Die Vorzüge und Verhaltensregeln (beim Besuch) der Prophetenmoschee sowie die Vorschriften für den Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein (Deutsch)

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    (Deutsch)
  • earth Verfasst vom:
    اللجنة العلمية برئاسة الشؤون الدينية بالمسجد الحرام والمسجد النبوي
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فَضَائِلُ وَآدَابُ المَسْجِدِ النَّبَوِيِّ

وَأَحْكَامُ زِيَارَةِ قَبْرِ النَّبِيِّ ﷺ

وَقَبْرَي صَاحِبَيْهِ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُمَا

 

Die Vorzüge und Verhaltensregeln (beim Besuch) der Prophetenmoschee sowie die Vorschriften für den Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein

 

 

اللَّجْنَةُ العِلْمِيَّةُ

بِرِئَاسَةِ الشُّؤُونِ الدِّينِيَّةِ بِالمَسْجِدِ الحَرَامِ وَالمَسْجِدِ النَّبَوِيِّ

 

Das wissenschaftliche Komitee unter der
„Leitung für islamisch-religiöse Angelegenheiten der geschützten Al-Haram Moschee
und der Prophetenmoschee

بِسْمِ اللهِ الرَّحمَنِ الرَّحِيمِ

Das Buch legt die Vorzüge der Prophetenmoschee und die Verhaltensregeln bei ihrem Besuch dar. Des Weiteren behandelt es die Verhaltensregeln beim Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sowie der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein -, wobei die Wichtigkeit von Ehrfurcht, ritueller Reinheit und der Vermeidung unerlaubter Neuerungen während des Besuchs betont wird.

Die Vorzüge und Verhaltensregeln (beim Besuch) der Prophetenmoschee sowie die Vorschriften für den Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein

1447 n. H.

 


Einleitung

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Weltenbewohner, und Segen und Frieden seien auf dem als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner Gesandten, auf seiner Familie, seinen Gefährten und allen, die seiner Sunnah folgen und sich bis zum Tag des Gerichts von seiner Rechtleitung leiten lassen. Um fortzufahren:

Dies ist eine kurze Abhandlung, die die wichtigsten Vorzüge der Prophetenmoschee („Al-Masjid An-Nabawi“), die Verhaltensregeln bei ihrem Besuch sowie die Vorschriften beim Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - behandelt. Wir haben sie für die Besucher der Prophetenmoschee zusammengestellt, damit sie Wissen und Verständnis über die Vorzüge der Moschee des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die Verhaltensregeln bei ihrem Besuch und das Gebet in ihr erlangen. Wir hoffen von dem Edelmütigen, dem Allgebenden, dass Er durch sie Nutzen bringt und sie zu einer rechtschaffenen, aufrichtig für Ihn verrichteten Tat macht. Wahrlich, Er ist der Beste, der gebeten wird, und der Edelmütigste, auf den man hofft.

Der wissenschaftliche Ausschuss

 


Erstens: Die Vorzüge der Prophetenmoschee

Allah - erhaben ist Er - sagte:

﴿وَرَبُّكَ يَخۡلُقُ مَا يَشَآءُ وَيَخۡتَارُۗ مَا كَانَ لَهُمُ ٱلۡخِيَرَةُۚ سُبۡحَٰنَ ٱللَّهِ وَتَعَٰلَىٰ عَمَّا يُشۡرِكُونَ68﴾

„Und dein Herr erschafft, was Er will, und wählt (aus). Ihnen aber steht es nicht zu, zu wählen. Gepriesen sei Allah und erhaben (ist Er) über das, was sie (Ihm) beigesellen.“ [Al-Qasas:68] Allah hat diesen Ort auserwählt, damit er eine Gebetsstätte für Seinen Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ist, und hat ihn mit zahlreichen Vorzügen ausgezeichnet. Dazu gehören:

Sie ist eine der drei Moscheen, zu denen man gezielt eine Reise beabsichtigen darf:

Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - berichtete, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«لَا تُشَدُّ الرِّحَالُ إِلَّا إِلَى ثَلَاثَةِ مَسَاجِدَ: مَسْجِدِي هَذَا، وَمَسْجِدِ الحَرَامِ، وَمَسْجِدِ الأَقْصَى».

Man darf gezielt nur zu drei Moscheen anreisen: diese meine Moschee (also die Prophetenmoschee), die geschützte Moschee („Al-Masjid Al-Haram“) und die Al-Aqsa-Moschee.“1

Das Gebet darin ist besser als tausend Gebete anderswo, außer in der geschützten Moschee.

Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - berichtete, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«صَلَاةٌ فِي مَسْجِدِي هَذَا خَيْرٌ مِنْ أَلْفِ صَلَاةٍ فِيمَا سِوَاهُ، إِلَّا المَسْجِدَ الحَرَامَ».

„Ein Gebet in dieser meiner Moschee ist besser als tausend Gebete an anderen Orten, außer in der geschützten Moschee.“2

Es ist die Moschee, die vom ersten Tag an auf Furcht (vor Allah) gegründet worden ist:

So wird über Abu Sa'id Al-Khudri - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass er sagte: „Ich trat beim Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Hause einer seiner Frauen ein und sagte: O Gesandter Allahs, welche der beiden Moscheen ist diejenige, die auf der Furcht (vor Allah) gegründet wurde? Daraufhin nahm er eine Handvoll Kies, schlug damit auf den Boden und sagte dann:

«هُوَ مَسْجِدُكُمْ هَذَا» لِمَسْجِدِ المَدِينَةِ.

‚Es ist diese eure Moschee, bezüglich der Moschee von Al-Madinah.‘3

Der Lohn desjenigen, der dort nach Wissen strebt, gleicht dem Lohn des Kämpfers beim Sich-Abmühen auf dem Weg Allahs:

So wird über Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass er sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagen:

«مَنْ جَاءَ مَسْجِدِي هَذَا، لَمْ يَأْتِهِ إِلَّا لِخَيْرٍ يَتَعَلَّمُهُ أَوْ يُعَلِّمُهُ، فَهُوَ بِمَنْزِلَةِ المُجَاهِدِ فِي سَبِيلِ اللهِ، وَمَنْ جَاءَ لِغَيْرِ ذَلِكَ، فَهُوَ بِمَنْزِلَةِ الرَّجُلِ يَنْظُرُ إِلَى مَتَاعِ غَيْرِهِ».

‚Wer zu dieser meiner Moschee kommt und nur kommt, um Gutes zu lernen oder zu lehren, der hat die Stellung eines Kämpfers auf dem Weg Allahs. Wer aber aus einem anderen Grund kommt, der hat die Stellung eines Mannes, der auf den Besitz eines anderen blickt.‘4

Darin befindet sich die edle „Raudah“:

So wird über Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - überliefert, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«مَا بَيْنَ بَيْتِي وَمِنْبَرِي رَوْضَةٌ مِنْ رِيَاضِ الجَنَّةِ، وَمِنْبَرِي عَلَى حَوْضِي».

„Der Bereich zwischen meinem Haus und meiner Kanzel („Minbar“) ist ein Garten („Raudah“) von den Gärten des Paradieses, und mein Minbar ist auf meinem Becken.“5

 

Zweitens: Die Erwünschtheit des Besuchs der edlen Prophetenmoschee

Aufgrund dieser und weiterer Vorzüge ist der Besuch der Prophetenmoschee zum Gebet und zur Anbetung darin empfohlen.

- Demnach ist es für den Pilger und andere erwünscht, die Prophetenmoschee vor oder nach der Hajj zu besuchen. Dieser Besuch gehört jedoch weder zu den Bedingungen der Hajj noch zu ihren Säulen oder Pflichten und steht in keiner Verbindung zu ihr.

- Für den Besuch der Moschee des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - wird weder eine bestimmte Anzahl an Gebeten noch ein Aufenthalt von bestimmter Dauer in Al-Madinah vorausgesetzt. Vielmehr ist der Besuch bereits mit einem einzigen Gebet verwirklicht, sei es ein Pflicht- oder ein freiwilliges Gebet. Je mehr Gebete jedoch darin verrichtet werden, desto größer ist die Belohnung.

- Für den Besucher der Prophetenmoschee ist es erwünscht, alle Pflichtgebete sowie die freiwilligen Gebete darin zu verrichten, denn das Gebet darin ist besser als tausend Gebete an anderen Orten, mit Ausnahme der geschützten Moschee („Al-Masjid Al-Haram“).

 

 

 

Drittens: Die Verhaltensregeln beim Besuch der Prophetenmoschee

Wenn ein Muslim zur Prophetenmoschee kommt, dann ist es für ihn erwünscht, sich an die islamisch-gesetzlichen Verhaltensregeln zu halten, die für die Moscheen im Allgemeinen und für die Prophetenmoschee im Besonderen gelten. Diese sind:

Dass er mit Gelassenheit und Würde, im Zustand ritueller Reinheit, in schönem Erscheinungsbild und mit angenehmem Duft zur Moschee kommt; denn von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - wird überliefert, dass der Gesandte Allahs Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«إِذَا ثُوِّبَ لِلصَّلَاةِ فَلَا تَأْتُوهَا وَأَنْتُمْ تَسْعَوْنَ، وَأْتُوهَا وَعَلَيْكُمُ السَّكِينَةُ، فَمَا أَدْرَكْتُمْ فَصَلُّوا، وَمَا فَاتَكُمْ فَأَتِمُّوا، فَإِنَّ أَحَدَكُمْ إِذَا كَانَ يَعْمِدُ إِلَى الصَّلَاةِ فَهُوَ فِي صَلَاةٍ».

„Wenn zum Gebet gerufen wird, so eilt nicht zu ihm, sondern kommt ruhig und gelassen; denn das, was ihr (vom Gebet) erreicht, das verrichtet ihr, und das, was ihr verpasst, das vervollständigt ihr. Denn wenn einer von euch sich zum Gebet begibt, so befindet er sich bereits im Gebet.“6 Von Abu Sa'id Al-Khudri - möge Allah mit ihm zufrieden sein - wird überliefert, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«الغُسْلُ يَوْمَ الجُمُعَةِ وَاجِبٌ عَلَى كُلِّ مُحْتَلِمٍ، وَأَنْ يَسْتَنَّ، وَأَنْ يَمَسَّ طِيبًا إِنْ وَجَدَ».

„Die rituelle Ganzkörperwaschung („Ghusl“) am Freitag ist für jeden Erwachsenen, der die Pubertät erreicht hat, verpflichtend, ebenso dass er sich die Zähne reinigt und Parfüm aufträgt, wenn er etwas dafür vorfindet.“7 Was die Frau betrifft, so soll sie, wenn sie sich zur Moschee begibt, ihren Hijab tragen. Es ist ihr nicht erlaubt, wohlriechendes Parfüm aufzutragen oder sich zu parfümieren, denn der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«إِذَا شَهِدَتْ إِحْدَاكُنَّ المَسْجِدَ فَلَا تَمَسَّ طِيبًا».

„Wenn eine von euch (Frauen) die Moschee aufsucht, so soll sie keinen wohlriechenden Duft berühren.“8

Die Prophetenmoschee zuerst mit dem rechten Fuß zu betreten und das Bittgebet beim Betreten der Moschee zu sprechen. Es ist für den Besucher erwünscht, beim Betreten der Prophetenmoschee, wie bei anderen Moscheen, mit dem rechten Fuß einzutreten und folgendes Bittgebet zu sprechen:

«بِسْمِ اللَّهِ، وَالسَّلَامُ عَلَى رَسُولِ اللَّهِ، اللَّهُمَّ اغْفِرْ لِي ذُنُوبِي وَافْتَحْ لِي أَبْوَابَ رَحْمَتِكَ».

„Bismillah was-Salam 'ala Rasulillah, Allahummaghfirli Dhunubi waftahli Abwaba Rahmatik.“ (Im Namen Allahs, und der Friede sei auf dem Gesandten Allahs; o Allah, vergib mir meine Sünden und öffne mir die Tore Deiner Barmherzigkeit.)9 Und ebenso sagt man:

«أَعُوذُ بِاللَّهِ العَظِيمِ، وَبِوَجْهِهِ الكَرِيمِ، وَسُلْطَانِهِ القَدِيمِ، مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ».

„A'udhu Billahi al-'Adhim wa bi-Wajhihi al-Karim wa Sultanihi al-Qadim, min asch-Schaytan ar-Rajim.“ (Ich suche Zuflucht bei Allah, dem Allgewaltigen, und bei Seinem edlen Angesicht und Seiner ewigen Herrschaft, vor dem verfluchten Satan.)10

Die Verrichtung von „Tahiyyat Al-Masjid“ (also das Gebet zur Begrüßung der Moschee): Es ist erwünscht für denjenigen, der die Prophetenmoschee betritt, um darin zu beten, zwei freiwillige Gebetseinheiten zur Begrüßung der Moschee zu verrichten, bevor er sich setzt. Abu Qatadah Al-Harith Ibn Rib'i Al-Ansari - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«إِذَا دَخَلَ أَحَدُكُمُ المَسْجِدَ، فَلَا يَجْلِسْ حَتَّى يُصَلِّيَ رَكْعَتَيْنِ».

„Wenn einer von euch die Moschee betritt, so soll er sich nicht setzen, bis er zwei Gebetseinheiten verrichtet hat.“11

Das Bestreben, in den ersten Reihen zu beten, aufgrund des gewaltigen Vorzugs, der in ihnen liegt - und dies wird nur durch frühzeitiges Kommen erreicht -, gemäß dem Hadith von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«لَوْ يَعْلَمُ النَّاسُ مَا فِي النِّدَاءِ وَالصَّفِّ الأَوَّلِ، ثُمَّ لَمْ يَجِدُوا إِلَّا أَنْ يَسْتَهِمُوا عَلَيْهِ لَاسْتَهَمُوا».

„Wenn die Menschen wüssten, welcher Vorzug im Gebetsruf und in der ersten Reihe liegt, und sie keinen anderen Weg fänden, ihn zu erlangen, als darum zu losen, dann würden sie gewiss darum losen.“12 Und aufgrund seiner - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage zu seinen Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein -:

«تَقَدَّمُوا فَأْتَمُّوا بِي، وَلْيَأْتَمَّ بِكُمْ مَنْ بَعْدَكُمْ، لَا يَزَالُ قَوْمٌ يَتَأَخَّرُونَ حَتَّى يُؤَخِّرَهُمُ اللهُ».

„Tretet vor und folgt mir, und diejenigen hinter euch sollen euch folgen. Eine Gruppe von Menschen wird nicht aufhören, sich zurückzuhalten, bis Allah sie zurücksetzt.“13

Was die Frauen betrifft, so ist für sie das Gebet in den hinteren Reihen und das Fernbleiben von den Männern besser, gemäß dem Hadith von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, der berichtete: „Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«خَيْرُ صُفُوفِ الرِّجَالِ أَوَّلُهَا، وَشَرُّهَا آخِرُهَا، وَخَيْرُ صُفُوفِ النِّسَاءِ آخِرُهَا، وَشَرُّهَا أَوَّلُهَا».

‚Die beste Reihe der Männer ist die erste, und die schlechteste ist die letzte. Und die beste Reihe der Frauen ist die letzte, und die schlechteste ist die erste.‘14 Wenn sie jedoch getrennt beten, oder zwischen ihnen und den Männern eine Trennwand besteht, so wie es in der Prophetenmoschee der Fall ist, dann ist die beste ihrer Reihen die erste, da der Grund dafür wegfällt.

Das Gebet hinter dem Vorbeter („Imam“), und die Warnung, vor ihm zu stehen, aufgrund der Überlieferung von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«إِنَّمَا جُعِلَ الإِمَامُ لِيُؤْتَمَّ بِهِ».

„Der Vorbeter wurde ja dafür bestimmt, damit ihm gefolgt wird.“15

Und dem Betenden ist es nicht gestattet, vor dem Imam zu stehen, außer im Falle einer Notwendigkeit, wenn die Moschee mit Betenden gefüllt ist, sodass er keinen anderen Platz zum Gebet findet als vor dem Imam.

Man sollte darauf bedacht sein, die Lücken zwischen den Reihen zu schließen und sie auszurichten; zugleich sollte man sich davor hüten, die Menschen zu bedrängen oder zu belästigen, ihre Reihen zu durchqueren oder vor den Betenden vorbeizugehen, denn dies führt zur Sünde.

Das Gebet in der edlen „Raudah“ für den, dem dies möglich ist, aufgrund der Überlieferung von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dass der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«مَا بَيْنَ بَيْتِي وَمِنْبَرِي رَوْضَةٌ مِنْ رِيَاضِ الجَنَّةِ، وَمِنْبَرِي عَلَى حَوْضِي».

„Der Bereich zwischen meinem Haus und meiner Kanzel („Minbar“) ist ein Garten („Raudah“) von den Gärten des Paradieses, und mein Minbar ist auf meinem Becken.“16

Es wurde kein spezifischer Vorzug für das Gebet in der Raudah überliefert, jedoch ist authentisch überliefert, dass sie ein Garten aus den Gärten des Paradieses ist - wie aus dem zuvor erwähnten Hadith von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - hervorgeht. Und Handlungen der Anbetung gewinnen an Vorzug durch den Vorzug ihrer Zeit und ihres Ortes.

* Der Besucher sollte die geeigneten Zeiten für das Gebet in der Raudah auswählen und bestrebt sein, Zeiten zu wählen, in denen der Andrang geringer ist. Es ist nicht gestattet, seine muslimischen Brüder zu bedrängen, über Sitzende hinwegzusteigen oder vor den Betenden vorbeizugehen, um dort das Gebet zu verrichten. Das Gebet in der Raudah ist eine freiwillige Handlung und darf nicht durch eine verbotene Handlung erlangt werden. Ebenso sollte der Besucher darauf bedacht sein, die speziellen Vorschriften und organisatorischen Regelungen für den Eintritt zur Raudah einzuhalten, die geeigneten Zeiten zu wählen und mit den Verantwortlichen für die Organisation des Einlasses der Besucher zusammenzuarbeiten.

Das Nutzen der Zeit durch die Vermehrung rechtschaffener Taten, die einen seinem Schöpfer - gepriesen sei Er - näherbringen, wie das Gebet, die Rezitation des Qurans, das Gedenken (Dhikr), das Bittgebet, die Teilnahme an Gedenkversammlungen, Wissenssitzungen, Sitzungen zum Erlernen des edlen Qurans und Ähnliches.

Der Respekt vor dem Buch Allahs - mächtig und majestätisch ist Er - und seine Bewahrung davor, leichtfertig mit seinen Seiten umzugehen, es zu beschreiben oder herabzusetzen und zu entwürdigen, etwa indem man Schuhe daneben stellt, es auf den Boden legt und Ähnliches, aufgrund Seiner - erhaben ist Er - Aussage:

﴿ذَٰلِكَۖ وَمَن يُعَظِّمۡ شَعَٰٓئِرَ ٱللَّهِ فَإِنَّهَا مِن تَقۡوَى ٱلۡقُلُوبِ32﴾

„Dies (ist so). Und wenn einer die Kulthandlungen Allahs hoch ehrt, so gehört das fürwahr zur Furcht (gegenüber Allah) in den Herzen.“ [Al-Hajj:32]

Das Senken des Blicks vor dem, was Allah - mächtig und majestätisch ist Er - verboten hat: So ist es für den Besucher der Prophetenmoschee eine Pflicht, seinen Blick vor dem zu senken, dessen Betrachtung ihm nicht erlaubt ist, und er soll sich der Schwere der Sünde an diesen Stätten und der daraus resultierenden Strafe bewusst sein. Denn die Sünden nehmen an Schwere und Ausmaß zu entsprechend der Erhabenheit von Zeit und Ort, ebenso wie die gottesdienstlichen Handlungen. Die muslimische Frau soll darauf bedacht sein, den islamisch vorgeschriebenen Hijab einzuhalten und ihren Schmuck nicht zu zeigen, um die Männer nicht in Versuchung zu führen, denn die Sünde dessen ist gewaltig.

Die Warnung davor, sich mit dem Erstellen oder Ansehen von Bildern und Videos auf dem Mobiltelefon zu beschäftigen, insbesondere wenn diese Bilder und Videos verboten sind, wobei die Schwere der Sünde in diesem Fall noch zunimmt.

Die Prophetenmoschee ist von allem freizuhalten, was ihr nicht gebührt, wie Streitigkeiten, dem Erheben der Stimme, dem Ausrufen nach Verlorenem, dem Handel und ähnlichen Angelegenheiten, die sich weder in ihr noch in anderen Moscheen gehören, aufgrund des Hadithes von Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, der über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - berichtete, dass er sagte:

«إِذَا رَأَيْتُمْ مَنْ يَبِيعُ أَوْ يَبْتَاعُ فِي المَسْجِدِ، فَقُولُوا: لَا أَرْبَحَ اللَّهُ تِجَارَتَكَ، وَإِذَا رَأَيْتُمْ مَنْ يَنْشُدُ فِيهِ ضَالَّةً، فَقُولُوا: لَا رَدَّ الله عَلَيْكَ».

„Wenn ihr jemanden seht, der in der Moschee etwas verkauft oder kauft, dann sagt: ‚Möge Allah dein Geschäft nicht erfolgreich sein lassen.‘ Und wenn ihr jemanden seht, der darin nach etwas Verlorenem sucht, dann sagt: ‚Möge Allah es dir nicht zurückbringen.‘17

Der Eifer für persönliche Sauberkeit und die Vorsicht vor unangenehmen Gerüchen wie Knoblauch, Zwiebeln, Rauch, Schweiß und Ähnlichem, die die betenden Brüder stören, aufgrund des Hadithes von Jabir Ibn 'Abdillah - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, der berichtete, dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte:

«مَنْ أَكَلَ ثُومًا أَوْ بَصَلًا، فَلْيَعْتَزِلْنَا - أَوْ قَالَ: فَلْيَعْتَزِلْ مَسْجِدَنَا - وَلْيَقْعُدْ فِي بَيْتِهِ».

„Wer Knoblauch oder Zwiebel gegessen hat, der soll sich von uns fernhalten - oder er sagte: der soll sich von unserer Moschee fernhalten - und in seinem Haus bleiben.“18

Die Wichtigkeit, die Sauberkeit der Prophetenmoschee zu wahren und keine Abfälle in der Moschee und ihren Außenbereichen zu hinterlassen, wie etwa Essensreste oder die Unterlagen für das Fastenbrechen, insbesondere im Monat Ramadan, sowie nicht in den Gängen und Höfen zu spucken und Ähnliches.

Es ist zu vermeiden, in Gängen, an Türeingängen und an überfüllten Orten zu beten, da dies zu schädlichen Folgen führt, wie dem Blockieren der Wege und der Belästigung der Muslime.

Das Gebet der Männer und Frauen findet in den für sie jeweils vorgesehenen Bereichen innerhalb der Prophetenmoschee oder in ihren Außenhöfen statt. Der Mann betet nicht neben der Frau und die Frau nicht neben dem Mann; und es ist darauf zu achten - soweit es möglich ist -, nicht vor dem Imām zu stehen.

Man verlässt die Moschee zuerst mit dem linken Fuß und man sagt beim Verlassen:

«اللَّهُمَّ إِنِّي أَسْأَلُكَ مِنْ فَضْلِكَ».

„Allahumma inni Asaluka min Fadhlik.“ (O Allah, ich bitte dich um Deine Gunst.)19 Oder man spricht den Segensgruß für den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und sagt:

«رَبِّ اغْفِرْ لِي ذُنُوبِي، وَافْتَحْ لِي أَبْوَابَ فَضْلِكَ».

„Rabbighfirli Dhunubi waftahli Abwaba Rahmatik.“ (Mein Herr, vergib mir meine Sünden, und öffne mir die Tore Deiner Gunst.)20

 

Viertens: Vorschriften und Verhaltensregeln beim Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sowie der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein.

* Der Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sowie der Gräber seiner beiden Gefährten Abu Bakr As-Siddiq und 'Umar Ibn Al-Khattab - möge Allah mit beiden zufrieden sein - ist für die Bewohner von Al-Madinah sowie für diejenigen, die als Ankommende oder Besucher dorthin gelangen, erwünscht. Dies aufgrund der allgemeinen Beweise, die die Erlaubnis des Grabbesuchs belegen, darunter seine - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage:

«نَهَيْتُكُمْ عَنْ زِيَارَةِ القُبُورِ، فَزُورُوهَا».

„Ich hatte euch verboten die Gräber zu besuchen, so besucht sie nun!“21

Und die Vorzüglichkeit des Friedensgrußes („Salam“) auf den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nach seinem Tod wird durch seine - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage belegt:

«مَا مِنْ أَحَدٍ يُسَلِّمُ عَلَيَّ، إِلَّا رَدَّ اللهُ عَزَّ وَجَلَّ إِلَيَّ رُوحِي حَتَّى أَرُدَّ عَلَيْهِ السَّلَامَ».

Niemand spricht Friedenswünsche auf mich, ohne dass Allah - mächtig und majestätisch ist Er - mir meine Seele zurückgibt, damit ich ihm den Friedensgruß erwidere.“22

Es ist für Frauen nicht gestattet, sein - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Grab noch das Grab eines anderen Muslims zu besuchen, denn der Besuch der Gräber ist nur für die Männer vorgesehen. Was die Frauen betrifft, so wurde ihnen der Besuch der Gräber untersagt, denn über Ibn 'Abbas - möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein - wird berichtet, dass er sagte:

«لَعَنَ رَسُولُ اللَّهِ ﷺ زَائِرَاتِ القُبُورِ، وَالمُتَّخِذِينَ عَلَيْهَا المَسَاجِدَ وَالسُّرُجَ».

„Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - verfluchte die Frauen, die die Gräber besuchen, und diejenigen, die auf ihnen Moscheen und Lampen errichten.“23 Und Abu Hurayrah - möge Allah mit ihm zufrieden sein - berichtete:

«أَنَّ رَسُولَ اللَّهِ ﷺ لَعَنَ زَوَّارَاتِ القُبُورِ».

„Dass der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - die Frauen verfluchte, die die Gräber besuchen.“24

Es ist nicht erlaubt, eine Reise allein mit der Absicht zu unternehmen, nur um das Grab des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu besuchen. Vielmehr sollte man mit seiner Reise beabsichtigen, die Moschee zu besuchen und darin zu beten. Wenn man sich dann in Al-Madinah befindet, ist es einem erlaubt, das Grab zu besuchen, ebenso wie es auch den Bewohnern von Al-Madinah erlaubt ist, gemäß der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -:

«لَا تُشَدُّ الرِّحَالُ إِلَّا إِلَى ثَلَاثَةِ مَسَاجِدَ: مَسْجِدِي هَذَا، وَمَسْجِدِ الحَرَامِ، وَمَسْجِدِ الأَقْصَى».

Man darf gezielt nur zu drei Moscheen anreisen: diese meine Moschee (also die Prophetenmoschee), die geschützte Moschee („Al-Masjid Al-Haram“) und die Al-Aqsa-Moschee.“25

Die vorgeschriebenen Verhaltensweisen beim Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sowie der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein -.

Der Besucher soll sich vor dem Grab des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - aufstellen, dem Grab zugewandt, und ihn dann mit Respekt und gedämpfter Stimme begrüßen, indem er sagt: „As-Salamu 'alayka ya Rasulallah wa Rahmatullahi wa Barakatuh.“ (Der Friede sei auf dir, o Gesandter Allahs, sowie die Barmherzigkeit Allahs und Sein Segen.) Wenn er zusätzlich sagt: „Aschhadu annaka qad Ballaghta ar-Risalah wa Addayta al-Amanah wa Nasahta al-Ummah wa Jahadtha fillahi Haqqa al-Jihad.“ (Ich bezeuge, dass du die Botschaft übermittelt, das anvertraute Amt erfüllt, der Gemeinschaft aufrichtig Rat erteilt und dich auf dem Weg Allahs mit vollem Einsatz bemüht hast.), so ist daran nichts auszusetzen, denn all dies ist wahr.

„Hierauf tritt man einen Schritt nach rechts, um dem Grab von Abu Bakr As-Siddiq - möge Allah mit ihm zufrieden sein - zugewandt zu sein, und sagt: „As-Salamu 'alayka ya Aba Bakr as-Siddiq, as-Salamu 'alayka ya Khalifata Rasulillah, Radiyallahu 'anka wa Ardak wa Jazakallahu 'an Ummati Muhammadin khayran.“ (Der Friede sei auf dir, o Abu Bakr As-Siddiq, der Friede sei auf dir, o Nachfolger des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, möge Allah mit dir zufrieden sein und dir Sein Wohlgefallen schenken, und möge Er dich für die Gemeinschaft Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - mit Gutem belohnen.)

Hierauf tritt man einen Schritt nach rechts, um vor dem Grab von 'Umar Ibn Al-Khattab - möge Allah mit ihm zufrieden sein - zu stehen, und sagt: „As-Salamu 'alayka ya 'Umar al-Faruq, Radiyallahu 'anka wa Ardak wa Jazakallahu 'an Ummati Muhammadin khayran.“ (Der Friede sei auf dir, o 'Umar Al-Faruq, möge Allah mit dir zufrieden sein und dich zufriedenstellen, und möge Er dich für die Gemeinschaft Muhammads - Allahs Segen und Frieden auf ihm - mit dem Besten belohnen.)

Und Ibn 'Umar - möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein - kam, wenn er von einer Reise zurückkehrte, zum Grab des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und sagte: „As-Salamu 'alayka ya Rasulallah, as-Salamu 'alayka ya Aba Bakr, as-Salamu 'alayka ya Abatah.“ (Der Friede sei auf dir, o Gesandter Allahs, der Friede sei auf dir, o Abu Bakr, der Friede sei auf dir, o mein Vater.) Dann ging er weg.26

Man berührt weder die Mauern des Grabes noch die Gitter und küsst sie nicht:

Imam Malik - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Wenn man den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - grüßt, steht man mit dem Gesicht dem Grab zugewandt - nicht der Gebetsrichtung -, nähert sich, grüßt und berührt das Grab nicht mit der Hand.“27

Und die Gelehrten sind sich einig, dass man das Grab des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - weder mit der Hand berührt noch es küsst.

Außerdem verweilt man nicht lange am Grab, sondern grüßt und geht dann weiter.

Imam Malik - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Ich bin nicht der Meinung, dass man am Grab des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - stehen und Bittgebete sprechen sollte, sondern man grüßt und geht weiter.“28

Nafi' - möge Allah mit ihm barmherzig sein - sagte: „Ibn 'Umar pflegte das Grab zu grüßen. Ich sah ihn hundertmal und öfter zum Grab kommen und sagen: ‚Der Friede sei auf dem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, der Friede sei auf Abu Bakr, der Friede sei auf meinem Vater.‘ Dann ging er weg.“29

Was einige Besucher tun, indem sie ihre Stimme am Grab des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - erheben und dort lange verweilen, widerspricht dem, was vorgeschrieben ist.

Es ist nicht erlaubt, den Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - oder andere den Geschöpfe um das Herbeiführen eines Nutzens, die Abwehr eines Schadens, die Erfüllung eines Bedürfnisses, die Beseitigung einer Notlage, die Heilung eines Kranken, Fürsprache, Rettung vor der Pein oder Ähnliches zu bitten. Denn das Anrufen anderer außer Allah in Angelegenheiten, zu denen nur Allah allein fähig ist, ist verboten und großer Schirk. Allah - erhaben ist Er - sagte:

﴿وَقَالَ رَبُّكُمُ ٱدۡعُونِيٓ أَسۡتَجِبۡ لَكُمۡۚ إِنَّ ٱلَّذِينَ يَسۡتَكۡبِرُونَ عَنۡ عِبَادَتِي سَيَدۡخُلُونَ جَهَنَّمَ دَاخِرِينَ60﴾

„Und euer Herr sagt: ‚Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Wahrlich, diejenigen, die sich aus Hochmut weigern, Mir zu dienen, werden gedemütigt in die Hölle eingehen.‘“ [Ghafir:60] Und Er - gepriesen sei Er - sagte:

﴿إِنَّ ٱلَّذِينَ تَدۡعُونَ مِن دُونِ ٱللَّهِ عِبَادٌ أَمۡثَالُكُمۡۖ فَٱدۡعُوهُمۡ فَلۡيَسۡتَجِيبُواْ لَكُمۡ إِن كُنتُمۡ صَٰدِقِينَ194﴾

„Wahrlich, diejenigen, die ihr anstatt Allahs anruft, sind (nur) Diener gleich euch. So ruft sie (doch) an, und so sollen sie euch doch erhören, wenn ihr wahrhaftig seid!“ [Al-A'raf:194] Und Er - majestätisch ist Seine Erhabenheit - sagte:

﴿وَأَنَّ ٱلۡمَسَٰجِدَ لِلَّهِ فَلَا تَدۡعُواْ مَعَ ٱللَّهِ أَحَدٗا18﴾

„Und die Gebetsstätten gehören ja Allah; so ruft neben Allah niemanden an.“ [Al-Jinn:18]

Man ruft Allah nicht am Grab an. Wenn man ein Bittgebet sprechen möchte, tritt man vom Grab zurück, wendet sich der Gebetsrichtung zu und spricht Bittgebete, doch man wendet sich beim Bittgebet nicht dem Grab zu.

Imam Malik - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Meiner Ansicht nach sollte man nicht am Grab des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - stehen, um Bittgebete zu sprechen.“

Es ist nicht gestattet, das Grab beim Betreten oder Verlassen der Moschee regelmäßig aufzusuchen, weder für die Bewohner von Al-Madinah noch für Besucher von außerhalb, da befürchtet wird, dass das Grab dadurch zu einem Festort gemacht wird.

Und der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat dies verboten, da er sagte:

«لَا تَتَّخِذُوا قَبْرِي عِيدًا، وَلَا تَجْعَلُوا بُيُوتَكُمْ قُبُورًا، وَحَيْثُمَا كُنْتُمْ فَصَلُّوا عَلَيَّ، فَإِنَّ صَلَاتَكُمْ تَبْلُغُنِي».

„Macht mein Grab nicht zu einer Wallfahrtsstätte, macht eure Häuser nicht zu Gräbern, und wo auch immer ihr seid, sprecht Segenswünsche für mich aus, denn eure Segenswünsche erreichen mich.“30

Die Bedeutung von: „Macht mein Grab nicht zu einem Wallfahrtsort“ ist, es nicht wiederholt aufzusuchen, indem man es beispielsweise zu festen Zeiten - etwa täglich, wöchentlich oder monatlich - oder bei bestimmten wiederkehrenden Anlässen besucht. Es wurde auch gesagt: Das bedeutet, macht es nicht zu einer Festzeit, zu der ihr euch versammelt.31

Und Imam Malik - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Das Verweilen am Grab ist für die Einwohner von Al-Madinah, die die Moschee betreten und verlassen, nicht vorgeschrieben; vielmehr gilt dies für die Fremden.“32

Und seine Aussage - möge Allah mit ihm barmherzig sein -: „Vielmehr gilt dies für die Fremden“, bedeutet der allgemeine Besuch - nicht die Wiederholung des Besuchs beim Eintritt und beim Verlassen.

Man soll nicht vor dem Grab in der Haltung eines Betenden stehen, indem man eine Hand über die andere auf die Brust oder darunter legt, denn diese Haltung ist dem Gebet vorbehalten und stellt eine Haltung der Demut und Unterwerfung dar, die nur Allah - gepriesen und erhaben ist Er - gebührt.

Man wendet sich nicht aus der Ferne dem Grab zu, um den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu grüßen, wie es einige Menschen tun, denn dies taten weder die Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - noch die rechtschaffenen Altvorderen, wie etwa die vier Imame und andere.

Man sollte sich dem edlen Grab von keiner Seite aus zuwenden, um Bittgebete zu sprechen, den Quran zu rezitieren oder dergleichen zu tun. Dies ist von derselben Art wie die zuvor genannten Neuerungen. Außerdem ist es einem Muslim nicht erlaubt, in seine Religion etwas einzuführen, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat. Malik Ibn Anas - möge Allah ihm barmherzig sein - lehnte derartige Handlungen ab und sagte: „Die letzten Generationen dieser Gemeinschaft werden nur durch das in Ordnung gebracht, was auch die ersten Generationen in Ordnung gebracht hat.“33

Zudem soll man sich nicht mit dem Fotografieren und Live-Übertragungen beschäftigen, während man dem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - den Friedensgruß ausspricht.

Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, auf seiner Familie und seinen Gefährten.

 

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Inhaltsverzeichnis

 

Erstens: Die Vorzüge der Prophetenmoschee 5

Zweitens: Die Erwünschtheit des Besuchs der edlen Prophetenmoschee 8

Drittens: Die Verhaltensregeln beim Besuch der Prophetenmoschee 10

Viertens: Vorschriften und Verhaltensregeln beim Besuch des Grabes des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sowie der Gräber seiner beiden Gefährten - möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein. 23

 

 

***

 

 

de492v1.0 - 04/06/2026


Überliefert von Al-Bukhari (1190) und Muslim (1395), und dieser Wortlaut ist bei Al-Bukhari.

Überliefert von Muslim (1398).

Überliefert von Ibn Majah (227) mit authentischer Überlieferungskette.

Muttafaqun 'alayh. Überliefert von Al-Bukhari (1195) und Muslim (1390).

Überliefert von Al-Bukhari (636) und Muslim (602).

Überliefert von Al-Bukhari (846) und Muslim (858). Der „Muhtalim“ ist derjenige, der die Geschlechtsreife erlangt hat.

Überliefert von Muslim (443).

Überliefert von Ibn Majah (771) mit einer authentischen Überlieferungskette.

Überliefert von Abu Dawud (466) mit einer authentischen Überlieferungskette.

Überliefert von Al-Bukhari (1171) und Muslim (714).

Überliefert von Al-Bukhari (615) und Muslim (437).

Überliefert von Muslim (438).

Überliefert von Muslim (440).

Überliefert von Al-Bukhari (722) und Muslim (417).

Überliefert von Al-Bukhari (1195) und Muslim (1390).

Überliefert von At-Tirmidhi (1321) und Ibn Khuzaymah (1305) mit einer authentischen Überlieferungskette.

Überliefert von Al-Bukhari (7359) und Muslim (564).

Überliefert von Muslim (713).

Überliefert von At-Tirmidhi (314) mit einer authentischen Überlieferungskette.

Überliefert von Muslim (977).

Überliefert von Ahmad in „Al-Musnad“ (10815) mit einer guten Überlieferungskette.

Überliefert von Abu Dawud (3236), At-Tirmidhi (320) und An-Nasai (2043).

Überliefert von At-Tirmidhi (1056) und Ibn Majah (1576) mit einer guten Überlieferungskette.

Überliefert von Al-Bukhari (1189) und Muslim (1397), und dieser Wortlaut ist bei Muslim.

Überliefert von Al-Bayhaqi in „As-Sunan Al-Kubra“ (10271) mit einer authentischen Überlieferungskette.

„Asch-Schifa“ von Al-Qadi 'Iyad (2/199).

„Asch-Schifa“ von Al-Qadi 'Iyad (2/199).

Herausgebracht von Al-Ajurri in „Kitab Asch-Schari'ah“ (5/2374), unter der Nummer 1853.

Überliefert von Ahmad in „Al-Musnad“ (8804) mit einer authentischen Überlieferungskette.

Siehe: „Al-Mufradat“ von Ar-Raghib Al-Asfahani (S. 594); „Scharh As-Sudur bi Tahrim Raf' Al-Qubur“ von Asch-Schaukani (S. 16).

„Asch-Schifa“ von Al-Qadi 'Iyad (2/204), „Al-Madkhal“ von Ibn Al-Hajj (1/262).

„Majmu' Fatawa Ibn Baz“ (16/110).

Überliefert von Al-Bukhari (1189) und Muslim (1397), und dieser Wortlaut ist bei Muslim.