إِلهَ إِلَّا اللهُ خَالِصًا مِنْ قَلْبِهِ».
„Derjenige, der aufrichtig vom Herzen ‚La ilaha illa Allah‘ (Es gibt keine Gottheit, die zu Recht angebetet wird, außer Allah) sagt.“ Oder er sagte:
«مِنْ نَفْسِهِ».
„[...] aus seinem Inneren [...].“
Im „Sahih-Werk“ wird über Anas - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لِكُلِّ نَبِيٍّ دَعْوَةٌ مُسْتَجَابَةٌ، فَتَعَجَّلَ كُلُّ نَبِيٍّ دَعْوَتَهُ، وَإِنِّي اخْتَبَأْتُ دَعْوَتِي شَفَاعَةً لِأُمَّتِي يَوْمَ الْقِيَامَةِ، فَهِيَ نَائِلَةٌ إِنْ شَاءَ اللَّهُ مَنْ مَاتَ مِنْ أُمَّتِي لَا يُشْرِكُ بِاللَّهِ شَيْئًا».
„Jeder Prophet hat ein (sicher) erhörtes Bittgebet. So hat jeder Prophet sein Bittgebet bereits genutzt/vorgezogen, ich dagegen habe mein Bittgebet als Fürsprache für meine Gemeinschaft für den Tag der Auferstehung aufbewahrt/zurückgehalten. Es wird - so Allah will - denjenigen aus meiner Gemeinschaft zuteil, die sterben, ohne Allah irgendetwas beigesellt zu haben.“ Und die Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.
Und alles, was wir an Versen und Hadithen erwähnt haben, weist darauf hin, dass die Anbetung allein das Recht Allahs ist, und dass es nicht erlaubt ist, etwas davon jemand anderem zuzuwenden - weder den Propheten noch anderen - und dass die Fürsprache Eigentum Allahs - erhaben ist Seine Majestät - ist, wie Er - gepriesen sei Er - sagte:
﴿قُل لِّلَّهِ ٱلشَّفَٰعَةُ جَمِيعٗا...﴾
„Sag: ‚Allah (allein) gehört alle Fürsprache.‘“ [Az-Zumar:44] Niemand hat sie (also die Fürsprache) verdient, außer mit Seiner Erlaubnis für den Fürsprecher und Seiner Zufriedenheit mit demjenigen, für den Fürsprache eingelegt wird. Und er - gepriesen sei Er - ist mit nichts außer mit dem Tauhid zufrieden - wie bereits zuvor erwähnt. Darauf aufbauend: Die Muschrikun haben keinen Anteil an der Fürsprache, und Allah hat dies in Seiner Aussage bereits deutlich gemacht:
﴿فَمَا تَنفَعُهُمۡ شَفَٰعَةُ ٱلشَّٰفِعِينَ 48﴾
„So nützt ihnen die Fürsprache der Fürsprecher nicht.“ [Al-Muddathir:48] Und der Erhabene sagte:
﴿...مَا لِلظَّٰلِمِينَ مِنۡ حَمِيمٖ وَلَا شَفِيعٖ يُطَاعُ﴾
„[...], an dem die Ungerechten weder einen warmherzigen Freund noch einen Fürsprecher haben, dem man gehorchen würde.“ [Ghafir:18]
Es ist allgemein bekannt, dass mit dem Begriff „Ungerechtigkeit“ („Thulm“), wenn er allgemein erwähnt wird, der Schirk gegenüber Allah gemeint ist, so wie der Erhabene sagte:
﴿...وَٱلۡكَٰفِرُونَ هُمُ ٱلظَّٰلِمُونَ﴾
„[...] Und die Ungläubigen sind die Ungerechten.“ [Al-Baqarah:254] Und der Erhabene sagte:
﴿...إِنَّ ٱلشِّرۡكَ لَظُلۡمٌ عَظِيمٞ﴾
„[...] Wahrlich, Götzendienst ist ja ein gewaltiges Unrecht.“ [Luqman:13]
Bezüglich dessen, was du in deiner Frage erwähnt hast: Manche Sufis sagen in Moscheen oder anderen Orten: „O Allah, segne den, den Du zum Grund dafür gemacht hast, dass sich Deine geheime Allmacht geöffnet hat, und dass sich Deine gnadenvollen Lichter entfaltet haben, sodass er Dein Stellvertreter in der Gegenwart des Herrn und Nachfolger Deiner geheimen Wesenheiten wurde […]“ usw.
Die Antwort darauf: Man sagt: Wahrlich, diese Aussage und ihresgleichen gehören zu den Formen von Übertreibung und unnötiger Spitzfindigkeit, vor denen unser Prophet Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gewarnt hat, gemäß dem, was Muslim im „Sahih-Werk“ über 'Abdullah Ibn Mas'ud - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überlieferte, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«هَلَكَ المُتَنَطِّعُونَ» قَالَهَا ثَلَاثًا.
„Diejenigen, die übertreiben/spitzfindig sind (und verkomplizieren), gehen zu Grunde!“ Er sagte es dreimal.
Imam Al-Khattabi - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Derjenige, der unnötig spitzfindig ist („Al-Mutanatti'“), ist jener, der sich in eine Sache übermäßig vertieft, der sich bei der Erforschung davon künstlich bemüht; gemäß den Methoden der Leute der Kalam-Lehre, die sich mit dem befassen, was sie nichts angeht, und sich in Dinge vertiefen, die ihr Verstand nicht zu erreichen vermag.“
Und Abu As-Sa'adat Ibn Al-Athir sagte: „Sie sind diejenigen, die sich übermäßig vertiefen und im Reden übertreiben, die mit dem äußersten Teil ihrer Kehlen sprechen. Dies ist abgeleitet von „An-Nat'“, womit der obere Hohlraum des Mundes gemeint ist. Danach wurde der Begriff für jeden verwendet, der sich im Wort und in der Tat übermäßig vertieft.“
Aufgrund der Ausführungen dieser beiden großen Sprachgelehrten wird für dich - und für jeden mit auch nur geringer Einsicht - klar, dass diese spezielle Art, Segens- und Friedenswünsche über unseren Propheten und Führer, den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, auszusprechen, zu den verbotenen Formen von Übertreibung und Spitzfindigkeit gehört. Was dem Muslim in diesem Bereich vorgeschrieben ist, besteht darin, sich an die vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - authentisch überlieferte Form des Segens- und Friedensgrußes über ihn zu halten. Darin liegt ausreichende Genüge, sodass man keiner anderen Form bedarf.
Zu den Belegen dafür gehört der authentische Hadith, den Al-Bukhari und Muslim in ihren beiden „Sahih-Werken“ über Ka'b Ibn 'Ujrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überlieferten, dass die Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - sagten: „O Gesandter Allahs, Allah hat uns befohlen, den Segensgruß über dich zu sprechen. Wie sollen wir dies tun?“
Darauf antwortete er:
«قُولُوا: اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ كَمَا صَلَّيْتَ عَلَى إِبرَاهِيمَ وَعَلَى آلِ إِبرَاهِيمَ، إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ، وَبَارِكْ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ كَمَا بَارَكْتَ عَلَى إِبرَاهِيمَ وَعَلَى آلِ إِبرَاهِيمَ إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ».
„Sagt: Allahumma salli 'ala Muhammad, wa 'ala ali Muhammad, kama sallayta 'ala Ibrahim wa 'ala ali Ibrahim, innaka Hamidun Majid. Wa barik 'ala Muhammad, wa 'ala ali Muhammad, kama barakta 'ala Ibrahim wa 'ala ali Ibrahim, innaka Hamidun Majid.“ („O Allah, sende Segen auf Muhammad und auf die Familie Muhammads, so wie Du Segen auf Ibrahim und auf die Familie Ibrahims gesandt hast. Wahrlich, Du bist der Preiswürdige, der Mächtige. Und segne Muhammad und die Familie Muhammads, so wie Du Ibrahim und die Familie Ibrahims gesegnet hast. Wahrlich, Du bist der Preiswürdige, der Mächtige.“)
Und in den beiden „Sahih-Werken“ wird über Abu Humayd As-Sa'idi - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass sie sagten: „O Gesandter Allahs! Wie sollen wir Segensgrüße über dich sprechen?“ Er sagte:
«قُولُوا: اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى أَزْوَاجِهِ وَذُرِّيَّتِهِ كَمَا صَلَّيْتَ عَلَى آلِ إِبرَاهِيمَ، وَبَارِكْ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى أَزْوَاجِهِ وَذُرِّيَّتِهِ كَمَا بَارَكْتَ عَلَى آلِ إِبرَاهِيمَ، إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ».
„Sagt: Allahumma salli 'ala Muhammad, wa 'ala Azwajihi wa Dhurriyyatihi, kama sallayta 'ala ali Ibrahim. Wa barik 'ala Muhammad, wa 'ala Azwajihi wa Dhurriyyatihi, kama barakta 'ala ali Ibrahim, innaka Hamidun Majid.“ („O Allah, sende Segen auf Muhammad und auf seine Frauen und Nachkommenschaft, so wie Du Segen auf die Familie Ibrahims gesandt hast. Und segne Muhammad und seine Frauen und Nachkommenschaft, so wie Du die Familie Ibrahims gesegnet hast. Wahrlich, Du bist der Preiswürdige, der Mächtige.“)
Und in „Sahih Muslim“ wird über Abu Mas'ud Al-Ansari - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass er sagte: „Bischr Ibn Sa'd fragte: ‚O Gesandter Allahs, Allah hat uns befohlen, Segensgrüße über dich zu sprechen; wie sollen wir denn Segensgrüße über dich sprechen?‘ Da schwieg er einen Moment und sagte hierauf:
«قُولُوا: اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ؛ كَمَا صَلَّيْتَ عَلَى آلِ إِبرَاهِيمَ، وَبَارِكْ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ؛ كَمَا بَارَكْتَ عَلَى آلِ إِبرَاهِيمَ فِي العَالَمِينَ، إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ، وَالسَّلَامُ كَمَا عَلِمتُم».
„Sagt: Allahumma salli 'ala Muhammad, wa 'ala ali Muhammad, kama sallayta 'ala ali Ibrahim. Wa barik 'ala Muhammad, wa 'ala ali Muhammad, kama barakta 'ala ali Ibrahim fil-'Alamin, innaka Hamidun Majid. Was-Salam kama 'Alimtum.“ („O Allah, sende Segen auf Muhammad und auf die Familie Muhammads, so wie Du Segen auf die Familie Ibrahims gesandt hast. Und segne Muhammad und die Familie Muhammads, so wie Du die Familie Ibrahims gesegnet hast in den Welten. Wahrlich, Du bist der Preiswürdige, der Mächtige. Und der Salam ist so, wie ihr das bereits wisst.“)
Demnach sind diese Worte und ihresgleichen - die über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert wurden - die Worte, die der Muslim in seinem Segens- und Friedensgruß auf den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - verwenden soll, denn der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ist am wissendsten über das, was in Bezug auf ihn angebracht ist, ebenso ist er am wissendsten, welche Worte in Bezug auf seinen Herrn verwendet werden sollen.
Was die gekünstelten und neu erfundenen Wortlaute betrifft, sowie Wortlaute, die eine mögliche falsche Bedeutung haben - wie die Worte, die in der Frage erwähnt wurden -, so sollen sie nicht verwendet werden; wegen ihrer (künstlichen) Übertreibung und weil sie mit falschen Bedeutungen verstanden werden könnten. Außerdem widersprechen sie den Worten, die der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - selbst gewählt und seiner Gemeinschaft gelehrt hat. Er ist der wissendste aller Geschöpfe, der aufrichtigste und der fernste von (künstlicher) Übertreibung. Über ihn seien die besten Segenswünsche und Frieden von seinem Herrn.
Ich hoffe, dass die hier dargelegten Beweise hinreichend und überzeugend für jeden Suchenden der Wahrheit sind, um die Realität des Tauhids, die Realität des Schirks, den Unterschied zwischen den frühen und den späteren Muschrikun in dieser Angelegenheit sowie die richtige Art des Segens- und Friedensgrußes auf den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - klar zu verstehen. Was aber denjenigen betrifft, der kein Verlangen hat, die Wahrheit zu erkennen, so folgt er seiner eigenen Neigung. Allah - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿فَإِن لَّمۡ يَسۡتَجِيبُواْ لَكَ فَٱعۡلَمۡ أَنَّمَا يَتَّبِعُونَ أَهۡوَآءَهُمۡۚ وَمَنۡ أَضَلُّ مِمَّنِ ٱتَّبَعَ هَوَىٰهُ بِغَيۡرِ هُدٗى مِّنَ ٱللَّهِۚ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي ٱلۡقَوۡمَ ٱلظَّٰلِمِينَ50﴾
„Wenn sie nun nicht auf dich hören, so wisse, dass sie nur ihren Neigungen folgen. Und wer ist weiter abgeirrt als jemand, der seiner Neigung folgt ohne Rechtleitung von Allah. Wahrlich, Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht.“ [Al-Qasas:50]
Er - gepriesen sei Er - machte in diesem edlen Vers deutlich, dass die Menschen in Bezug auf die Rechtleitung und die wahre Religion, mit denen Allah Seinen Propheten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - entsandte, in zwei Gruppen eingeteilt werden:
Die eine Gruppe sind diejenigen, die Allah und Seinem Gesandten Folge leisten (und gehorsam sind).
Die zweite Gruppe sind diejenigen, die ihren eigenen Begierden folgen. Er - gepriesen sei Er - wies darauf hin, dass niemand irregeleiteter ist als derjenige, der seinen Begierden ohne der Rechtleitung Allahs folgt.
So bitten wir Allah - erhaben ist Seine Majestät - um Unversehrtheit vor der Befolgung der Begierden, und dass Er uns, euch und alle unsere Brüder zu denjenigen macht, die Allah und Seinem Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm gehorchen, Sein Gesetz ehren und sich vor allem hüten, was Seinem Gesetz widerspricht, seien es Neuerungen oder Begierden. Wahrlich, Er ist der Freigebige, der Großzügige.
Und Allahs Segen sei auf Seinem Diener und Gesandten, unserem Propheten Muhammad, sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und jenen, die ihm auf beste Weise folgen, bis zum Tag des Gerichts.
***
بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die fünfte Niederschrift:
Das Urteil in Bezug auf das Feiern des Geburtstags („Mawlid“) des Propheten und anderer Geburtstage
Alles Lob gebührt Allah, und der Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf all jenen, die seiner Rechtleitung folgen.
Um fortzufahren: Die Frage nach dem Urteil über das Feiern des Geburtstags des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wiederholt sich, ebenso über das Aufstehen währenddessen, das Sprechen des Friedensgrußes über ihn und anderes, was bei den Mawlid-Feiern getan wird.
Die Antwort darauf lautet: Es ist nicht erlaubt, den Geburtstag des Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu feiern, noch den irgendeines anderen, denn dies gehört zu den neu eingeführten Neuerungen in der Religion. Denn der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat dies nicht getan, ebenso wenig seine rechtgeleiteten Nachfolger („Khulafa“), noch andere von den Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein -, noch die ihnen in guter Weise gefolgt sind in den vorzüglichen Jahrhunderten. Sie waren die wissendsten Menschen hinsichtlich der Sunnah, die vollkommensten in ihrer Liebe zum Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und in der Befolgung seiner Gesetzgebung im Vergleich zu denen nach ihnen. Und Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte bereits in Seinem deutlichen Buch:
﴿...وَمَآ ءَاتَىٰكُمُ ٱلرَّسُولُ فَخُذُوهُ وَمَا نَهَىٰكُمۡ عَنۡهُ فَٱنتَهُواْ...﴾
„[...]. Und was nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. [...].“
[Al-Haschr:7] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿...فَلۡيَحۡذَرِ ٱلَّذِينَ يُخَالِفُونَ عَنۡ أَمۡرِهِۦٓ أَن تُصِيبَهُمۡ فِتۡنَةٌ أَوۡ يُصِيبَهُمۡ عَذَابٌ أَلِيمٌ﴾
„[...]. So sollen diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, sich vorsehen, dass nicht eine Versuchung sie trifft oder schmerzhafte Strafe sie trifft.“ [An-Nur:63] Und der Gepriesene sagte:
﴿لَّقَدۡ كَانَ لَكُمۡ فِي رَسُولِ ٱللَّهِ أُسۡوَةٌ حَسَنَةٞ لِّمَن كَانَ يَرۡجُواْ ٱللَّهَ وَٱلۡيَوۡمَ ٱلۡأٓخِرَ وَذَكَرَ ٱللَّهَ كَثِيرٗا21﴾
„Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.“ [Al-Ahzab:21] Und der Erhabene sagte:
﴿وَٱلسَّٰبِقُونَ ٱلۡأَوَّلُونَ مِنَ ٱلۡمُهَٰجِرِينَ وَٱلۡأَنصَارِ وَٱلَّذِينَ ٱتَّبَعُوهُم بِإِحۡسَٰنٖ رَّضِيَ ٱللَّهُ عَنۡهُمۡ وَرَضُواْ عَنۡهُ وَأَعَدَّ لَهُمۡ جَنَّٰتٖ تَجۡرِي تَحۡتَهَا ٱلۡأَنۡهَٰرُ خَٰلِدِينَ فِيهَآ أَبَدٗاۚ ذَٰلِكَ ٱلۡفَوۡزُ ٱلۡعَظِيمُ100﴾
„Und die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern („Muhajirun“) und den Helfern („Ansar“) und diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind - Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer verweilen sie darin. Dies ist der gewaltigste Erfolg.“ [At-Taubah:100] Und der Erhabene sagte:
﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾
„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3] Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich. Und es wurde authentisch über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bestätigt, dass er sagte:
«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنهُ فَهُوَ رَدٌّ».
„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Das bedeutet: Es wird von ihm zurückgewiesen. Und in einem anderen Hadith sagte er:
«عَلَيكُم بِسُنَّتِي وَسُنَّةِ الخُلَفَاءِ الرَّاشِدِينَ المَهْدِيَّينَ مِنْ بَعدِي، تَمَسَّكُوا بِهَا، وَعَضُّوا عَلَيهَا بِالنَّوَاجِذِ، وَإِيَّاكُمْ وَمُحْدَثَاتِ الأُمُورِ، فَإِنَّ كُلَّ مُحْدَثَةٍ بِدْعَةٌ وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالةٌ».
„Befolgt meine Sunnah und die Sunnah der rechtgeleiteten und rechtgeführten Kalifen! Beißt euch mit euren Backenzähnen daran fest! Und hütet euch vor den Neuerungen, denn wahrlich, jede Neuerung (in der Religion) ist Irreleitung!“ In diesen beiden Hadithen liegt eine eindringliche Warnung vor dem Einführen von Neuerungen und dem Handeln nach ihnen.
Das Einführen solcher Mawlid-Feiern lässt verstehen, dass Allah - gepriesen sei Er - die Religion für diese Gemeinschaft nicht vervollkommnet habe und dass der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nicht übermittelt habe, was die Gemeinschaft zu tun habe, bis dann diese Späteren kamen und in die Gesetzgebung Allahs etwas einführten, wozu Er keine Erlaubnis gegeben hat, wobei sie behaupten, dass sie sich dadurch Allah annähern. Und dies birgt ohne Zweifel eine große Gefahr und ist ein Widerspruch gegen Allah - gepriesen sei Er - und gegen Seinen Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Allah - gepriesen sei Er - hat die Religion für Seine Diener vollendet und ihnen die Gunstgabe vollkommen gemacht. Der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat die klare Botschaft übermittelt und keinen Weg, der zum Paradiesgarten führt oder vom Höllenfeuer fernhält, offen gelassen, ohne dass er ihn der Gemeinschaft verdeutlicht hätte, wie es im authentischen Hadith von 'Abdullah Ibn 'Amr - möge Allah mit ihm zufrieden sein - belegt ist, der sagte: „Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«مَا بَعَثَ اللهُ مِن نَبِيٍ إِلَّا كَانَ حَقًّا عَلَيهِ أَن يَدُلَّ أُمَّتَهُ عَلَى خَيرِ مَا يَعْلَمُهُ لَهُم، وَيُنْذِرَهُمْ شَرَّ مَا يَعْلَمُهُ لَهُمْ».
‚Kein Prophet wurde von Allah gesandt, ohne dass es für ihn verpflichtend war, seine Gemeinschaft auf das Gute hinzuweisen, das er für sie kennt, und sie vor dem Übel zu warnen, das er für sie kennt.‘“ Überliefert von Muslim in seinem „Sahih-Werk“.
Es ist bekannt, dass unser Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - der beste der Propheten und ihr Siegel ist, und dass er in der Übermittlung und im Erteilen von Ratschlägen am vollkommensten war. Wenn nun das Feiern der Mawlid-Feiern ein Teil der Religion wäre, mit dem Allah - gepriesen sei Er - zufrieden wäre, hätte der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - es der Gemeinschaft erklärt, es selbst in seinem Leben getan oder seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - hätten es praktiziert. Da jedoch nichts von alledem geschah, ist klar, dass es nichts mit dem Islam zu tun hat, sondern zu den Neuerungen gehört, vor denen der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - seine Gemeinschaft gewarnt hat, wie zuvor in den Hadithen erwähnt wurde. Die Verse und Hadithe zu diesem Themenbereich sind zahlreich.
Und eine Gruppe unter den Gelehrten hat klar diese Mawlid-Feiern deutlich missbilligt und vor ihnen gewarnt, basierend auf den genannten und weiteren Beweisen. Einige spätere Gelehrte haben aber hierbei widersprochen und so erlaubten sie dies, solange sie nichts Verwerfliches enthalten, wie z. B. Übertreibungen im Lob des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, Geschlechtermischung von Männern und Frauen, Verwendung von Musikinstrumenten oder andere Dinge, die nach der reinen islamischen Gesetzgebung missbilligt werden. Sie (also diese Gelehrten) dachten, solche Feiern gehören zu den „guten Neuerungen“.
Die grundlegende Regel der islamischen Gesetzgebung besagt: Bei allen Streitfragen unter den Menschen ist auf das Buch Allahs und die Sunnah Seines Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zurückzugreifen, wie Allah - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ أَطِيعُواْ ٱللَّهَ وَأَطِيعُواْ ٱلرَّسُولَ وَأُوْلِي ٱلۡأَمۡرِ مِنكُمۡۖ فَإِن تَنَٰزَعۡتُمۡ فِي شَيۡءٖ فَرُدُّوهُ إِلَى ٱللَّهِ وَٱلرَّسُولِ إِن كُنتُمۡ تُؤۡمِنُونَ بِٱللَّهِ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِۚ ذَٰلِكَ خَيۡرٞ وَأَحۡسَنُ تَأۡوِيلًا59﴾
„O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Befehlshabern unter euch! Wenn ihr nun miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Dies ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ [An-Nisa:59] Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَا ٱخۡتَلَفۡتُمۡ فِيهِ مِن شَيۡءٖ فَحُكۡمُهُۥٓ إِلَى ٱللَّهِ ...﴾
„Und worüber ihr auch immer uneinig seid, so steht das Urteil darüber Allah (allein) zu. [...].“ [Asch-Schura:10]
Wir haben bereits diese Angelegenheit - also das Feiern der Mawlid-Feste - zum Buch Allahs - gepriesen sei Er - zurückgeführt. Dabei stellten wir fest, dass Er uns anordnet, dem Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in dem zu folgen, was er gebracht hat, uns vor dem warnt, was er verboten hat, und uns berichtet, dass Allah - gepriesen sei Er - für diese Gemeinschaft ihre Religion ja vervollkommnet hat. Dieses Feiern gehört jedoch nicht zu dem, was der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gebracht hat; folglich gehört es nicht zu der Religion, die Allah für uns vervollkommnet hat und in der Er uns anordnete, dem Gesandten dabei zu folgen.
Und wir haben dies ebenfalls zur Sunnah des Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zurückgeführt. Darin fanden wir nicht vor, dass er dies getan hat, noch dass er es angeordnet hat, noch dass es seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - getan hätten. Demnach wissen wir, dass es nicht zur Religion gehört, sondern vielmehr zu den neu eingeführten Neuerungen zählt und zur Nachahmung der Leute der Schrift, nämlich der Juden und Christen, in ihren Festen gehört.
Dadurch wird für jeden deutlich, der auch nur die geringste Einsicht besitzt, ein Verlangen nach der Wahrheit hat und gerecht in ihrem Streben ist, dass das Feiern der Mawlid-Feste nicht zur Religion des Islams gehört, sondern vielmehr zu den neu eingeführten Neuerungen zählt, bei denen Allah - gepriesen sei Er - und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - befohlen haben, sie zu unterlassen und sich vor ihnen zu hüten. Und es gehört sich für den Vernünftigen nicht, sich von der großen Zahl der Menschen täuschen zu lassen, die es in den meisten Ländern praktizieren; denn die Wahrheit wird nicht an der Vielzahl der Handelnden erkannt, sondern an den Beweisen der islamischen Gesetzgebung, so wie der Erhabene über die Juden und die Christen sagte:
﴿وَقَالُواْ لَن يَدۡخُلَ ٱلۡجَنَّةَ إِلَّا مَن كَانَ هُودًا أَوۡ نَصَٰرَىٰۗ تِلۡكَ أَمَانِيُّهُمۡۗ قُلۡ هَاتُواْ بُرۡهَٰنَكُمۡ إِن كُنتُمۡ صَٰدِقِينَ111﴾
„Und sie sagen: ‚Niemand wird in den (Paradies)garten eingehen außer, wer Jude(n) oder Christen sind.‘ Dies sind ihre Wünsche. Sag: ‚Bringt euren Beweis vor, wenn ihr wahrheitssprechend seid!‘“ [Al-Baqarah:111] Und der Erhabene sagte:
﴿وَإِنْ تُطِعْ أَكْثَرَ مَنْ فِي الْأَرْضِ يُضِلُّوكَ عَنْ سَبِيلِ اللَّهِ...﴾
„Und wenn du den meisten von denen, die auf der Erde sind, gehorchst, werden sie dich von dem Weg Allahs irreführen. [...].“ [Al-An'am:116]
Darüber hinaus sind die meisten dieser Mawlid-Feiern - abgesehen davon, dass sie eine Neuerung darstellen - nicht frei von weiteren verwerflichen Dingen, wie der Geschlechtermischung von Frauen und Männern, der Verwendung von Gesängen und Musikinstrumenten, dem Konsum von berauschenden Getränken und Drogen sowie anderen Übeln. Und es kann darin etwas vorkommen, das noch schwerwiegender ist als dies, nämlich der große Schirk, und zwar durch Übertreibung in Bezug auf den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - oder andere der sogenannten Gefolgsleute („Awliya“), indem man sie anruft, sie während einer Notlage (in Form von „Istighathah“) um Hilfe bittet, von ihnen Unterstützung erfleht oder glaubt, dass sie das Verborgene kennen, und andere derartige Angelegenheiten, die Unglaube („Kufr“) sind und die viele Menschen praktizieren, wenn sie den Geburtstag des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - oder anderer, die sie als Auliya bezeichnen, feiern. Und es ist authentisch vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:
«إِيَّاكُم وَالغُلُوُّ فِي الدِّينِ، فَإِنَّمَا أَهْلَكَ مَن كَانَ قَبْلَكُم الغُلُوَّ فِي الدِّينِ».
„Wehe euch und der Übertreibung in der Religion, denn die Übertreibung in der Religion hat ja diejenigen vor euch zugrunde gerichtet.“ Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لَا تُطْرُونِي كَمَا أَطْرَتِ النَّصَارَى ابْنَ مَرْيَمَ، إِنَّمَا أَنَا عَبدٌ، فَقُولُوا: عَبدُ اللهِ وَرَسُولُه».
„Übertreibt nicht in meinem Lob, wie die Christen im Lob vom Sohne Maryams übertrieben. Denn fürwahr, ich bin Sein Diener; deshalb sagt: ‚Der Diener Allahs und Sein Gesandter.‘“ Herausgebracht von Al-Bukhari in seinem „Sahih-Werk“ im Hadith von 'Umar - möge Allah mit ihm zufrieden sein.
Zu den erstaunlichen und befremdlichen Dingen gehört, dass viele Menschen eifrig und bemüht sind, diese neu eingeführten Feiern zu besuchen und sie zu verteidigen, während sie dem fernbleiben, was Allah ihnen an der Teilnahme an Freitagsgebeten und Gemeinschaftsgebeten auferlegt hat, ohne dem Bedeutung beizumessen und ohne zu erkennen, dass sie damit ein schwerwiegendes verwerfliches Handeln begangen haben. Und es besteht kein Zweifel daran, dass dies auf die Schwäche des Glaubens („Iman“), die geringe Einsicht und die Vielzahl dessen zurückzuführen ist, was sich in Form verschiedenartiger Sünden und Vergehen auf die Herzen gelegt hat. Wir bitten Allah um Unversehrtheit für uns und für alle Muslime.
Und dazu gehört, dass manche von ihnen glauben, der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wäre beim Mawlid anwesend. Aus diesem Grund erheben sie sich zu seiner Begrüßung und heißen ihn willkommen. Dies gehört zu den gewaltigsten Falschheiten und zur hässlichsten Unwissenheit. Denn der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wird sein Grab nicht vor dem Tag der Auferstehung verlassen, noch steht er mit irgendeinem der Menschen in Verbindung, noch nimmt er an ihren Versammlungen teil. Vielmehr verweilt er in seinem Grab bis zum Tag der Auferstehung, während seine Seele sich bei seinem Herrn im höchsten 'Illiyyin, in der Wohnstätte der Ehre, befindet, wie Allah - erhaben ist Er - sagte:
﴿ثُمَّ إِنَّكُمْ بَعْدَ ذَلِكَ لَمَيِّتُونَ15 ثُمَّ إِنَّكُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ تُبْعَثُونَ16﴾
„Hierauf werdet ihr fürwahr nach (all) diesem sterben.
Hierauf werdet ihr fürwahr am Tag der Auferstehung auferweckt werden.“
[Al-Muminun:15-16]
Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«أَنَا أَوَّلُ مَنْ يَنْشَقُّ عَنْهُ القَبْرُ يَومَ القِيَامَةِ، وَأَنَا أَوَّلُ شَافِعٍ، وَأَوَّلُ مُشَفَّعٍ».
„Ich bin der Erste, über dem sich am Tag der Auferstehung das Grab öffnen wird, und ich bin der Erste, der Fürsprache einlegt, und der Erste, dessen Fürsprache gewährt wird.“ Die besten Segens- und Friedenswünsche seines Herrn seien auf ihm.
Diese beiden edlen Verse sowie der ehrwürdige Hadith und das, was in ihrem Sinn aus weiteren Versen und Hadithen überliefert ist - all dies weist darauf hin, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und andere Verstorbene ihre Gräber ausschließlich am Tag der Auferstehung verlassen. Dies ist eine Angelegenheit, über die unter den Gelehrten der Muslime Konsens besteht und über die es keine Unstimmigkeit unter ihnen gibt. So sollte jeder Muslim auf diese Angelegenheiten aufmerksam werden und sich vor dem hüten, was die Unwissenden und ihresgleichen an Neuerungen und Aberglauben eingeführt haben, für die Allah keinerlei Beweis herabgesandt hat. Allah ist Derjenige, Dessen Hilfe erbeten und auf Den vertraut wird, und es gibt weder Macht noch Kraft außer durch Ihn.
Was jedoch den Segens- und Friedensgruß auf den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - betrifft, so gehören sie zu den besten Annäherungen (an Allah) und zu den rechtschaffenen Taten, wie Allah - erhaben ist Er - sagte:
﴿إِنَّ ٱللَّهَ وَمَلَٰٓئِكَتَهُۥ يُصَلُّونَ عَلَى ٱلنَّبِيِّۚ يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ صَلُّواْ عَلَيۡهِ وَسَلِّمُواْ تَسۡلِيمًا56﴾
„Wahrlich, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.“ [Al-Ahzab:56] Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«مَنْ صَلَّى عَلَيَّ وَاحِدَةً؛ صَلَّى اللهُ عَلَيهِ بِهَا عَشْرًا».
„Wer einen Segensgruß über mich spricht, dem wird Allah dafür zehnfache Segnungen gewähren.“ Und dies ist zu allen Zeiten zulässig, und am meisten empfohlen nach der Beendigung des Gebets. Vielmehr ist es sogar laut einer Gruppe unter den Leuten des Wissens im letzten Taschahhud jedes Gebets verpflichtend. Dass es eine Sunnah ist, wird an vielen Stellen besonders bekräftigt, dazu gehört (unter anderem) nach dem Gebetsruf, bei seiner - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Erwähnung sowie am Freitag und in dessen Nacht, wie viele Hadithe darauf hingewiesen haben.
Und Allah ist Derjenige, Der darum gebeten wird, uns und allen Muslimen den Erfolg zum Verständnis Seiner Religion und Standhaftigkeit darin zu gewähren, und dass Er allen die Gunst erweist, an der Sunnah festzuhalten und sich vor der Neuerung zu hüten. Wahrlich, Er ist freigebig, edelmütig.
Und Segen und Frieden seien auf unseren Propheten Muhammad, auf seiner Familie und all seinen Gefährten.
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بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die sechste Niederschrift:
Das Urteil in Bezug auf das Feiern der Nacht der Nachtreise („Al-Isra“) und der Himmelfahrt („Al-Mi'raj“)
Alles Lob gebührt Allah, und Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs sowie auf seiner Familie und seinen Gefährten.
Um fortzufahren: So besteht kein Zweifel daran, dass die Nachtreise („Al-Isra“) und die Himmelfahrt („Al-Mi'raj“) zu den gewaltigen Zeichen Allahs gehören, die auf die Wahrhaftigkeit Seines Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und auf seinen hohen Stellenwert bei Allah - erhaben ist Seine Majestät - hinweisen. Ebenso gehören sie zu den Beweisen für Allahs überwältigende Macht und für Seine Höhe - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - über (und oberhalb) Seiner Geschöpfe. Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿سُبۡحَٰنَ ٱلَّذِيٓ أَسۡرَىٰ بِعَبۡدِهِۦ لَيۡلٗا مِّنَ ٱلۡمَسۡجِدِ ٱلۡحَرَامِ إِلَى ٱلۡمَسۡجِدِ ٱلۡأَقۡصَا ٱلَّذِي بَٰرَكۡنَا حَوۡلَهُۥ لِنُرِيَهُۥ مِنۡ ءَايَٰتِنَآۚ إِنَّهُۥ هُوَ ٱلسَّمِيعُ ٱلۡبَصِيرُ1﴾
„Gepriesen sei Der, Der Seinen Diener bei Nacht von der geschützten (Haram-)Gebetsstätte zur fernsten (Aqsa-)Gebetsstätte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, reisen ließ, damit Wir ihm (etwas) von Unseren Zeichen zeigen. Wahrlich, Er ist ja der Allhörende, der Allsehende.“ [Al-Isra:1]
Es ist vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - mehrfach („mutawatir“) berichtet worden, dass er zu den Himmeln emporgeführt wurde und dass ihre Tore für ihn geöffnet wurden, bis er den siebten Himmel überschritt. Da sprach sein Herr - gepriesen sei Er - mit ihm, mit dem, was Er wollte, und Er machte ihm die fünf Gebete verpflichtend. Allah - gepriesen sei Er - hatte sie zunächst als fünfzig Gebete vorgeschrieben. Unser Prophet Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hörte nicht auf, zu Ihm zurückzukehren und Ihn um Erleichterung zu bitten, bis Er sie schließlich zu fünf (Gebeten) machte. So sind es fünf hinsichtlich der Verpflichtung und fünfzig hinsichtlich des Lohns, denn eine gute Tat wird mit dem Zehnfachen vergolten. So gebührt Allah Lob und Dank für all Seine Gnaden.
Und diese Nacht, in der die Nachtreise und die Himmelfahrt stattfanden, ist in den authentischen Hadithen weder im Monat Rajab noch zu einem anderen Zeitpunkt festgelegt worden. Alles, was über ihre Festlegung überliefert ist, ist nach den Hadith-Gelehrten nicht zuverlässig vom Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Allahs vollkommene Weisheit liegt darin, dass Er die Menschen sie vergessen ließ, und selbst wenn ihre Festlegung bestätigt wäre, wäre es den Muslimen nicht erlaubt, sie mit irgendeiner Form von Handlungen der Anbetung besonders hervorzuheben, und es wäre ihnen nicht erlaubt, sie zu feiern, denn der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - haben sie nicht gefeiert und sie nicht in irgendeiner Weise besonders ausgezeichnet. Wenn das Feiern dieser Nacht eine legitime Angelegenheit wäre, hätte der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - es der (islamischen) Gemeinschaft erläutert, entweder durch Worte oder durch Taten. Und wenn sich davon etwas ereignet hätte, wäre es bekannt und verbreitet worden und die Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - hätten es uns überliefert. Denn sie haben von ihrem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - alles überliefert, was die Gemeinschaft benötigt, und sie handelten in keiner Angelegenheiten der Religion nachlässig. Vielmehr waren sie stets die Ersten in allem Guten. Wenn also das Feiern dieser Nacht legitim gewesen wäre, wären sie die Menschen gewesen, die dem am ehesten zuvorgekommen wären. Und der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - war der aufrichtigste Ratgeber für die Menschen. Er hat die Botschaft in vollkommenem Maße übermittelt und das anvertraute Gut erfüllt. Wenn also die Hervorhebung dieser Nacht und sie zu feiern Teil der Religion Allahs gewesen wäre, hätte der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - dies weder vernachlässigt noch verschwiegen. Da jedoch nichts dergleichen geschehen ist, wurde deutlich, dass das Feiern dieser Nacht und ihre Hervorhebung in keiner Weise zum Islam gehören. Allah hat dieser Gemeinschaft ihre Religion vervollkommnet und ihr die Gnade vollständig erwiesen, und Er hat denjenigen getadelt, der in der Religion etwas festlegt, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat. So sprach Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - in Seinem deutlichen Buch:
﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾
„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿أَمۡ لَهُمۡ شُرَكَٰٓؤُاْ شَرَعُواْ لَهُم مِّنَ ٱلدِّينِ مَا لَمۡ يَأۡذَنۢ بِهِ ٱللَّهُۚ وَلَوۡلَا كَلِمَةُ ٱلۡفَصۡلِ لَقُضِيَ بَيۡنَهُمۡۗ وَإِنَّ ٱلظَّٰلِمِينَ لَهُمۡ عَذَابٌ أَلِيمٞ21﴾
„Oder haben sie (etwa) Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt haben, was Allah nicht erlaubt hat? Und wenn es nicht das (bereits ergangene) Wort der Entscheidung gäbe, wäre zwischen ihnen fürwahr (jetzt schon) entschieden worden. Und wahrlich, für die Ungerechten wird es schmerzhafte Strafe geben.“ [Asch-Schura:21]
Vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ist in den authentischen Hadithen überliefert, dass er vor Neuerungen warnte und ausdrücklich klarstellte, dass sie eine Irreleitung sind, um die Gemeinschaft auf die Größe ihrer Gefahr aufmerksam zu machen und sie davon abzuhalten, sie zu begehen. Dazu gehört das, was in den beiden Sahih-Werken überliefert wurde von 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, dass er sagte:
«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ؛ فَهُوَ رَدٌّ».
„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Und in einer Überlieferung bei Muslim (heißt es):
«مَنْ عَمِلَ عَمَلًا لَيْسَ عَلَيهِ أَمْرَنَا؛ فَهُوَ رَدٌّ».
„Wer eine Tat ausführt, die nicht von dieser unserer Angelegenheit (der Religion) ist, so wird diese abgelehnt.“ Und in „Sahih Muslim“ wird über Jabir - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in seiner Freitagspredigt zu sagen pflegte:
«أَمَا بَعْدَ، فَإِنَّ خَيرَ الحَدِيثِ كِتَابُ اللهِ، وَخَيرَ الهَدْيِ هَدْيُ مُحَمَّدٍ ﷺ، وَشَرَّ الأُمُورِ مُحْدَثَاتُهَا، وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالَةٌ».
„Um fortzufahren: Gewiss, die beste Rede ist das Buch Allahs, und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm -; und die schlimmsten Angelegenheiten sind die neu eingeführten, und jede Neuerung ist eine Irreleitung.“ An-Nasai fügte mit einer guten Überlieferungskette hinzu:
«وَكُلَّ ضَلَالَةٍ فِي النَّارِ».
„Und jede Irreleitung ist (und endet) im Höllenfeuer.“ Und in den „Sunan-Werken“ wird über Al-'Irbad Ibn Sariyah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass er sagte: „Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hielt uns eine eindringliche Ermahnung, bei der die Herzen erzitterten und die Augen Tränen vergossen. Da sagten wir: ‚O Gesandter Allahs! Es ist, als sei es die Ermahnung eines Abschiednehmenden, so ermahne uns.‘ Da sagte er:
«أُوصِيكُم بِتَقْوَى اللهِ وَالسَّمعِ وَالطَّاعَةِ وَإِنْ تَأَمَّرَ عَلَيكُم عَبدٌ، فَإِنَّهُ مَنْ يَعِشْ مِنْكُم فَسَيَرَى اخْتِلَافًا كَثِيرًا، فَعَلَيكُم بِسُنَّتِي وَسُنَّةِ الخلُفَاءِ الرَّاشِدِينَ المَهْدِيِّينَ مِنْ بَعْدِي، تَمَسَّكُوا بِهَا وَعَضُّوا عَلَيْهَا بِالنَّوَاجِذِ، وَإِيَّاكُم وَمُحْدَثَاتِ الأُمُورِ، فَإِنَّ كُلَّ مُحْدَثَةٍ بِدْعَةٍ وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالَةٌ».
‚Ich rate euch zur Furcht gegenüber Allah und zum Gehorsam und zur Folgsamkeit, selbst wenn ein Sklave als Befehlshaber über euch bestimmt wird. Denn wahrlich, wer von euch (lange) leben wird, der wird viel Uneinigkeit sehen. So befolgt meine Sunnah und die Sunnah der rechtgeleiteten Kalifen! Beißt euch mit euren Backenzähnen daran fest! Und hütet euch vor den Neuerungen in der Religion; denn wahrlich, jede Neuerung in der Religion ist Irreleitung!‘“ Und die Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.
Und es ist authentisch von den Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und von den rechtschaffenen Vorfahren nach ihnen bestätigt, dass sie vor Neuerungen warnten und davor abschreckten. Dies nur aus dem Grund, dass sie eine Hinzufügung zur Religion darstellen, eine Gesetzgebung, zu der Allah keine Erlaubnis gegeben hat, und eine Nachahmung der Feinde Allahs unter den Juden und Christen in ihrer Hinzufügung zu ihrer Religion und in ihrem Erfinden darin von etwas, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat. Zudem ist sie eine Art Herabsetzung der islamischen Religion und ein Vorwurf, sie sei nicht vollkommen. Es ist ja bekannt, was darin an großem Verderben, abscheulichem Verwerflichen und an einem offenen Widerspruch zu der Aussage Allahs - erhaben ist Seine Majestät - liegt:
﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ...﴾
„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet [...].“ [Al-Maidah:3] Darin ist auch ein eindeutiger Widerspruch zu den Hadithen des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die vor Neuerungen warnen und vor ihnen abschrecken.
Dies soweit; und ich hoffe, dass die von uns angeführten Beweise ausreichend und überzeugend sind für den Wahrheitssuchenden, um diese Neuerung zurückzuweisen - ich meine die Neuerung des Feierns der Nacht von Al-Isra und Al-Mi'raj -, vor ihr zu warnen und klarzustellen, dass sie in keiner Weise zur Religion des Islams gehört.
Und aufgrund dessen, was Allah an Pflicht zur aufrichtigen Beratschlagung der Muslime auferlegt hat, an der Darlegung dessen, was Allah ihnen an Religion anordnete, und am Verbot, Wissen zu verschweigen, hielt ich es für notwendig, meine muslimischen Brüder auf diese Neuerung hinzuweisen, die sich in vielen Regionen verbreitet hat, sodass manche Menschen sie sogar für einen Teil der Religion halten.
Allah ist Derjenige, von Dem erbeten wird, die Angelegenheiten aller Muslime zu bessern, ihnen Verständnis für die Religion zu gewähren und uns und ihnen den Erfolg zu schenken, an der Wahrheit festzuhalten und standhaft dabei zu bleiben sowie das zu unterlassen, was ihr widerspricht. Wahrlich, Er ist der Schutzherr dessen und dazu allmächtig.
Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.
***
بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die siebte Niederschrift:
Das Urteil in Bezug auf das Feiern der 15. Nacht des Monats Scha'ban
Alles Lob gebührt Allah, Der uns die Religion vervollkommnet und uns die Gnade vollendet hat. Und Allahs Segen und Frieden seien auf Seinem Propheten und Gesandten Muhammad, dem Propheten der Reue und der Barmherzigkeit.
Um fortzufahren: So sagte Allah - erhaben ist Er -:
﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾
„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3] Und der Erhabene sagte:
﴿أَمۡ لَهُمۡ شُرَكَٰٓؤُاْ شَرَعُواْ لَهُم مِّنَ ٱلدِّينِ مَا لَمۡ يَأۡذَنۢ بِهِ ٱللَّهُ...﴾
„Oder haben sie (etwa) Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt haben, was Allah nicht erlaubt hat?“ [Asch-Schura:21] In den beiden „Sahih-Werken“ wird von 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:
«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ؛ فَهُوَ رَدٌّ».
„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Und in „Sahih Muslim“ wird von Jabir - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in der Freitagspredigt zu sagen pflegte:
«أَمَّا بَعْدُ: فَإِنَّ خَيرَ الحَدِيثِ كِتَابُ اللهِ، وَخَيرَ الهَدْيِ هَدْيُ مُحَمَّدٍ صَلَّى اللهُ عَلَيهِ وَسَلَّمَ، وَشَرَّ الأُمُورِ مُحْدَثَاتُهَا، وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلَالَةٌ».
„Um fortzufahren: Wahrlich, die beste Rede ist das Buch Allahs, und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm -; und die schlimmsten Angelegenheiten sind die neu eingeführten, und jede Neuerung ist eine Irreleitung.“ Die Verse und Hadithe zu diesem Themenbereich sind zahlreich. Sie weisen eindeutig darauf hin, dass Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - für diese Gemeinschaft ihre Religion vervollkommnet und Seine Gunst an ihr vollendet hat. Er nahm Seinen Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - erst zu sich, nachdem dieser die klare Botschaft vollständig übermittelt und der (islamischen) Gemeinschaft alles dargelegt hatte, was Allah ihr an Worten und Taten vorgeschrieben hat. Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - machte deutlich, dass alles, was die Menschen nach ihm neu einführen und der Religion des Islams zuschreiben - seien es Aussagen oder Handlungen -, insgesamt eine Neuerung ist, die demjenigen zurückgewiesen wird, der sie eingeführt hat, selbst wenn seine Absicht gut war. Diese Angelegenheit erkannten bereits die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Ebenso verhielt es sich mit den Gelehrten des Islams nach ihnen: Sie missbilligten die Neuerungen und warnten vor ihnen, wie dies all jene erwähnt haben, die über die Ehrung der Sunnah und die Verwerfung der Neuerung geschrieben haben, wie z. B. Ibn Waddah, At-Tartuschi, Abu Schamah und andere.
Und zu den Neuerungen, die einige Menschen eingeführt haben, gehört die Neuerung, die 15. Nacht des Monats Scha'ban zu feiern und ihren Tag eigens dem Fasten zu widmen. Dafür gibt es jedoch keinen (authentischen) Beleg, auf den man sich stützen könnte. Zwar sind über ihre Vorzüglichkeit Hadithe überliefert, doch sind sie schwach und dürfen nicht als Beweis angeführt werden.
Was jedoch über die Vorzüglichkeit des Gebets in dieser Nacht überliefert ist, so ist all das erfunden, wie viele Leute des Wissens darauf hingewiesen haben. Einige ihrer Aussagen werden, so Allah will, noch angeführt werden.
Über sie (also diese Nacht) sind aber einige Überlieferungen von manchen der Altvorderen unter den Leuten aus der Levante („Asch-Scham“) und anderen überliefert worden.
Worauf sich die Mehrheit der Gelehrten geeinigt hat, ist, dass das Feiern dieser Nacht eine Neuerung ist und dass die über ihre Vorzüglichkeit überlieferten Hadithe allesamt schwach sind, von denen einige sogar erfunden sind. Zu denjenigen, die darauf hingewiesen haben, gehört Al-Hafiz Ibn Rajab in seinem Buch „Lataif Al-Ma'arif“ sowie andere. Es ist zudem bekannt, dass mit schwachen Hadithen nur in solchen Handlungen der Anbetungen gehandelt wird, deren Grundlage bereits durch authentische Belege feststeht. Was das Feiern der 15. Nacht des Monats Scha'ban betrifft, so besitzt es keinerlei authentische Grundlage, sodass man sich dafür nicht einmal hilfsweise auf schwache Hadithe stützen könnte. Auf diese bedeutende Grundregel hat Imam Abul-'Abbas Schaykh Al-Islam Ibn Taymiyyah - möge Allah ihm barmherzig sein - hingewiesen.
Und ich übermittle dir - o Leser -, was einige Leute des Wissens zu dieser Thematik gesagt haben, damit du darüber im Klaren bist.
Die Gelehrten - möge Allah ihnen barmherzig sein - sind sich einig darüber, dass es verpflichtend ist, das, worüber die Menschen in Fragen uneinig sind, zum Buch Allahs - erhaben ist Seine Majestät - und zur Sunnah des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zurückzuführen. Was immer eines von beiden oder beide urteilen, das ist das Gesetz, dem zu folgen ist. Was ihnen widerspricht, muss verworfen werden. Und was in beiden in Bezug auf Handlungen der Anbetungen nicht überliefert ist, ist eine Neuerung, deren Ausübung nicht erlaubt ist - geschweige denn, dazu aufzurufen oder sie gutzuheißen. Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ أَطِيعُواْ ٱللَّهَ وَأَطِيعُواْ ٱلرَّسُولَ وَأُوْلِي ٱلۡأَمۡرِ مِنكُمۡۖ فَإِن تَنَٰزَعۡتُمۡ فِي شَيۡءٖ فَرُدُّوهُ إِلَى ٱللَّهِ وَٱلرَّسُولِ إِن كُنتُمۡ تُؤۡمِنُونَ بِٱللَّهِ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِۚ ذَٰلِكَ خَيۡرٞ وَأَحۡسَنُ تَأۡوِيلًا59﴾
„O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Befehlshabern unter euch! Wenn ihr nun miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Dies ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ [An-Nisa:59] Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَا ٱخۡتَلَفۡتُمۡ فِيهِ مِن شَيۡءٖ فَحُكۡمُهُۥٓ إِلَى ٱللَّهِ...﴾
„Und worüber ihr auch immer uneinig seid, so steht das Urteil darüber Allah (allein) zu. [...].“ [Asch-Schura:10] Und der Erhabene sagte:
﴿قُلۡ إِن كُنتُمۡ تُحِبُّونَ ٱللَّهَ فَٱتَّبِعُونِي يُحۡبِبۡكُمُ ٱللَّهُ وَيَغۡفِرۡ لَكُمۡ ذُنُوبَكُمۡ...﴾
„Sag: ‚Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, so wird euch Allah lieben und euch eure Sünden vergeben.‘“ [Al 'Imran:31] Und Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿فَلَا وَرَبِّكَ لَا يُؤۡمِنُونَ حَتَّىٰ يُحَكِّمُوكَ فِيمَا شَجَرَ بَيۡنَهُمۡ ثُمَّ لَا يَجِدُواْ فِيٓ أَنفُسِهِمۡ حَرَجٗا مِّمَّا قَضَيۡتَ وَيُسَلِّمُواْ تَسۡلِيمٗا65﴾
„Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, worüber sie streiten, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis (vor)finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen.“ [An-Nisa:65] Die Verse diesbezüglich sind zahlreich. Sie sind ein eindeutiger Beleg für die Verpflichtung, Streitfragen auf das Buch und die Sunnah zurückzuführen, sowie für die Pflicht, mit ihrem Urteil zufrieden zu sein, und dass dies erforderlich für den Glauben („Iman“) ist und für die Diener Gutes bringt - im Diesseits und im Jenseits -; und „ein guter Ausgang“ bedeutet: die beste Folge bzw. der beste Ausgang.
Al-Hafiz Ibn Rajab - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte in seinem Buch „Lataif Al-Ma'arif“ zu dieser Frage - nach vorangegangenen Ausführungen - folgendes:
„Die 15. Nacht von Scha'ban wurde von den Tabi'un unter den Leuten aus der Levante - wie Khalid Ibn Ma'dan, Makhul, Luqman Ibn 'Amir und anderen - geehrt, und sie bemühten sich in ihr intensiv um Handlungen der Anbetung. Von ihnen übernahmen danach die Menschen ihre Vorzüglichkeit und ihre Ehrung. Und es wurde gesagt, dass sie diesbezüglich Überlieferungen aus den israelitischen Berichten („Israiliyyat“) erreichten. Als dies dann über sie bekannt wurde in den (anderen) Orten, wurden die Menschen diesbezüglich unstimmig: Einige von ihnen nahmen es von ihnen an und stimmten ihnen in der Ehrung dieser Nacht zu, darunter eine Gruppe von Anbetenden („'Ubbad“) aus den Leuten von Al-Basrah und anderen. Aber die meisten Gelehrten aus Al-Hijaz missbilligten dies, darunter: 'Ata und Ibn Abi Mulaykah. 'Abdur-Rahman Ibn Zayd Ibn Aslam überlieferte dies von den Fiqh-Gelehrten der Leute von Al-Madinah. Dies ist auch die Ansicht der Gefährten von Malik und anderer. Und sie sagten: ‚All dies ist eine Neuerung.‘
Und die Gelehrten der Leute aus der Levante waren sich über die Art und Weise ihrer Belebung uneinig und vertraten dabei zwei Ansichten:
Die eine Ansicht: Es ist empfohlen, sie gemeinschaftlich in den Moscheen zu beleben. Khalid Ibn Ma'dan, Luqman Ibn 'Amir und andere pflegten in ihr ihre besten Gewänder zu tragen, sich zu parfümieren und Kuhl aufzutragen und diese Nacht in der Moschee im Gebet zu verbringen. Ishaq Ibn Rahuyah stimmte ihnen in diesem Punkt zu. Und er (also Ishaq) sagte über das freiwillige Gebet nachts in den Moscheen in Gemeinschaft in dieser Nacht: ‚Das ist keine Neuerung.‘ Dies überlieferte Harb Al-Kirmani in seinem „Masail-Werk“.
Die zweite Ansicht: Es ist verpönt („makruh“), sich (in ihr) in den Moscheen zu versammeln, um das Gebet zu verrichten, Geschichten zu erzählen und Bittgebete zu sprechen. Es ist jedoch nicht verpönt, dass ein Mann in ihr für sich allein betet. Dies ist die Ansicht von Al-Awza'i, dem Imam der Leute aus der Levante, ihrem Fiqh-Gelehrten und ihrem Groß-Gelehrten. Und dies ist - so Allah der Erhabene will - die näherliegende Ansicht.“ Bis er dann sagte: „Es ist von Imam Ahmad keine Aussage zur 15. Nacht von Scha'ban bekannt. Es können jedoch zwei Überlieferungen über ihre Belebung abgeleitet werden, die aus den beiden Überlieferungen der beiden 'Id-Nächte hinsichtlich der Erwünschtheit ihrer Belebung entnommen werden können. Denn er hielt es - gemäß einer Überlieferung - nicht für erwünscht, sie gemeinschaftlich zu beleben, da dies nicht über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seine Gefährten überliefert wurde. Und er sah es - laut einer anderen Überlieferung - für erwünscht, aufgrund der Handlung von 'Abdur-Rahman Ibn Yazid Ibn Al-Aswad, der zu den Tabi'un gehörte. Ebenso verhält es sich mit dem Beleben der 15. Nacht von Scha'ban: Darüber ist nichts über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und auch nichts über seinen Gefährten überliefert worden. Überliefert ist dies jedoch über eine Gruppe unter den Tabi'un, unter den bekannten Fiqh-Gelehrten der Leute aus der Levante.“
Damit enden die zitierten Worte von Al-Hafiz Ibn Rajab - möge Allah ihm barmherzig sein. Darin spricht er ausdrücklich aus, dass weder über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - noch über seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - irgendetwas zur 15. Nacht von Scha'ban authentisch überliefert ist.
Was das betrifft, was Al-Awza'i - möge Allah ihm barmherzig sein - ausgewählt hat, nämlich die Erwünschtheit ihres Gebets für Einzelpersonen, und was dann auch Al-Hafiz Ibn Rajab als Meinung bevorzugte, so ist dies seltsam und schwach. Denn alles, dessen Gesetzmäßigkeit nicht durch Beweise aus der islamischen Gesetzgebung bestätigt ist, darf der Muslim nicht neu in die Religion Allahs einführen - gleichgültig, ob er es allein oder in Gemeinschaft tut und ob er es verborgen oder offen ausführt. Dies aufgrund der Allgemeingültigkeit der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«مَنْ عَمِلَ عَمَلًا لَيْسَ عَلَيهِ أَمْرُنَا؛ فَهُوَ رَدٌّ».
„Wer eine Tat ausführt, die nicht von dieser unserer Angelegenheit (der Religion) ist, so wird diese abgelehnt.“ Und es gibt noch weitere Belege, die auf die Missbilligung von Neuerungen und die Warnung vor ihnen hinweisen.
Imam Abu Bakr At-Tartuschi - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte in seinem Buch „Al-Hawadith wal-Bida'“ wörtlich:
„Ibn Waddah überlieferte über Zayd Ibn Aslam, der sagte: ‚Wir haben keinen unter unseren Lehrern noch unseren Fiqh-Gelehrten angetroffen, der der 15. (Nacht) von Scha'ban besondere Beachtung schenkte. Sie schenkten auch der Überlieferung von Makhul keine Beachtung und sahen für sie keinen Vorzug gegenüber den übrigen (Nächten).‘
Und es wurde zu Ibn Abi Mulayka gesagt: ‚Ziyad An-Numayri sagt ja: „Der Lohn der 15. Nacht von Scha'ban ist wie der Lohn der Nacht der Bestimmung.“‘ Da erwiderte er: ‚Wenn ich das von ihm gehört hätte, während ich einen Stock in meiner Hand habe, hätte ich ihn geschlagen.‘ Und Ziyad war ein Geschichtenerzähler.“ Ende der zitierten Worte.
Und der Gelehrte Asch-Schaukani - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte in seinem Buch „Al-Fawaid Al-Majmu'ah“ wörtlich:
„Der Hadith: ‚O 'Ali, wer in der 15. Nacht von Scha'ban 100 Gebetseinheiten verrichtet und in jeder Gebetseinheit die Eröffnende des Buches (also Surah Al-Fatihah) sowie „Sag: „Er ist Allah, ein Einer, (Qul Huwa Allahu Ahad)“ zehnmal rezitiert, dem erfüllt Allah jedes Anliegen.‘ usw. Er (also dieser Hadith) ist erfunden, und in seinen Formulierungen, die ausdrücklich darlegen, welchen Lohn derjenige erlangt, der ihn ausführt, befindet sich etwas, an dessen Erfindung kein Mensch mit Urteilsvermögen zweifelt. Außerdem sind seine Überlieferer unbekannt und er wurde über einen zweiten und einen dritten Überlieferungsweg überliefert - alle sind erfunden, und ihre Überlieferer sind unbekannt.“ Und er sagte in „Al-Mukhtasar“: „Der Hadith über das Gebet in der 15. Nacht von Scha'ban ist nichtig. Und bei Ibn Hibban gibt es über 'Ali den Hadith: ‚Wenn die 15. Nacht von Scha'ban eintritt, so verrichtet in ihr (freiwillige) Nachtgebete und fastet ihren Tag‘, er ist aber schwach.“ Und er sagte in „Al-Lalai“: „(Der Hadith) ‚100 Gebetseinheiten in der 15. Nacht von Scha'ban mit zehnmal (Surah) Al-Ikhlas.‘ Trotz der ausführlichen Darstellung seines Vorzugs - ist er bei Ad-Daylami und anderen erfunden, und die Mehrheit seiner Überlieferer in den drei Überlieferungswegen sind unbekannt und schwach.“ Er sagte: „(Der Hadith) ‚Und zwölf Gebetseinheiten mit 30-mal (Surah) Al-Ikhlas‘ ist erfunden; ‚und 14 Gebetseinheiten‘ ist auch erfunden.
Und durch diesen Hadith wurde bereits eine Gruppe von Fiqh-Gelehrten getäuscht, wie der Verfasser von ‚Al-Ihya' (also Abu Hamid Al-Ghazali) und andere. Ebenso auch einige der Tafsir-Gelehrten. Das Gebet dieser Nacht - ich meine: die 15. Nacht von Scha'ban - wurde in verschiedenen Formen überliefert, die allesamt nichtig und erfunden sind. Dies widerspricht jedoch nicht der Überlieferung bei At-Tirmidhi über 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - über das Hinausgehen des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zum (Friedhof) Al-Baqi' und das Hinabsteigen des Herrn in der 15. Nacht von Scha'ban zum untersten Himmel, und dass Er mehr vergibt als die Anzahl der Haare der Schafe von Kalb. Denn die Rede bezieht sich ausschließlich auf dieses in dieser Nacht erfundene Gebet. Zudem weist der Hadith von 'Aischah eine Schwäche und eine Unterbrechung (in der Kette) auf, ebenso wie der zuvor erwähnte Hadith von 'Ali über das Verrichten freiwilliger Nachtgebete in ihr. Dies steht jedoch nicht im Widerspruch dazu, dass dieses Gebet erfunden ist, angesichts der darin enthaltenen Schwäche, wie wir es dargelegt haben.“ Ende der zitierten Worte.
Al-Hafiz Al-'Iraqi sagte: „Der Hadith über das Gebet in der 15. Nacht von Scha'ban ist erfunden über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und eine Lüge über ihn.“ Imam An-Nawawi sagte in seinem Buch „Al-Majmu'“: „Das Gebet, das als Salat Ar-Ragha'ib bekannt ist - es sind zwölf Gebetseinheiten zwischen dem Maghrib- und dem ʿIscha'-Gebet (Abend- und Nachtgebet) in der Nacht zum ersten Freitag des (Monats) Rajabs - sowie das Gebet der Nacht zur Mitte des Scha'bans mit hundert Gebetseinheiten: Diese beiden Gebete sind verwerfliche Neuerungen. Man soll sich nicht dadurch täuschen lassen, dass sie in den Büchern ‚Qut Al-Qulub‘ und ‚Ihya' ʿUlum Ad-Din‘ erwähnt werden, noch durch den darin angeführten Hadith, denn all dies ist nichtig. Ebenso soll man sich nicht durch manche der Imame täuschen lassen, denen ihr Urteil darüber unklar war und die einige Seiten über ihre Empfehlung verfasst haben, denn sie haben sich darin geirrt.“
Und der Schaykh und Imam Abu Muhammad 'Abdur-Rahman Ibn Isma'il Al-Maqdisi verfasste ein wertvolles Buch über ihre Widerlegung; darin hat er es sehr gut und treffend ausgeführt. Die Aussagen der (Leute des Wissens) zu dieser Angelegenheit sind sehr zahlreich. Würden wir alles anführen, was wir an Aussagen zu dieser Frage kennen, würde dies zu lang werden. Vielleicht reicht das, was wir erwähnt haben, als Genüge und Überzeugung für den Sucher der Wahrheit aus.
Und aus dem Vorangegangenen an Versen, Hadithen und den Aussagen der Leute des Wissens wird dem Wahrheitssuchenden deutlich, dass das Feiern der 15. Nacht vom Scha'ban durch Gebete oder anderes sowie die besondere Hervorhebung ihres Tages durch Fasten nach der Ansicht der meisten Leute des Wissens eine verwerfliche Neuerung ist. Dafür gibt es keinerlei Grundlage in der reinen islamischen Gesetzgebung, vielmehr gehört dies zu dem, was im Islam erst nach der Zeit der Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - eingeführt wurde. Und ausreichend für den Wahrheitssuchenden in diesem Thema und in anderen ist die Aussage Allahs - erhaben ist Seine Majestät -:
﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ...﴾
„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet, [...].“ [Al-Maidah:3] Und ebenso die Verse, die sinngemäß darauf hinweisen, sowie die Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ فَهُوَ رَدٌّ».
„Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas (neu) einführt, was nicht von ihr ist, so wird es abgelehnt.“ Und ebenso die Hadithe, die diesbezüglich überliefert wurden.
Und in „Sahih Muslim“ wird über Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لَا تَخُصُّوا لَيْلَةَ الْجُمُعَةِ بِقِيَامٍ مِنْ بَيْنِ اللَّيَالِي، وَلَا تَخُصُّوا يَوْمَهَا بِالصِّيَامِ مِنْ بَيْنِ الْأَيَّامِ، إِلَّا أَنْ يَكُونَ فِي صَوْمٍ يَصُومُهُ أَحَدُكُمْ».
„Sucht die Nacht zum Freitag nicht durch (freiwillige) Nachtgebete unter den übrigen Nächten aus, und sucht ihren Tag nicht durch (freiwilliges) Fasten unter den übrigen Tagen aus, außer wenn es sich um ein Fasten handelt, das einer von euch ohnehin zu fasten pflegt.“ Wenn es also zulässig wäre, eine bestimmte Nacht mit einer bestimmten Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, dann wäre die Nacht zum Freitag eher als andere dafür geeignet, denn ihr Tag ist der beste Tag, über dem die Sonne aufgegangen ist, wie es in den authentischen Hadithen vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtet wurde. Da aber der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - davor gewarnt hat, sie unter den Nächten durch das Nachtgebet besonders hervorzuheben, weist dies darauf hin, dass andere Nächte erst recht darunter fallen und dass es nicht erlaubt ist, irgendeine von ihnen mit einer bestimmten Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, außer mit einem authentischen Beweis, der diese Besonderheit belegt.
Und da in der Nacht der Bestimmung („Laylat Al-Qadr“) sowie den Nächten des Monats Ramadan vorgeschrieben ist, das Nachtgebet zu verrichten und sich dabei zu bemühen, hat der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - auch darauf hingewiesen, die Gemeinschaft dazu angehalten und es selbst praktiziert, wie es in den beiden „Sahih-Werken“ über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert wurde, dass er sagte:
«مَنْ قَامَ رَمَضَانَ إِيمَانًا وَاحْتِسَابًا، غُفِرَ لَهُ مَا تَقَدَّمَ مِنْ ذَنْبِهِ، وَمَنْ قَامَ لَيْلَةَ الْقَدْرِ إِيمَانًا وَاحْتِسَابًا، غُفِرَ لَهُ مَا تَقَدَّمَ مِنْ ذَنْبِهِ».
„Wer den Ramadan im Gebet verbringt aus Glauben und in der Hoffnung auf Lohn, dem werden seine früheren Sünden vergeben. Und wer die Nacht der Bestimmung im Gebet verbringt aus Glauben und in der Hoffnung auf Lohn, dem werden seine früheren Sünden vergeben.“ Wenn es also zulässig wäre, die 15. Nacht von Scha'ban, oder die Nacht des ersten Freitags im Monat Rajab, oder die Nacht von Al-Isra und Al-Mi'raj durch ein Feiern oder eine bestimmte Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, hätte der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - die Gemeinschaft dazu angeleitet oder es selbst praktiziert. Und wenn sich davon etwas ereignet hätte, hätten die Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - es der Gemeinschaft berichtet und es nicht vor ihr verborgen, denn sie sind die besten Menschen und die aufrichtigsten Ratgeber nach den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihnen. Möge Allah mit den Gefährten des Gesandten Allahs zufrieden sein und sie zufriedenstellen.
Und du hast zuvor aus den Aussagen der Leute des Wissens erfahren, dass vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ebenso wenig wie von seinen Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - irgendetwas über die Vorzüglichkeit der Nacht des ersten Freitags im Monat Rajab oder der 15. Nacht von Scha'ban authentisch überliefert ist. Somit wurde klar, dass das Feiern dieser beiden Nächte eine neu eingeführte Neuerung im Islam ist. Ebenso ist ihre besondere Hervorhebung durch irgendeine Handlung der Anbetung eine verwerfliche Neuerung. Gleiches gilt für die Nacht des 27. des Monats Rajab, von der manche Menschen glauben, sie sei die Nacht von Al-Isra und Al-Mi'raj. Es ist nicht erlaubt, sie mit irgendeiner Handlung der Anbetung besonders hervorzuheben, ebenso wenig ist es erlaubt, sie zu feiern, aufgrund der zuvor genannten Beweise - selbst wenn sie bekannt wäre. Wie verhält es sich dann erst, wenn nach der richtigen Ansicht der Leute des Wissens ihr Zeitpunkt gar nicht bekannt ist? Und die Aussage derjenigen, die sagen, es sei die Nacht des 27. des Monats Rajab, ist eine falsche Aussage, für die es in den authentischen Hadithen keinerlei Grundlage gibt. Treffend hat daher derjenige gesprochen, der sagte:
„Und die besten Angelegenheiten sind die vergangenen, die auf Rechtleitung beruhen … und die schlimmsten Angelegenheiten sind die neu eingeführten Neuerungen.“
Und Allah ist Derjenige, von Dem erbeten wird, uns und allen Muslimen den Erfolg zu gewähren, an der Sunnah festzuhalten und standhaft darauf zu bleiben sowie vor dem zu warnen, was ihr widerspricht. Wahrlich, Er ist freigebig und edel.
Und Frieden und Segen seien auf unseren Propheten Muhammad, auf seiner Familie und all seinen Gefährten.
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بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die achte Niederschrift:
Ein wichtiger Hinweis zur Falschheit des Vermächtnisses, welches
Schaykh Ahmad, dem Verwalter der edlen Prophetenmoschee, zugeschrieben wird
Von 'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz an alle Muslime, die davon Kenntnis nehmen. Möge Allah sie durch den Islam bewahren und uns und sie vor dem Übel der Erfindungen der unwissenden Masse schützen. Amin.
Salamun 'Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh.
Um fortzufahren: Ich habe Kenntnis genommen von einer Schrift, die Schaykh Ahmad, dem Verwalter der edlen Prophetenmoschee, zugeschrieben wird, mit dem Titel: „Dies ist ein Vermächtnis aus Al-Madinah Al-Munawwarah von Schaykh Ahmad, dem Verwalter der edlen Prophetenmoschee“, in der er sagte:
„Ich war in der Nacht zum Freitag wach und rezitierte den edlen Quran. Nach dem Rezitieren der schönen Namen Allahs bereitete ich mich zum Schlafen vor. Da sah ich den Besitzer von strahlender Erscheinung, den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, der mit den Versen des Qurans und den edlen Vorschriften gekommen ist, als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner; unseren Führer Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Da sagte er: ‚O Schaykh Ahmad.‘ Ich sagte: ‚Zu deinen Diensten, o Gesandter Allahs, o Edelster der Schöpfung Allahs.‘ Da sagte er zu mir: ‚Ich schäme mich wegen der abscheulichen Handlungen der Menschen und konnte meinem Herrn und den Engeln nicht begegnen, denn von Freitag zu Freitag sind 160.000 Menschen gestorben, ohne der Religion des Islams anzugehören.‘ Dann erwähnte er einiges von dem, worin die Menschen an Sünden verfallen sind. Dann sagte er: ‚Dies ist nun das Vermächtnis als Barmherzigkeit für sie von dem Allmächtigen, dem Allgewaltigen.‘ Hierauf erwähnte er einige der Zeichen der Stunde, bis er sagte: ‚So teile ihnen, o Schaykh Ahmad, dieses Vermächtnis mit, denn es ist mit dem Stift der Vorherbestimmung aus der wohlverwahrten Tafel überliefert. Und wer es niederschreibt und von Land zu Land und von Ort zu Ort weiterleitet, dem wird ein Palast im Paradiesgarten errichtet. Und wer es nicht niederschreibt und nicht weiterleitet, dem wird meine Fürsprache am Tage der Auferstehung verwehrt. Und wer sie niederschreibt und arm ist, den macht Allah reich, oder wenn er verschuldet ist, begleicht Allah seine Schuld, oder wenn er eine Sünde auf sich hat, vergibt Allah sie ihm und seinen Eltern durch den Segen dieses Vermächtnisses. Und wer sie nicht niederschreibt von den Dienern Allahs, dessen Gesicht wird im Dies- und Jenseits schwarz werden.‘ Und er sagte: ‚Bei Allah, dem Allerhöchsten - dreimal -, dies ist die Wahrheit. Und wenn ich lüge, so trete ich aus dieser Welt aus ohne mich auf dem Islam zu befinden. Und wer daran glaubt, wird vor der Strafe des Feuers gerettet, und wer es für Lüge erklärt, begeht Unglauben.‘“
Dies ist eine Zusammenfassung dessen, was in diesem dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - angedichteten falschen Vermächtnis enthalten ist. Wir haben dieses erfundene Vermächtnis seit vielen Jahren wiederholt gehört. Es wird von Zeit zu Zeit unter den Menschen verbreitet und unter vielen aus der Allgemeinheit in Umlauf gebracht, wobei seine Wortlaute voneinander abweichen. Und ihr Erfinder behauptet, er habe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Traum gesehen, der ihm dieses Vermächtnis überbracht habe. In dieser letzten Schrift, die wir dir erwähnt haben, o Leser, behauptet der Verleumder jedoch, er habe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gesehen, als er sich zum Schlafen bereitmachte. Das bedeutet sinngemäß: Er will ihn im Wachzustand gesehen haben!
Dieser Verleumder hat in diesem Vermächtnis viele Dinge behauptet, die zu den offensichtlichsten Lügen und zur klarsten Falschheit gehören. Ich werde dich darauf bald in diesem Schreiben aufmerksam machen, so Allah will. Bereits in den vergangenen Jahren habe ich darauf hingewiesen und den Menschen dargelegt, dass es zu den offensichtlichsten Lügen und zur klarsten Falschheit gehört. Als ich jedoch diese letzte Schrift zur Kenntnis nahm, zögerte ich, darüber zu schreiben, wegen der offenkundigen Nichtigkeit ihres Inhalts und der ungeheuren Dreistigkeit ihres Erfinders beim Lügen. Ich hätte nicht gedacht, dass ihre Falschheit bei jemandem Anklang findet, der auch nur die geringste Einsicht oder eine gesunde natürliche Veranlagung besitzt. Doch viele der Brüder berichteten mir, dass sie bei vielen Menschen Verbreitung gefunden hat, sie untereinander weitergegeben wurde und manche von ihnen ihr Glauben schenkten. Aus diesem Grund hielt ich es für notwendig, dass Personen wie ich darüber schreiben, um ihre Falschheit darzulegen und klarzustellen, dass sie dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - angedichtet ist, damit sich niemand von ihr täuschen lässt. Und wer sie betrachtet, sei es aus den Reihen der Menschen des Wissens und des Glaubens oder derjenigen mit gesunder natürlicher Veranlagung und klarem Verstand, erkennt aus vielen Aspekten, dass sie Lüge und Erfindung ist.
Ich habe einige Verwandte von Schaykh Ahmad, dem diese Verleumdung zugeschrieben wird, nach diesem Vermächtnis gefragt. Er antwortete mir, dass es dem Schaykh Ahmad fälschlich zugeschrieben ist und dass er es überhaupt nicht gesagt hat. Und der erwähnte Schaykh Ahmad ist bereits vor einiger Zeit verstorben. Selbst wenn wir annehmen würden, dass der erwähnte Schaykh Ahmad oder jemand Größeres als er behauptet hätte, er habe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Traum oder im Wachzustand gesehen und dieser habe ihm dieses Vermächtnis aufgetragen, wüssten wir mit Gewissheit, dass er lügt oder dass derjenige, der zu ihm gesprochen hat, ein Satan war und nicht der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Und dies aus vielen Gründen, unter anderem:
Erstens: Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wird nach seinem Tod nicht im Wachzustand gesehen. Und wer von den unwissenden Sufis behauptet, er sehe den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Wachzustand, oder er sei beim Mawlid anwesend oder Ähnliches, der hat sich in schlimmster Weise geirrt, ist einer äußerst starken Täuschung erlegen, ist in einen gewaltigen Fehler gefallen und hat dem Quran, der Sunnah und dem Konsens der Leute des Wissens widersprochen, denn die Toten kommen erst am Tage der Auferstehung aus ihren Gräbern hervor und nicht im Diesseits. Und wer das Gegenteil davon behauptet, der ist entweder ein offenkundiger Lügner oder jemand, der sich irrt und getäuscht wurde, weil er die Wahrheit nicht erkannt hat, die die rechtschaffenen Vorfahren erkannt haben und auf der die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sowie ihre rechtschaffenen Nachfolger voranschritten. Allah - erhaben ist Er - sagte:
﴿ثُمَّ إِنَّكُم بَعۡدَ ذَٰلِكَ لَمَيِّتُونَ15 ثُمَّ إِنَّكُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ تُبْعَثُونَ16﴾
„Hierauf werdet ihr fürwahr nach (all) diesem sterben.
Hierauf werdet ihr fürwahr am Tag der Auferstehung auferweckt werden.“ [Al-Muminun:15-16] Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«أَنَا أَوَّلُ مَنْ تَنْشَقُّ عَنْهُ الْأَرْضُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ، وَأَنَا أَوَّلُ شَافِعٍ وَأَوَّلُ مُشَفَّعٍ».
„Ich bin der Erste, über dem sich am Tag der Auferstehung das Grab öffnen wird, und ich bin der Erste, der Fürsprache einlegt, und der Erste, dessen Fürsprache gewährt wird.“ Die Verse und Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.
Zweitens: Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagt niemals etwas, das der Wahrheit widerspricht, weder zu seinen Lebzeiten noch nach seinem Tod. Dieses angebliche Vermächtnis jedoch widerspricht seiner Gesetzgebung in offenkundiger Weise, und zwar aus vielen Gründen - wie noch folgen wird. Zwar kann er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Traum gesehen werden, und wer ihn im Traum in seiner edlen Gestalt gesehen hat, der hat ihn tatsächlich gesehen, denn der Satan kann nicht in seiner Gestalt erscheinen, wie dies im authentischen edlen Hadith überliefert wurde. Doch die ganze Angelegenheit hängt vom Glauben des Sehenden, seiner Wahrhaftigkeit, seiner Rechtschaffenheit, seiner Genauigkeit, seiner Religiosität und seiner Vertrauenswürdigkeit ab sowie davon, ob er den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in seiner Gestalt oder in einer anderen gesehen hat.
Und wenn über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ein Hadith überliefert würde, den er zu seinen Lebzeiten gesagt hat, jedoch nicht über den Weg der vertrauenswürdigen, rechtschaffenen und zuverlässigen Überlieferer, so würde er nicht angenommen und nicht als Beweis herangezogen. Und selbst wenn er über den Weg der zuverlässigen Überlieferer berichtet worden wäre, ihm jedoch die Überlieferung von jemandem widerspräche, der noch bewahrender und vertrauenswürdiger ist, und dies in einer Weise, dass zwischen beiden Überlieferungen kein Ausgleich möglich ist, dann wird eine der beiden als aufgehoben angesehen und nicht angewendet, und die zweite wird als aufhebend angesehen und angewendet - solange die Bedingungen dafür dies ermöglichen.
Wenn weder ein Ausgleich noch eine Aufhebung möglich ist, dann muss die Überlieferung dessen verworfen werden, der geringere Bewahrung und niedrigere Rechtschaffenheit besitzt, und es ist zu urteilen, dass sie abweichend ist und nicht angewendet wird.
Wie steht es dann erst um ein Vermächtnis, dessen Überlieferer unbekannt ist, der es dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zugeschrieben hat, dessen Rechtschaffenheit und Vertrauenswürdigkeit nicht bekannt sind? Ein solches Vermächtnis ist unter diesen Umständen eindeutig zurückzuweisen und verdient keinerlei Beachtung, selbst wenn es nichts enthielte, was der islamischen Gesetzgebung widerspricht. Wie erst dann, wenn dieses Vermächtnis zahlreiche Dinge umfasst, die auf seine Nichtigkeit hinweisen, dass es dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - angedichtet ist und zudem eine Religion vorschreibt, zu der Allah keine Erlaubnis gegeben hat?!
Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte bereits:
«مَنْ قَالَ عَلَيَّ مَا لَمْ أَقُلْ؛ فَلْيَتَـبَوَّأْ مَقْعَدَهُ مِنَ النَّارِ».
„Wer mir etwas zuschreibt, was ich nicht gesagt habe, der soll seinen Platz im Höllenfeuer einnehmen.“ Und der Erfinder dieses dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zugeschriebenen Vermächtnisses hat ihm ja etwas zugeschrieben, was er nicht gesagt hat, und hat ihn mit einer eindeutigen, schwerwiegenden Lüge belogen. Wie sehr verdient er daher diese gewaltige Androhung und wie sehr steht sie ihm zu, wenn er nicht unverzüglich zur Reue eilt und den Menschen die Lüge dieses dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zugeschriebenen Vermächtnisses offenlegt. Wer Falsches unter den Menschen verbreitet und es der Religion zuschreibt, dessen Reue ist nur dann gültig, wenn er sie öffentlich verdeutlicht und offenlegt, damit die Menschen wissen, dass er von seiner Lüge zurückgetreten ist und sich selbst als Lügner klarstellt - gemäß der Aussage Allahs - erhaben ist Seine Majestät -:
﴿إِنَّ ٱلَّذِينَ يَكۡتُمُونَ مَآ أَنزَلۡنَا مِنَ ٱلۡبَيِّنَٰتِ وَٱلۡهُدَىٰ مِنۢ بَعۡدِ مَا بَيَّنَّٰهُ لِلنَّاسِ فِي ٱلۡكِتَٰبِ أُوْلَٰٓئِكَ يَلۡعَنُهُمُ ٱللَّهُ وَيَلۡعَنُهُمُ ٱللَّٰعِنُونَ159 إِلَّا ٱلَّذِينَ تَابُواْ وَأَصۡلَحُواْ وَبَيَّنُواْ فَأُوْلَٰٓئِكَ أَتُوبُ عَلَيۡهِمۡ وَأَنَا ٱلتَّوَّابُ ٱلرَّحِيمُ160﴾
„Wahrlich, diejenigen, die verheimlichen, was Wir an klaren Beweisen und Rechtleitung hinabgesandt haben, nachdem Wir es den Menschen in der Schrift verdeutlicht haben, jene werden von Allah verflucht und auch von den Fluchenden.
Ausgenommen sind diejenigen, die bereuen und (ihre Taten) verbessern und klar machen. Jene, so nehme Ich ihre Reue an, und Ich bin ja der Reue-Annehmende und der Barmherzige.“ [Al-Baqarah:159-160] So hat Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - in diesem edlen Vers klargestellt, dass die Reue dessen, der etwas von der Wahrheit verbirgt, erst dann gültig ist, wenn er berichtigt und klarstellt. Und Allah - gepriesen sei Er - hat Seinen Dienern die Religion vervollkommnet und ihnen die Gnade vollendet durch die Entsendung Seines Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und durch das, was Er ihm an vollkommener Gesetzgebung offenbart hat. Und Er hat ihn erst dann zu Sich genommen, nachdem die Vervollkommnung und die Klarstellung erfolgt waren, wie Er - erhaben ist Seine Majestät - sagte:
﴿...ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِي وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَٰمَ دِينٗا...﴾
„[...] Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden. [...].“ [Al-Maidah:3]
Der Erfinder dieses Vermächtnisses trat im 14. Jahrhundert auf und wollte den Menschen eine neue Religion unterschieben, nach der der Eintritt in den Paradiesgarten demjenigen zusteht, der seine Gesetzgebung annimmt, und der Entzug des Paradiesgartens sowie der Eintritt ins Höllenfeuer demjenigen, der seine Gesetzgebung nicht annimmt. Und er will dieses von ihm erfundene Vermächtnis größer und vorzüglicher machen als den Quran, indem er darin erlogen hat, dass demjenigen, der es niederschreibt und von Land zu Land oder von Ort zu Ort weiterleitet, ein Palast im Paradiesgarten errichtet wird, und dass demjenigen, der es nicht niederschreibt und nicht weiterleitet, die Fürsprache des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - am Tage der Auferstehung verwehrt wird. Dies gehört zu den abscheulichsten Lügen und ist eines der deutlichsten Anzeichen für die Falschheit dieses angeblichen Vermächtnisses, für die Schamlosigkeit ihres Erfinders und für die ungeheure Dreistigkeit seiner Lüge. Denn selbst derjenige, der den edlen Quran niederschreibt und ihn von Land zu Land oder von Ort zu Ort weiterleitet, erlangt diesen Vorzug nicht, wenn er nicht nach dem Quran handelt. Wie sollte dann ein solcher Vorzug demjenigen zuteilwerden, der diese Erfindung niederschreibt und sie von Land zu Land weiterträgt? Und wer den Quran nicht niederschreibt und ihn nicht von Land zu Land weiterleitet, dem wird die Fürsprache des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nicht verwehrt, sofern er an ihn glaubt und seiner Gesetzgebung folgt. Und schon diese eine Verleumdung in diesem angeblichen Vermächtnis genügt für sich allein, um auf ihre Nichtigkeit, die Lüge ihres Verbreiters, seine Unverschämtheit, seine Dummheit und seine große Entfernung von der Kenntnis dessen hinzuweisen, was der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - an Rechtleitung gebracht hat.
In diesem angeblichen Vermächtnis gibt es - abgesehen von dem, was erwähnt wurde - weitere Angelegenheiten, die allesamt auf ihre Nichtigkeit und Falschheit hinweisen. Und selbst wenn ihr Erfinder tausend Eide oder mehr auf ihre Echtheit schwören würde, und selbst wenn er über sich selbst die größte Strafe und die härteste Züchtigung herabrufen würde, um zu bekräftigen, dass er wahrhaftig sei - so wäre er dennoch nicht wahrhaftig, und sie wäre nicht richtig. Vielmehr ist sie - bei Allah, ja bei Allah - von der größten und abscheulichsten Falschheit. Und wir nehmen Allah - gepriesen sei Er - sowie diejenigen von den Engeln, die bei uns anwesend sind, zu Zeugen. Und wer von den Muslimen sich diese Schrift anschaut - ein Zeugnis, mit dem wir unserem Herrn - erhaben ist Seine Majestät - begegnen: (der wisse,) dass dieses angebliche Vermächtnis eine Lüge und eine Verleumdung gegen den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ist. Möge Allah denjenigen erniedrigen, der sie erdacht hat, und ihn so behandeln, wie er es verdient.
Auf die Lüge und Nichtigkeit dieses angeblichen Vermächtnisses deuten - abgesehen von dem bereits Vorausgegangenen - viele Dinge aus ihrem erwähnten Wortlaut hin; dazu gehören:
Der erste Punkt: Seine Aussage darin: „Denn von einem Freitag bis zum nächsten sterben 160.000 Menschen außerhalb der Religion des Islams“, denn dies gehört zum Wissen des Verborgenen. Und die Offenbarung ist nach dem Tod des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - abgebrochen, und schon zu seinen Lebzeiten wusste er das Verborgene nicht. Wie sollte er es dann nach seinem Tod wissen? Dies gemäß der Aussage Allahs - gepriesen sei Er -:
﴿قُل لَّآ أَقُولُ لَكُمۡ عِندِي خَزَآئِنُ ٱللَّهِ وَلَآ أَعۡلَمُ ٱلۡغَيۡبَ...﴾
„Sag: ‚Ich sage nicht zu euch, ich besäße die Schatzkammern Allahs; und ich kenne auch nicht das Verborgene.‘“ [Al-An'am:50] Und die Aussage des Erhabenen:
﴿قُل لَّا يَعۡلَمُ مَن فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضِ ٱلۡغَيۡبَ إِلَّا ٱللَّهُ...﴾
„Sag: ‚Über das Verborgene weiß nicht Bescheid wer in den Himmeln und auf der Erde ist, außer Allah.‘“ [An-Naml:65] Und in einem authentischen Hadith wird über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:
«يُذَادُ رِجَالٌ عَنْ حَوْضِي يَوْمَ القِيَامَةِ، فَأَقُولُ: يَا رَبِّ! أَصْحَابِي أَصْحَابِي، فَيُقَالُ لِي: إِنَّكَ لَا تَدْرِي مَا أَحْدَثُوا بَعْدَكَ، فَأَقُولُ كَمَا قَالَ العَبْدُ الصَّالِحُ: ﴿وَكُنتُ عَلَيۡهِمۡ شَهِيدٗا مَّا دُمۡتُ فِيهِمۡۖ فَلَمَّا تَوَفَّيۡتَنِي كُنتَ أَنتَ ٱلرَّقِيبَ عَلَيۡهِمۡۚ وَأَنتَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ شَهِيدٌ﴾ [المائدة: 117]».
„Am Tage der Auferstehung werden Männer von meinem Becken ferngehalten. Da werde ich sagen: ‚O mein Herr, meine Gefährten, meine Gefährten!‘ Dann wird zu mir gesagt: ‚Du weißt ja nicht, was sie nach dir neu eingeführt haben.‘ Da werde ich sagen, wie der rechtschaffene Diener sagte: ‚Und ich war über sie Zeuge, solange ich unter ihnen weilte. Nachdem Du mich abberufen hast, bist Du der Wächter über sie. Und Du bist über alles Zeuge.‘ [Al-Maidah:117]“
Der zweite Punkt - zu den Dingen, die auf die Nichtigkeit dieses Vermächtnisses hinweisen und darauf, dass es eine Lüge ist -: Seine Aussage darin: „Wer es niederschreibt und arm ist, den macht Allah reich; oder wer verschuldet ist, dem begleicht Allah seine Schuld; oder wer eine Sünde auf sich hat, dem vergibt Allah seine Sünde sowie die seiner Eltern durch den Segen dieses Vermächtnisses“, und so weiter bis zum Ende. Dies gehört zu den gewaltigsten Lügen und zu den deutlichsten Beweisen für die Lüge dessen, der es erdichtet hat, und für seine geringe Scham vor Allah und vor Seinen Dienern, denn diese drei Dinge treten nicht allein durch das bloße Niederschreiben des edlen Qurans ein, wie sollten sie dann für denjenigen eintreten, der dieses nichtige Vermächtnis niederschreibt?! Vielmehr beabsichtigt dieser Üble (bezogen auf den Lügner), die Menschen zu täuschen und sie an dieses Vermächtnis zu binden, damit sie es niederschreiben und sich an diesen angeblichen Vorzug klammern und die Mittel aufgeben, die Allah Seinen Dienern vorgeschrieben hat und die zum Reichtum, zur Begleichung der Schulden und zur Vergebung der Sünden führen. So suchen wir Zuflucht bei Allah vor den Ursachen des Versagens sowie vor dem Gehorsam gegenüber den Neigungen und dem Satan.
Der dritte Punkt - zu den Dingen, die auf die Nichtigkeit dieses Vermächtnisses hinweisen -: Seine Aussage darin: „Und wer es von den Dienern Allahs nicht niederschreibt, dessen Gesicht wird im Diesseits und im Jenseits schwarz.“ Das gehört ebenfalls zu den abscheulichsten Lügen und zu den klarsten Beweisen für die Nichtigkeit dieses Vermächtnisses und für die Lüge dessen, der es erdichtet hat. Wie kann es im Verstand eines vernünftigen Menschen zulässig sein, dieses Vermächtnis niederzuschreiben, das ein unbekannter Mann im 14. Jahrhundert verfasst hat, es dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - andichtet und behauptet, dass derjenige, der es nicht niederschreibt, dessen Gesicht im Diesseits und im Jenseits schwarz wird, und dass derjenige, der es niederschreibt, nach der Armut reich wird, von der Verschuldung frei wird, nachdem sie sich bei ihm angehäuft hat, und ihm vergeben wird, was er an Sünden begangen hat?!
Gepriesen seist Du (o Allah)! Dies ist eine gewaltige Verleumdung! Und sowohl die Beweise als auch die Wirklichkeit bezeugen die Lüge dieses Erfinders, seine große Dreistigkeit gegenüber Allah und seine geringe Scham vor Allah und vor den Menschen. Denn es gibt zahlreiche Gemeinschaften, die es nicht niedergeschrieben haben, und ihre Gesichter sind nicht schwarz geworden. Und hier gibt es eine große Menge, die niemand außer Allah aufzählen kann, die es viele Male niedergeschrieben haben, deren Schulden jedoch nicht beglichen wurden und deren Armut nicht verschwunden ist. So suchen wir Zuflucht bei Allah vor der Abweichung der Herzen und vor der Festsetzung der Sünden. Dies sind Eigenschaften und Belohnungen, die die edle islamische Gesetzgebung nicht einmal für denjenigen festgelegt hat, der das beste und gewaltigste Buch niederschreibt - nämlich den edlen Quran. Wie sollten sie dann für denjenigen eintreten, der ein erlogenes Vermächtnis niederschreibt, das verschiedene Arten von Falschheit und viele Aussagen unterschiedlicher Arten von Unglauben in sich enthält? Gepriesen sei Allah! Wie nachsichtig Er doch ist gegenüber demjenigen, der sich erdreistet, Ihn anzulügen.
Der vierte Punkt - zu den Dingen, die darauf hinweisen, dass dieses Vermächtnis zu den nichtigsten Nichtigkeiten gehört und die deutlichste Lüge ist -: Seine Aussage darin: „Und wer daran glaubt, entkommt der Strafe des Höllenfeuers, und wer es für Lüge erklärt, begeht Unglauben.“ Und dies gehört ebenfalls zu den größten Dreistigkeiten im Lügen und zu der abscheulichsten Falschheit. Dieser Erfinder ruft alle Menschen dazu auf, an seine Erfindung zu glauben, und behauptet, dass sie dadurch der Strafe des Höllenfeuers entkommen und dass derjenige, der sie für Lüge erklärt, ungläubig wird. Wahrlich - bei Allah - hat dieser Lügner Allah gegenüber eine gewaltige Verleumdung begangen und - bei Allah - die Unwahrheit gesprochen. Wer ihm glaubt, der ist es, der es verdient, ungläubig zu sein, und nicht derjenige, der ihn der Lüge bezichtigt, denn es ist eine Verleumdung, Falschheit und Lüge ohne jede Grundlage der Wahrheit. Und wir nehmen Allah zum Zeugen, dass es eine Lüge ist und dass ihr Erfinder ein Lügner ist, der beabsichtigt, den Menschen etwas als Gesetz vorzuschreiben, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat, und in ihre Religion etwas einzuführen, das nicht zu ihr gehört. Allah hat ja die Religion für diese Gemeinschaft bereits vervollkommnet und vollendet, vierzehn Jahrhunderte vor dieser Verleumdung. So seid wachsam, o ihr Leser und Brüder, und hütet euch davor, an solche Verleumdungen zu glauben oder ihnen unter euch Verbreitung zu verschaffen. Denn die Wahrheit besitzt ein Licht, das demjenigen, der sie sucht, nicht verborgen bleibt. So sucht die Wahrheit mit ihrem Beweis und fragt die Leute des Wissens nach dem, was euch unklar ist, und lasst euch nicht von den Eiden der Lügner täuschen. So schwor ja der verfluchte Iblis euren Eltern Adam und Hawa, dass er ihnen wahrlich zu den Aufrichtigen (Ratgebern) gehöre, während er der größte der Verräter und der lügenhafteste der Lügner ist, wie Allah dies von ihm berichtet hat, indem Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:
﴿وَقَاسَمَهُمَآ إِنِّي لَكُمَا لَمِنَ ٱلنَّٰصِحِينَ21﴾
„Und er schwor beiden: ‚Ich gehöre fürwahr zu denjenigen, die euch guten Rat geben.‘“
[Al-A'raf:21]
So hütet euch vor ihm und hütet euch vor seinen Anhängern unter den Verleumdern. Wie viele falsche Eide gibt es von ihm und von ihnen, wie viele verräterische Bündnisse und wie viele ausgeschmückte Worte zur Verführung und Irreführung! Und was das betrifft, was dieser Verleumder über das Auftreten der Verwerflichkeiten erwähnt hat, so ist dies eine vorhandene Tatsache. Der edle Quran sowie die reine Sunnah haben eindringlich davor gewarnt, und in ihnen liegt die Rechtleitung und Genüge.
Was das betrifft, was über die Zeichen der Stunde erwähnt wurde, so haben die prophetischen Hadithe deutlich dargelegt, was an Zeichen der Stunde eintreten wird, und der edle Quran hat auch auf einiges davon hingewiesen. Wer dies wissen möchte, findet es an seinem Platz, nämlich in den Büchern der Sunnah sowie in den Schriften der Leute des Wissens und des Glaubens. Die Menschen haben keine Notwendigkeit für die Darlegung eines solchen Verleumders, für seine Täuschung und für sein Vermengen der Wahrheit mit der Falschheit. Möge Allah mich, euch und alle übrigen Muslime vor dem Übel der Satane bewahren, vor den Versuchungen der Irreführer, vor der Abweichung der Abweichenden und vor der Täuschung der nichtigen Feinde Allahs, die beabsichtigen, das Licht Allahs mit ihren Mündern auszulöschen und den Menschen ihre Religion zu verfälschen.
Doch Allah wird Sein Licht vollenden und Seiner Religion zum Sieg verhelfen, auch wenn dies den Feinden Allahs unter den Satanen und ihren Anhängern von den Ungläubigen und Atheisten zuwider ist. Wir bitten Allah, die Zustände der Muslime zu bessern, ihnen die Gunst zu erweisen, der Wahrheit zu folgen, auf ihr standhaft zu bleiben und zu Allah - gepriesen sei Er - von allen Sünden zurückzukehren. Wahrlich, Er ist der Reue-Annehmende, der Barmherzige, der zu allem fähig ist. Allah ist unser Genüge, und Er ist der beste Sachwalter. Und es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allah, dem Hohen, dem Allmächtigen.
Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Weltenbewohner, und Allahs Segen und Frieden seien auf Seinem Diener und Gesandten, dem Wahrhaftigen und Vertrauenswürdigen, sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf all jenen, die ihnen in Güte folgen bis zum Tag der Religion.
***
بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die neunte Niederschrift:
Das Urteil über Zauberei und Wahrsagerei und das, was damit zusammenhängt18
Alles Lob gebührt Allah allein, und Segen und Frieden seien auf demjenigen, nach dem es keinen Propheten mehr gibt. Um fortzufahren.
Angesichts der zunehmenden Zahl von Scharlatanen in jüngster Zeit, die vorgeben, Heilkunde zu betreiben und mittels Zauberei oder Wahrsagerei zu behandeln, sowie ihrer Verbreitung in einigen Ländern und ihrer Ausnutzung der einfältigen Menschen, bei denen Unwissenheit überwiegt, habe ich es aus der Sicht des aufrichtigen Rates gegenüber Allah und Seinen Dienern als notwendig erachtet, das darin liegende große Gefahrenpotenzial für den Islam und die Muslime darzulegen, da darin eine Anhänglichkeit an etwas anderes als Allah - erhaben ist Er - sowie ein Widerspruch zu Seinem Befehl und dem Befehl Seines Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - liegt.
So sage ich, hilfesuchend bei Allah - erhaben ist Er -: Die medizinische Behandlung ist übereinstimmend erlaubt und es ist dem Muslim gestattet, zu einem Arzt für innere Krankheiten oder chirurgische oder neurologische Erkrankungen oder dergleichen zu gehen, damit er ihm seine Krankheit diagnostiziert und sie mit den ihm entsprechenden, islamrechtlich erlaubten Medikamenten behandelt, entsprechend dem, was er über die Medizin weiß. Dies gehört zum Ergreifen der gewöhnlichen Mittel und widerspricht nicht dem Vertrauen („Tawakkul“) auf Allah. Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - hat die Krankheit herabgesandt und zugleich mit ihr das Heilmittel; dies kennt, wer es kennt, und es ist unwissend, wer darüber unwissend ist. Doch Er - gepriesen sei Er - hat die Heilung Seiner Diener nicht in etwas gelegt, was Er ihnen verboten hat.
So ist es dem Kranken nicht erlaubt, zu den Wahrsagern zu gehen, die vorgeben, Kenntnis über das Verborgene zu besitzen, um von ihnen etwas über seine Krankheit zu erfahren. Ebenso ist es ihm nicht erlaubt, ihnen in dem zu glauben, was sie darüber mitteilen, denn sie sprechen bloße Vermutungen über das Verborgene aus oder lassen die Jinn erscheinen, um sich ihrer zu bedienen für das, was sie (erlangen) wollen. Diese haben das Urteil des Unglaubens und der Irreleitung, wenn sie Wissen über das Verborgene beanspruchen.
Muslim überlieferte in seinem „Sahih-Werk“, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«مَنْ أَتَى عَرَّافًا فَسَأَلَهُ عَنْ شَيْءٍ، لَمْ تُقْبَلْ لَهُ صَلَاةٌ أَرْبَعِينَ يَوْمًا».
„Wer einen Hellseher aufsucht und ihn nach etwas fragt, dessen Gebet wird vierzig Tage lang nicht angenommen.“
Und Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - berichtete, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«مَنْ أَتَى كَاهِنًا فَصَدَّقَهُ بِمَا يَقُولُ، فَقَدْ كَفَرَ بِمَا أُنْزِلَ عَلَى مُحَمَّدٍ ﷺ».
„Wer zu einem Wahrsager geht und ihm bei dem, was er sagt, Glauben schenkt, so hat dieser Unglaube an dem begangen, was auf Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - herabgesandt wurde.“ Überliefert von Abu Dawud und (ebenso) von den Verfassern der vier „Sunan-Werke“ herausgebracht, und Al-Hakim stufte ihn als authentisch über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ein, mit dem Wortlaut:
«مَنْ أَتَى عَرَّافًا أَوْ كَاهِنًا فَصَدَّقَهُ بِمَا يَقُولُ، فَقَدْ كَفَرَ بِمَا أُنْزِلَ عَلَى مُحَمَّدٍ ﷺ».
„Wer zu einem Hellseher oder Wahrsager geht und ihm bei dem, was er sagt, Glauben schenkt, so hat dieser Unglaube an dem begangen, was auf Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - herabgesandt wurde.“
'Imran Ibn Husayn - möge Allah mit ihm zufrieden sein - berichtete, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لَيْسَ مِنَّا مَنْ تَطَيَّرَ أَوْ تُطُيِّرَ لَهُ، أَوْ تَكَهَّنَ أَوْ تُكُهِّنَ لَهُ، أَوْ سَحَرَ أَوْ سُحِرَ لَهُ، وَمَنْ أَتَى كَاهِنًا فَصَدَّقَهُ بِمَا يَقُولُ، فَقَدْ كَفَرَ بِمَا أُنْزِلَ عَلَى مُحَمَّدٍ ﷺ».
„Zu uns gehört nicht, wer in Vögeln ein schlechtes Omen ausmacht/wahrnimmtoder danach fragt, wer Wahrsagerei betreibt oder sich wahrsagen lässt und wer Zauberei betreibt oder für sich Zauberei betreiben lässt. Und wer zu einem Wahrsager geht und dem, was er sagt, Glauben schenkt, so hat dieser Unglaube an dem begangen, was auf Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - herabgesandt wurde.“ Überliefert von Al-Bazzar mit einer guten Überlieferungskette.
In diesen edlen Hadithen liegt die Untersagung, zu Hellsehern, Wahrsagern, Zauberern und ihresgleichen zu gehen, sie zu befragen und ihnen zu glauben. Ebenso enthalten sie die Androhung dafür.
So darf man sich weder von ihrer Wahrhaftigkeit in manchen Angelegenheiten täuschen lassen noch von der großen Zahl der Menschen, die zu ihnen kommen, denn sie sind Unwissende, von denen die Menschen sich nicht täuschen lassen dürfen. Dies, da der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - davor gewarnt hat, zu ihnen zu gehen, sie zu befragen oder ihnen Glauben zu schenken. Darin liegt ein schweres Übel, eine große Gefahr und die Folgen sind schlimm. Zudem sind sie verlogene, sittenlose Lügner.
Ebenso enthalten diese Hadithe einen Beweis für den Unglauben des Wahrsagers und des Zauberers, denn beide beanspruchen Wissen über das Verborgene, und dies ist Unglaube. Zudem erreichen sie ihr Ziel nur durch den Dienst an den Jinn und deren Anbetung anstelle Allahs, und das ist Unglaube an Allah und Schirk Ihm gegenüber - gepriesen sei Er. Wer ihnen in ihrem Anspruch auf Wissen über das Verborgene Glauben schenkt, ist wie sie. Und jeder, der diese Dinge von jemandem übernimmt, der sie praktiziert, von dem hat sich der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - losgesagt.
Ebenso ist es dem Muslim nicht erlaubt, sich dem zu unterwerfen, was sie als Behandlung behaupten, wie etwa ihre Beschwörungen mit Zauberformeln/Talismanen oder das Bleigießen und Ähnliches von den abergläubischen Praktiken, die sie ausüben. Dies gehört ja zur Wahrsagerei und zur Irreführung der Menschen. Und wer damit einverstanden ist, der hat ihnen bei ihrer Falschheit und ihrem Unglauben geholfen.
Ebenso ist es keinem der Muslime erlaubt, zu ihnen zu gehen, um sie zu fragen, wen z. B. sein Sohn oder ein Verwandter heiraten wird, oder was zwischen den Ehepartnern und ihren Familien an Liebe und Treue oder an Feindschaft und Trennung und Ähnlichem sein wird. Denn dies gehört zum Verborgenen, das niemand außer Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - kennt.
So ist es eine Pflicht für die Herrscher der Muslime, für die mit Aufsicht betrauten Leute und andere, die über Macht und Autorität verfügen, den Gang zu Wahrsagern, Hellsehern und dergleichen zu missbilligen, diejenigen zu hindern, die sich mit solchen Dingen auf Märkten oder anderswo befassen, sie scharf zu tadeln sowie auch diejenigen zu tadeln, die zu ihnen gehen.
Und ebenso verhält es sich mit der Zauberei: Sie gehört zu den verbotenen Dingen, die Unglaube („Kufr“) sind, wie Allah - mächtig und majestätisch ist Er - im Zusammenhang mit den beiden Engeln sagte:
﴿...وَمَا يُعَلِّمَانِ مِنۡ أَحَدٍ حَتَّىٰ يَقُولَآ إِنَّمَا نَحۡنُ فِتۡنَةٞ فَلَا تَكۡفُرۡۖ فَيَتَعَلَّمُونَ مِنۡهُمَا مَا يُفَرِّقُونَ بِهِۦ بَيۡنَ ٱلۡمَرۡءِ وَزَوۡجِهِۦۚ وَمَا هُم بِضَآرِّينَ بِهِۦ مِنۡ أَحَدٍ إِلَّا بِإِذۡنِ ٱللَّهِۚ وَيَتَعَلَّمُونَ مَا يَضُرُّهُمۡ وَلَا يَنفَعُهُمۡۚ وَلَقَدۡ عَلِمُواْ لَمَنِ ٱشۡتَرَىٰهُ مَا لَهُۥ فِي ٱلۡأٓخِرَةِ مِنۡ خَلَٰقٖۚ وَلَبِئۡسَ مَا شَرَوۡاْ بِهِۦٓ أَنفُسَهُمۡۚ لَوۡ كَانُواْ يَعۡلَمُونَ﴾
„[...] Und sie beide lehrten niemanden (in der Zauberei), ohne zu sagen: ‚Wir sind nur eine Versuchung; so werde nicht ungläubig!‘ So lernten sie von den beiden das, womit sie zwischen dem Mann und seiner Ehegattin spalten. Doch können sie damit niemandem schaden, außer mit Allahs Erlaubnis. Und sie erlernten, was ihnen schadet und nicht nützt. Und sie wussten doch, dass derjenige, der es erkaufte, am Jenseits ja keinen Anteil hätte. Und fürwahr, wie schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben, wenn sie (es) nur wüssten!“ [Al-Baqarah:102]
So weisen diese edlen Verse darauf hin, dass Zauberei (großer) Unglauben ist und dass die Zauberer zwischen dem Mann und seiner Ehefrau trennen (wollen). Sie weisen ebenso darauf hin, dass die Zauberei aus sich selbst heraus weder Nutzen noch Schaden bewirkt, sondern nur mit Allahs bestimmendem Willen Wirkung zeigt, denn Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - ist es, Der das Gute und das Schlechte erschaffen hat.
Der edle Vers weist auch darauf hin, dass diejenigen, die Zauberei erlernen, in Wirklichkeit nur das erlernen, was ihnen schadet und ihnen nicht nützt, und dass sie bei Allah keinen Anteil haben - das heißt (sie besitzen) weder Anteil noch Anrecht. Dies ist eine gewaltige Androhung, die auf die Schwere ihres Verlustes im Dies- und Jenseits hinweist und darauf, dass sie sich selbst zum billigsten Preis verkauft haben. Deshalb hat Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sie dafür getadelt, indem Er sagte:
﴿...وَلَبِئۡسَ مَا شَرَوۡاْ بِهِۦٓ أَنفُسَهُمۡۚ لَوۡ كَانُواْ يَعۡلَمُونَ﴾
„[...] Und fürwahr, wie schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben, wenn sie (es) nur wüssten!“ [Al-Baqarah:102] Und das Wort „Kaufen“ bedeutet hier „Verkauf“.
Und wahrlich, der Schaden ist gewaltig geworden und die Angelegenheit hat sich durch diese Verleumder stark verschärft, die dieses Wissen von den Götzendienern geerbt haben und damit die Menschen mit schwachem Verstand täuschen. So sprechen wir: Wahrlich, wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück, und Allah ist unser Genüge, und Er ist der beste Sachwalter.
Wir bitten Allah um Unversehrtheit und Wohlergehen vor dem Übel der Zauberer, Wahrsager und aller übrigen Scharlatane. Wir bitten Ihn - gepriesen sei Er - die Muslime vor ihrem Übel zu schützen und die Herrscher der Muslime dazu zu führen, sich vor ihnen zu hüten und Allahs Urteil über sie zu vollziehen, damit die Diener von ihrem Schaden und ihren abscheulichen Taten Ruhe finden. Wahrlich, Er ist freigebig und edel.
Allah - gepriesen sei Er - hat Seinen Dienern das (gesetzlich) vorgeschrieben, womit sie sich vor dem Übel der Zauberei schützen können, bevor sie eintritt. Und Er hat ihnen deutlich gemacht, womit sie nach ihrem Eintritt behandelt werden kann - aus Barmherzigkeit und aus Güte von Ihm ihnen gegenüber und zur Vollendung Seiner Gnade an ihnen.
Im Folgenden wird die Darlegung der Dinge angeführt, durch die man sich vor der Gefahr der Zauberei schützt, bevor sie eintritt, sowie der Dinge, mit denen sie nach ihrem Eintritt behandelt wird, aus den islamrechtlich erlaubten Angelegenheiten. Die Erläuterung dessen ist wie folgt:
Erstens: Wodurch sich vor der Gefahr der Zauberei geschützt wird, bevor sie eintritt. Das Wichtigste und Nützlichste davon ist der Schutz durch die islamrechtlich überlieferten Gedenkformeln („Adhkar“), Bittgebete und Schutzsuren. Dazu gehört das Rezitieren der „Ayat Al-Kursi“ - und sie ist der gewaltigste Vers im edlen Quran - nach jedem Pflichtgebet nach dem Salam. Dies ist die Aussage des Gepriesenen:
﴿ٱللَّهُ لَآ إِلَٰهَ إِلَّا هُوَ ٱلۡحَيُّ ٱلۡقَيُّومُۚ لَا تَأۡخُذُهُۥ سِنَةٞ وَلَا نَوۡمٞۚ لَّهُۥ مَا فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَمَا فِي ٱلۡأَرۡضِۗ مَن ذَا ٱلَّذِي يَشۡفَعُ عِندَهُۥٓ إِلَّا بِإِذۡنِهِۦۚ يَعۡلَمُ مَا بَيۡنَ أَيۡدِيهِمۡ وَمَا خَلۡفَهُمۡۖ وَلَا يُحِيطُونَ بِشَيۡءٖ مِّنۡ عِلۡمِهِۦٓ إِلَّا بِمَا شَآءَۚ وَسِعَ كُرۡسِيُّهُ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضَۖ وَلَا يَـُٔودُهُۥ حِفۡظُهُمَاۚ وَهُوَ ٱلۡعَلِيُّ ٱلۡعَظِيمُ255﴾
„Allah - es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Ihm, dem Lebendigen, dem Beständigen. Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es denn, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte - außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt, sie aber umfassen nichts von Seinem Wissen - außer, was Er will. Sein Thronschemel umfasst die Himmel und die Erde, und ihre Behütung beschwert Ihn nicht. Und Er ist der Hohe, (und) der Gewaltige.“ [Al-Baqarah:255] Und sie soll ebenfalls vor dem Schlafengehen rezitiert werden, denn es ist authentisch über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er sagte:
«مَنْ قَرَأَ آيَةَ الْكُرْسِيِّ فِي لَيْلَةٍ، لَمْ يَزَلْ عَلَيْهِ مِنَ اللَّهِ حَافِظٌ، وَلَا يَقْرَبُهُ شَيْطَانٌ حَتَّى يُصْبِحَ».
„Wer in der Nacht die Ayat Al-Kursi liest, über ihm bleibt von Allah ein Hüter, und kein Satan nähert sich ihm, bis er den Morgen erreicht.“
Und dazu zählt auch die Rezitation von:
﴿قُلۡ هُوَ ٱللَّهُ أَحَدٌ1﴾
„Qul Huwa Allahu Ahad. (Sag: „Er ist Allah, ein Einer,[...]“)“
﴿قُلۡ أَعُوذُ بِرَبِّ ٱلۡفَلَقِ1﴾
„Qul A'udhu bi Rabbil-Falaq. (Sag: „Ich nehme Zuflucht beim Herrn des Tagesanbruchs [...]“)“
﴿قُلۡ أَعُوذُ بِرَبِّ ٱلنَّاسِ1﴾
„Qul A'udhu bi Rabbin-Nas. (Sag: „Ich nehme Zuflucht beim Herrn der Menschen, [...]“)“ [Surah An-Nas] Sie sollen nach jedem Pflichtgebet gelesen werden. Diese drei Suren sollen auch zu Beginn des Tages nach dem Morgengebet und zu Beginn der Nacht nach dem Abendgebet dreimal rezitiert werden.
Und dazu gehört auch das Rezitieren der beiden Verse am Ende der Surah Al-Baqarah zu Beginn der Nacht; diese sind die Aussage des Erhabenen:
﴿ءَامَنَ ٱلرَّسُولُ بِمَآ أُنزِلَ إِلَيۡهِ مِن رَّبِّهِۦ وَٱلۡمُؤۡمِنُونَۚ كُلٌّ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَمَلَٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ لَا نُفَرِّقُ بَيۡنَ أَحَدٖ مِّن رُّسُلِهِۦۚ وَقَالُواْ سَمِعۡنَا وَأَطَعۡنَاۖ غُفۡرَانَكَ رَبَّنَا وَإِلَيۡكَ ٱلۡمَصِيرُ285﴾
„Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn hinabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah und an Seine Engel und an Seine Bücher und an Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten. Und sie sagen: ‚Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Deine Vergebung, unser Herr, und zu Dir ist die Rückkehr.‘“ Bis zum Ende der Surah.
Dies aufgrund dessen, was authentisch über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert wurde, dass er sagte:
«مَنْ قَرَأَ الآيَتَيْنِ مِنْ آخِرِ سُورَةِ البَقَرَةِ فِي لَيْلَةٍ كَفَتَاهُ».
„Wer in einer Nacht die beiden Verse vom Ende der Surah Al-Baqarah liest, dem genügen sie.“ Und die Bedeutung - und Allah weiß es am besten - ist: Sie genügen ihm gegen jedes Übel. Und dazu gehört auch die häufige Zufluchtnahme mit den Worten: „Mit den vollkommenen Worten Allahs vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat“ („A'udhu bi-Kalimatillahi At-Tammati min Scharri ma Khalaq“), bei Nacht und bei Tag sowie beim Niederlassen an irgendeinem Aufenthaltsort, sei es in Gebäuden, in der Wüste, im Himmel oder auf dem Meer, aufgrund der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«مَن نَزَلَ مَنْزِلًا فَقالَ: أَعُوذُ بِكَلِمَاتِ اللهِ التَّامَّاتِ مِن شَرِّ ما خَلَقَ، لَمْ يَضُرَّهُ شَيءٌ حتَّى يَرْتَحِلَ مِن مَنْزِلِهِ ذَلِكَ».
„Wer sich an einem Ort niederlässt und daraufhin sagt: ‚Ich nehme Zuflucht bei den vollkommenen Worten Allahs vor dem Übel, das Er erschaffen hat‘ („A'udhu bi-Kalimatillahi At-Tammati min Scharri ma Khalaq“), so wird ihm kein Schaden zugefügt werden, bis er jenen seinen Ort (wieder) verlässt.“
Und dazu gehört auch, dass der Muslim zu Beginn des Tages und zu Beginn der Nacht dreimal sagt:
«بِسْمِ اللهِ الَّذِي لَا يَضُرُّ مَعَ اسْمِهِ شَيءٌ فِي الأَرْضِ وَلَا فِي السَّمَاءِ، وَهُوَ السَّمِيعُ العَلِيمُ».
„Im Namen Allahs, mit dessen Namen weder auf der Erde noch im Himmel etwas schaden kann, und Er ist der Allhörende, der Allwissende.“ („Bismillahi al-ladhi la yadurru ma'asmihi schay fil-Ardi wa la fis-Sama, wa Huwa As-Sami' Al-'Alim.“)
Das geht auf den authentisch überlieferten Ansporn des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zurück und dass dies ein Grund Unversehrtheit von jedem Übel ist.
Zweitens: Womit die Zauberei nach ihrem Eintreten behandelt wird; auch dies geschieht durch mehrere Sachen:
Die erste davon ist das häufige inständige Flehen zu Allah und Ihn - gepriesen sei Er - darum zu bitten, den Schaden aufzuheben und das Übel zu beseitigen.
Die zweite davon ist das Einsetzen aller Anstrengungen, um den Ort der Zauberei zu ermitteln, sei es in der Erde, auf einem Berg oder an einem anderen Ort. Wenn man ihn (also den Zauber) dann erkannt, hervorgeholt und vernichtet hat, ist die Zauberei aufgehoben. Und dies gehört zu den wirksamsten Mitteln zur Behandlung der Zauberei.
Die dritte davon ist die Ruqyah(-Heilung) mit den überlieferten Gedenkformeln und Bittgebeten. Diese sind zahlreich. Dazu gehört unter anderem
das, was in der Aussage des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert wurde:
«اللَّهُمَّ رَبَّ النَّاسِ، أَذْهِبِ الْبَأْسَ، وَاشْفِ أَنْتَ الشَّافِي، لَا شِفَاءَ إِلَّا شِفَاؤُكَ، شِفَاءً لَا يُغَادِرُ سَقَمًا».
„O Allah, Herr der Menschen! Nimm das Leid hinweg. Heile ihn, denn Du bist der Heiler. Es gibt keine Heilung außer Deine Heilung, eine Heilung, die keine Krankheit zurücklässt.“ („Allahumma Rabban-Nas, Adhhibil-Bas, wa-schfi Anta asch-Schafi, la Schifa illa Schifauk, Schifa-an la Yughadiru Saqaman.”) Dies sagt man dreimal.
Und dazu gehört auch die Ruqyah, mit der Jibril den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - behandelte. Sie ist seine Aussage:
«بِسْمِ اللَّهِ أَرْقِيكَ، مِنْ كُلِّ شَيْءٍ يُؤْذِيكَ، وَمِنْ شَرِّ كُلِّ نَفْسٍ أَوْ عَيْنِ حَاسِدٍ، اللَّهُ يَشْفِيكَ، بِسْمِ اللَّهِ أَرْقِيكَ».
„Im Namen Allahs spreche ich (die Ruqyah-)Heilung über dich. Gegen alles, was dir schadet. Vor dem Übel jeder Seele oder jedes neidischen Blickes. Möge Allah dich heilen. Im Namen Allahs spreche ich (die Ruqyah-)Heilung über dich.“ („Bismillahi Arqika, min kulli Schayin Yudhik, wa min Scharri kulli Nafsin aw 'Aynin Hasidin, Allahu Yaschfik, Bismillahi Arqika.”) Dies wiederholt man dreimal.
Und dazu gehört - und dies ist eine wirksame Behandlung für den Mann, wenn er vom Beischlaf mit seiner Ehefrau abgehalten wird -: dass er sieben Blätter des grünen Sidr nimmt, sie (also die Blätter) mit einem Stein oder Ähnlichem zerreibt, sie in ein Gefäß gibt, Wasser darüber gießt, das für das Waschen ausreicht, und darüber rezitiert:
„Ayat Al-Kursi“ und
﴿قُلۡ يَٰٓأَيُّهَا ٱلۡكَٰفِرُونَ1﴾
„Qul ya Ayyuhal-Kafirun (Sag: „O ihr Ungläubigen, [...]“)“ [Surah Al-Kafirun]
Und:
﴿قُلۡ هُوَ ٱللَّهُ أَحَدٌ1﴾
„Qul Huwa Allahu Ahad. (Sag: „Er ist Allah, ein Einer,[...]“)“ [Surah Al-Ikhlas]
Und:
﴿قُلۡ أَعُوذُ بِرَبِّ ٱلۡفَلَقِ1﴾
„Qul A'udhu bi Rabbil-Falaq. (Sag: „Ich nehme Zuflucht beim Herrn des Tagesanbruchs [...]“)“ [Surah Al-Falaq]
Und:
﴿قُلۡ أَعُوذُ بِرَبِّ ٱلنَّاسِ1﴾
„Qul A'udhu bi Rabbin-Nas. (Sag: „Ich nehme Zuflucht beim Herrn der Menschen, [...]“)“ [Surah An-Nas].
Und die Verse über Zauberei in Surah Al-A'raf; diese sind die Aussage des Gepriesenen:
﴿وَأَوۡحَيۡنَآ إِلَىٰ مُوسَىٰٓ أَنۡ أَلۡقِ عَصَاكَۖ فَإِذَا هِيَ تَلۡقَفُ مَا يَأۡفِكُونَ117 فَوَقَعَ ٱلۡحَقُّ وَبَطَلَ مَا كَانُواْ يَعۡمَلُونَ118 فَغُلِبُواْ هُنَالِكَ وَٱنقَلَبُواْ صَٰغِرِينَ119﴾
„Und Wir gaben Musa ein: ‚Wirf deinen Stock hin!‘ Da verschlang er sogleich, was sie vortäuschten.
So bestätigte sich die Wahrheit, und zunichte wurde das, was sie zu tun pflegten.
So wurden sie dort besiegt und kehrten unterwürfig zurück.“ [Al-A'raf:117-119]
Und ebenso die Verse in Surah Yunus; diese sind die Aussage des Gepriesenen:
﴿وَقَالَ فِرۡعَوۡنُ ٱئۡتُونِي بِكُلِّ سَٰحِرٍ عَلِيمٖ79 فَلَمَّا جَآءَ ٱلسَّحَرَةُ قَالَ لَهُم مُّوسَىٰٓ أَلۡقُواْ مَآ أَنتُم مُّلۡقُونَ80 فَلَمَّآ أَلۡقَوۡاْ قَالَ مُوسَىٰ مَا جِئۡتُم بِهِ ٱلسِّحۡرُۖ إِنَّ ٱللَّهَ سَيُبۡطِلُهُۥٓ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يُصۡلِحُ عَمَلَ ٱلۡمُفۡسِدِينَ81 وَيُحِقُّ ٱللَّهُ ٱلۡحَقَّ بِكَلِمَٰتِهِۦ وَلَوۡ كَرِهَ ٱلۡمُجۡرِمُونَ82﴾
„Und Fir'aun sagte: ‚Bringt mir jeden kenntnisreichen Zauberer herbei!‘
Als dann die Zauberer kamen, sagte Musa zu ihnen: ‚Werft hin, was ihr zu werfen habt.‘
Als sie dann geworfen hatten, sagte Musa: ‚Was ihr vorgebracht habt, ist Zauberei. Wahrlich, Allah wird sie zunichte machen. Wahrlich, Allah lässt das Tun der Unheilstifter nicht bessern.‘
Und Allah bestätigt die Wahrheit mit Seinen Worten, auch wenn es den Übeltätern zuwider ist.“ [Yunus:79-82]
Und (ebenso) die Verse in Surah Ta-Ha:
﴿قَالُواْ يَٰمُوسَىٰٓ إِمَّآ أَن تُلۡقِيَ وَإِمَّآ أَن نَّكُونَ أَوَّلَ مَنۡ أَلۡقَىٰ65 قَالَ بَلۡ أَلۡقُواْۖ فَإِذَا حِبَالُهُمۡ وَعِصِيُّهُمۡ يُخَيَّلُ إِلَيۡهِ مِن سِحۡرِهِمۡ أَنَّهَا تَسۡعَىٰ66 فَأَوۡجَسَ فِي نَفۡسِهِۦ خِيفَةٗ مُّوسَىٰ67 قُلۡنَا لَا تَخَفۡ إِنَّكَ أَنتَ ٱلۡأَعۡلَىٰ68 وَأَلۡقِ مَا فِي يَمِينِكَ تَلۡقَفۡ مَا صَنَعُوٓاْۖ إِنَّمَا صَنَعُواْ كَيۡدُ سَٰحِرٖۖ وَلَا يُفۡلِحُ ٱلسَّاحِرُ حَيۡثُ أَتَىٰ69﴾
„Sie sagten: ‚O Musa, entweder wirfst du, oder wir werden es sein, die zuerst werfen.‘
Er sagte: ‚Vielmehr werft ihr (zuerst).‘ Und sogleich kamen ihm ihre Stricke und Stöcke durch ihre Zauberei so vor, als ob sie sich rasch bewegten.
Da empfand er Furcht in seiner Seele, Musa.
Wir sagten: ‚Fürchte dich nicht; du bist fürwahr der Überlegene.
Und wirf hin, was in deiner Rechten ist, so verschlingt es das, was sie gemacht haben. Was sie gemacht haben, ist nur die List eines Zauberers, und dem Zauberer wird es nicht wohl ergehen, wohin er auch kommen mag.‘“ [Ta-Ha:65-69]
Nach dem Rezitieren dessen, was erwähnt wurde, in das Wasser, trinkt man davon drei Schlucke und wäscht sich mit dem restlichen Wasser. Dadurch verschwindet die Krankheit - so Allah will. Und wenn es erforderlich sein sollte, dies zwei- oder mehrmals anzuwenden, so besteht kein Problem darin, bis das Leiden verschwindet.
Diese Gedenkformeln („Adhkar“), Zufluchtsformeln und Methoden gehören zu den gewaltigsten Ursachen, um sich vor dem Übel der Zauberei und anderen Übeln zu schützen. Sie sind ebenso die stärkste Waffe zur Beseitigung der Zauberei nach ihrem Eintreten - für denjenigen, der mit Aufrichtigkeit und festem Glauben daran festhält, mit Vertrauen auf Allah, sich auf Ihn stützend und mit offenem Herzen für das, worauf sie hinweisen.
Dies ist das, was von den Angelegenheiten erläutert werden konnte, durch die man sich vor der Zauberei schützt und mit denen sie behandelt wird. Und Allah ist der Gewährer des Erfolgs.
Und hier kommt eine wichtige Frage zur Sprache, nämlich die Behandlung der Zauberei durch Handlungen der Zauberer, die über die Annäherung an die Jinn durch Schlachten oder andere Opferhandlungen erfolgt. Dies ist nicht erlaubt, denn es gehört zu den Taten des Satans, ja vielmehr zum großen Schirk. Ebenso ist es nicht erlaubt, die Zauberei durch das Befragen von Wahrsagern, Hellsehern und Scharlatanen zu behandeln oder das anzuwenden, was sie sagen. Denn sie glauben nicht, sie sind verkommene Lügner, die Wissen über das Verborgene beanspruchen und die Menschen täuschen. Und der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat vor dem Aufsuchen von ihnen, dem Befragen und dem Glauben an sie gewarnt, wie dies zu Beginn dieser Abhandlung bereits dargelegt wurde. Daher ist es verpflichtend davor zu warnen und sich davor in Acht zu nehmen. Und es wurde authentisch über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert, dass er über die „Nuschrah“ (die Behandlung des Zaubers mit Handlungen der Zauberei) befragt wurde und sagte:
«هِيَ مِنْ عَمَلِ الشَّيْطَانِ».
„Dies gehört zu den Taten des Satans.“ Überliefert von Ahmad und Abu Dawud mit einer guten Überlieferungskette.
Die „Nuschrah“ ist das Aufheben der Zauberei beim Verzauberten. Mit seiner Aussage meinte der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - die Nuschrah, die die Leute der Unwissenheit praktizierten. Das ist: Die Befragung des Zauberers, damit er die Zauberei aufhebt, oder sie durch eine gleichartige Zauberei von einem anderen Zauberer aufheben zu lassen.
Was jedoch das Aufheben der Zauberei durch die erlaubte Ruqyah(-Heilung), die überlieferten Schutzsuren und erlaubte Medikamente betrifft, so besteht kein Problem darin, wie bereits dargelegt wurde. Darauf hat der Großgelehrte Ibn Al-Qayyim ausdrücklich hingewiesen, ebenso Schaykh 'Abdur-Rahman Ibn Hasan in „Fath Al-Majid“ - möge Allah ihnen barmherzig sein. Andere Leuten des Wissens haben auch klar darauf hingewiesen.
Allah ist Derjenige, Der darum gebeten wird, den Muslimen Unversehrtheit vor jedem Übel zu gewähren, ihre Religion für sie zu bewahren, ihnen das Verständnis dafür zu schenken und ihnen Unversehrtheit vor allem zu gewähren, was Seinem Gesetz widerspricht.
Und Allahs Frieden und Segen seien auf unseren Propheten Muhammad, auf seiner Familie und all seinen Gefährten.
***
بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die zehnte Niederschrift:
Die Warnung vor dem Errichten von Moscheen über Grabstätten
Im Namen Allahs. Alles Lob gebührt Allah und der Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs.
Um fortzufahren: Ich habe von dem Kenntnis genommen, was in der dritten Ausgabe der Zeitschrift „Rabitat Al-'Ulum Al-Islamiyyah“ in der Rubrik „Nachrichten der Muslime in einem Monat“ veröffentlicht wurde, und dass die „Rabitat Al-'Ulum Al-Islamiyyah“ (der Verein für islamische Wissenschaften) im Haschemitischen Königreich Jordanien beabsichtigt, eine Moschee über der Höhle zu errichten, die kürzlich im Dorf Ar-Rahib entdeckt wurde. Dabei handelt es sich (angeblich) um jene Höhle, von der gesagt wird, dass die im edlen Quran erwähnten Leute der Höhle in ihr geschlafen hätten. Ende.
Und aufgrund der Pflicht zum aufrichtigen Rat gegenüber Allah und Seinen Dienern sah ich es als notwendig an, in derselben Zeitschrift ein Wort an die „Rabitat Al-'Ulum Al-Islamiyyah“ im Haschemitischen Königreich Jordanien zu richten. Der Inhalt dieser Worte ist: Der Rat an den Verein, von der Umsetzung dessen Abstand zu nehmen, was ersich vorgenommen hat, nämlich den Bau einer Moschee über der genannten Höhle.
Dieser (Rat) erfolgt ausschließlich deshalb, weil der Bau von Moscheen über den Gräbern der Propheten und der Rechtschaffenen sowie über ihren Überresten zu den Dingen gehört, die die vollkommene islamische Gesetzgebung untersagt und vor denen sie gewarnt hat, und weil sie denjenigen verflucht hat, der dies tut, da es zu den Mitteln des Schirks gehört und zur Übertreibung in Bezug auf die Propheten und die Rechtschaffenen führt. Und die Wirklichkeit bezeugt die Richtigkeit dessen, womit die islamische Gesetzgebung gekommen ist, und sie ist ein Beweis dafür, dass sie von Allah - erhaben ist Seine Majestät - stammt, sowie ein klares Zeichen und ein zwingender Beweis für die Wahrhaftigkeit des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in dem, was er über Allah überbracht und der Gemeinschaft übermittelt hat. Jeder, der die Zustände der islamischen Welt betrachtet und das, was in ihr an Schirk und Übertreibung geschehen ist aufgrund des Errichtens von Moscheen über Grabstätten, ihre Verherrlichung, ihres Ausstattens und Ausschmückens sowie der Einsetzung von Hütern für sie, der weiß mit Gewissheit, dass dies zu den Mitteln des Schirks gehört und dass es zu den Vorzügen der islamischen Gesetzgebung zählt, dies zu verbieten und vor ihrem Errichten zu warnen.
Zu dem, was diesbezüglich überliefert wurde, gehört das, was Schaykh Al-Bukhari und Schaykh Muslim - möge Allah ihnen barmherzig sein - über 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - überlieferten, dass sie sagte: „Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لَعَنَ اللَّهُ الْيَهُودَ وَالنَّصَارَى، اتَّخَذُوا قُبُورَ أَنْبِيَائِهِمْ مَسَاجِدَ، قالَتْ عَائِشَةُ: يُحَذِّرُ مَا صَنَعُوا، قالَتْ: وَلَوْلَا ذَلِكَ لَأُبْرِزَ قَبْرُهُ، غَيْرَ أَنَّهُ خُشِيَ أَنْ يُتَّخَذَ مَسْجِدًا».
‚Möge Allah die Juden und die Christen verfluchen; sie haben die Gräber ihrer Propheten zu Gebetsstätten genommen.‘“ 'Aischah sagte: „Er warnte vor dem, was sie getan haben.“ Und sie sagte: „Wäre dies nicht gewesen, so wäre sein Grab offen sichtbar gemacht worden, doch man fürchtete, dass es zu einer Gebetsstätte genommen würde.“ Und in den beiden „Sahih-Werken“ heißt es ebenfalls, dass Umm Salamah und Umm Habibah - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - von einer Kirche berichteten, die sie im Land Abessinien gesehen hatten, und von den Bildern, die sich darin befanden. Da sagte er - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«أُولَئِكَ إِذَا مَاتَ فِيهِمُ الرَّجُلُ الصَّالِحُ؛ بَنَوْا عَلَى قَبْرِهِ مَسْجِدًا، وَصَوَّرُوا فِيهِ تِلْكَ الصُّوَرَ، أُولَئِكَ شِرَارُ الْخَلْقِ عِنْدَ اللَّهِ».
„Das sind diejenigen, die wenn ein rechtschaffener Mann von ihnen verstarb, sie auf seinem Grab eine Gebetsstätte bauten. Alsdann malten sie in ihr diese Bilder. Diese sind die schlimmste Schöpfung (Menschen) bei Allah.“
Und in „Sahih Muslim“ wird über Jundub Ibn 'Abdillah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass er sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - fünf Tage vor seinem Tod sagen:
«إِنِّي أَبْرَأُ إِلَى اللَّهِ أَنْ يَكُونَ لِي مِنْكُمْ خَلِيلٌ، فَإِنَّ اللَّهَ قَدِ اتَّخَذَنِي خَلِيلًا، كَمَا اتَّخَذَ إِبْرَاهِيمَ خَلِيلًا، وَلَوْ كُنْتُ مُتَّخِذًا مِنْ أُمَّتِي خَلِيلًا، لَاتَّخَذْتُ أَبَا بَكْرٍ خَلِيلًا، أَلَا وَإِنَّ مَنْ كَانَ قَبْلَكُمْ كَانُوا يَتَّخِذُونَ قُبُورَ أَنْبِيَائِهِمْ وَصَالِحِيهِمْ مَسَاجِدَ، أَلَا فَلَا تَتَّخِذُوا الْقُبُورَ مَسَاجِدَ، فَإِنِّي أَنْهَاكُمْ عَنْ ذَلِكَ».
,Wahrlich, ich sage mich bei Allah davon los, dass einer von euch ein nahestehender Freund („Khalil“) von mir ist, denn Allah nahm mich ja als seinen nahestehenden Freund, genauso wie Er sich auch Ibrahim als nahestehenden Freund nahm. Und würde ich einen aus meiner Gemeinschaft zu einem nahestehenden Freund nehmen, dann hätte ich ja Abu Bakr als nahestehenden Freund genommen. Und diejenigen, die vor euch waren, pflegten ja die Gräber ihrer Propheten und Rechtschaffenen zu Gebetsstätten zu nehmen. Wahrlich, nehmt ja nicht die Gräber zu Gebetsstätten, denn ich untersage euch das.‘“ Die Hadithe zu diesem Themenbereich sind zahlreich.
Und die Imame unter den Gelehrten der Muslime aus allen vier Rechtsschulen und anderen haben ausdrücklich auf das Verbot hingewiesen, Moscheen über Gräbern zu errichten, und davor gewarnt, in Befolgung der Sunnah des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, als aufrichtigen Rat an die (islamische) Gemeinschaft und als Warnung an sie, damit sie nicht in das verfällt, worin die Vorangegangenen von den extremen Juden und Christen gefallen sind, sowie ihresgleichen unter den Irregegangenen dieser Gemeinschaft.
So ist es verpflichtend für die „Rabitat Al-'Ulum Al-Islamiyyah“ in Jordanien sowie für alle anderen Muslime, an der Sunnah festzuhalten, auf dem Weg der Imame zu schreiten und sich vor dem zu hüten, wovor Allah und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gewarnt haben, denn darin liegt die Rechtschaffenheit der Diener, ihre Glückseligkeit und ihre Rettung im Dies- und im Jenseits. Und manche Menschen berufen sich in diesem Zusammenhang auf Seine - erhaben ist Seine Majestät - Aussage in der Geschichte der Leute der Höhle:
﴿...قَالَ ٱلَّذِينَ غَلَبُواْ عَلَىٰٓ أَمۡرِهِمۡ لَنَتَّخِذَنَّ عَلَيۡهِم مَّسۡجِدٗا﴾
„[...] Diejenigen, die in ihrer Angelegenheit überlegen waren, sagten: ‚Wir werden uns über ihnen fürwahr eine Gebetsstätte einrichten.‘“
[Al-Kahf:21]
Die Antwort darauf ist, dass man sagt: Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - berichtete über die Anführer und die Machthaber jener Zeit, dass sie diese Aussage tätigten. Dies geschah jedoch nicht in zustimmender oder bestätigender Weise ihnen gegenüber, sondern vielmehr in Form von Tadel, Missbilligung und Abschreckung von ihrem Handeln. Darauf weist hin, dass der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, dem dieser Vers offenbart wurde und der der Wissendste über seine Auslegung war, seiner Gemeinschaft untersagte, Moscheen über Gräbern zu errichten, sie davor warnte und diejenigen verfluchte und tadelte, die dies tun.
Wenn dies erlaubt gewesen wäre, hätte der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - darin nicht diese große Strenge walten lassen und es nicht derart eindringlich betont, dass er diejenigen verfluchte, die dies tun, und hätte nicht berichtet, dass sie zu den schlechtesten der Geschöpfe bei Allah - mächtig und majestätisch ist Er - gehören. Darin liegt ausreichende Klarheit und Überzeugung für denjenigen, der die Wahrheit sucht. Und selbst wenn wir annehmen würden, dass das Errichten von Moscheen über Gräbern für diejenigen vor uns erlaubt gewesen wäre, so wäre es uns dennoch nicht erlaubt, ihnen darin zu folgen, denn unsere Gesetzgebung hebt die vorherigen Gesetzgebungen auf, und unser Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ist das Siegel der Gesandten. Seine Gesetzgebung ist vollkommen und allgemein, und er hat uns verboten, Moscheen über Gräbern zu errichten. Daher ist es uns nicht erlaubt, ihm zu widersprechen; vielmehr ist es eine Pflicht für uns, ihm zu folgen, an dem festzuhalten, womit er gekommen ist, und die früheren Gesetzgebungen sowie die Bräuche, die bei denjenigen, die sie praktizierten, als gut angesehen werden, welche dem widersprechen, zu unterlassen - denn es gibt nichts Vollkommeneres als das Gesetz Allahs und keine bessere Rechtleitung als die Rechtleitung des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm.
Allah ist Derjenige, von Dem erbeten wird, dass Er uns und alle Muslime zum standhaften Festhalten an Seiner Religion verhilft und zum Festhalten an der Gesetzgebung Seines Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in Worten und Taten, im Äußeren und im Inneren und in allen Angelegenheiten, bis wir Allah - erhaben ist Seine Majestät - begegnen. Wahrlich, Er ist allhörend, (und Er ist) nahe.
Und Allahs Segen und Frieden seien auf Seinem Diener und Gesandten Muhammad, auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf allen, die seiner Rechtleitung bis zum Tag des Gerichts folgen.
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بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die elfte Niederschrift:
Die Bestattung der Toten in Moscheen
Im Namen Allahs. Alles Lob gebührt Allah und der Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs, auf seiner Familie und denjenigen, die seiner Rechtleitung folgen. Um fortzufahren:
Ich habe die Zeitung „Al-Khurtum“, erschienen am 17.04.1415 n. H. gesehen und ich stellte fest, dass darin eine Erklärung über die Bestattung von As-Sayyid Muhammad Al-Hasan Al-Idrisi neben seinem Vater in ihrer Moschee in der Stadt Omdurman veröffentlicht worden war … usw.
Und aufgrund dessen, was Allah an Pflicht zur aufrichtigen Beratung der Muslime und zur Klarstellung der Missbilligung des Verwerflichen auferlegt hat, hielt ich es für notwendig, darauf hinzuweisen, dass die Bestattung in Moscheen eine Angelegenheit ist, die nicht erlaubt ist. Vielmehr gehört sie zu den Mitteln des Schirks und zu den Handlungen der Juden und Christen, für die Allah sie getadelt und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sie verflucht hat, wie dies in den beiden „Sahih-Werken“ über 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - überliefert wurde, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«لَعَنَ اللَّهُ الْيَهُودَ وَالنَّصَارَى، اتَّخَذُوا قُبُورَ أَنْبِيَائِهِمْ مَسَاجِدَ».
„Möge Allah die Juden und Christen verfluchen! Sie nahmen die Gräber ihrer Propheten zu Gebetsstätten.“ Und in „Sahih Muslim“ wird über Jundub Ibn 'Abdillah überliefert, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«أَلَا وَإِنَّ مَنْ كَانَ قَبْلَكُمْ كَانُوا يَتَّخِذُونَ قُبُورَ أَنْبِيَائِهِمْ وَصَالِحِيهِمْ مَسَاجِدَ، أَلَا فَلَا تَتَّخِذُوا الْقُبُورَ مَسَاجِدَ؛ فَإِنِّي أَنْهَاكُمْ عَنْ ذَلِكَ».
„Und wahrlich diejenigen, die vor euch waren, pflegten ja die Gräber ihrer Propheten und Rechtschaffenen zu Gebetsstätten zu nehmen. Wahrlich, nehmt ja nicht die Gräber zu Gebetsstätten, denn ich untersage euch das.“ Und die Hadithe diesbezüglich sind zahlreich.
So ist es verpflichtend für die Muslime überall - sowohl für die Regierungen als auch für die Völker -, Allah zu fürchten, sich vor dem zu hüten, was Er untersagt hat, und ihre Toten außerhalb der Moscheen zu bestatten, so wie der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - die Toten außerhalb der Moscheen bestatteten, und ebenso ihre rechtschaffenen Nachfolger.
Was jedoch die Existenz des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seiner beiden Gefährten Abu Bakr und 'Umar - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - in seiner Moschee betrifft, so ist darin kein Beweis für die Erlaubnis, Tote in Moscheen zu bestatten, denn er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wurde in seinem Haus bestattet, nämlich im Haus von 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein. Danach wurden seine beiden Gefährten bei ihm bestattet. Als dann (der Statthalter) Al-Walid Ibn 'Abdil-Malik die Moschee erweiterte, ließ er die Kammer zu Beginn des zweiten Jahrhunderts nach der Hijrah in die Moschee einbeziehen. Die Leute des Wissens missbilligten dies, doch er war der Ansicht, dass dies der Erweiterung nicht entgegenstehe und dass die Angelegenheit klar sei und keine Verwechslung zulasse.
Damit wird für jeden Muslim deutlich, dass er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seine beiden Gefährten - möge Allah mit beiden zufrieden sein - nicht in der Moschee bestattet wurden. Ihre Einbeziehung aufgrund der Erweiterung ist kein Beweis für die Erlaubnis der Bestattung in Moscheen, denn sie befinden sich nicht in der Moschee, sondern in seinem Haus - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Zudem kann das Handeln von Al-Walid nicht als Beweis für irgendjemanden in dieser Angelegenheit dienen. Vielmehr liegt der Beweis allein im Buch und in der Sunnah sowie im Konsens der rechtschaffenen Altvorderen dieser Gemeinschaft - möge Allah mit ihnen zufrieden sein. Und möge Er uns zu ihren rechtschaffenen Nachfolgern machen.
Zum Zweck der aufrichtigen Ermahnung und zur Entlastung von jeglicher Verantwortung wurde dies am 14.05.1415 n. H. verfasst.
Und Allah ist der Gewährer des Erfolgs, und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf denen, die ihnen in guter Weise folgen.
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بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ
Die zwölfte Niederschrift:
Die Darlegung des Unglaubens und der Irreleitung dessen, der behauptet, es sei für jemanden erlaubt, von der Gesetzgebung („Schari'ah“) Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - abzuweichen
Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Weltenbewohner, und Segen und Frieden seien auf dem Siegel der Propheten und Gesandten, unserem Propheten Muhammad, sowie auf seiner Familie und all seinen Gefährten.
Um fortzufahren: Ich habe den in der Zeitung „Asch-Scharq Al-Awsat“ veröffentlichten Artikel zur Kenntnis genommen, erschienen in Ausgabe Nr. (5824) vom 05.06.1415 n. H., verfasst von jemandem, der sich selbst 'Abdul-Fattah Al-Hayik nennt, unter dem Titel: „Das falsche Verständnis“.
Die Zusammenfassung des Artikels lautet: Die Leugnung dessen, was notwendigerweise und unabdingbar aus der Religion des Islams bekannt ist - durch eindeutige Texte und durch den Konsens -, nämlich der Allgemeingültigkeit der Botschaft Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - an alle Menschen; sowie die Behauptung (des Schreibers), dass jemand, der Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nicht folgt und ihm nicht gehorcht, sondern Jude oder Christ bleibt, sich auf einer wahren Religion befinde. Darüber hinaus überschritt er die Grenzen gegenüber dem Herrn der Weltenbewohner - gepriesen sei Er - in Bezug auf Seine Weisheit bei der Bestrafung der Ungläubigen und der Sünder und erklärte dies als sinnloses Tun.
Und er hat die Quelltexte aus der islamischen Gesetzgebung verfälscht, sie an unzutreffenden Stellen platziert und sie nach dem ausgelegt, was seine Neigung ihm eingab. Zudem wandte er sich von den Beweisen und den eindeutigen Quelltexten ab, die auf die Allgemeingültigkeit der Botschaft Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hinweisen, auf den Unglauben dessen, der von ihm hört und ihm nicht folgt, und darauf, dass Allah keine andere Religion als den Islam annimmt, sowie von weiteren eindeutigen Quelltexten, von denen er (also der Schreiber) sich abgewendet hat, damit die Unwissenden durch seine Worte getäuscht werden. Und das, was er getan hat, ist offenkundiger Unglaube („Kufr“), Abtrünnigkeit („Riddah“) vom Islam und eine Lüge gegenüber Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - und gegenüber Seinen Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, und dies wird jedem unter den Leuten des Wissens und des Glaubens klar, der den Artikel liest.
Es ist verpflichtend für den Machthaber (der Muslime), ihn dem Gericht zu überstellen, damit er (in Form von „Istitabah“) zur Reue aufgefordert wird, und über ihn nach dem zu urteilen, was die reine islamische Gesetzgebung erfordert.
Allah - gepriesen sei Er - hat die Allgemeingültigkeit der Botschaft Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und die Pflicht, ihm zu folgen, für die beiden Schwerlastenden (also die Menschen und die Jinn) klar dargelegt. Dies ist niemandem verborgen, der auch nur das geringste Maß an Wissen unter den Muslimen besitzt.
Allah - erhaben ist Er - sagte:
﴿قُلۡ يَٰٓأَيُّهَا ٱلنَّاسُ إِنِّي رَسُولُ ٱللَّهِ إِلَيۡكُمۡ جَمِيعًا ٱلَّذِي لَهُۥ مُلۡكُ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضِۖ لَآ إِلَٰهَ إِلَّا هُوَ يُحۡيِۦ وَيُمِيتُۖ فَـَٔامِنُواْ بِٱللَّهِ وَرَسُولِهِ ٱلنَّبِيِّ ٱلۡأُمِّيِّ ٱلَّذِي يُؤۡمِنُ بِٱللَّهِ وَكَلِمَٰتِهِۦ وَٱتَّبِعُوهُ لَعَلَّكُمۡ تَهۡتَدُونَ158﴾
„Sag: ‚O ihr Menschen, ich bin gewiss der Gesandte Allahs an euch alle, Dem die Herrschaft der Himmel und der Erde gehört. Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Ihm. Er macht lebendig und lässt sterben. So glaubt an Allah und Seinen Gesandten, den schriftunkundigen Propheten, der an Allah und Seine Worte glaubt, und folgt ihm, auf dass ihr rechtgeleitet sein möget!‘“ [Al-A'raf:158] Und der Erhabene sagte:
﴿...وَأُوحِيَ إِلَيَّ هَٰذَا ٱلۡقُرۡءَانُ لِأُنذِرَكُم بِهِۦ وَمَنۢ بَلَغَ...﴾
„Und dieser Quran ist mir eingegeben worden, damit ich euch und (jeden), den er erreicht, mit ihm warne.“ [Al-An'am:19] Und der Erhabene sagte:
﴿قُلۡ إِن كُنتُمۡ تُحِبُّونَ ٱللَّهَ فَٱتَّبِعُونِي يُحۡبِبۡكُمُ ٱللَّهُ وَيَغۡفِرۡ لَكُمۡ ذُنُوبَكُمۡۚ وَٱللَّهُ غَفُورٞ رَّحِيمٞ31﴾
„Sag: ‚Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, so wird euch Allah lieben und euch eure Sünden vergeben.‘“ [Al 'Imran:31] Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَن يَبۡتَغِ غَيۡرَ ٱلۡإِسۡلَٰمِ دِينٗا فَلَن يُقۡبَلَ مِنۡهُ وَهُوَ فِي ٱلۡأٓخِرَةِ مِنَ ٱلۡخَٰسِرِينَ85﴾
„Und wer als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ [Al 'Imran:85] Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَآ أَرۡسَلۡنَٰكَ إِلَّا كَآفَّةٗ لِّلنَّاسِ بَشِيرٗا وَنَذِيرٗا...﴾
„Und Wir haben dich für die Menschen allesamt nur als Frohboten und Warner gesandt; [...].“ [Saba:28] Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَآ أَرۡسَلۡنَٰكَ إِلَّا رَحۡمَةٗ لِّلۡعَٰلَمِينَ107﴾
„Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.“ [Al-Anbiya:107] Und der Erhabene sagte:
﴿...وَقُل لِّلَّذِينَ أُوتُواْ ٱلۡكِتَٰبَ وَٱلۡأُمِّيِّـۧنَ ءَأَسۡلَمۡتُمۡۚ فَإِنۡ أَسۡلَمُواْ فَقَدِ ٱهۡتَدَواْۖ وَّإِن تَوَلَّوۡاْ فَإِنَّمَا عَلَيۡكَ ٱلۡبَلَٰغُۗ وَٱللَّهُ بَصِيرُۢ بِٱلۡعِبَادِ﴾
„[...] Und sag zu jenen, denen die Schrift gegeben wurde, und den Schriftunkundigen: ‚Werdet ihr den Islam annehmen?‘ Wenn sie nun den Islam annehmen, dann sind sie rechtgeleitet. Wenn sie sich aber abkehren, dann obliegt dir nur die Übermittlung (der Botschaft). Und Allah ist wohl sehend über die Diener.“ [Al 'Imran:20] Und der Gepriesene sagte:
﴿تَبَارَكَ ٱلَّذِي نَزَّلَ ٱلۡفُرۡقَانَ عَلَىٰ عَبۡدِهِۦ لِيَكُونَ لِلۡعَٰلَمِينَ نَذِيرًا1﴾
„Segensreich ist Derjenige, Der Seinem Diener die Unterscheidung offenbart hat, damit er für die Weltenbewohner ein Warner sei.“ [Al-Furqan:1]
Al-Bukhari und Muslim überlieferten über Jabir - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«أُعْطِيتُ خَمْسًا لَمْ يُعْطَهُنَّ أَحَدٌ قَبْلِي: نُصِرْتُ بِالرُّعْبِ مَسِيرَةَ شَهْرٍ، وَجُعِلَتْ لِيَ الْأَرْضُ مَسْجِدًا وَطَهُورًا، فَأَيُّمَا رَجُلٍ مِنْ أُمَّتِي أَدْرَكَتْهُ الصَّلَاةُ، فَلْيُصَلّ، وَأُحِلَّتْ لِيَ الْمَغَانِمُ، وَلَمْ تُحَلَّ لِأَحَدٍ قَبْلِي، وَأُعْطِيتُ الشَّفَاعَةَ، وَكَانَ النَّبِيُّ يُبْعَثُ إِلَى قَوْمِهِ خَاصَّةً، وَبُعِثْتُ إِلَى النَّاسِ عَامَّةً».
„Mir wurden fünf (Dinge) gegeben, die niemandem vor mir gegeben wurden: Mir wurde der Sieg durch die Furcht aus einer Entfernung von einem Monat gegeben. Die Erde wurde mir zur Gebetsstätte und rein gemacht, sodass jeder aus meiner Gemeinschaft das Gebet verrichten kann, sobald die Gebetszeit ihn erreicht. Mir wurden die Kriegsbeuten erlaubt und sie wurden niemandem vor mir erlaubt. Mir wurde die Fürsprache gegeben. Und jeder Prophet wurde speziell für sein Volk entsandt, (doch) ich wurde für alle Menschen entsandt.“
Dies ist eine eindeutige Darlegung, dass die Botschaft unseres Propheten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - allgemein und umfassend an alle Menschen gerichtete ist, dass sie alle vorhergehenden Gesetzgebungen aufgehoben hat, und dass derjenige, der Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nicht folgt und ihm nicht gehorcht, ein Ungläubiger und Sünder ist, der seine Strafe verdient. Der Erhabene sagte:
﴿...وَمَن يَكۡفُرۡ بِهِۦ مِنَ ٱلۡأَحۡزَابِ فَٱلنَّارُ مَوۡعِدُهُۥ...﴾
„[...] Wer aber von den Gruppierungen ihn verleugnet, dessen Verabredung(sort) ist das (Höllen)feuer. [...].“ [Hud:17] Und der Erhabene sagte:
﴿...فَلۡيَحۡذَرِ ٱلَّذِينَ يُخَالِفُونَ عَنۡ أَمۡرِهِۦٓ أَن تُصِيبَهُمۡ فِتۡنَةٌ أَوۡ يُصِيبَهُمۡ عَذَابٌ أَلِيمٌ﴾
„[...] So sollen diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, sich vorsehen, dass nicht eine Versuchung sie trifft oder schmerzhafte Strafe sie trifft.“ [An-Nur:63] Und der Erhabene sagte:
﴿وَمَن يَعۡصِ ٱللَّهَ وَرَسُولَهُۥ وَيَتَعَدَّ حُدُودَهُۥ يُدۡخِلۡهُ نَارًا خَٰلِدٗا فِيهَا وَلَهُۥ عَذَابٞ مُّهِينٞ14﴾
„Und wer sich aber Allah und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Grenzen überschreitet, den lässt Er in ein Feuer eingehen, ewig wird er darin verweilen; und für ihn gibt es schmachvolle Strafe.“ [An-Nisa:14] Und der Erhabene sagte:
﴿...وَمَن يَتَبَدَّلِ ٱلۡكُفۡرَ بِٱلۡإِيمَٰنِ فَقَدۡ ضَلَّ سَوَآءَ ٱلسَّبِيلِ﴾
„[...]. Und wer den Glauben gegen den Unglauben eintauscht, der ist gewiss vom rechten Weg abgeirrt.“ [Al-Baqarah:108] Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich.
Allah - gepriesen sei Er - hat den Gehorsam gegenüber dem Gesandten mit dem Gehorsam Ihm gegenüber verknüpft und klargestellt, dass derjenige, der an eine andere Religion als den Islam glaubt, zu den Verlierern gehört; von ihm wird weder Ersatz noch Lösegeld angenommen. So sagte der Erhabene:
﴿وَمَنْ يَبْتَغِ غَيْرَ الْإِسْلَامِ دِينًا فَلَنْ يُقْبَلَ مِنْهُ وَهُوَ فِي الْآخِرَةِ مِنَ الْخَاسِرِينَ85﴾
„Und wer als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ [Al 'Imran:85] Und der Erhabene sagte:
﴿مَنْ يُطِعِ الرَّسُولَ فَقَدْ أَطَاعَ اللَّهَ...﴾
„Wer dem Gesandten gehorcht, der hat dadurch Allah gehorcht.“ [An-Nisa:80] Und der Erhabene sagte:
﴿قُلْ أَطِيعُوا اللَّهَ وَأَطِيعُوا الرَّسُولَ فَإِنْ تَوَلَّوْا فَإِنَّمَا عَلَيْهِ مَا حُمِّلَ وَعَلَيْكُمْ مَا حُمِّلْتُمْ وَإِنْ تُطِيعُوهُ تَهْتَدُوا...﴾
„Sag: ‚Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten.‘ Doch wenn ihr euch abkehrt, dann obliegt ihm nur das, was ihm auferlegt ist, und euch obliegt, was euch auferlegt ist. Wenn ihr ihm (aber) gehorcht, seid ihr rechtgeleitet.“ [An-Nur:54] Und der Erhabene sagte:
﴿إِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا مِنْ أَهْلِ الْكِتَابِ وَالْمُشْرِكِينَ فِي نَارِ جَهَنَّمَ خَالِدِينَ فِيهَا أُولَئِكَ هُمْ شَرُّ الْبَرِيَّةِ 6﴾
„Wahrlich, diejenigen unter den Leuten der Schrift und den Götzendienern, die ungläubig sind, werden im Feuer der Hölle sein, (und) ewig verweilen sie darin. Jene sind die schlechtesten Geschöpfe.“ [Al-Bayyinah:6]
Muslim überlieferte in seinem „Sahih-Werk“, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:
«وَالَّذِي نَفْسِي بِيَدِهِ؛ لَا يَسْمَعُ بِي أَحَدٌ مِنْ هَذِهِ الْأُمَّةِ، يَهُودِيٌّ وَلَا نَصْرَانِيٌّ، ثُمَّ يَمُوتُ وَلَمْ يُؤْمِنْ بِالَّذِي أُرْسِلْتُ بِهِ؛ إِلَّا كَانَ مِنْ أَهْلِ النَّارِ».
„Bei Dem, in Dessen Hand die Seele Muhammads ist, es gibt keinen von dieser Gemeinschaft - gleich ob Jude oder Christ -, der von mir hört und stirbt, ohne an das geglaubt zu haben, mit dem ich entsandt wurde, außer dass er zu den Bewohnern des (Höllen-)Feuers gehört.“
Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat bereits durch seine Tat und sein Wort die Nichtigkeit der Religion dessen klargestellt, der nicht den Islam annimmt. So ging er gegen die Juden und die Christen vor, wie er auch gegen andere Ungläubige vorging. Und er nahm von denjenigen unter ihnen, die ihm die Jizyah entrichteten, diese an, damit der Zugang des Aufrufs zu den übrigen von ihnen nicht verhindert wird und damit jeder von ihnen, der möchte, in den Islam eintreten konnte, ohne Angst vor seinem Volk zu haben, dass diese ihn davon abhalten, ihn daran hindern oder töten könnten.
Al-Bukhari und Muslim überlieferten über Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dass er sagte: „Während wir uns in der Moschee befanden, trat der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - heraus und sagte dann:
«انْطَلِقُوا إِلَى يَهُودَ، فَخَرَجْنَا مَعَهُ حَتَّى جِئْنَا بَيْتَ الْمِدْرَاسِ، فَقَامَ النَّبِيُّ ﷺ، فَنَادَاهُمْ فَقَالَ :يَا مَعْشَرَ يَهُودَ، أَسْلِمُوا تَسْلَمُوا، فَقَالُوا: قَدْ بَلَّغْتَ يَا أَبَا الْقَاسِمِ، فَقَالَ لَهُمْ رَسُولُ اللَّهِ ﷺ: ذَلِكَ أُرِيدُ، أَسْلِمُوا تَسْلَمُوا، فَقَالُوا: قَدْ بَلَّغْتَ يَا أَبَا الْقَاسِمِ، فَقَالَ لَهُمْ رَسُولُ اللَّهِ ﷺ: ذَلِكَ أُرِيدُ، ثُمَّ قَالَهَا الثَّالِثَةَ...».
‚Geht zu den Juden!‘ So gingen wir mit ihm hinaus, bis wir zum Lehrhaus (der Juden) kamen. Da stellte sich der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - auf und rief ihnen zu, indem er sagte: ‚O Gemeinschaft der Juden, nehmt den Islam an, so werdet ihr sicher sein.‘ Sie sagten: ‚Du hast ja bereits übermittelt, o Abu Al-Qasim.‘ Da sagte der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu ihnen: ‚Das ist es, was ich will: Nehmt den Islam an, so werdet ihr sicher sein.‘ Sie sagten: ‚Du hast ja bereits übermittelt, o Abu Al-Qasim.‘ Da sagte der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu ihnen: ‚Das ist es, was ich will.‘ Dann sagte er es ein drittes Mal […].“ Bis zum Ende des Hadithes.
Gemeint ist damit, dass er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu den Angehörigen der jüdischen Religionsgemeinschaft in ihre Lehrhäuser ging, sie zum Islam einlud und zu ihnen sagte: „Nehmt den Islam an, so werdet ihr sicher sein“, und dies ihnen wiederholt sagte.
Ebenso sandte er seinen Brief an Herakleios, um ihn zum Islam einzuladen, und teilte ihm mit, dass auf ihm die Sünde derjenigen laste, die sich wegen seiner Weigerung vom Islam abhalten lassen, falls er sich verweigere. Al-Bukhari und Muslim überlieferten in ihren beiden „Sahih-Werken“, dass Herakleios sich den Brief des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bringen ließ und ihn las. Darin stand:
«بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ، مِنْ مُحَمَّدٍ رَسُولِ اللَّهِ إِلَى هِرَقْلَ عَظِيمِ الرُّومِ، سَلَامٌ عَلَى مَنِ اتَّبَعَ الْهُدَى، أَمَّا بَعْدُ: فَإِنِّي أَدْعُوكَ بِدِعَايَةِ الْإِسْلَامِ، أَسْلِمْ تَسْلَمْ، وَأَسْلِمْ يُؤْتِكَ اللَّهُ أَجْرَكَ مَرَّتَيْنِ، فَإِنْ تَوَلَّيْتَ، فَإِنَّ عَلَيْكَ إِثْمَ الْأَرِيسِيِّينَ وَ
„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Von Muhammad, dem Gesandten Allahs an Herakleios, den Großen (also Führer) der Römer: Friede sei auf dem, der der Rechtleitung folgt. Um fortzufahren: So lade ich dich (hiermit) mit dem Ruf des Islams ein: Nimm den Islam an, so wirst du sicher sein. Nimm den Islam an, so wird Allah dir deinen Lohn doppelt geben. Wenn du dich jedoch abwendest, so lastet auf dir die Sünde der Arier (also Untertanen). Und
﴿يَٰٓأَهۡلَ ٱلۡكِتَٰبِ تَعَالَوۡاْ إِلَىٰ كَلِمَةٖ سَوَآءِۭ بَيۡنَنَا وَبَيۡنَكُمۡ أَلَّا نَعۡبُدَ إِلَّا ٱللَّهَ وَلَا نُشۡرِكَ بِهِۦ شَيۡـٔٗا وَلَا يَتَّخِذَ بَعۡضُنَا بَعۡضًا أَرۡبَابٗا مِّن دُونِ ٱللَّهِۚ فَإِن تَوَلَّوۡاْ فَقُولُواْ ٱشۡهَدُواْ بِأَنَّا مُسۡلِمُونَ64﴾
‚Sag: „O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort: dass wir niemandem dienen außer Allah und Ihm nichts beigesellen und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allah nehmen.“ Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt: „Bezeugt, dass wir (Allah ergebene) Muslime sind.“‘
[Al 'Imran:64].“
Als sie sich hierauf abwandten und es ablehnten, den Islam anzunehmen, gingen er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - (kämpfend) gegen sie vor und erlegten ihnen die Jizyah auf.
Und um zu bestätigen, dass sie sich in der Irre befinden und dass sie sich nach der Aufhebung ihrer Religion durch die Religion Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - auf einer falschen Religion befinden, hat Allah dem Muslim angeordnet, Allah jeden Tag, in jedem Gebet und in jeder Gebetseinheit darum zu bitten, ihn auf den geraden, richtigen und angenommenen Weg zu leiten; und dieser ist der Islam. Und (der Muslim soll Allah darum bitten,) dass Er ihn vor dem Weg derer bewahrt, über die Zorn ergangen ist; und das sind die Juden und Ihresgleichen, die wissen, dass sie sich auf der Falschheit befinden, und dennoch darauf beharren. Und (der Muslim soll Allah darum bitten,) dass Er ihn vor dem Weg der Irregehenden bewahrt, die ohne Wissen Anbetungen durchführen und behaupten, sie seien auf dem Weg der Rechtleitung, während sie sich in Wahrheit auf dem Weg der Irre befinden; und das sind die Christen und diejenigen unter den anderen Gemeinschaften, die ihnen gleichen und ihre Anbetung in Irreleitung und Unwissenheit verrichten. All dies geschieht, damit der Muslim mit Gewissheit weiß, dass jede Religion außer dem Islam nichtig ist, dass jeder, der Allah auf etwas anderem als dem Islam dient, ein Irregeleiteter ist, und dass derjenige, der dies nicht glaubt, nicht zu den Muslimen gehört. Die Beweise zu dieser Thematik aus dem Quran und der Sunnah sind zahlreich.
So ist es für den Verfasser des Artikels - 'Abdul-Fattah - verpflichtend, unverzüglich eine aufrichtige Reue („Taubah Nasuhah“) zu vollziehen und einen Artikel zu verfassen, in dem er seine Reue öffentlich erklärt. Und wer sich Allah gegenüber aufrichtig reuig zeigt, dessen Reue nimmt Allah an; denn Allah - gepriesen sei Er - sagte:
﴿...وَتُوبُوٓاْ إِلَى ٱللَّهِ جَمِيعًا أَيُّهَ ٱلۡمُؤۡمِنُونَ لَعَلَّكُمۡ تُفۡلِحُونَ﴾
„[...] Und wendet euch alle reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehen möge!“ [An-Nur:31] Und dazu auch Seine Aussage - gepriesen sei Er -:
﴿وَٱلَّذِينَ لَا يَدۡعُونَ مَعَ ٱللَّهِ إِلَٰهًا ءَاخَرَ وَلَا يَقۡتُلُونَ ٱلنَّفۡسَ ٱلَّتِي حَرَّمَ ٱللَّهُ إِلَّا بِٱلۡحَقِّ وَلَا يَزۡنُونَۚ وَمَن يَفۡعَلۡ ذَٰلِكَ يَلۡقَ أَثَامٗا68 يُضَٰعَفۡ لَهُ ٱلۡعَذَابُ يَوۡمَ ٱلۡقِيَٰمَةِ وَيَخۡلُدۡ فِيهِۦ مُهَانًا69 إِلَّا مَن تَابَ وَءَامَنَ وَعَمِلَ عَمَلٗا صَٰلِحٗا فَأُوْلَٰٓئِكَ يُبَدِّلُ ٱللَّهُ سَيِّـَٔاتِهِمۡ حَسَنَٰتٖۗ وَكَانَ ٱللَّهُ غَفُورٗا رَّحِيمٗا70﴾
„Und (sie sind) diejenigen, die neben Allah keine anderen Angebeteten anrufen und nicht die Seele töten, die Allah (zu töten) verboten hat, außer aus einem rechtmäßigen Grund, und (sie sind) die keine Unzucht begehen - wer dies(e Taten) tut, wird die Folge der Sünde erleiden;
die Strafe wird ihm am Tag der Auferstehung vervielfacht, und ewig wird er darin in Schmach verweilen.
Ausgenommen ist derjenige, der bereut, glaubt und rechtschaffene Werke tut; jenen wird Allah ihre schlechte Taten gegen gute eintauschen; und Allah ist stets allvergebend und barmherzig.“ [Al-Furqan:68-70] Und aufgrund der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«الإِسْلَامُ يَهْدِمُ مَا كَانَ قَبْلَهُ، وَالتَّوبَةُ تَهْدِمُ مَا كَانَ قَبْلَهَا».
„Der Islam hebt (und tilgt) alles was (an Sünden) davor war; und die aufrichtige Reue löscht alles aus, was davor begangen wurde.“ Und aufgrund seiner Aussage - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:
«التَّائِبُ مِنَ الذَّنْبَ كَمَنْ لَا ذَنْبَ لَهُ».
„Derjenige, der von einer Sünde reumütig umkehrt, ist wie jemand, der keine Sünde hat.“
Die Verse und Hadithe in diesem Zusammenhang sind zahlreich.
Ich bitte Allah - gepriesen und erhaben ist Er - darum, dass Er uns die Wahrheit als Wahrheit sehen lässt und uns ihre Befolgung gewährt, und dass Er uns die Falschheit als Falschheit sehen lässt und uns dessen Meidung gewährt, und dass Er uns, ebenso dem Verfasser 'Abdul-Fattah und allen Muslimen, die aufrichtige Reue zuteilwerden lässt, und dass Er uns alle vor den irreführenden Versuchungen sowie dem Gehorsam gegenüber den Gelüsten und dem Satan schützt. Wahrlich, Er ist der Schutzherr dessen und der Allmächtige dazu.
Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, auf seiner Familie und seinen Gefährten sowie auf denen, die ihnen in guter Weise folgen bis zum Tag des Gerichts.
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Inhaltsverzeichnis
Die richtige Glaubenslehre und was ihr widerspricht 2
Der erste Grundpfeiler: Der Iman an Allah - erhaben ist Er 7
Der zweite Grundpfeiler: Der Iman an die Engel 24
Der dritte Grundpfeiler: Der Iman an die Schriften. Dieser beinhaltet ebenfalls zwei Aspekte: 26
Der vierte Grundpfeiler: Der Iman an die Gesandten 29
Der fünfte Grundpfeiler: Der Iman an den Jüngsten Tag 30
Der sechste Grundpfeiler: Der Iman an die Vorherbestimmung („Qadar“) 31
Die Glaubenslehren, die der richtigen Glaubenslehre widersprechen 38
Die zweite Niederschrift: Das Urteil in Bezug auf den Anruf/die Hilfesuche (in Form von „Istighathah“) beim Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bei einer Not/Krise 49
Die dritte Niederschrift: 70
Das Urteil in Bezug auf den Anruf/die Hilfesuche (in Form von „Istighathah“) bei den Jinn und Satanen und das Erfüllen eines Gelübdes für sie 70
Die vierte Niederschrift: 96
Das Urteil in Bezug auf die Anbetung (Allahs) durch Bittformeln („Aurad“), die Neuerungen und Schirk beinhalten 96
Die fünfte Niederschrift: 127
Das Urteil in Bezug auf das Feiern des Geburtstags („Mawlid“) des Propheten und anderer Geburtstage 127
Die sechste Niederschrift: 141
Das Urteil in Bezug auf das Feiern der Nacht der Nachtreise („Al-Isra“) und der Himmelfahrt („Al-Mi'raj“) 141
Die siebte Niederschrift: 150
Das Urteil in Bezug auf das Feiern der 15. Nacht des Monats Scha'ban 150
Die achte Niederschrift: 168
Ein wichtiger Hinweis zur Falschheit des Vermächtnisses, welches 168
Schaykh Ahmad, dem Verwalter der edlen Prophetenmoschee, zugeschrieben wird 168
Die neunte Niederschrift: Das Urteil über Zauberei und Wahrsagerei und das, was damit zusammenhängt 189
Die zehnte Niederschrift: Die Warnung vor dem Errichten von Moscheen über Grabstätten 209
Die elfte Niederschrift: Die Bestattung der Toten in Moscheen 217
Die zwölfte Niederschrift: Die Darlegung des Unglaubens und der Irreleitung dessen, der behauptet, es sei für jemanden erlaubt, von der Gesetzgebung („Schari'ah“) Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - abzuweichen 221
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de397v4.0 - 17/08/2026
Überliefert von Al-Bukhari (2856) und Muslim (30).
Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (735) und von Ibn 'Abdil-Barr in „Jami' Al-'Ilm wa Fadhlihi“ (1801), jedoch mit dem Wort „Hadithe“ statt „Verse der Attribute (Allahs)“, und sein Wortlaut lautet: „Berichtet diese Hadithe so, wie sie gekommen sind, und diskutiert nicht darüber.“
Überliefert von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (865). Ibn Taymiyyah stufte in „Al-Hamawiyyah“ (S. 269) seine Überlieferungskette als authentisch ein. Und Adh-Dhahabi sagte in „Al-'Ardh“ (2/223): „Seine Überlieferer sind vertrauenswürdige Imame.“
Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (930) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (955).
Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (665) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (868).
Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (664), von Abu Nu'aym in „Hilyatu Al-Awliya“ (6/325) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (867).
Überliefert von Al-Muzakki in „Al-Muzakkiyat“ (29), von Ibn Battah in „Al-Ibanah“ (120) und von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (663).
Überliefert von Ad-Darimi in „Ar-Radd 'ala Al-Jahmiyyah“ (67) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (903).
Berichtet von Adh-Dhahabi in „Al-'Ulu“ (464), und Al-Albani sagte in „Mukhtasar Al-'Ulu“ (S. 184): „Und dies ist eine authentische Überlieferungskette; seine Überlieferer sind vertrauenswürdig und bekannt.“
Tafsir Ibn Kathir (3/426-427).
Überliefert von Al-Bukhari (22) aus dem Hadith von Abu Sa'id Al-Khudri - möge Allah mit ihm zufrieden sein.
Überliefert von Muslim (2996) aus der Hadith-Überlieferung von 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein.
Berichtet von Al-Bukhari (3651) und Muslim (2533), aus der Hadith-Überlieferung von 'Abdullah Ibn Mas'ud - möge Allah mit ihm zufrieden sein.
Berichtet von Muslim (1920), aus der Hadith-Überlieferung von Thauban - möge Allah mit ihm zufrieden sein.
Berichtet von Ibn Majah (3952), aus der Hadith-Überlieferung von Thauban - möge Allah mit ihm zufrieden sein -; und von Ibn Hibban (6714) und Al-Hakim (8653) als authentisch eingestuft.
Berichtet von At-Tirmidhi (2641), aus der Hadith-Überlieferung von 'Abdullah Ibn 'Amr - möge Allah mit ihm zufrieden sein -; und Al-Munawi sagte in „Fayd Al-Qadir“ (5/347): „Darin (also in der Überlieferungskette befindet sich 'Abdur-Rahman Ibn Ziyad Al-Afriqi, und Adh-Dhahabi sagte: ‚Er wurde als schwach eingestuft.‘“ Al-Albani stufte ihn in „Sahih Al-Jami'“ als authentisch ein.
Dieses Schreiben wurde in einer Broschüre mit der Nummer 17 von der Leitung für die Abteilungen der wissenschaftlichen Forschung, der Rechtsauskunft („Ifta“), der Da'wah und der Führung im Jahr 1402 n. H. veröffentlicht.
Überliefert von Muslim (8).