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العَقِيدَةُ الصَّحِيْحَةُ وَمَا يُضَادُّهَا

 

 

 

Die richtige Glaubenslehre und was ihr widerspricht

 

 

 

لِسَمَاحَةِ الشَّيْخِ العَلَّامَةِ

عَبْدِ العَزِيزِ بْنِ عَبْدِ اللهِ بْنِ بَازٍ

رَحِمَهُ اللهُ

 

Verfasst vom geehrten Schaykh

'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz

 


بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ

 

Die erste Niederschrift:

Die richtige Glaubenslehre und was ihr widerspricht

Alles Lob gebührt Allah allein, und Segen und Frieden seien auf den, nach dem es keinen Propheten mehr gibt, und auf seine Angehörigen und Gefährten.

Um fortzufahren: Da die richtige Glaubenslehre („'Aqidah“) die Grundlage der Religion des Islams und das Fundament der Glaubensgemeinschaft („Millah“) ist, habe ich es als wichtig erachtet, über dieses Thema zu sprechen und darüber zu schreiben und zu verfassen, um es zu erklären und zu verdeutlichen.

Es ist durch die islamisch-gesetzlichen (und aus der Schari'ah entnommenen) Beweise aus dem Buch und der Sunnah bekannt, dass Taten und Worte nur dann gültig sind und angenommen werden, wenn sie aus einer richtigen Glaubenslehre hervorgehen. Wenn jedoch die Glaubenslehre nicht richtig ist, so wird das, was sich aus ihr an Handlungen und Worten ergibt, ungültig (und nichtig), so wie der Erhabene sagte:

﴿...وَمَن يَكۡفُرۡ بِٱلۡإِيمَٰنِ فَقَدۡ حَبِطَ عَمَلُهُۥ وَهُوَ فِي ٱلۡأٓخِرَةِ مِنَ ٱلۡخَٰسِرِينَ﴾

„Wer nun den Glauben verleugnet, so wird sein Werk hinfällig, und er gehört im Jenseits zu den Verlierern.“ [Al-Maidah:5]

Und der Erhabene sagte:

﴿وَلَقَدۡ أُوحِيَ إِلَيۡكَ وَإِلَى ٱلَّذِينَ مِن قَبۡلِكَ لَئِنۡ أَشۡرَكۡتَ لَيَحۡبَطَنَّ عَمَلُكَ وَلَتَكُونَنَّ مِنَ ٱلۡخَٰسِرِينَ 65﴾

„Und bereits dir und (auch) denjenigen, die vor dir waren, ist ja (als Offenbarung) eingegeben worden: ‚Wenn du (Allah andere) beigesellst, wird dein Werk ganz gewiss hinfällig, und du gehörst ganz gewiss zu den Verlierern.‘“ [Az-Zumar:65]

Die Verse zu dieser Thematik sind zahlreich. Das eindeutige Buch Allahs und die Sunnah Seines vertrauenswürdigen Gesandten - Allahs vollkommenster Segen und Frieden seien auf ihm - machen deutlich, dass die richtige Glaubenslehre aus sechs Grundsätzen besteht: dem Glauben („Iman“) an Allah, an Seine Engel, an Seine Schriften, an Seine Gesandten, an den Jüngsten Tag und an die Vorherbestimmung („Qadar“), sowohl in ihrem Guten als auch in ihrem Schlechten. Demnach bilden diese sechs Punkte die Grundpfeiler der korrekten Glaubenslehre, mit denen das edle Buch Allahs hinabgesandt wurde und womit Allah Seinen Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gesandt hat.

Und zahlreiche Beweise für diese sechs Grundpfeiler wurden im Buch und in der authentischen Sunnah erwähnt. Und dazu zählen zum Beispiel folgende (Beiweise):

Erstens: Beweise aus dem Buch: Dazu gehört die Aussage Allahs - mächtig und majestätisch ist Er -:

﴿لَّيۡسَ ٱلۡبِرَّ أَن تُوَلُّواْ وُجُوهَكُمۡ قِبَلَ ٱلۡمَشۡرِقِ وَٱلۡمَغۡرِبِ وَلَٰكِنَّ ٱلۡبِرَّ مَنۡ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِ وَٱلۡمَلَٰٓئِكَةِ وَٱلۡكِتَٰبِ وَٱلنَّبِيِّـۧنَ...﴾

„Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt (...).“ [Al-Baqarah:177]

Und Seine Aussage - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:

﴿ءَامَنَ ٱلرَّسُولُ بِمَآ أُنزِلَ إِلَيۡهِ مِن رَّبِّهِۦ وَٱلۡمُؤۡمِنُونَۚ كُلٌّ ءَامَنَ بِٱللَّهِ وَمَلَٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ لَا نُفَرِّقُ بَيۡنَ أَحَدٖ مِّن رُّسُلِهِ...﴾

„Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn hinabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah und an Seine Engel und an Seine Bücher und an Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten.“ [Al-Baqarah:285]

Und Seine Aussage - gepriesen sei Er -:

﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ ءَامِنُواْ بِٱللَّهِ وَرَسُولِهِۦ وَٱلۡكِتَٰبِ ٱلَّذِي نَزَّلَ عَلَىٰ رَسُولِهِۦ وَٱلۡكِتَٰبِ ٱلَّذِيٓ أَنزَلَ مِن قَبۡلُۚ وَمَن يَكۡفُرۡ بِٱللَّهِ وَمَلَٰٓئِكَتِهِۦ وَكُتُبِهِۦ وَرُسُلِهِۦ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِ فَقَدۡ ضَلَّ ضَلَٰلَۢا بَعِيدًا 136﴾

„O die ihr glaubt, glaubt an Allah und an Seinen Gesandten und an das Buch, das Er Seinem Gesandten offenbart und die Schrift, die Er zuvor hinabgesandt hat. Und wer Allah, Seine Engel, Seine Schriften, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag verleugnet, der ist gewiss weit abgeirrt.“ [An-Nisa:136]

Und Seine Aussage - gepriesen sei Er -:

﴿أَلَمۡ تَعۡلَمۡ أَنَّ ٱللَّهَ يَعۡلَمُ مَا فِي ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِۚ إِنَّ ذَٰلِكَ فِي كِتَٰبٍۚ إِنَّ ذَٰلِكَ عَلَى ٱللَّهِ يَسِيرٞ 70﴾

„Weißt du denn nicht, dass Allah weiß, was im Himmel und auf der Erde ist? Wahrlich, das steht in einem Buch; (und) dies ist wahrlich Allah ein Leichtes.“ [Al-Hajj:70]

Zweitens: Beweise aus der Sunnah

Dazu zählt der authentische und bekannte Hadith, den Muslim in seinem „Sahih-Werk“ über 'Umar Ibn Al-Khattab - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überlieferte, dass Jibril - Frieden sei auf ihm - den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - über den Iman befragte. Da sagte er zu ihm:

«الإِيمَانُ أَنْ تُؤْمِنَ بِاللَّهِ، وَمَلَائِكَتِهِ، وَكُتُبِهِ، وَرُسُلِهِ، وَاليَوْمِ الآخِرِ، وَتُؤْمِنَ بِالقَدَرِ خَيْرِهِ وَشَرِّهِ».

„Der Iman ist: dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten, an den Jüngsten Tag und dass du an die Vorherbestimmung glaubst - sei sie gut oder schlecht.“1 Bis zum Ende des Hadithes. Überliefert von den

beiden Schaykhs (Al-Bukhari und Muslim) - mit geringfügigen Abweichungen (im Wortlaut) - im Hadith von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Aus diesen sechs Grundpfeilern leitet sich alles ab, woran ein Muslim glauben muss: in Bezug auf den Iman an Allah - mächtig und majestätisch ist Er - und in Bezug auf die Angelegenheit der Auferstehung sowie hinsichtlich anderer Angelegenheiten des Verborgenen, über die Allah - mächtig und majestätisch ist Er - und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtet haben.

Und die Darlegung dieser sechs Grundpfeiler ist wie folgt:

 

 

Der erste Grundpfeiler: Der Iman an Allah - erhaben ist Er

Und dies beinhaltet mehrere Aspekte, darunter: Der Iman, dass Allah der einzig wahre Anbetungswürdige ist, Dem die Anbetung zusteht, ohne jeglichen anderen neben Ihm. Dies beruht darauf, dass Er der Schöpfer aller Geschöpfe ist, ihnen Gutes erweist, für ihren Lebensunterhalt sorgt, ihr Innerstes und Äußeres kennt und imstande ist, die Gehorsamen zu belohnen und die Ungehorsamen zu bestrafen.

Und Allah hat die zwei Schwerlastenden (also die Jinn und die Menschen) für diese Anbetung erschaffen und ihnen diese angeordnet, so wie der Erhabene sagte:

﴿وَمَا خَلَقۡتُ ٱلۡجِنَّ وَٱلۡإِنسَ إِلَّا لِيَعۡبُدُونِ 56 مَآ أُرِيدُ مِنۡهُم مِّن رِّزۡقٖ وَمَآ أُرِيدُ أَن يُطۡعِمُونِ 57 إِنَّ ٱللَّهَ هُوَ ٱلرَّزَّاقُ ذُو ٱلۡقُوَّةِ ٱلۡمَتِينُ 58﴾

„Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.

Weder will Ich von ihnen irgendeine Versorgung noch will Ich, dass sie Mir zu essen geben.

Wahrlich, Allah ist der Versorger, der Besitzer von Kraft und der Feste.“ [Adh-Dhariyat:56-58]

Und der Erhabene sagte:

﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلنَّاسُ ٱعۡبُدُواْ رَبَّكُمُ ٱلَّذِي خَلَقَكُمۡ وَٱلَّذِينَ مِن قَبۡلِكُمۡ لَعَلَّكُمۡ تَتَّقُونَ21 ٱلَّذِي جَعَلَ لَكُمُ ٱلۡأَرۡضَ فِرَٰشٗا وَٱلسَّمَآءَ بِنَآءٗ وَأَنزَلَ مِنَ ٱلسَّمَآءِ مَآءٗ فَأَخۡرَجَ بِهِۦ مِنَ ٱلثَّمَرَٰتِ رِزۡقٗا لَّكُمۡۖ فَلَا تَجۡعَلُواْ لِلَّهِ أَندَادٗا وَأَنتُمۡ تَعۡلَمُونَ 22﴾

„O ihr Menschen, dient eurem Herrn, Der euch und diejenigen vor euch erschaffen hat, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!

Der euch die Erde zu einem Ruhebett und den Himmel zu einem Bau gemacht hat und vom Himmel Wasser herabkommen lässt, durch das Er dann für euch Früchte als Versorgung hervorbringt. So stellt Allah nicht andere als Seinesgleichen zur Seite, wo ihr (es) doch wisst.“ [Al-Baqarah:21-22]

Und Allah hat die Gesandten entsandt und die Bücher hinabgesandt, um diese Wahrheit und den Aufruf zu ihr zu verdeutlichen und um vor dem zu warnen, was ihr widerspricht, wie Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿وَلَقَدۡ بَعَثۡنَا فِي كُلِّ أُمَّةٖ رَّسُولًا أَنِ ٱعۡبُدُواْ ٱللَّهَ وَٱجۡتَنِبُواْ ٱلطَّٰغُوتَ...﴾

„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt (, der sagte): ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter (arab. „Taghut“).‘“ [An-Nahl:36]

Und der Erhabene sagte:

﴿وَمَآ أَرۡسَلۡنَا مِن قَبۡلِكَ مِن رَّسُولٍ إِلَّا نُوحِيٓ إِلَيۡهِ أَنَّهُۥ لَآ إِلَٰهَ إِلَّآ أَنَا۠ فَٱعۡبُدُونِ25﴾

„Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, außer dass Wir ihm eingaben: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Mir, so dient Mir!‘“ [Al-Anbiya:25]

Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:

﴿الر كِتَابٌ أُحْكِمَتْ آيَاتُهُ ثُمَّ فُصِّلَتْ مِنْ لَدُنْ حَكِيمٍ خَبِيرٍ1 أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا اللَّهَ إِنَّنِي لَكُمْ مِنْهُ نَذِيرٌ وَبَشِيرٌ2﴾

„Alif-Lam-Ra. (Dies ist) ein Buch, dessen Verse eindeutig (und exakt) festgefügt und hierauf ausführlich dargelegt sind von Seiten eines Allweisen und Allkundigen:

Ihr sollt keinem dienen, außer Allah! Wahrlich, ich bin euch von Ihm (aus) ein Warner und Frohbote.“ [Hud:1-2]

Und die Wirklichkeit dieser Anbetung besteht darin, Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - allein zu dienen mit all dem, womit Er die Diener zur Anbetung gerufen hat, wie z. B.: das Bittgebet, die Furcht (vor Allah), die Hoffnung (in Allah), das Gebet, das Fasten, das Schlachten (für Allah), das Gelübde und andere Arten der Anbetung, und dies auf eine Weise der Demut Ihm gegenüber und mit dem Trachten nach Seiner Belohnung und der Furcht vor Seiner Strafe, und all dies mit vollkommener Liebe zu Ihm und Unterwürfigkeit vor Seiner Erhabenheit.

Wer den edlen Quran betrachtet, erkennt, dass ein großer Teil seiner Offenbarung auf dieses gewaltige Grundprinzip (also den Tauhid) ausgerichtet ist, so wie Seine Aussage - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:

﴿إِنَّآ أَنزَلۡنَآ إِلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ فَاعْبُدِ اللَّهَ مُخْلِصًا لَهُ الدِّينَ 2 أَلَا لِلَّهِ الدِّينُ الْخَالِصُ وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ3﴾

„Wir haben ja das Buch mit der Wahrheit zu dir hinabgesandt. So diene Allah und sei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion.

„Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion. Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen‘ -, wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:2-3]

Und Seine Aussage - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:

﴿وَقَضَىٰ رَبُّكَ أَلَّا تَعۡبُدُوٓاْ إِلَّآ إِيَّاهُ...﴾

„Und dein Herr hat angeordnet, dass ihr nur Ihm dienen sollt [...].“ [Al-Isra:23]

Und Seine Aussage - mächtig und majestätisch ist Er -:

﴿فَٱدۡعُواْ ٱللَّهَ مُخۡلِصِينَ لَهُ ٱلدِّينَ وَلَوۡ كَرِهَ ٱلۡكَٰفِرُونَ14﴾

„So ruft Allah an, (und seid) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.“ [Ghafir:14]

Ebenso zeigt auch die Betrachtung der prophetischen Sunnah, dass diesem gewaltigen Fundament große Bedeutung beigemessen wird. Dazu gehört unter anderem, was in den beiden „Sahih-Werken“ über Mu'adh - möge Allah mit ihm zufrieden sein - berichtet wurde, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«حَقُّ اللهِ عَلَى العِبَادِ أَن يَعْبُدُوهُ وَلَا يُشْرِكُوا بِهِ شَيْئًا».

„Das Recht Allahs gegenüber den Dienern ist, dass sie Ihm dienen und Ihm nichts beigesellen.“2

Zum Iman an Allah gehört auch, an alles zu glauben, was Er Seinen Dienern angeordnet hat, insbesondere die fünf äußeren Säulen des Islams.

Sie sind folgende: (1.) das Bekenntnis, dass es keine Gottheit gibt, die zu Recht angebetet wird, außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, (2.) die Verrichtung des Gebets, (3.) die Entrichtung der Pflichtabgabe, (4.) das Fasten im (Monat) Ramadan und (5.) die Pilgerfahrt zum ehrwürdigen Haus Allahs für denjenigen, der dazu die Möglichkeit hat - sowie alle weiteren Pflichten, die die reine islamische Gesetzgebung vorgeschrieben hat.

Die bedeutendste und gewaltigste dieser Säulen ist das Glaubensbekenntnis, dass es nämlich keine Gottheit gibt, die zu Recht angebetet wird, außer Allah und dass Muhammad Sein Gesandter ist. Dieses Bekenntnis verlangt, dass die Anbetung aufrichtig und ausschließlich Allah gewidmet wird und allen anderen abgesprochen wird. Das ist die Bedeutung (und Definition) von „La ilaha illa Allah“, so wie es die Gelehrten erklärten: „Es gibt keinen, der zu Recht angebetet wird, außer Allah.“ Daher ist alles, was außer Allah angebetet wird - sei es ein Mensch, Engel, Jinn oder sonst etwas etwas anderes - eine falsch angebetete Sache. Einzig Allah allein ist der wahrhaft Anbetungswürdige, Der keinen Teilhaber hat, so wie Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿ذَٰلِكَ بِأَنَّ ٱللَّهَ هُوَ ٱلۡحَقُّ وَأَنَّ مَا يَدۡعُونَ مِن دُونِهِۦ هُوَ ٱلۡبَٰطِلُ...﴾

„Dies (ist so), weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen, die Falschheit ist, (...).“ [Al-Hajj:62]

Es wurde bereits verdeutlicht, dass Allah - gepriesen sei Er - die zwei Schwerlastenden für diesen ursprünglichen Grundsatz erschuf und ihnen diesen anbefahl. Damit hat Er Seine Gesandten entsandt und Seine Bücher hinabgesandt. Der Diener sollte gut darüber nachdenken, damit ihm klar wird, in welch gewaltige Unwissenheit über diesen ursprünglichen Grundsatz die meisten Muslime gefallen sind, bis sie sogar anderen neben Allah dienten und Sein alleiniges Anrecht auf jemanden außer Ihm anwendeten. So ist bei Allah Hilfe zu ersuchen.

Und zum Iman an Allah - gepriesen sei Er - gehört der Glaube, dass Er der Schöpfer der Welt ist, ihre Angelegenheiten regelt und mit Seinem Wissen und Seiner Macht über sie verfügt, wie Er - gepriesen sei Er - es möchte. Und (zum Glauben an Ihn gehört,) dass Er der König des Diesseits und Jenseits ist, und der Herr aller Weltenbewohner. Es gibt keinen Schöpfer außer Ihm und keinen Herrn außer Ihm. Er hat die Gesandten entsandt und die Bücher hinabgesandt, zur Besserung der Diener und um sie zu dem aufzurufen, worin sich ihre Rettung und ihr Wohl befindet, sowohl im sofortigen (Diesseits) als auch im späteren (Jenseits). Und (der Glaube daran,) dass Er - gepriesen sei Er - keinen Teilhaber in all dem hat. Der Erhabene sagte:

﴿ٱللَّهُ خَٰلِقُ كُلِّ شَيۡءٖۖ وَهُوَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ وَكِيلٞ 62﴾

„Allah ist der Schöpfer von allem, und Er ist Sachwalter über alles.“ [Az-Zumar:62]

Und der Erhabene sagte:

﴿إِنَّ رَبَّكُمُ ٱللَّهُ ٱلَّذِي خَلَقَ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضَ فِي سِتَّةِ أَيَّامٖ ثُمَّ ٱسۡتَوَىٰ عَلَى ٱلۡعَرۡشِۖ يُغۡشِي ٱلَّيۡلَ ٱلنَّهَارَ يَطۡلُبُهُۥ حَثِيثٗا وَٱلشَّمۡسَ وَٱلۡقَمَرَ وَٱلنُّجُومَ مُسَخَّرَٰتِۭ بِأَمۡرِهِۦٓۗ أَلَا لَهُ ٱلۡخَلۡقُ وَٱلۡأَمۡرُۗ تَبَارَكَ ٱللَّهُ رَبُّ ٱلۡعَٰلَمِينَ54﴾

„Wahrlich, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob. Er lässt die Nacht den Tag überdecken, wobei sie ihn eilig einzuholen sucht. Und (Er schuf auch) die Sonne, den Mond und die Sterne, durch Seinen Befehl dienstbar gemacht. Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. Segensreich ist Allah, der Herr der Weltenbewohner.“ [Al-A'raf:54]

Zum Iman an Allah - erhaben ist Er - gehört ebenfalls: der Glaube an Seine schönsten Namen und Seine erhabensten Eigenschaften/Attribute, wie sie in Seinem edlen Buch und authentisch vom vertrauenswürdigen Gesandten überliefert wurden, und dies ohne Verfälschung („Tahrif“), ohne Stilllegung („Ta'til“), ohne das „Wie“ zu erfragen („Takyif“) und ohne Vergleich (mit den Eigenschaften der Geschöpfe, „Tamthil“).

﴿...لَيۡسَ كَمِثۡلِهِۦ شَيۡءٞۖ وَهُوَ ٱلسَّمِيعُ ٱلۡبَصِيرُ﴾

„(...)Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und der Allsehende.“ [Asch-Schura:11]

Demnach müssen sie (also die Eigenschaften/Attribute Allahs) so genommen (und bestätigt) werden, wie sie gekommen (und berichtet worden) sind, ohne ein „Wie“ (also ohne nach der Art und Weise des Attributs und wie es genau ist zu fragen), jedoch mit dem Glauben an die gewaltigen Bedeutungen, die sie enthalten, welche die Beschreibung Allahs - mächtig und majestätisch ist Er - darstellen, und mit der Verpflichtung, Ihn - erhaben ist Er - damit auf die Ihm angemessene Weise zu beschreiben, ohne dass Er in irgendeiner Seiner Eigenschaften Seinen Geschöpfen ähnelt, so wie der Erhabene sagte. Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:

﴿فَلَا تَضۡرِبُواْ لِلَّهِ ٱلۡأَمۡثَالَۚ إِنَّ ٱللَّهَ يَعۡلَمُ وَأَنتُمۡ لَا تَعۡلَمُونَ74﴾

„So führt für Allah keine Gleichnisse an! Wahrlich, Allah weiß, ihr aber wisst nicht.“ [An-Nahl:74]

Dies ist die Glaubensgrundlage der Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah von den Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und von denen, die ihnen auf beste Art gefolgt sind, in Bezug auf die Namen und Attribute Allahs. Diese (Glaubensgrundlage) ist auch jene,] die (selbst) Abul-Hasan Al-Asch'ari im Buch „Die Aussagen“ („Al-Maqalat“) über die Leute des Hadithes und der Ahlus-Sunnah erwähnte, und dies haben auch andere Leute des Wissens und des Glaubens (in ihren Werken) erwähnt.

Al-Auza'i - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Az-Zuhri und Makhul wurden über die Verse der Attribute (Allahs) befragt, da sagten sie: ‚Bestätigt sie so, wie sie gekommen sind (und berichtet wurden).‘“3

Und Al-Auza'i - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte ebenfalls: „Wir pflegten - und die Tabi'un waren (noch) zahlreich vorhanden - zu sagen, dass Allah - gepriesen sei Er - über Seinem Thron ist, und wir glauben an die Attribute (Allahs), die in der Sunnah überliefert wurden.“4

Und Al-Walid Ibn Muslim - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Malik, Al-Auza'i, Al-Layth Ibn Sa'd und Sufyan Ath-Thauri - möge Allah mit ihnen barmherzig sein - wurden über diese Überlieferungen in Bezug auf die Attribute (Allahs) befragt. Da sagten sie alle: ‚Bestätigt sie so, wie sie gekommen sind (und berichtet wurden), ohne (das) ‚Wie‘ (zu hinterfragen).‘“5

Und als Rabi'ah Ibn 'Abdir-Rahman, der Lehrer von Malik - möge Allah mit ihnen barmherzig sein -, über den Istiwa befragt wurde, sagte er: „Der Istiwa ist nicht unbekannt, und das ‚Wie?‘ kann nicht mit dem Verstand begriffen werden. Von Allah kommt die Botschaft und dem Propheten obliegt die deutliche Überbringung und uns obliegt die Bestätigung dessen.“6 Und als Imam Malik - möge Allah ihm barmherzig sein - darüber befragt wurde, sagte er: „Der Istiwa ist bekannt, die Art und Weise ist jedoch nicht klar, und der Iman daran ist verpflichtend, und die Frage darüber ist eine Neuerung.“ Hierauf sagte er zum Fragesteller: „Ich halte dich für einen schlechten Mann (also einen Neuerungsträger).“ Er ordnete dann an, dass er (also dieser Mann) rausgeworfen wird.7 Und diese Bedeutung wurde auch über die Mutter der Gläubigen Umm Salamah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - überliefert.8

Imam Abu 'Abdir-Rahman 'Abdullah Ibn Al-Mubarak - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Wir erkennen unseren Herrn - gepriesen sei Er - daran, dass Er über den Himmeln, über Seinem Thron ist, getrennt von Seiner Schöpfung.“9

Die Gelehrten haben sehr oft über dieses Thema gesprochen; es ist nicht möglich, dies in dieser Sitzung (vollständig) zu übermitteln. Wer sich hiermit weiter beschäftigen möchte, soll zu dem zurückgehen, was die Gelehrten der Sunnah über dieses Thema verfasst haben - wie z. B. „Kitab As-Sunnah“ von 'Abdullah Ibn Al-Imam Ahmad und „Kitab At-Tauhid“ vom edlen Imam Muhammad Ibn Khuzaymah und „Kitab As-Sunnah“ von Abul-Qasim Al-Lalakai At-Tabari und „Kitab As-Sunnah“ von Abu Bakr Ibn Abi 'Asim und ebenso die Antwort (und Niederschrift) von Schaykh Al-Islam Ibn Taymiyyah an die Bewohner von Hamah - und diese Antwort ist gewaltig und hat zahlreiche Nutzen. Er - möge Allah mit ihm barmherzig sein - hat hierin die Glaubensgrundlage („'Aqidah“) der Ahlus-Sunnah verdeutlicht und hat zahlreiche ihrer Aussagen überliefert sowie islamische Beweise und logische Belege für die Richtigkeit dessen, was die Ahlus-Sunnah sagten, und die Falschheit dessen, was ihre Gegner behaupteten.

Und in seiner Abhandlung namens „At-Tadmuriyyah“ hat er (also Ibn Taymiyyah) den Sachverhalt umfassend erklärt und die Glaubenslehre der Ahlus-Sunnah mit ihren überlieferten und ebenso logischen Belegen verdeutlicht. Zugleich widerlegte er die Widersacher auf eine Weise, die die Wahrheit deutlich macht und die Falschheit klar zurückweist, und dies für jeden unter den Leuten des Wissens, der dies(es Werk) mit aufrichtiger Absicht und dem Wunsch nach Erkenntnis der Wahrheit studiert. Die Zusammenfassung lautet demnach: Die Glaubenslehre der Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah im Bereich rund um die Namen und Eigenschaften/Attribute (Allahs) besteht darin, dass sie für Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - all das bestätigen, was Er in Seinem Buch für Sich selbst bestätigt hat oder was Sein Gesandter Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - in seiner Sunnah für Ihn bestätigt hat: eine Bestätigung ohne Vergleich (mit den Eigenschaften der Geschöpfe, „Tamthil“). Und sie erklären Ihn - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - frei von jeder Ähnlichkeit mit Seiner Schöpfung: eine Freisprechung, die frei von Stilllegung („Ta'til“ der Eigenschaften/Attribute Allahs) ist. Somit erlangen sie den Erfolg, indem sie frei vom Widerspruch bleiben. Sie folgen all den Belegen, und dies durch die Erfolgsschenkung Allahs. Denn es gehört zur Gesetzmäßigkeit Allahs - gepriesen sei Er -, dass jemand, der sich an die Wahrheit hält, mit der Er Seine Gesandten gesandt hat, sich ernsthaft darum bemüht und dabei Allah gegenüber aufrichtig war in seinem Streben, (dieser) zur Wahrheit geleitet wird und seine Argumente werden dann klar sein. Der Erhabene sagte:

﴿بَلۡ نَقۡذِفُ بِٱلۡحَقِّ عَلَى ٱلۡبَٰطِلِ فَيَدۡمَغُهُۥ فَإِذَا هُوَ زَاهِقٞ...﴾

„Vielmehr schleudern Wir die Wahrheit gegen die Falschheit, und da zerschmettert sie ihm das Haupt, und sogleich schwindet es dahin [...].“

[Al-Anbiya:18]

Und der Erhabene sagte:

﴿وَلَا يَأۡتُونَكَ بِمَثَلٍ إِلَّا جِئۡنَٰكَ بِٱلۡحَقِّ وَأَحۡسَنَ تَفۡسِيرًا33﴾

„Und sie bringen dir kein Beispiel, außer dass Wir dir die Wahrheit und eine bessere Erklärung brächten.“ [Al-Furqan:33]

Was aber denjenigen betrifft, der den Leuten der Sunnah in dem widerspricht, was sie im Bereich der Namen und Eigenschaften/Attribute (Allahs) glauben, so gerät er unweigerlich in Widerspruch zu den überlieferten und logischen Beweisen und in einen offensichtlichen Widerspruch in allem, was er bestätigt und was er verneint. Und Al-Hafiz Ibn Kathir - möge Allah ihm barmherzig sein - hat in seinem bekannten Tafsir-Werk schöne Worte zu diesem Thema erwähnt, und zwar bei seiner Erläuterung zu der Aussage Allahs - mächtig und majestätisch ist Er -:

﴿إِنَّ رَبَّكُمُ ٱللَّهُ ٱلَّذِي خَلَقَ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضَ فِي سِتَّةِ أَيَّامٖ ثُمَّ ٱسۡتَوَىٰ عَلَى ٱلۡعَرۡشِ...﴾

„Wahrlich, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob [...].“ [Al-A'raf:54]

Und es ist angemessen, diese (Worte Ibn Kathirs) hier wiederzugeben, aufgrund des großen Nutzens. So sagte er - möge Allah ihm barmherzig sein -:

„Die Menschen haben zu dieser Thematik unzählige Ansichten geäußert; dies ist allerdings nicht der Ort, sie ausführlich darzulegen. Wir folgen hier vielmehr dem Weg der frommen Altvorderen („Salaf“): Malik, Al-Auza'i, Ath-Thauri, Al-Layth Ibn Sa'd, Asch-Schafi'i, Ahmad Ibn Hanbal, Ishaq Ibn Rahuyah und vielen weiteren großen Imamen der Muslime unter den Früheren und Späteren. Ihr Weg ist es, die Texte (über die Eigenschaften/Attribute Allahs) so zu belassen, wie sie gekommen sind (und berichtet wurden), ohne das „Wie“ zu erfragen („Takyif“) und ohne einen Vergleich (mit den Eigenschaften der Geschöpfe, „Taschbih“) und ohne eine Stilllegung („Ta'til“). Und der offensichtliche Sinn, der den Vorstellungen der Vergleichenden (die Allah mit den Geschöpfen vergleichen) vorschwebt, ist von Allah abzuweisen, denn nichts von Seiner Schöpfung gleicht Allah:

﴿...لَيۡسَ كَمِثۡلِهِۦ شَيۡءٞۖ وَهُوَ ٱلسَّمِيعُ ٱلۡبَصِيرُ﴾

‚Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und der Allsehende.‘ [Asch-Schura:11] Vielmehr ist die Angelegenheit so, wie die Imame sagten - darunter Nu'aym Ibn Hammad Al-Khuza'i, der Lehrer von Al-Bukhari, der sagte: ‚Wer Allah mit Seiner Schöpfung vergleicht, ist in den Unglauben gefallen; und wer das leugnet, womit Allah Sich selbst beschrieben hat, der ist ebenfalls ist in den Unglauben gefallen.‘10 Und in dem, womit Allah Sich selbst oder Sein Gesandter Ihn beschrieben hat, liegt kein Vergleich. Wer also für Allah - erhaben ist Er - das bestätigt, was in den klaren Versen und den authentischen Überlieferungen berichtet ist, auf eine Weise, die der Erhabenheit Allahs entspricht, und von Allah alle Mängel abweist, der hat ja den Weg der Rechtleitung eingeschlagen.“11 Ende der Worte von Ibn Kathir - möge Allah ihm barmherzig sein.

Zum Glauben an Allah gehört auch die Überzeugung, dass der Glaube („Iman“) aus Aussage und Tat besteht, welcher durch den Gehorsam (gegenüber Allah) steigt und durch die Sünden sinkt. Jedoch ist es verboten, einen Muslim wegen einer Sünde, die kein Schirk und kein Kufr ist, zum Ungläubigen zu erklären. Darunter fällt beispielsweise die Unzucht, der Diebstahl, das Verzehren von Zinsen, das Trinken von Berauschendem, der Ungehorsam zu den Eltern und weitere große Sünden, die dies (also den Takfir) nicht gestatten, sofern er diese (Sünden) nicht als erlaubt erklärt. Dies aufgrund der Aussage Allahs - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -:

﴿إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَغۡفِرُ أَن يُشۡرَكَ بِهِۦ وَيَغۡفِرُ مَا دُونَ ذَٰلِكَ لِمَن يَشَآءُ...﴾

„Wahrlich, Allah vergibt nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will [...].“ [An-Nisa:48] Und durch das, was in den mehrfach überlieferten (mutawatir) Hadithen über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - belegt ist, unter anderem seine Aussage:

«إِنَّ اللهَ يُخْرِجُ مِنَ النَّارِ مَنْ كَانَ فِي قَلْبِهِ مِثْقَالُ حَبَّةٍ مِنْ خَرْدَلٍ مِنْ إِيْمَانٍ».

„Allah wird jeden aus dem Feuer herausbringen, der im Herzen auch nur das Gewicht eines Senfkorns an Glauben („Iman“) hat.“12

Der zweite Grundpfeiler: Der Iman an die Engel

Dieser beinhaltet zwei Aspekte: Erstens: Der Iman an die Engel im Allgemeinen; und dies erfolgt, indem man daran glaubt, dass Allah Engel hat, die Er für Seine Anbetung erschaffen hat, und Er beschrieb sie wie folgt:

﴿وَقَالُواْ ٱتَّخَذَ ٱلرَّحۡمَٰنُ وَلَدٗاۗ سُبۡحَٰنَهُۥۚ بَلۡ عِبَادٞ مُّكۡرَمُونَ 26 لَا يَسۡبِقُونَهُۥ بِٱلۡقَوۡلِ وَهُم بِأَمۡرِهِۦ يَعۡمَلُونَ27 يَعۡلَمُ مَا بَيۡنَ أَيۡدِيهِمۡ وَمَا خَلۡفَهُمۡ وَلَا يَشۡفَعُونَ إِلَّا لِمَنِ ٱرۡتَضَىٰ وَهُم مِّنۡ خَشۡيَتِهِۦ مُشۡفِقُونَ28﴾

„Und sie sagen: ‚Der Allerbarmer hat Sich ein Kind genommen.‘ Gepriesen sei Er! Nein! Vielmehr sind es geehrte Diener.

Sie kommen Ihm im Reden nicht zuvor, und (nur) nach Seinem Befehl handeln sie.

Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt, und sie legen Fürsprache nur für denjenigen ein, dem Er zustimmt (und billigt). Und sie sind aus Furcht vor Ihm besorgt.“ [Al-Anbiya:26-27]

Und sie (also die Engel) sind in viele Arten unterteilt. Unter ihnen gibt es diejenigen, die mit dem Tragen des Thrones beauftragt sind, unter ihnen gibt es die Hüter des Paradiesgartens und des (Höllen)feuers, und unter ihnen gibt es die, die mit der Bewahrung der Taten der Diener (also Menschen) betraut sind. Zweitens: Der Iman an die Engel im Detail besteht darin, dass wir an diejenigen glauben, die Allah und Sein Gesandter namentlich erwähnt haben: wie z. B. Jibril, der mit der Offenbarung betraut ist; Mikail, der mit dem Regen betraut ist; Malik, der Hüter des (Höllen)feuers; und Israfil, der mit dem Blasen in das Horn beauftragt ist. So wurden sie in authentischen Hadithen erwähnt, darunter das, was im „Sahih-Werk“ über 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - überliefert ist, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«خُلِقَتِ الـمَلَائِكَةُ مِن نُورٍ، وَخُلِقَ الجَانُّ مِنْ مَارِجٍ مِنْ نَارٍ، وَخُلِقَ آدَمُ مِمَّا وُصِفَ لَكُم».

„Die Engel wurden aus Licht erschaffen und die Jinn wurden aus einer unruhigen Feuerflamme erschaffen und Adam wurde aus dem erschaffen, was euch zugeschrieben wird.“13 Berichtet von Muslim in seinem „Sahih-Werk“.

Der dritte Grundpfeiler: Der Iman an die Schriften. Dieser beinhaltet ebenfalls zwei Aspekte:

Erstens: Der Iman an die Schriften im Allgemeinen. Dieser erfolgt durch den Glauben, dass Allah Schriften auf Seine Propheten und Gesandten hinabgesandt hat, um Sein Recht (und Seine Anbetung) zu verdeutlichen und dazu aufzurufen. So sagte der Erhabene:

﴿لَقَدۡ أَرۡسَلۡنَا رُسُلَنَا بِٱلۡبَيِّنَٰتِ وَأَنزَلۡنَا مَعَهُمُ ٱلۡكِتَٰبَ وَٱلۡمِيزَانَ لِيَقُومَ ٱلنَّاسُ بِٱلۡقِسۡطِ...﴾

„Wir haben ja bereits Unsere Gesandten mit den klaren Beweisen gesandt und mit ihnen die Schrift und die Waage herabgesandt, damit die Menschen Gerechtigkeit üben sollen [...].“ [Al-Hadid:25] Und der Erhabene sagte:

﴿كَانَ ٱلنَّاسُ أُمَّةٗ وَٰحِدَةٗ فَبَعَثَ ٱللَّهُ ٱلنَّبِيِّـۧنَ مُبَشِّرِينَ وَمُنذِرِينَ وَأَنزَلَ مَعَهُمُ ٱلۡكِتَٰبَ بِٱلۡحَقِّ لِيَحۡكُمَ بَيۡنَ ٱلنَّاسِ فِيمَا ٱخۡتَلَفُواْ فِيهِ...﴾

„Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Hierauf schickte Allah die Propheten als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen. Und Er sandte mit ihnen die Bücher mit der Wahrheit hinab, um zwischen den Menschen über das zu richten, worüber sie uneinig waren [...].“ [Al-Baqarah:213]

Zweitens: Der Iman an die Schriften im Detail. Dieser erfolgt dadurch, dass wir an das glauben, was Allah von ihnen namentlich erwähnt hat: wie z. B. die Thora, das Evangelium, die Zabur (Psalmen) und den Quran. Und wir glauben (in fester Überzeugung), dass der Quran die beste (Schrift) von ihnen, ihr Abschluss, die überwachende über ihnen und die bestätigende für sie ist, und dass er es ist, dem die gesamte Gemeinschaft (und Menschheit) folgen und nach dem sie urteilen muss, zusammen mit dem, was durch die authentische Sunnah vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert ist. Denn Allah - gepriesen sei Er - entsandte Seinen Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - als Gesandten für die beiden Schwerlastenden (also für die Menschen und die Jinn) und sandte auf ihn diesen Quran hinab, damit er mit ihm zwischen ihnen richte. Und Er machte ihn zu einer Heilung für das, was in den Herzen ist, zu einer Klarlegung aller Dinge und zu einer Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen, wie Er - erhaben ist Er - sagte:

﴿وَهَٰذَا كِتَٰبٌ أَنزَلۡنَٰهُ مُبَارَكٞ فَٱتَّبِعُوهُ وَٱتَّقُواْ لَعَلَّكُمۡ تُرۡحَمُونَ155﴾

„Und das ist ein Buch, das Wir (als Offenbarung) hinabgesandt haben, ein gesegnetes (Buch). So folgt ihm und fürchtet (Allah), auf dass ihr Barmherzigkeit finden möget!“ [Al-An'am:155] Und der Gepriesene sagte:

﴿...وَنَزَّلۡنَا عَلَيۡكَ ٱلۡكِتَٰبَ تِبۡيَٰنٗا لِّكُلِّ شَيۡءٖ وَهُدٗى وَرَحۡمَةٗ وَبُشۡرَىٰ لِلۡمُسۡلِمِينَ﴾

„[...] Und Wir haben das Buch auf dich hinabgesandt (und offenbart) als klare Darlegung von allem und als Rechtleitung, Barmherzigkeit und frohe Botschaft für die (Allah ergebenen) Muslime.“ [An-Nahl:89] Und der Erhabene sagte:

﴿قُلۡ يَٰٓأَيُّهَا ٱلنَّاسُ إِنِّي رَسُولُ ٱللَّهِ إِلَيۡكُمۡ جَمِيعًا ٱلَّذِي لَهُۥ مُلۡكُ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضِۖ لَآ إِلَٰهَ إِلَّا هُوَ يُحۡيِۦ وَيُمِيتُۖ فَـَٔامِنُواْ بِٱللَّهِ وَرَسُولِهِ ٱلنَّبِيِّ ٱلۡأُمِّيِّ ٱلَّذِي يُؤۡمِنُ بِٱللَّهِ وَكَلِمَٰتِهِۦ وَٱتَّبِعُوهُ لَعَلَّكُمۡ تَهۡتَدُونَ158﴾

„Sag: ‚O ihr Menschen, ich bin gewiss der Gesandte Allahs an euch alle, Dem die Herrschaft der Himmel und der Erde gehört. Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Ihm. Er macht lebendig und lässt sterben. So glaubt an Allah und Seinen Gesandten, den schriftunkundigen Propheten, der an Allah und Seine Worte glaubt, und folgt ihm, auf dass ihr rechtgeleitet sein möget!‘“ [Al-A'raf:158] Und die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich.

Der vierte Grundpfeiler: Der Iman an die Gesandten

Dieser beinhaltet ebenfalls zwei Aspekte: Erstens: Der Iman an die Gesandten im Allgemeinen; und zwar dadurch, dass wir daran glauben, dass Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - zu Seinen Dienern Gesandte entsandt hat. Unter ihnen sind jene, die frohe Botschaft verkünden, und jene, die warnen, und jene, die zur Wahrheit leiten. Wer ihnen nun Folge leistet, erlangt Glückseligkeit, und wer ihnen zuwiderhandelt, kehrt enttäuscht und reuevoll zurück. Ihr Siegel (also der Letzte) und der Beste ist unser Prophet Muhammad Ibn 'Abdillah - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, so wie Allah - gepriesen sei Er - sagte:

﴿وَلَقَدۡ بَعَثۡنَا فِي كُلِّ أُمَّةٖ رَّسُولًا أَنِ ٱعۡبُدُواْ ٱللَّهَ وَٱجۡتَنِبُواْ ٱلطَّٰغُوتَ...﴾

„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt (, der sagte): ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter (arab. „Taghut“).‘“ [An-Nahl:36] Und der Erhabene sagte:

﴿رُّسُلٗا مُّبَشِّرِينَ وَمُنذِرِينَ لِئَلَّا يَكُونَ لِلنَّاسِ عَلَى ٱللَّهِ حُجَّةُۢ بَعۡدَ ٱلرُّسُلِ...﴾

„(Wir schickten) Gesandte als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen, damit die Menschen nach den Gesandten kein Argument gegen Allah haben [...].“ [An-Nisa:165] Und der Erhabene sagte:

﴿مَّا كَانَ مُحَمَّدٌ أَبَآ أَحَدٖ مِّن رِّجَالِكُمۡ وَلَٰكِن رَّسُولَ ٱللَّهِ وَخَاتَمَ ٱلنَّبِيِّـۧنَ...﴾

„Muhammad ist nicht der Vater irgend jemandes von euren Männern, sondern der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten. Und Allah ist über alles wissend.“ [Al-Ahzab:40]

Zweitens: Der Iman an die Gesandten im Detail; nämlich dass wir im Detail und spezifisch an diejenigen glauben, die Allah beim Namen genannt hat oder deren Namensnennung vom Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - bestätigt wurde, wie z. B. Nuh, Hud, Salih, Ibrahim und andere - Allahs Segen und Frieden auf ihnen, ihren Familien und ihren Anhängern.

Der fünfte Grundpfeiler: Der Iman an den Jüngsten Tag

Dieser beinhaltet folgende Aspekte:

Der Iman an alles, was Allah und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - darüber berichtet haben, was nach dem Tod sein wird - wie die Prüfung (und Versuchung) im Grab, die Peinigung und die Wonne darin - und (der Iman) an das, was am Tag der Auferstehung sein wird - wie das Entsetzen, die Schwierigkeiten, die Brücke, die Waage, die Abrechnung, die Vergeltung und das Verteilen der Schriften unter den Menschen. So wird es denjenigen geben, der sein Buch mit seiner rechten (Hand) nehmen wird, und den, der sein Buch mit seiner linken (Hand) oder hinter seinem Rücken (entgegen)nehmen wird.

Und dazu gehört ebenfalls: der Iman an das Becken („Haudh“), zu dem unser Prophet Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - kommen wird; der Iman an den Paradiesgarten und das Höllenfeuer; sowie der Iman daran, dass die Gläubigen ihren Herrn - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sehen werden und dass Er zu ihnen sprechen wird und weiteres, was im edlen Quran und in der authentischen Sunnah über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtet wurde. Demnach ist es für den Diener verpflichtend, an all dies zu glauben und es so für wahr zu erklären, wie Allah und Sein Gesandter - Allahs Segen und Frieden auf ihm - es dargelegt haben.

Der sechste Grundpfeiler: Der Iman an die Vorherbestimmung („Qadar“)

Dieser beinhaltet vier Aspekte:

Erstens: Der Iman daran, dass Allah - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - bereits wusste, was war und was sein wird, und dass Er die Zustände Seiner Diener (kennt und) kannte, sowie ihre Versorgung, ihre Lebensfristen, ihre Handlungen und all ihre Angelegenheiten. Nichts davon bleibt Ihm - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - verborgen, wie Er - gepriesen sei Er - sagte:

﴿...وَٱعۡلَمُوٓاْ أَنَّ ٱللَّهَ بِكُلِّ شَيۡءٍ عَلِيمٞ﴾

„[...] und wisst, dass Allah über alles Bescheid weiß.“ [Al-Baqarah:231] Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:

﴿...لِتَعۡلَمُوٓاْ أَنَّ ٱللَّهَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ قَدِيرٞ وَأَنَّ ٱللَّهَ قَدۡ أَحَاطَ بِكُلِّ شَيۡءٍ عِلۡمَۢا﴾

„[...], damit ihr wisst, dass Allah zu allem die Macht hat und dass Allah ja alles mit Seinem Wissen umfasst.“ [At-Talaq:12]

Zweitens: Der Iman daran, dass Allah alles niedergeschrieben hat, was Er vorherbestimmt und entschieden hat, so wie Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿قَدۡ عَلِمۡنَا مَا تَنقُصُ ٱلۡأَرۡضُ مِنۡهُمۡۖ وَعِندَنَا كِتَٰبٌ حَفِيظُۢ 4﴾

„Wir wissen ja bereits, was die Erde von ihnen verringert. Und bei Uns ist ein (auf)bewahrendes Buch.“ [Qaf:4] Und der Erhabene sagte:

﴿...وَكُلَّ شَيۡءٍ أَحۡصَيۡنَٰهُ فِيٓ إِمَامٖ مُّبِينٖ﴾

„[...]. Und alles haben Wir in einem deutlichen Verzeichnis erfasst.“ [Yasin:12] Und der Erhabene sagte:

﴿أَلَمۡ تَعۡلَمۡ أَنَّ ٱللَّهَ يَعۡلَمُ مَا فِي ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِۚ إِنَّ ذَٰلِكَ فِي كِتَٰبٍۚ إِنَّ ذَٰلِكَ عَلَى ٱللَّهِ يَسِيرٞ70﴾

„Weißt du denn nicht, dass Allah weiß, was im Himmel und auf der Erde ist? Wahrlich, das steht in einem Buch; (und) das ist wahrlich Allah ein Leichtes.“ [Al-Hajj:70]

3. Der Iman an Allahs - erhaben ist Er - in Kraft tretenden Willen. Was Er also möchte, wird sein, und was Er nicht möchte, wird nicht sein. Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿...إِنَّ ٱللَّهَ يَفۡعَلُ مَا يَشَآءُ﴾

„[...]. Wahrlich, Allah tut, was Er will.“ [Al-Hajj:18] Und Er - mächtig und majestätisch ist Er - sagte:

﴿إِنَّمَآ أَمۡرُهُۥٓ إِذَآ أَرَادَ شَيۡـًٔا أَن يَقُولَ لَهُۥ كُن فَيَكُونُ82﴾

„Sein Befehl, wenn Er etwas will, ist, dazu nur zu sagen: ‚Sei!‘, und so ist es.“ [Yasin:82] Und der Gepriesene sagte:

﴿وَمَا تَشَآءُونَ إِلَّآ أَن يَشَآءَ ٱللَّهُ رَبُّ ٱلۡعَٰلَمِينَ29﴾

„Und ihr könnt nicht wollen, außer dass Allah will, (Er), der Herr der Weltenbewohner.“

[At-Takwir:29]

Viertens: Der Iman daran, dass Allah - erhaben ist Er - alle existierenden Dinge erschaffen hat, denn es gibt keinen Schöpfer außer Ihm und keinen Herrn außer Ihm, wie Er - gepriesen sei Er - sagte:

﴿ٱللَّهُ خَٰلِقُ كُلِّ شَيۡءٖۖ وَهُوَ عَلَىٰ كُلِّ شَيۡءٖ وَكِيلٞ62﴾

„Allah ist der Schöpfer von allem, und Er ist Sachwalter über alles.“ [Az-Zumar:62] Und der Erhabene sagte:

﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلنَّاسُ ٱذۡكُرُواْ نِعۡمَتَ ٱللَّهِ عَلَيۡكُمۡۚ هَلۡ مِنۡ خَٰلِقٍ غَيۡرُ ٱللَّهِ يَرۡزُقُكُم مِّنَ ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِۚ لَآ إِلَٰهَ إِلَّا هُوَۖ فَأَنَّىٰ تُؤۡفَكُونَ3﴾

„O ihr Menschen, gedenkt der Gunstgabe Allahs euch gegenüber. Gibt es einen anderen Schöpfer als Allah, Der euch vom Himmel und von der Erde versorgt? Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Ihm. Wie lasst ihr euch also abwendig machen?“ [Fatir:3]

Demnach umfasst der Iman an die Vorherbestimmung („Qadar“) all diese vier Dinge, so wie es die Glaubenslehre von Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah besagt, im Gegensatz zu jenen unter den Neuerungsträgern, die einen Teil davon leugnen.

Und zu den wichtigen Angelegenheiten der richtigen Glaubenslehre, an die die Leute der Sunnah glauben, gehören: die Liebe um Allahs willen und der Hass um Allahs willen, die Verbundenheit/Unterstützung („Muwalat“) um Allahs willen und die Lossagung/Anfeindung („Mu'adat“) um Allahs willen. Dies ist die Glaubenslehre von der „Loyalität und Lossagung“ („Al-Wala wal-Bara“), und dies gehört zum Iman an Allah - erhaben ist Er.

Der Gläubige liebt demnach die Gläubigen und nimmt sie zu Schutzherren (und unterstützt sie), und er verabscheut (insbesondere) die (feindseligen) Ungläubigen und tritt ihnen entgegen. Und an der Spitze der Gläubigen dieser Gemeinschaft stehen die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, wie es bei Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah feststeht. Sie lieben sie, nehmen sie zu Schutzherren und sind fest davon überzeugt, dass sie die besten Menschen nach den Propheten sind, gemäß der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:

«خَيْرُ القُرُونِ قَرْنِي ثُمَّ الَّذِينَ يَلُونَهُمْ ثُمَّ الَّذِينَ يَلُونَهُم».

„Die beste Generation ist meine (Generation), dann diejenigen, die ihnen folgen, dann diejenigen, die ihnen folgen.“14 Übereinstimmend als authentisch eingestuft.

Sie (also Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah) sind fest davon überzeugt, dass der Beste von ihnen Abu Bakr As-Siddiq ist, dann 'Umar Al-Faruq, dann 'Uthman Dhun-Nurayn (der Besitzer der zwei Lichter) und dann 'Ali Al-Murtada - möge Allah mit ihnen allesamt zufrieden sein. Nach ihnen folgen die restlichen unter den zehn (Prophetengefährten), dann die restlichen Gefährten - möge Allah mit ihnen allesamt zufrieden sein. Sie halten sich von dem fern, was unter den Prophetengefährten (an Konflikten) vorgefallen ist, und sie glauben, dass sie allesamt um die Urteilsfindung bemüht waren. Wer darin richtig lag, dem stehen zwei Belohnungen zu, und wer falsch lag, dem steht eine Belohnung zu.

Sie lieben die Angehörigen des Hauses („Ahlul-Bayt“) des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die an ihn glauben, und nehmen sie zu Schutzherren. Und sie nehmen die Ehefrauen des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die Mütter der Gläubigen, zu Schutzherren, und sie bitten für sie alle um (Allahs) Zufriedenheit. Außerdem sagen sie sich los von der Methodik der Rawafid (eine extrem irregeleitete Gruppe innerhalb der Sekte der Schi'ah), die die Gefährten des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - verabscheuen und sie beschimpfen, und die in Bezug auf die Ahlul-Bayt übertreiben und sie über den Rang erheben, den Allah - mächtig und majestätisch ist Er - ihnen verliehen hat. Und sie (also Ahlus-Sunnah) sagen sich ebenso los von der Methode der Nawasib(-Sekte), die die Ahlul-Bayt durch Wort oder Tat verunglimpfen.

So gehört all das, was wir erwähnt haben, zur richtigen Glaubenslehre, mit der Allah Seinen Gesandten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gesandt hat. Es ist die Glaubenslehre, von der man fest überzeugt sein muss, an der man festhält, auf deren Grundlage man standhaft bleiben muss und das meidet, was ihr widerspricht.

Es ist die Glaubenslehre der erretteten Gruppe („Al-Firqah An-Najiyyah“) - der Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah -, über die der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«لَا تَـزَالُ طَائِفَةٌ مِنْ أُمَّتِي ‌ظَاهِرِينَ ‌عَلَى ‌الحَقِّ، لَا يَضُرُّهُمْ مَنْ خَذَلَهُمْ، حَتَّى يَأْتِيَ أَمْرُ اللهِ وَهُمْ كَذَلِكَ».

„Es wird immer eine Gruppe/Leute unter meiner Gemeinschaft geben, die sichtbar/überlegen auf der Wahrheit sind. Es schadet ihnen nicht, wer sie im Stich lässt/verrät, bis der Befehl Allahs kommt, während sie sich (weiterhin) darauf befinden.“15 Und in einer anderen Überlieferung heißt es:

«لَا تَزَالُ طَائِفَةٌ مِنْ أُمَّتِي عَلَى الحَقِّ مَنْصُورَةٌ».

„Es wird immer eine Gruppe unter meiner Gemeinschaft geben, die siegreich sein wird.“16 Und er - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«افْتَرَقَتِ اليَهُودُ عَلَى إِحْدَى وَسَبْعِينَ فِرْقَةً، وَافْتَرَقَتِ النَّصَارَى عَلَى اثْنَتَيْنِ وَسَبْعِينَ فِرْقَةً، وَسَتَفْتَرِقُ هَذِهِ الأُمَّةُ عَلَى ثَلَاثِ وَسَبْعِينَ فِرْقَةً كُلُّهَا فِي النَّارِ إِلَّا وَاحِدَةً فَقَالَ الصَّحَابَةُ: مَنْ هِيَ يَا رَسُولَ اللهِ؟ قَالَ: مَنْ كَانَ عَلَى مِثْلِ مَا أَنَا عَلَيْهِ وَأَصْحَابِي».

„Die Juden spalteten sich in 71 Gruppen und die Christen spalteten sich in 72 Gruppen. Und diese Gemeinschaft wird sich in 73 Gruppen spalten. Sie sind alle im Höllenfeuer, bis auf eine.“ Da sagten die Gefährten: „Welche ist es, o Gesandter Allahs?“ Er antwortete: „Wer sich auf dem befindet, worauf ich und meine Gefährten sich befinden.“17

Die Glaubenslehren, die der richtigen Glaubenslehre widersprechen

Diejenigen, die von dieser Glaubenslehre abgewichen sind und im Gegensatz dazu verfahren, sind vielerlei. Dazu zählen die Anbeter von Götzen und Statuen, (die Anbeter von) Engeln, frommen Gefolgsleuten („Awliya“) und den Jinn sowie den Bäumen und Steinen und anderen. Diese folgten somit nicht dem Ruf der Gesandten, sondern widersetzten sich ihnen und verhielten sich trotzig - so wie die Quraysch und die verschiedenen Stämme der Araber gegenüber unserem Propheten Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - handelten. Sie pflegten ihre angebeteten Wesen um Erfüllung von Bedürfnissen zu bitten, um Heilung der Kranken, um Sieg über die Feinde; und sie schlachteten für sie und brachten ihnen Opfer dar. Als dann der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - dies bei ihnen missbilligte und ihnen anordnete, die Anbetung einzig und allein Allah zu widmen, hielten sie dies für befremdlich, lehnten es ab und sagten:

﴿أَجَعَلَ ٱلۡأٓلِهَةَ إِلَٰهٗا وَٰحِدًاۖ إِنَّ هَٰذَا لَشَيۡءٌ عُجَابٞ5﴾

„Macht er denn die Gottheiten zu einem einzigen Anbetungswürdigen? Wahrlich, das ist ja etwas sehr Verwunderliches.“ [Sad:5]

Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - rief sie jedoch weiterhin unermüdlich zu Allah auf, warnte sie vor dem Schirk und verdeutlichte ihnen die Wahrheit dessen, wozu sie gerufen wurden, bis Allah diejenigen von ihnen rechtleitete, die Er rechtleiten wollte. Hierauf traten sie in Scharen in die Religion Allahs ein. So erschien (und siegte) die Religion Allahs über alle anderen Religionen - nach einem ununterbrochenen Ruf (zur Wahrheit) und einer langen Abmühung des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, seiner Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - und derjenigen, die ihnen in bester Weise folgten. Hierauf veränderten sich die Zustände und die Unwissenheit breitete sich unter den meisten Menschen aus. So kehrten die meisten zu den (falschen) Lehren der vorislamischen Zeit („Jahiliyyah“) zurück, indem sie den Propheten und die Gefolgsleute („Awliya“) übermäßig verehrten, sie anriefen und bei ihnen Hilfe in Notlagen ersuchten sowie andere Arten von Schirk begingen. Sie kannten die Bedeutung von La ilaha illa Allah nicht - nicht einmal so, wie die arabischen Ungläubigen (immerhin) ihre Bedeutung kannten. Und bei Allah ist Hilfe zu ersuchen.

Dieser Götzendienst fuhr fort, sich unter den Menschen zu verbreiten bis zu unserem Zeitalter; dies aufgrund der Dominanz der Unwissenheit nach der Epoche der Zeit des Prophetentums.

Das Scheinargument dieser Späteren ist dasselbe Scheinargument der Früheren, nämlich ihre Aussage:

﴿...هَٰٓؤُلَآءِ شُفَعَٰٓؤُنَا عِندَ ٱللَّهِ...﴾

„[...] Das sind unsere Fürsprecher bei Allah [...]“ [Yunus:18] Und ebenso ihre Aussage:

﴿...مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ...﴾

„[...] Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen [...]“ [Az-Zumar:3] Allah hat aber bereits dieses Scheinargument zunichte gemacht (und widerlegt) und verdeutlicht, dass jeder, der etwas anderes außer Ihm anbetet - was auch immer es sein mag -, so hat dieser Schirk gegenüber Ihm begangen und ist in den Unglauben gefallen, so wie der Erhabene sagte:

﴿وَيَعۡبُدُونَ مِن دُونِ ٱللَّهِ مَا لَا يَضُرُّهُمۡ وَلَا يَنفَعُهُمۡ وَيَقُولُونَ هَٰٓؤُلَآءِ شُفَعَٰٓؤُنَا عِندَ ٱللَّهِ...﴾

„Und sie dienen anstatt Allahs, was ihnen weder schadet noch nützt und sagen: ‚Das sind unsere Fürsprecher bei Allah.‘“ [Yunus:18] Allah - gepriesen sei Er - antwortete ihnen jedoch durch Seine Aussage:

﴿قُلۡ أَتُنَبِّـُٔونَ ٱللَّهَ بِمَا لَا يَعۡلَمُ فِي ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَلَا فِي ٱلۡأَرۡضِۚ سُبۡحَٰنَهُۥ وَتَعَٰلَىٰ عَمَّا يُشۡرِكُونَ18﴾

„Sag: ‚Wollt ihr denn Allah kundtun, was Er nicht kennt, weder in den Himmeln noch auf der Erde?‘ Gepriesen sei Er und erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen.“ [Yunus:18]

Der Erhabene verdeutlichte in diesem Vers, dass die Anbetung anderer außer Ihm, wie der Propheten, der Gefolgsleute oder anderen, großer Schirk ist, selbst wenn derjenige, der es begeht, es anders bezeichnet. Der Erhabene sagte:

﴿...وَٱلَّذِينَ ٱتَّخَذُواْ مِن دُونِهِۦٓ أَوۡلِيَآءَ مَا نَعۡبُدُهُمۡ إِلَّا لِيُقَرِّبُونَآ إِلَى ٱللَّهِ زُلۡفَىٰٓ...﴾

„Diejenigen aber, die sich anstatt Seiner Schutzherren nehmen (sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Zutritt in Allahs Nähe verschaffen.‘“ [Az-Zumar:3] Hierauf antwortete Allah - erhaben ist Er - ihnen mit Seiner Aussage:

﴿...إِنَّ ٱللَّهَ يَحۡكُمُ بَيۡنَهُمۡ فِي مَا هُمۡ فِيهِ يَخۡتَلِفُونَۗ إِنَّ ٱللَّهَ لَا يَهۡدِي مَنۡ هُوَ كَٰذِبٞ كَفَّارٞ﴾

„[...] Wahrlich, Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneinig sind. Wahrlich, Allah leitet nicht recht, wer ein Lügner und beharrlicher Ungläubiger ist.“ [Az-Zumar:3]

Damit verdeutlichte Er - gepriesen sei Er -, dass ihre Anbetung von jemand anderem als Ihm, (sei es) durch das Bittgebet, die Angst, die Hoffnung und dergleichen, Unglauben an Ihn - gepriesen sei Er - darstellt. Und Er hat ihre Aussage, dass ihre Götter ihnen helfen, sich Ihm zu nähern, als Lüge erklärt.

Zu den Glaubenslehren, die Unglaube sind, zählen jene, die der korrekten Glaubenslehre entgegengesetzt sind und dem widersprechen, womit der Gesandte - Allahs Segen und Frieden auf ihm - kam. Dazu zählt der Atheismus dieser Zeit, der von den Nachfolgern von Marx, Lenin und anderen Aufrufern zum Atheismus und des Unglaubens stammt. Selbst wenn sie dies mit Sozialismus, Kommunismus, Baathismus oder einem anderen Namen bezeichnen, so ist die Grundlage (all) dessen der Atheismus - dass es keinen Schöpfer gibt und dass das Leben eine Materie sei.

Zu ihren Grundlagen gehört das Verleugnen der Wiederauferstehung, das Verleugnen des Paradiesgartens und des Höllenfeuers sowie der Unglaube gegenüber allen Religionen. Wer in ihre Bücher schaut und das studiert, worauf sie sich befinden, wird dies gewiss erkennen. Und es gibt keinen Zweifel daran, dass diese Glaubenslehre allen himmlischen Religionen widerspricht und ihre Anhänger zu den schlimmsten Ausgängen im Diesseits und Jenseits führt.

Zu diesen Glaubenslehren, die der Wahrheit widersprechen, gehört auch das, was manche Sufis glauben: dass nämlich einige derjenigen, die sie „Awliya“ nennen, mit Allah an der Lenkung (der Angelegenheiten) teilhaben und über die Angelegenheiten der Welt verfügen. Sie bezeichnen sie als „Pole“, „Pfeiler“, „Helfer“ und andere von ihnen erfundene Namen für ihre vermeintlichen Gottheiten. Dies stellt eine Form des Schirks in der Herrschaft Allahs („Rububiyyah“) dar und gehört zu den verwerflichsten Arten des Schirks gegenüber Allah - erhaben ist Er.

Und wer über den Schirk der Früheren aus der Zeit der Unwissenheit nachdenkt und ihn mit dem, was unter den Späteren verbreitetet ist, vergleicht, stellt fest, dass der Schirk der Späteren noch gewaltiger und schlimmer ist. Und die Erklärung dessen ist wie folgt: Die Ungläubigen der Araber aus der Zeit der Unwissenheit unterscheiden sich in zwei Sachen: Die erste Sache: Sie stellten (Allah) in der Herrschaft keine Teilhaber zur Seite. Vielmehr bestand ihr Schirk in der Anbetung, denn sie waren einzig und allein davon überzeugt, dass die Herrschaft („Rububiyyah“) allein Allah - mächtig und majestätisch ist Er - gehört. Er - gepriesen sei Er und erhaben ist Er - sagte:

﴿وَلَئِن سَأَلۡتَهُم مَّنۡ خَلَقَهُمۡ لَيَقُولُنَّ ٱللَّهُ...﴾

„Wenn du sie nun fragst, wer sie erschaffen hat, sagen sie ganz gewiss: ‚Allah.‘ Wie lassen sie sich doch (vom Glauben) abwenden?“ [Az-Zukhruf:87] Und Allah - erhaben ist Er - sagte:

﴿قُلۡ مَن يَرۡزُقُكُم مِّنَ ٱلسَّمَآءِ وَٱلۡأَرۡضِ أَمَّن يَمۡلِكُ ٱلسَّمۡعَ وَٱلۡأَبۡصَٰرَ وَمَن يُخۡرِجُ ٱلۡحَيَّ مِنَ ٱلۡمَيِّتِ وَيُخۡرِجُ ٱلۡمَيِّتَ مِنَ ٱلۡحَيِّ وَمَن يُدَبِّرُ ٱلۡأَمۡرَۚ فَسَيَقُولُونَ ٱللَّهُۚ فَقُلۡ أَفَلَا تَتَّقُونَ31﴾

„Sag: ‚Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde, oder wer verfügt über Gehör und Augenlicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten und bringt das Tote aus dem Lebendigen hervor? Und wer regelt die Angelegenheit?‘ So werden sie sagen: ‚Allah.‘ So sag: ‚Wollt ihr denn nicht (Allah) fürchten?‘“ [Yunus:31] Die Verse in diesem Zusammenhang sind zahlreich.

Die zweite Sache: Ihr Schirk in der Anbetung war nicht dauerhaft (vorhanden), sondern trat nur in (Zeiten der) Erleichterung auf. In Zeiten der Bedrängnis jedoch pflegten sie die Anbetung aufrichtig nur Allah zu widmen, so wie Allah - erhaben ist Er - sagte:

﴿فَإِذَا رَكِبُواْ فِي ٱلۡفُلۡكِ دَعَوُاْ ٱللَّهَ مُخۡلِصِينَ لَهُ ٱلدِّينَ فَلَمَّا نَجَّىٰهُمۡ إِلَى ٱلۡبَرِّ إِذَا هُمۡ يُشۡرِكُونَ65﴾

„Wenn sie dann ein Schiff besteigen, rufen sie Allah an, (wobei sie hierbei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (sind). Wenn Er sie dann ans Land errettet, gesellen sie sogleich (Ihm wieder andere) bei.“ [Al-'Ankabut:65]

Was jedoch die späteren Götzenanbeter („Muschrikun“) betrifft, so haben sie die Früheren in zwei Hinsichten sogar übertroffen: 1. Der Schirk mancher von ihnen ist selbst in der Herrschaft (Allahs, also in der „Rububiyyah“) vorhanden. 2. Ihr Schirk ist in (Zeiten der) Erleichterung und in (Zeiten der) Erschwernis. Derjenige, der mit ihnen verkehrt und ihre Zustände untersucht, weiß und sieht, was sie z. B. am Grab von Al-Husayn, von Al-Badawi und anderen in Ägypten tun, und ebenso am Grab von Al-'Aydarus in 'Adan, Al-Hadi im Yemen, Ibn 'Arabi in der Levante, Schaykh 'Abdul-Qadir Al-Jilani im Irak und an weiteren bekannten Gräbern. An dienen haben die meisten übertrieben und ihnen vieles vom (alleinigen) Anrecht Allahs gewidmet. Und nur wenige Leute missbilligen dies und verdeutlichen ihnen die Wirklichkeit des Tauhids, mit dem Allah Seinen Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sandte, sowie die Gesandten - Frieden und Segen auf ihnen - vor ihm. So gehören wir fürwahr Allah und zu Ihm werden wir zurückkehren.

 

 

Zu den Glaubenslehren, die der korrekten Glaubenslehre in Bezug auf die Namen und Attribute (Allahs) widersprechen, gehören die Glaubenslehren der Leute der Neuerungen. Zu diesen zählen die Jahmiyyah und die Mu'tazilah und jene, die ihren Weg eingeschlagen haben in der Negierung der Attribute Allahs - mächtig und majestätisch ist Er -, in der Abschreibung („Ta'til“) Seiner (Attribute der) Vollkommenheit sowie in Seiner Beschreibung - mächtig und majestätisch ist Er - mit mangelhaften, materiellen und unmöglichen Eigenschaften. Hoch erhaben ist Allah über ihre Worte.

Hierunter fallen auch diejenigen, die einige Attribute negieren und einige bestätigen, wie die Ascha'irah, da die Attribute, die sie bestätigt haben, dasselbe von ihnen erfordert, wovor sie in den Attributen, die sie negiert und ihre Beweise uminterpretiert haben, geflohen sind. Somit haben sie den hörbaren und logischen Beweisen widersprochen und sind hierin einen deutlichen Widerspruch eingegangen.

Was jedoch die Ahlus-Sunnah wal-Jama'ah angeht, so haben sie für Allah - gepriesen sei Er - das bestätigt, was Er für Sich selbst bestätigt hat oder was Sein Gesandter Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - für Ihn an Namen und Attributen auf vollkommenste Art und Weise bestätigt hat. Sie halten Ihn für erhaben darüber, Seiner Schöpfung zu ähneln - eine Erhabenheit, die frei vom Makel der Entstellung ist. Somit haben sie gemäß allen Beweisen gehandelt und weder entstellt noch stillgelegt. Sie sind frei vom Widerspruch, in den alle außer sie gefallen sind - so wie es bereits dargelegt wurde.

 

Dies ist der Weg des Erfolgs und der Glückseligkeit im Diesseits und im Jenseits, und das ist der gerade Weg, den die Altvorderen („Salaf“) dieser Gemeinschaft sowie ihre Gelehrten eingeschlagen haben. Die Späteren (dieser Gemeinschaft) werden nicht rechtschaffen sein außer durch das, wodurch ihre Früheren rechtschaffen wurden - und das ist die Befolgung des Buches und der Sunnah sowie die Unterlassung von dem, was diesen widerspricht. Wir bitten Allah - gepriesen und erhaben ist Er -, dass Er die Gemeinschaft zu ihrer Vernunft zurückführt, die Zahl der Rufer zur Rechtleitung in ihr vermehrt und dass Er ihren Führern und Gelehrten den Erfolg verleiht, den Schirk zu bekämpfen, ihn zu beseitigen und vor seinen Mitteln zu warnen. Wahrlich, Er ist der Hörende, der Nahe. Und Allah ist Derjenige, Der zum Erfolg verhilft; Er genügt uns und ist der beste Sachverwalter unserer Angelegenheiten. Und es gibt keine Macht und keine Stärke außer durch Ihn. Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.

 

 

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de397v4.0 - 17/08/2026


Überliefert von Al-Bukhari (2856) und Muslim (30).

Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (735) und von Ibn 'Abdil-Barr in „Jami' Al-'Ilm wa Fadhlihi“ (1801), jedoch mit dem Wort „Hadithe“ statt „Verse der Attribute (Allahs)“, und sein Wortlaut lautet: „Berichtet diese Hadithe so, wie sie gekommen sind, und diskutiert nicht darüber.“

Überliefert von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (865). Ibn Taymiyyah stufte in „Al-Hamawiyyah“ (S. 269) seine Überlieferungskette als authentisch ein. Und Adh-Dhahabi sagte in „Al-'Ardh“ (2/223): „Seine Überlieferer sind vertrauenswürdige Imame.“

Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (930) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (955).

Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (665) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (868).

Überliefert von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (664), von Abu Nu'aym in „Hilyatu Al-Awliya“ (6/325) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (867).

Überliefert von Al-Muzakki in „Al-Muzakkiyat“ (29), von Ibn Battah in „Al-Ibanah“ (120) und von Al-Lalakai in „Scharh Usul Al-I'tiqad“ (663).

Überliefert von Ad-Darimi in „Ar-Radd 'ala Al-Jahmiyyah“ (67) und von Al-Bayhaqi in „Al-Asma was-Sifat“ (903).

Berichtet von Adh-Dhahabi in „Al-'Ulu“ (464), und Al-Albani sagte in „Mukhtasar Al-'Ulu“ (S. 184): „Und dies ist eine authentische Überlieferungskette; seine Überlieferer sind vertrauenswürdig und bekannt.“

Tafsir Ibn Kathir (3/426-427).

Überliefert von Al-Bukhari (22) aus dem Hadith von Abu Sa'id Al-Khudri - möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Überliefert von Muslim (2996) aus der Hadith-Überlieferung von 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein.

Berichtet von Al-Bukhari (3651) und Muslim (2533), aus der Hadith-Überlieferung von 'Abdullah Ibn Mas'ud - möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Berichtet von Muslim (1920), aus der Hadith-Überlieferung von Thauban - möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Berichtet von Ibn Majah (3952), aus der Hadith-Überlieferung von Thauban - möge Allah mit ihm zufrieden sein -; und von Ibn Hibban (6714) und Al-Hakim (8653) als authentisch eingestuft.

Berichtet von At-Tirmidhi (2641), aus der Hadith-Überlieferung von 'Abdullah Ibn 'Amr - möge Allah mit ihm zufrieden sein -; und Al-Munawi sagte in „Fayd Al-Qadir“ (5/347): „Darin (also in der Überlieferungskette befindet sich 'Abdur-Rahman Ibn Ziyad Al-Afriqi, und Adh-Dhahabi sagte: ‚Er wurde als schwach eingestuft.‘“ Al-Albani stufte ihn in „Sahih Al-Jami'“ als authentisch ein.

Überliefert von Muslim (8).